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Verletzte bei Zugunglück in Berlin-Karow
Aus: Presseportal, 17. April 2009, 16.48 Uhr MESZ (Pressemitteilung) von Bundespolizeidirektion Berlin. [Original]BERLIN (ots). 24 Insassen eines Regionalexpresses sind bei einem Zugunglück in der vergangenen Nacht in Berlin Karow verletzt und noch vor Ort medizinisch erstversorgt worden. 12
dieser Personen mussten zur weiteren Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht werden. Aufgrund der Schwere der erlitten Verletzungen befinden sich noch 3 Personen, darunter der Triebfahrzeugführer, in stationärer Behandlung.
  Sollte sich herausstellen, daß diese vermeidbare Beinah-Katastrophe etwas mit dem Sparprogramm der Deutschen Bahn zu tun hat, wird dieses Unglück ein Wendepunkt in der Bahn-Politik darstellen. Ein Börsengang wird dann unvorstellbar.
Merkwürdigkeiten: [Nr. 1] [Nr. 2] [Nr. 3]Zu dem Zugunglück kam es, als ein Regionalzug der Linie RE 3 aus Schwedt (Oder) kommend gegen 22:15 Uhr auf einen langsam fahrenden Güterzug auffuhr. Der Unfall ereignete sich in der Nähe des Berliner Bahnhofs Karow. Bei dem Aufprall wurde das Triebfahrzeug erheblich beschädigt. Dieses und der erste Wagen des Regionalzuges entgleisten. Am Güterzug entstand lediglich Schaden am 24. und damit letzten Kesselwaggon.
Die unverzüglich am Unfallort eingetroffene Berliner Feuerwehr versorgte die Verletzten und überprüfte die Ladung des Güterzuges. Ein Austreten der Ladung, einem flüssigen Gasgemisch (Propen), fand nicht statt. Aufgrund der Ermittlungs- und Aufräumarbeiten wird der Zugverkehr vermutlich noch bis Samstagmorgen in diesem Bereich gestört bleiben.
Zu den Ursachen, die zu diesem Zugunglück führten, ermittelt die Bundespolizei in alle Richtungen. Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet. Vertreter der Deutschen Bahn AG haben die Verletzten, die sich in stationärer Behandlung befinden, bereits im Krankenhaus Buch besucht. [mehr]
D E R 1 8 - S T U N D E N - T R I PBrandmeldeanlage stoppt ICE 73 zwischen Kassel und Frankfurt
Aus: Presseportal, 17. Mai 2009, 14.13 Uhr MESZ (Pressemitteilung) von Bundespolizeidirektion Koblenz. [Original]KASSEL/FRANKFURT (ots). Am Sonntagmorgen [17.5.2009] gegen 11:30 Uhr löste die Brandmeldeanlage im ICE 73 einen Alarm aus. Der Zug war mit rund 400 Fahrgästen besetzt und befand sich auf der Fahrt zwischen Kassel-Wilhelmshöhe nach Frankfurt am Main. Mit verminderter Geschwindigkeit fuhr der ICE weiter bis zum Betriebsbahnhof Langenschwarz. Dort verließen die Reisenden den Zug und stiegen in den ICE 871 ein, der am gegenüberliegenden Bahnsteig bereitgestellt wurde. Sie fuhren bis Fulda, um von dort aus ihre weiteren Reiseziele zu erreichen. Verletzt wurde niemand.
Die Ursache für den Brandmeldealarm ist derzeit noch nicht bekannt. Die Feuerwehr Langenschwarz löschte einen Schwelbrand am Zug. Der schadhafte ICE soll zur Untersuchung nach Hannover gefahren werden. Der ICE 73 fuhr am Morgen um 7:12 Uhr in Kiel los. Den Zielbahnhof Zürich sollte der Zug um 16 Uhr erreichen. Der Vorfall hat Auswirkungen auf den Bahnbetrieb und Verspätungen zur Folge. Die Ermittlungen der Bundespolizei und der Deutschen Bahn AG dauern an. [mehr]
D A S K Ö N N T E F O L G E N H A B E NChaos-Bahnfahrt im Horror-ICE
18 Stunden Chaos-Fahrt von Berlin nach Frankfurt: ICE bleibt liegen und es brannte im Waggon.
Aus: B.Z., Berlin, 18. Mai 2009, Seiten 1 + 12 (Berlin). [Original]BERLIN (bz). Von Berlin nach Frankfurt in viereinhalb Stunden. Die Deutsche Bahn ist stolz auf ihre Schnell-Verbindung zwischen den beiden deutschen Metropolen. Der Berliner Sven Kühn (30) kann das nicht verstehen: Sein ICE brauchte für die Strecke mehr als 18 Stunden!
Wohnort Berlin, Arbeitsort Frankfurt. Jurist Kühn pendelt wöchentlich, seit anderthalb Jahren. Bahncard 100, ICE, einmal umsteisgen in Hannover so ist es am bequemsten. Aber nicht an diesem Wochenende.
Kühns Odyssee beginnt Samstag, 19.48 Uhr, am Hauptbahnhof. Doppel-ICE 842/832 von Berlin nach Köln bzw. Bremen startet pünktlich. Mehr als 600 Fahrgäste, Dutzende Schalke-Fans. 20.10 Uhr: Bei Elstal, kurz hinter Berlin, eine Vollbremsung. Zu spät für einen Mann, der über die Gleise lief. Ein Personenschaden, bestätigte eine Bahnsprecherin. Warten, 4 Stunden. Das Bordrestaurant schloss irgendwann, weil das Bier alle war, berichtet Kühn. Die Bahn hatte wohl Angst vor randalierenden Fußball-Fans.
Gegen 0.10 Uhr: Endlich umsteigen in einen Ersatzzug, es geht weiter.
2.05 Uhr: Ankunft in Hannover. Chaos am Bahnsteig, weil die Bahn kaum Informationen gibt. 45-minütiges Warten am Servicepoint. Erst auf Drängen stellt man uns ein Hotelzimmer für die Nacht.
Sonntag, 9.41 Uhr, ICE 73: Sven Kühn setzt seine Fahrt nach Frankfurt fort. Alles geht gut, zunächst. Zwischen Kassel und Fulda wieder ein unplanmäßiger, ruckartiger Halt. Kühn: Es hieß, es gebe einen Verdacht auf einen Brand im Zug. Eine Sprecherin der Bahn sagt auf B.Z.-Nachfrage: Ein Computer hat einen Brand gemeldet, den es aber gar nicht gab. Das musste jedoch erst überprüft werden. Tatsächlich? Die Bundespolizei korrigiert später: Ein Schwelbrand am Zug wurde gelöscht.
Es dauert anderthalb Stunden, bis auf dem Nebengleis ein Ersatzzug (ICE 871) hält. Alles umsteigen, alles umpacken. Immerhin: Die Feuerwehr hilft!
Frankfurt/Main: 13.50 Uhr. ICE 871 trifft mit 70-minütiger Verspätung ein. Sven Kühn ist am Ende. Er will am Freitag wieder zurück fahren nach Berlin, mit der Deutschen Bahn: Ich bin Kummer gewohnt. Eine Sprecherin der Bahn: Wir werden mit jeder erdenklichen Kulanz mit diesem Fall umgehen.
Z U M K Ö L N - U N G L Ü C K V O N 2 0 0 8Zugunglück in Italien
Jetzt 19 Tote / [Ed: Vermutet wird ein Achsbruch des Güterwaggons].
Aus: Deutsche Welle, 2. Juli 2009, 18.00 Uhr UTC (Wirtschaft). [Original]ROM (dw). Zwei Tage nach dem verheerenden Zugunglück [vom 29/30.6.2009] in der italienischen Hafenstadt Viareggio ist die Zahl der Todesopfer auf 19 gestiegen. Eine Frau erlag ihren schweren Brandverletzungen, die sie bei der Explosion eines Tankwaggons mit Flüssiggas erlitten hatte. Wie die Feuerwehr mitteilte, sind die Arbeiten zum Abpumpen des Flüssiggases aus den übrigen entgleisten Kesselwagen abgeschlossen.
Inzwischen konnte ein Teil der etwa 1000 Menschen, die aus der gefährlichen Zone in Bahnhofsnähe in Sicherheit gebracht werden mussten, in ihre Häuser zurückkehren, berichteten italienische Medien.
Am Bahnhof der toskanischen Stadt war in der Nacht zum Dienstag [30.6.2009] ein Güterzug entgleist. Laut Feuerwehr entgleiste der mit Flüssiggas gefüllter Kesselwagen des insgesamt aus 14 Wagen bestehenden Zuges. Das Flüssiggas verbreitete sich bis in die benachbarten Häuser, bevor es explodierte. Die Behörden vermuten einen Achsbruch als Unglücksursache. Der Unglückswaggon gehört nach italienischen Medienberichten wahrscheinlich der in Wien ansässigen internationalen Güterwagenvermietungs-Gesellschaft Gatx [Ed: GATX Rail Europe, Wien]. [mehr]
S C H O N W I E D E R E I N I C E - B R A N DKritik an ICE-Ermittlern
Ein Jahr nach der Beinahe-Katastrophe im Kölner Hauptbahnhof hat die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen zum Achsenbruch des ICE noch immer nicht beendet. Politik und Verbände zweifeln an der Kompetenz der Ermittler [Ed: na das läßt ja Schlimmes bei der Aufklärung des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs befürchten].
Aus: Rheinische Post, 9. Juli 2009, 10.05 Uhr MESZ (xxx). [Original]KÖLN (RP). Die Kölner Staatsanwaltschaft lässt noch offen, wann die Untersuchungen zum Achsenbruch eines ICE in Köln 2008 abgeschlossen werden. "Die Dauer unserer Ermittlungen hängt nicht von Jahrestagen ab", sagte Oberstaatsanwalt Günter Feld unserer Zeitung. Ein Bericht werde "demnächst" vorgelegt.
Das Bündnis "Bahn für alle", dem Gewerkschaften und Umweltverbände angehören, und Fahrgastverbände, kritisiert die Kölner Staatsanwaltschaft als "unfähig, den Vorgang zeitnah, fachkompetent und unter angemessener Information der Öffentlichkeit zu bearbeiten".
Am 9. Juli 2008 war der ICE 518 bei seiner Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof auf der Hohenzollernbrücke entgleist. Fahrgäste stoppten den Zug per Notbremsung, der zuvor von Frankfurt am Main aus mit einer gebrochenen Radsatzwelle bis zu 330 Stundenkilometer schnell Richtung Köln gefahren war. Wie durch ein Wunder entkamen die 250 Fahrgäste einer Katastrophe.
Zwei Tage nach dem Unfall ordnete das Eisenbahnbundesamt (EBA) per Bescheid an, dass die Bahn ihre ICE-3-Züge mit Radsatzwellen aus der gleichen Stahllegierung ab sofort alle 60.000 statt erst nach 300.000 Kilometern per Ultraschall zu untersuchen hat.
Zur Begründung heißt es im Bescheid des EBA: "Ein unveränderter Weiterbetrieb ist mit erheblichen Gefahren für Leib und Leben verbunden." Glücklicherweise sei der Zug mit Schrittgeschwindigkeit entgleist: "Wäre dasselbe Ereignis bei Streckengeschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern aufgetreten, hätte sich mit nicht unerheblicher Wahrscheinlichkeit eine Katastrophe wie in Eschede ereignen können."
In der niedersächsischen Gemeinde war am 3. Juni 1998 der ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" mit 200 Stundenkilometern entgleist. Bei dem schwersten Zugunglück in der Geschichte der Bundesrepublik kamen 101 Menschen ums Leben, 88 wurden schwer verletzt.
Horst Becker, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, übt scharfe Kritik an den Ermittlern. Die Dauer der Ermittlungen sei "skandalös". Schließlich liege das Schlussgutachten der Bundesanstalt für Materialforschung schon seit Monaten vor. Auch Bahnchef Grube müsse endlich handeln. "Alle Fakten über Sicherheitsprobleme bei der Bahn müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit Gefahren für Passagiere und Anwohnern von Bahnstrecken vermieden werden."
Zweifel an der Kompetenz der Kölner Staatsanwaltschaft ergeben sich für das Bündnis "Bahn für alle" schon aus den Umständen, unter denen die Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) mit einem Gutachten beauftragt worden sei: "Die Staatsanwaltschaft hat die Radsatzwelle nicht gleich beschlagnahmt, sondern 8 Tage im Besitz der Bahn AG gelassen. Die Bahn hat den Radsatz vom Drehgestell entfernt, so dass Einflüsse des Fahrzeugs auf das Drehgestell nicht untersucht werden konnten", so Attac-Vertreter Carl-Friedrich Waßmuth zu unserer Zeitung.
Die BAM untersuchte den Radsatz gut 2 Monate lang und legte im Ende September 2008 einen Zwischenbericht vor. Darin kamen die Materialprüfer zu dem Ergebnis, dass eine Kombination von Ursachen zum Bruch der Radsatzwelle führte, angefangen von nicht-metallischen Einschlüssen beim Gießprozess über mangelnde Prüf-Sorgfalt der Bahn AG und viel zu lange Wartungsintervalle.
Ende Oktober 2008 erklärte die BAM ihre Untersuchungen für abgeschlossen und unterrichtete die Kölner Staatsanwaltschaft mündlich über das Ergebnis. Die Ermittler übergaben den Materialprüfern eine weitere Radsatzwelle zur Untersuchung. Auch dieses Ergebnis soll der Staatsanwaltschaft seit März vorliegen. Attac-Sprecher Waßmuth: "Wahrscheinlich kennt die Bahn das Ergebnis schon."
In Bahnkreisen wird nicht ausgeschlossen, dass das Verfahren eingestellt wird, weil sich weder bei der Bahn noch bei dem Hersteller ein schuldhaftes Verhalten Verantwortlicher nachweisen lässt. Bodo Wißen, Verkehrs-Experte der SPD, würde sich damit nicht abfinden. "Eine Einstellung kann nicht bedeuten, dass keine Konsequenzen gezogen werden", erklärt der Niederrheiner. "Es darf nicht der geringste Zweifel bleiben, dass die Radsätze und Achsen an allen ICE-Zügen sicher sind."
C H A O S D R O H TICE-Zug mit 350 Passagieren gerät in Brand
[Ed: hm, sollte auch hier ein Wartungsversäumnis vorliegen?]
Aus: Die Welt, Berlin, 9. Juli 2009, 23.28 Uhr MESZ (Wirtschaft). [Original]HANNOVER (welt.de). Wieder ein technischer Defekt bei einem Zug der Deutschen Bahn: Im Bahnhof Hannover ist ein Zug in Brand geraten. Der Konzern vermutet einen Trafobrand im ICE als Ursache. Nach 2 Stunden hat die Feuerwehr den Brand gelöscht. Die 350 Reisenden sind auf andere Züge verteilt worden.
Ein ICE-Zug ist im Bahnhof Hannover offenbar aufgrund eines technischen Defekts in Brand geraten. Wie ein Bahnsprecher am Abend sagte, führte nach ersten Erkenntnissen ein Trafobrand zu einer starken Rauchentwicklung im vorderen Triebwagen. Dabei schlugen nach Angaben der Feuerwehr zunächst auch Flammen aus einem Lüftungsgitter. Die rund 350 Reisenden in dem Zug, der auf dem Weg von Berlin nach Köln war, wurden in Sicherheit gebracht. Verletzt wurde niemand.
Die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften an dem Gleis. Nach rund 2 Stunden konnten die Einsatzkräfte den Brand löschen und Entwarnung geben. Der Zug sollte in der Nacht aber zunächst noch auf dem Gleis stehen bleiben, um weiter abzukühlen. Anschließend sollte er mit Hilfe einer anderen Lok weggezogen werden.
Nach Angaben der Feuerwehr konnte der Brand nicht mit Wasser gelöscht werden. Da die Elektronik des Zuges nicht gefährdet werden sollte und keine akute Gefahr mehr für die Reisenden bestand, wurde stattdessen Kohlenstoffdioxid eingesetzt. Wir hatten die Situation jederzeit unter Kontrolle, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Die Reisenden wurden auf Züge in Richtung Köln umgeleitet. Nachfolgende Züge waren durch den Brand des Zuges nach Angaben eines Bahnsprechers nicht beeinträchtigt. Einige Züge mussten allerdings auf benachbarte Gleise umgeleitet werden. Für Freitag [10.7.2009] rechnet die Bahn damit, dass für den ICE ein Ersatzzug eingesetzt wird, so dass es voraussichtlich zu keinen Beeinträchtigungen im Fahrplan kommen werde.
Der Brand wurde nach Angaben des Sprechers erst am Hauptbahnhof in Hannover entdeckt. Ein Brandmeldesystem des Zuges hatte angeschlagen, woraufhin die Feuerwehr alarmiert wurde und die Reisenden evakuiert wurden. Genauere Erkenntnisse zur Brandursache lagen zunächst nicht vor. Die Bahn kündigte für Freitag eine Untersuchung an. Das Eisenbahnbundesamt ist eingeschaltet.
A L L E R O R T E N F A B R I K A T I O N S F E H L E RAchsen-Kontrollen könnten Güterverkehr lahmlegen
Experte wirft Bahn Verheimlichung vor / Bahn muss 100.000 Achsen überprüfen
Aus: Rheinische Post, 17. Juli 2009, 7.29 Uhr MESZ (xxx). [Original]KÖLN (RPO). Die vom Eisenbahnbundesamt angeordnete Überprüfung aller in Deutschland eingesetzten Güterwaggons auf Achsprobleme könnte den Güterverkehr in Deutschland zum Stillstand bringen. "Das würde ein Desaster und wahnsinnig teuer", sagte der Radtechnikexperte Vatroslav Grubisic.
Für Grubisic ist die Zwangsuntersuchung Folge der bisherigen Arbeitsweise im Güterverkehr, wie er dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte. "Es wurde verheimlicht, was sich da abspielt", sagte der Professor. Grubisic hatte auch die Schwächen an den ICE-Achsen mit aufgedeckt und war Gutachter beim ICE-Unglück von Eschede.
"Viele Waggons fahren mit Achsbelastungen, die bei der Zulassung nicht angegeben waren", sagt der Experte weiter. Es sei ein Problem, dass die Auslegung der Waggons und Achsen, ihre Bemessung und Prüfung teilweise in einer Hand gebündelt sei. Derzeit müssen Güterwagen in der Regel alle 6 Jahre untersucht, bei gutem Zustand darf dies auf maximal 8 Jahre erweitert werden. Für Grubisic sind die Prüfintervalle ausreichend, wenn "die Achsen von vorne herein ausreichend bemessen sind".
Das Eisenbahnbundesamt hatte schon mehrfach auf Gefahren an den Achsen von Güterwaggons hingewiesen und freiwillige Gegenmaßnahmen empfohlen. Nun wurde die Behörde infolge der Katastrophe von Viareggio aktiv. In der italienischen Stadt waren 22 Menschen durch die Explosion von Gaswaggons gestorben, nachdem wohl bei einem der Waggons eine Achse gebrochen war.
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zum ICE-Unglück ein
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen fahrlässiger Gefährdung des Bahnverkehrs im Fall des ICE-Unfalls in Köln eingestellt. Grund der Entgleisung war der Bruch einer Antriebswelle, den Verantwortlichen der Bahn sei aber kein Vorwurf zu machen, da es keine Hinweise auf Materialfehler gab. Nach dem Zugunglück in Italien geraten Güterwaggons zunehmend ins Visier der Bahnaufsichtsbehörden.
Aus: Focus Online 17. Juli 2009, 14.58 Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original]KÖLN. Ein Jahr nach der Entgleisung eines ICE im Kölner Hauptbahnhof hat die Kölner Staatsanwaltschaft ihr Ermittlungsverfahren eingestellt. Ein grob fahrlässiges Verhalten von Bahnmitarbeitern sei nicht festzustellen, teilten die Strafverfolger am Freitag [17.7.2009] mit. Sie ermittelten wegen des Verdachts der fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs. Nach dem Bahnunglück von Viareggio in Italien mit 22 Toten geraten unterdessen Güterwaggons in Deutschland immer mehr ins Visier der Aufsichtsbehörden.
Ursache für das Entgleisen des ICE mit der Zugnummer 518 sei der Bruch einer Antriebswelle gewesen, sagte ein Kölner Justizsprecher. Dieser Bruch sei auf Produktionsfehler bei der Herstellung der Achse zurückzuführen. Für die Verantwortlichen der Bahn seien diese Mängel aber nicht erkennbar gewesen auch nicht bei den routinemäßigen Ultraschallmessungen.
Die Staatsanwaltschaft macht den Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn keinen strafrechtlichen Vorwurf, weil es zuvor im Betrieb der ICE3-Baureihe keine ähnlichen Vorfälle oder Hinweise auf Materialfehler gab. Auch den Schaffnern ist der Behörde zufolge kein Fehlverhalten vorzuwerfen.
Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Doch führte die Entdeckung des Materialfehlers dazu, dass zahlreiche ICE zu Kontrollen aus dem Verkehr gezogen werden mussten, was über Monate hinweg den Verkehr auf den Schnellstrecken der Bahn behinderte. Der ICE der dritten Generation ist der modernste und mit 300 Stundenkilometern der schnellste Zug der Deutschen Bahn.
Wegen der Probleme kaufte die Bahn 11 neue Ultraschallanlagen für insgesamt 3 Millionen Euro und schulte 135 zusätzliche Mitarbeiter für die Untersuchungen. Konzernvorstand Ulrich Homburg erklärte, das Unternehmen habe seine Hausaufgaben gemacht. "Jetzt erwarten wir von der Herstellerindustrie, dass sie ihren Beitrag zur endgültigen Lösung des Achsproblems leistet."
Unglücksachse von Viareggio kam aus Deutschland
Auch den Güterbahnen steht eine schärfere Überwachung ihrer Fahrzeuge bevor. Bis zum Ablauf einer Frist am Freitagmittag gingen beim Eisenbahn-Bundesamt 12 Stellungnahmen von Unternehmen ein, wie die Sicherheit gewährleistet werden kann. Hintergrund ist das Zugunglück vom 29. Juni in Viareggio. Es wurde durch einen Achsbruch unter einem Kesselwaggon ausgelöst, dessen Gasinhalt anschließend explodierte. Die gebrochene Achse wurde nach Angaben der italienischen Eisenbahn-Sicherheitsbehörde aus Deutschland geliefert.Die Deutsche Bahn hat nach früheren Angaben 60.000 Güterwagen mit 180.000 Radsatzwellen der betroffenen Bauart im Einsatz. Es gibt insgesamt rund 200 Unternehmen allein in Deutschland, die ebenfalls Güterwagen besitzen oder betreiben.
Das Bundesamt hat die Waggons seit Juli 2007 im Visier, aber nach dem jüngsten Unglück mitgeteilt, es wolle "eine aufsichtliche Maßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit erlassen". Zunächst sollen die Unternehmen darstellen, wie sie sicherstellen wollten, dass Ereignisse wie das von Viareggio sich nicht wiederholten.
Keine S-Bahnen auf Berliner Stammstrecke
Zwar nicht die Achsen, aber die Räder sind dafür verantwortlich, dass die Berliner S-Bahn ab kommenden Montag [20.7.2009] ihren Betrieb weitgehend einstellen muss. Auf der Stammstrecke zwischen Zoo und Ostbahnhof verkehren für zweieinhalb Wochen keine S-Bahn-Züge mehr. An der Peripherie werden die Strecken verkürzt: So wird Spandau überhaupt nicht mehr angefahren, dasselbe gilt für einige Bahnhöfe im Ostteil der Stadt. Die noch befahrenen Linien werden mit einem ausgedünnten Fahrplan bedient.
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Berliner S-Bahn Zug der modernsten Baureihe 481. Diese unsicheren Züge baute Bombardier. Es sind aber nicht nur die Räder, im Winter kann schon mal so manches einfrieren... Hat die Berliner S-Bahn zu billige Züge eingekauft? (Repro: 2007 khd)
Vorstand Ulrich Homburg hofft nach eigenen Worten, dass mit dieser weiteren Verschlechterung des Angebotes die Talsohle erreicht ist. Bei der S-Bahn gibt es bereits seit Wochen starke Einschränkungen. Wegen der Probleme mussten 4 Manager ihren Hut nehmen. An mehr als einem Drittel der gut 500 S-Bahn-Züge der Baureihe 481 müssen die Räder ausgetauscht werden. Die Prüfintervalle für alle Fahrzeuge sind offenbar ebenfalls aufgrund unzureichender Dauerfestigkeit des Materials drastisch herabgesetzt worden. [mehr]
[BerlinerS-Bahn droht das Aus]
ICE-Beinahunglück in Bayern
Quelle: Bayerischer Rundfunk, München, 30. Juli 2009, xx.xx Uhr MESZ (xxx).MÜNCHEN (khd/br). Anfang Juli entgingen Reisende in einem ICE-Zug sehr knapp einem Entgleisungsunglück. Das berichtete der Bayerische Rundfunk. Der ICE soll mit Tempo 100 über eine Weiche gefahren sein, um zwischen München und Nürnberg das Gleis zu wechseln. Dabei sei der Zug in erhebliche Schieflage geraten, berichteten Reisende.
Im Zug flogen Gegenstände durch die Luft, und ein Mensch sei sogar bewußlos zu Boden gestürzt, heißt es. Von der Deutschen Bahn gibt es dazu bislang keine Aufklärung, obwohl viele Fahrgäste bei dem Vorfall in Panik gerieten. Vielleicht muß ja erst der Spiegel mit seiner Kolumne Was war da los... nachhaken. [mehr]
ICE bremst in München nicht rechtzeitig
Quelle: Bayerischer Rundfunk, München, 31. Juli 2009, xx.xx Uhr MESZ (xxx).MÜNCHEN (khd/br). Ein in den Münchner Hauptbahnhof (ein Kopfbahnhof!) einfahrender ICE aus Lichtenfels konnte heute früh nicht rechtzeitig bremsen und prallte auf den Prellbock am Ende des Bahnhofgleises.
Der ICE-Triebkopf wurde beschädigt und der Lokführer verstauchte sich den Arm. Zu Verletzten unter den 220 Reisenden soll es nicht gekommen sein. Der Prellbock wurde vom ICE einige Meter in die Bahnhofshalle geschoben. Eine Erklärung der Deutschen Bahn, wie es dazu kommen konnte, fehlt bislang.
S C H O N W I E D E R M A L D I E S O F T W A R EBahn wirft ICE-Achsen auf den Müll
Die Deutsche Bahn AG und die Industrie haben sich auf eine Radikallösung geeinigt, um die Achsenprobleme der ICE-Schnellzüge in den Griff zu bekommen. Alle 1200 Antriebsachsen sollen durch neue ersetzt werden.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 13. Oktober 2009, Seite xx (Wirtsschaft). [Original]BERLIN (Tsp). Die Deutsche Bahn AG und die Industrie haben sich auf eine Radikallösung geeinigt, um die Achsenprobleme der ICE-Schnellzüge in den Griff zu bekommen. Alle 1200 Antriebsachsen sollen durch neue ersetzt werden. Das teilte die Bahn am Montag [12.10.2009] in Berlin mit. Die Maßnahme wurde nötig, nachdem ein ICE-3 im Juli 2008 mit Achsbruch entgleiste und später weitere Wellen mit Rissen entdeckt wurden. Daraufhin wurden die Prüfintervalle drastisch gekürzt; im Fernverkehr herrschte wegen fehlender Züge zeitweise Chaos.
Über Kosten und Dauer der Umrüstung wurde Stillschweigen vereinbart. Vergangene Woche hatte die Bahn allerdings eingeräumt, dass der Austausch der Achsen rund 350 Millionen Euro in Anspruch nehmen wird. Fraglich ist, wie diese Summe zwischen dem Staatskonzern und der Industrie aufgeteilt wird. Gewährleistungsansprüche für die jeweils rund 20 Millionen Euro teuren Züge bestehen nicht mehr allerdings ist die Industrie daran interessiert, ein gutes Klima mit der Bahn zu bewahren. Immerhin bestellt der Konzern für rund 1 Milliarde Euro pro Jahr neue Züge. Bereits die Qualitätsprobleme bei der S-Bahn Berlin hatten für Streit zwischen der Bahn und der Industrie in diesem Falle Bombardier gesorgt.
Der Schaden von 350 Millionen Euro setzt sich zusammen aus dem Umsatzausfall und der Einstellung neuen Prüfpersonals in den Werkstätten. Zudem musste die Bahn neue Ultraschallanlagen zur Prüfung der Achsen anschaffen.
Bis alle der rund 70 betroffenen ICEs auf den neuen Achsen fahren, dürften noch 2 bis 3 Jahre vergehen. Zurzeit wird der Fahrplan zwar weitgehend eingehalten, aber manche Züge sind kürzer als geplant, und oft werden ICE-Züge durch die klassischen Intercity-Garnituren ersetzt, die langsamer fahren und teils weniger Komfort bieten.
Offiziell machten weder Bahn noch Hersteller Angaben über die finanziellen Regelungen und den Zeitplan. Die Hersteller sollen zunächst die Achsen neu entwickeln und erproben. Anschließend müssen sie vom Eisenbahn-Bundesamt, der Aufsichtsbehörde im Schienenverkehr, zugelassen werden. Dies werde bis Ende 2010 dauern, schätzen Fachleute. "Nach erfolgter Zulassung wird zwischen DB und Industrie gemeinsam die Umsetzung mit einem dazugehörigen Zeitplan zum Austausch erarbeitet", teilte die Bahn mit. Das wiederum könne noch einmal ein bis anderthalb Jahre dauern, hieß es.
Bahn-Chef Rüdiger Grube wurde mit den Worten zitiert: "Wir sind erleichtert, dass wir eine Einigung erzielt haben. Das ist ein wichtiger Fortschritt für die DB. Jetzt muss die Industrie so schnell wie irgend möglich die Vereinbarung umsetzen." Die Neuentwicklung soll der Bahn Verbesserungen im operativen Betrieb ermöglichen, vor allem längere Wartungsintervalle. Grube: "Auch in diesen Verhandlungen galt die Maxime: Sicherheit ist und bleibt das höchste Gut. Für die Kunden ändert sich bis zur Umsetzung des Austauschprogramms nichts. Bahnfahren ist und bleibt sicher."
Chaos am Hauptbahnhof Hannover
Eine Computerstörung im Stellwerk Hannover hat am Donnerstagmorgen zu einem Chaos im Bahnverkehr geführt. Nach Angaben der Bahn konnten rund 80 Züge den Hauptbahnhof nicht anfahren.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 18. Dezember 2009, Seite 36 (Weltspiegel). [Original]HANNOVER (Tsp). Eine Computerstörung im Stellwerk Hannover hat am Donnerstagmorgen [17.12.2009] zu einem Chaos im Bahnverkehr geführt. Nach Angaben der Bahn konnten rund 80 Züge den Hauptbahnhof nicht anfahren. ICE- und Intercity-Züge wurden zum Bahnhof Hannover Messe/Laatzen umgeleitet. Tausende von Reisenden waren betroffen und kamen zum Teil zu spät zur Arbeit. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, lief der Verkehr ab Mittag wieder normal.
Ursache für die Behinderungen war eine Softwarestörung im elektronischen Stellwerk. Die Software des Computers musste neu installiert werden. Die Rechner konnten gegen 7 Uhr 30 wieder hochgefahren werden. Wie ein Bahnsprecher sagte, waren im Zentralstellwerk in Hannover die beiden vorhandenen Rechner gleichzeitig ausgefallen. Dies legte den Verkehr im Hauptbahnhof komplett lahm. "Sicher ist sicher, alle Signale sprangen auf rot."
Während etliche Regionalzüge vor den Toren der Stadt stoppen mussten, war für manche Reisende die Fahrt bereits in Hildesheim, Wunstorf oder Lehrte zu Ende. Die Fernzüge und die Flughafen-S-Bahn wurden über eine Güterzugstrecke umgeleitet.
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