Deutsche Bahn — Revitalisierung der Anhalter Bahn khd
Stand:  15.2.2008   (139. Ed.)  –  File: Bahn/Reports/Anhalter_Bahn_1995.html

Im folgenden wird ein Auszug aus dem Buch „S-Bahn nach Teltow“ des Berliner Fahrgastverbands IGEB e.V. (ohne die Fotos) dokumentiert und manches mit [Ed: ...] kommentiert. Auf den Seiten 107–110 geben die Autoren des Buches 1995 – 5 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands – neben einer Bestandbeschreibung der Anhalter Bahn im Raum Berlin auch einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der für die Hauptstadt so wichtigen Bahnverbindung in Richtung Süden.

   
  Inzwischen ist der ergänzende Report
Neubau des Lehrter Bahnhofs
erschienen. Und zum Bahnhof Papestraße (Südkreuz) gibt es eine Fotostrecke.
 

Quellenangaben:
IGEB (1995):  S-Bahn nach Teltow,
GVE-Verlag (Gesellschaft für Verkehrspolitik und Eisenbahnwesen, Berlin-Friedrichshain).
112 Seiten, ISBN: 3-89218-029-6, Preis: 12,80 DM.

Die Dokumentation erfolgt hier, um HTML-Anker fürs Verweisen sowie Kommentare anbringen zu können. Sämtlich Links sind hier redaktionell zugefügt und im Original nicht enthalten. Links mit dem Symbol * zeigen auf weiterführende Informationen im Internet, die die Aussage belegen. Ergänzt wird die Dokumentation des Buchtextes durch neuere Infos, wie es nach 1995 mit der Anhalter Bahn dann weiterging. Aufgenommen wurden außerdem auch Infos darüber, warum es mit der Revitalisierung der parallelen Dresdner Bahn Probleme gibt. (xxx = Text folgt demnächst).
[Anhalter Bahn AKTUELL]

I n h a l t :  

Made with Mac


A N H A L T E R    B A H N    1 9 9 5

Gegenwart und Ausblick

Wie sieht die Anhalter Bahn heute [1995] aus?

      Auf dem Anhalter Güterbahnhof findet noch ein immer spärlicher werdender Güterverkehr statt. Der Postbahnhof soll nach den Plänen der Post demnächst geschlossen und dessen Verkehr auf die Straße verlagert werden. Der Anhalter Personenbahnhof, obwohl schon in den fünfziger Jahren bis auf das Eingangsportal abgerissen, wurde erst jüngst als Eisenbahnfläche entwidmet. Gegenwärtig ist das Gelände eine Grünfläche, aber im ehemaligen Bahnhofsvorfeld wird ein bekannter Berliner Veranstaltungsort angesiedelt: Das „Tempodrom“ zieht aus dem Tiergarten wegen der Regierungsneubauten hierher um.

      Die S-Bahn taucht an der Yorckstraße aus dem Nord-Süd-Tunnel auf. Am dauerhaftesten erwies sich auch hier wieder das Provisorium: Die endgültige Tunnelrampe sollte viel weiter südlich liegen, die vor mittlerweile über 55 Jahren angelegte Anbindung der Station Yorckstraße sollte lediglich provisorisch den Betrieb ermöglichen. Daber blieb bis heute der Bahnsteig Yorckstraße extrem schmal. Provisorisch ist auch die Fußgängerüberführung über die Yorckstraße, die die Umsteigeverbindung zur U-Bahn bildet. Der als Dauerlösung angekündigte Verbindungstunnel ließ (erfreulicherweise) bis heute auf sich warten.

      Eine Station Dudenstraße wurde immer wieder diskutiert. Sie kam freilich bis heute genausowenig zustande wie die noch verkehrsträchtigere Station Kolonnenstraße an der Wannseebahn, die auf etwa gleicher Höhe liegt.

      Auch an der nächsten Station, Papestraße, müssen die Fahrgäste sich mit einen Provisorium begnügen, einem viel jüngeren allerdings. Erst 1993 mußte der Vorortbahnsteig dem Autobahnbau weichen. Für die S-Bahn-Fahrgäste hielten die Straßenbauer ein Provisorium für ausreichend. Immerhin ließ sich hier bestaunen, in welch kurzer Zeit – innerhalb weniger Wochen – ein funktionsfähiger S-Bahnsteig errichtet werden kann, wenn nur der politische Wille dazu vorhanden ist. Primäre Absicht war schließlich der Autobahnbau, der oberste politische Priorität hatte und hat. An der Station Priesterweg dagegen wurde in jahrelangen, millionenschweren Bauarbeiten nichts anderes erreicht, als die vorhandenen, funktionsfähigen Bahnsteige abzureißen und an gleicher Stelle neuzubauen. Immerhin wurde dabei auch ein Südzugang angelegt, der die Erschließungswirkung des Bahnhofs deutlich verbessert.

      Bis hierhin fährt die Anhalter Bahn gemeinsam mit den Zügen der Dresdner Bahn, also der S-Bahn- Linie S 2. Dieser Streckenabschnitt blieb auch nach 1984 stets in Betrieb [Ed: am 9.1.1984 übernahm die BVG die S-Bahn in West-Berlin von der Deutschen Reichsbahn der DDR und stellte auf Geheiß des Berliner Senats die meisten Schnellbahn- Linien ein, um Kosten zu sparen]. Die Station Südende wurde unter teilweiser Verwendung der historischen Altbausubstanz grundsaniert, hier ist noch weitgehend der Bauzustand von 1901 erhalten.

   
  Anhalter Bahn im Bau
Fotostrecke vom Wieder-
aufbau in Lichterfelde-Süd.
 
      Die Teltowkanalbrücke blieb eingleisig, was im Sinne einer schnellen Wiederinbetriebnahme durchaus zu begrüßen ist. Trotzdem brachten die Arbeiten einen teilweisen Rückbau der Bahnanlagen mit sich. Noch bis vor kurzem überspannten drei Gleise (zwei S-Bahngleise und ein Gütergleis) kurz vor dem Bahnhof Lankwitz die Leonorenstraße. Heute ist davon nur ein einziges, einsames S-Bahngleis übriggeblieben. Dafür wurde aber die Leonorenstraße verbreitert. Die kostengünstige Herrichtung des Haltepunktes Lankwitz mit einer behindertenfreundlichen Rampe ist nur vor dem Hintergrund der weiteren Planungen zu verstehen: Irgendwann einmal soll die U-Bahnlinie U 9 [Ed: vom Rathaus Steglitz (Kreisel) kommend] unter der Leonorenstraße (die dabei gleich noch einmal verbreitert werden soll) gebaut werden. Dabei würde dann der S-Bahnhof verlegt, um einen Turmbahnhof (ähnlich Bundesplatz) zu bilden. [Ed-2006: Der eingleisige Engpaß zwischen Südende und Lichterfelde-Ost hat sich für die Fahrgäste als Ärgernis herausgestellt. Solange der abgestimmte Fahrplan eingehalten werden kann, gibt es keine Probleme. Wenn es aber zu Störungen auf der Nordsüdbahn kommt, müssen S-Bahnzüge allzuoft in Lichterfelde-Ost bzw. Südende warten, bis der Gegenzug den Flaschenhals passiert hat].

      Ähnliche Verlegungspläne für den Bahnhof Lichterfelde Ost sind (vorläufig) ebenso ad acta gelegt wie die Überlegungen für eine (überflüssige) neue Zwischenstation Seydlitzstraße [Ed: wofür dann später weiter südlich die neue Station Osdorfer Straße gebaut wurde, was wesentlich sinnvoller war]. Dafür hat man aber bei der Instandsetzung in Lichterfelde Ost gleich den Kabelkanal an die Kante des noch vorhandenen Fernbahnsteigs gelegt, so daß auch hier ein aufwendiger Neubau unausweichlich ist – obwohl der Verbindungstunnel zwischen S- und Fernbahnsteig mitsaniert wurde.

Wie geht es weiter?

      Pilzkonzept der Deutschen Bahn
^  Das Pilzkonzept: Bahnstrecken von und nach Berlin
1 Nach Lichterfelde, Teltow, Jüterbog, Leipzig, Nürnberg usw.
2 Nach Mecklenburg-Vorpommern, Dänemark usw.
3 Nach Stettin, Saßnitz, Schweden usw.
4 Nach Frankfurt/Oder, Polen, Rußland.
5 Nach Hamburg, Hannover usw.
6 Zum Flughafen Schönefeld und nach Dresden, Tschechien usw.
7 Nach Potsdam, Magdeburg, Braunschweig usw.
  [ Bahn-Broschüre zum Pilzkonzept ]
      Es ist erklärtes Ziel der Verkehrspolitik, im S-Bahnnetz den Stand von 1961 (mit einigen unstrittigen Abweichungen wie Teltow Stadt statt Teltow-Heinersdorf) wiederherzustellen. An der Anhalter Bahn ist nun immerhin wieder der Stand von 1903 erreicht: Eine elektrische Vorortbahn bis Lichterfelde Ost. Für die Wiederherstellung bis Lichterfelde Süd oder gar bis Teltow Stadt wird derzeit das Jahr 2002 gehandelt – ein gutes Dutzend Jahre nach dem Mauerfall, weitere Verschiebungen vorbehalten [Ed: die Verlängerung der S-Bahn von Lichterfelde-Ost über Osdorfer Straße bis Lichterfelde-Süd ging im Herbst 1998 in Betrieb, bis Ende 2004 soll's bis Teltow-Stadt gehen – es wurde
Ende Februar 2005].

      Was die Fern- und Regionalbahn angeht, befinden wir uns heute gar auf dem Stand von 1840 – große Pläne, einige Bauarbeiten weit südlich von Berlin, aber keinerlei Eisenbahnverbindung von Berlin in Richtung Fläming oder gar Anhalt. Geht es nach den Plänen von Bahn und Regierung, wird es auch noch lange dabei hleiben. Dreh- und Angelpunkt aller Bahnplanungen ist für diese der Bau eines milliardenteuren Eisenbahntunnels quer durch Berlin und eines neuen Kreuzungsbahnhofs am Lehrter Bahnhof [Ed: Pilzkonzept]. Solche Pläne sind keineswegs neu. Schon 1903 wurde der Vorschlag einer „Nord-Süd- Stadtbahn“ veröffentlicht, die als Hochbahn durch die Berliner Innenstadt führen und die Ost-West- Stadtbahn an der Friedrichstraße kreuzen sollte. 1910 wurde in einern städtebaulichen Wettbewerb eine ähnliche Trassierung in der weitaus teureren Tunnelvariante vorgelegt. Was gemeinhin als Argument für die heutigen Tunnelpläne ausgegeben wird, erweist sich jedoch bei näherem Hinsehen eher als Argument dagegen. So bestechend aus rein bahntechnischer Sicht eine solche Durchbindung ist – daß sie auch in 90 Jahren trotz zeitweise großer Prosperität nicht über Planzeichnungen hinaus kam, zeigt, welche enormen Probleme finanzieller, städtebaulicher und technischer Art dabei zu überwinden wären [Ed: und es kam dann auch ganz schön dicke...]. Noch nicht einmal die Nazis, die bekanntlich vor keinem Größenwahn zurückschreckten, haben eine solche Tunnelverbindung ernsthaft ins Auge gefaßt und bevorzugten die Führung der Fernbahn über den Ring mit zwei (natürlich weit überdimensionierten) Personenbahnhöfen Nord und Süd.

      Statt allen Fortschritt in der Eisenbahnanbindung Berlins von der Fertigstellung eines einzigen Großprojekts im Tiergarten abhängig zu machen, sollte eine verantwortungsvolle Planung die vorhandenen und kurzfristig herstellbaren Verbindungen nutzen. So könnte über die vorhandene Verbindung südlich Papestraße der Regionalverkehr kurzfristig auf die Ringbahn geleitet werden und so Direktverbindungen in die wichtigen Unterzentren Tempelhof und Neukölln herstellen. Die vor allem betrieblich (weniger aus Fahrgastsicht) vorteilhafte Durchbindung durch Berlin kann ebenfalls durch Weiterleiten der Züge auf dem Ring hergestellt werden. [Ringkonzept der BIW von 1991]

      Auch eine Neuauflage der bewährten Anbindung im Bereich Potsdamer Bahnhof wäre kurzfristig möglich. Auf dem Gelände des Potsdamer Güterbahnhofes ist genug Platz vorhanden. Die Verbindung zur Anhalter Bahn könnte problemlos hergestellt werden, nur wenige Meter Gleis wären dafür erforderlich. Wie schnell eine Reaktivierung der Bahnanlagen vor sich gehen kann, wurde gerade hier erst im Winter 1993/94 bewiesen, als neues Leben in den Potsdamer Güterbahnhof einzog. Es ist nicht schwer zu sehen, daß die optimale Lage eines neuen Südbahnhofes unter dem U-Bahnhof Gleisdreieck wäre, wo noch heute die Reste der alten Viaduktstrecke zum Potsdamer Vorortbahnhof zu sehen sind. Neben einer günstigen Lage zu den geplanten Bauten am Potsdamer Platz böte dieser Standort U-Bahn- Anschlüsse in fünf verschiedene Richtungen. Die Option für einen späteren Regionalbahn- Tunnel nach Norden (bei Bedarf) bliebe dabei sogar erhalten. Die Bahn hat einen solchen Südbahnhof Anfang der 90er Jahre erwogen. Die Realisierung dieses Projektes scheiterte jedoch an der „Berliner Krankheit“: Es sollte gleich die ganz große Lösung mit allem Komfort sein. Neben sechs oder lieber gleich acht Bahnsteigkanten bezog man auch gleich eine neue unterirdische S-Bahnlinie S 21 ein.

      Noch ist es nicht zu spät, eine von vielen Umweltschützern, Städteplanern und Verkehrsexperten einhellig kritisierte Tunnelplanung zu stoppen und für eine schnelle Wiederherstellung vieler Bahnanbindungen zu sorgen. Damit bald die S-Bahn nach Teltow (Stadt!) und die Regionalbahn nach Jüterbog fährt.



Und so ging es dann weiter

Eine Chronologie der Revitalisierung der Anhalter Bahn

Texte und Fotos von
KARL-HEINZ DITTBERNER

Januar 1985:  Mit einer Unterschriftensammlung fordern die Bürger die Wiederinbetriebnahme der S-Bahnstrecke von Heiligensee nach Lichterfelde- Süd, die der Berliner Senat am 9. Januar 1984 stillgelegt hatte. [
mehr]


Ausführlichere Chronik gibt es bei
»Bahnstrecken im Süden Berlins«

1.4.2004 (khd). Beim Recherchieren im Internet fand ich jetzt eine ausführlichere Darstellung der einzelnen Bautätigkeiten zur Revitalisierung der Anhalter Bahn. Diese von Detlef Hoge aus Marienfelde verfaßte Chronik ist auf seiner Website unter http://www.bsisb.de/anhalter/anhalter00.htm zu finden.

September 1991:  Bausenator Wolfgang Nagel (SPD) verspricht in einem Flugblatt, daß bis Ende des Jahres 1993 die S-Bahnlinie vom Bahnhof Priesterweg bis zum Bahnhof Lichterfelde-Süd wieder in Betrieb genommen wird. Das Planfeststellungsverfahren wird eingeleitet. Dennoch wird es bis zum September 1998 dauern, bis die S-Bahn wieder nach Lichterfelde- Süd fahren wird.

15. Juli 1992:  Die Bundesregierung beschließt die Realisierung des „Pilzkonzepts“ zum Ausbau des Berliner Eisenbahnknotens mit der Nord-Süd- Fernbahntrasse und einem großen Kreuzungsbahnhof am Lehrter Bahnhof.

Ende 1993:  Es fährt noch keine S-Bahn nach Lichterfelde-Süd. Auch ist noch nicht mit den Bauarbeiten begonnen worden. Die Bewohner der Thermometer- Siedlung werden noch weitere 5 Jahre warten müssen, bis sie wieder mit der S-Bahn fahren können.

28. Mai 1995:  Wiedereröffnung des S-Bahnverkehrs auf der sanierten Strecke zwischen den Bahnhöfen Priesterweg und Lichterfelde-Ost. Der Abschnitt zwischen Südende und Lichterfelde-Ost wird eingleisig belassen. Über den Teltow- Kanal bleibt es vorerst bei einer Brücke für die S-Bahn.

12. September 1995:  Planfeststellungsbeschluß für den zentralen Teil der neuen Nord-Süd- Eisenbahn durch das Zentrum Berlins.

13. Oktober 1995:  Baubeginn der neuen Nord-Süd-Verbindung im späteren Regierungsviertel.

6. September 1997:  Der Planfeststellungsbeschluß vom 22. August 1997 des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) zur „Planfeststellung für die Wiederinbetriebnahme der S 25 Lichterfelde-Ost — Lichterfelde-Süd im Bezirk Steglitz von Berlin“ wird in Zeitungsanzeigen bekanntgemacht. Der Beschluß enthält auch Maßnahmen zum landschaftspflegerischen Begleitplan. Die S 25 ist ein Teil der Anhalter Bahn.

9. September 1998:  Es erfolgt die Grundsteinlegung für den neuen Lehrter Bahnhof. Dieser Kreuzungsbahnhof an der Stadtbahn wird der neue Hauptbahnhof Berlins werden.

25. September 1998:  Eröffnung des komplett neugebauten Streckenabschnitts der S 25 zwischen Lichterfelde-Ost und Lichterfelde-Süd sowie des neuen Bahnhofs Osdorfer Straße und der Kehranlage am Bahnhof Lichterfelde-Süd. Damit fährt die S-Bahn nach einer fast 15-jährigen Pause wieder bis Lichterfelde-Süd. Eingesetzt werden Züge der Neubaureihen 480 und 481. Der Abschnitt zwischen Südende und Lankwitz ist eingleisig geblieben. Die Züge fahren wochtagsüber im 10 Minutentakt. [mehr]

31. Mai 2001:  Planfeststellungsbeschluß für den Fernbahn- Bauabschnitt 2 „Anhalter Bahn SÜD“ (von Lichterfelde-Ost bis zur Stadtgrenze) durch das EBA. Das Verfahren wurde im Dezember 1997 auf der Basis des neuen Bundesschienenwegeausbaugesetzes vom 15. November 1993 eingeleitet.

Ende Januar 2002:  Auf der zugewachsenen Fernbahntrasse der Anhalter Bahn beginnen die Rodungsarbeiten zwischen Lichterfelde- Ost und der Stadtgrenze (Bauabschnitt 2, km 9,000 – 12,365).

12. August 2002:  Planfeststellungsbeschluß für den Fernbahn- Bauabschnitt 1 „Anhalter Bahn NORD“ (vom Abzweig der Dresdner Bahn in Südende bis Lichterfelde-Ost) durch das EBA. Das Verfahren wurde im Dezember 1997 auf der Basis des neuen Bundesschienenwegeausbaugesetzes vom 15. November 1993 eingeleitet.

August 2002:  Start des Neubaus der langen Damm-Stützwand an der Brauerstraße in Lichterfelde-Ost.

23. Oktober 2002:  Die Klagen von Bürgern aus Lichterfelde-Süd auf besseren Lärmschutz werden vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abgewiesen. Im Bereich der Thermometer- Siedlung wird es keine Lärmschutzwände geben.  [ BVerwG 9 A 22.01 ] + [ BVerwG 9 A 12.02 ] [mehr]

Ende 2002:  Eigentlich hätte bereits im Jahr 2002 der gesamte Nord-Süd-Tunnel mit dem Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof „Lehrter Bahnhof“ samt S 21, Dresdner und Anhalter Bahn in Betrieb gehen sollen. So war das jedenfalls geplant...

      Baustelle Bhf. Papestraße im Dezember 2003
^   Blick im Dezember 2003 vom Ende des provisorischen Vorort- Bahnsteigs der S-Bahn auf die große Baustelle des neuen Regional- Bahnhofs Papestraße (Südkreuz). Oben fährt derzeit die Ringbahn auf der bereits neugebauten Beton- Brücke, auf der später einmal Fern- und Güterbahn auf dem Berliner Innenring fahren werden. Die Überquerung des Bahnhofs für die Ring- S-Bahn muß noch (dahinter) zusammen mit einer großen Ringbahn- Halle gebaut werden. (Foto: 23.12.2003 – khd-189)   [Fotostrecke zum Neubau des Bahnhofs]
Mitte Januar 2003:  Auf der zugewachsenen Fernbahntrasse der Anhalter Bahn beginnen die Rodungsarbeiten zwischen Lichterfelde- Ost und dem Abzweig der Dresdner Bahn in Südende (Bauabschnitt 1, km 5,200 – 9,000).

Juli 2003:  Baubeginn der neuen Regionalbahnsteige in Lichterfelde- Ost. Der alte Vorortbahnsteig wird nicht verwendet und bleibt zunächst als Ruine stehen.

24. September 2003:  Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verpflichtet das Eisenbahn- Bundesamt (EBA), über „eine Ergänzung des Planfeststellungsbeschlusses vom 12. August 2002 durch weitergehende Maßnahmen des aktiven Schallschutzes zum Schutz der Wohnhäuser Charlottenstraße 25 (in Lankwitz) und Röblingstraße 31/33 (in Tempelhof) unter Beachtung der Rechts- auffassung des Gerichts erneut zu entscheiden“. Erfolgreich geklagt für ihre 150 Mieter in den Hochhäuser im Bereich des Bauabschnitts 1 hatte eine Wohnungsbau- gesellschaft – die Wohnungsgenossenschaft Berlin- Süd. Die 10- bzw. 14-geschossigen Hochhäuser stehen in einer Entfernung von rund 14 bzw. 65 Metern zum nächstgelegenen Gleis der Anhalter Bahn.  [ BVerwG 9 A 69.02 ]  [ Urteil in PDF ]

Herbst 2003:  Die 400 Meter lange Beton-Stützwand an der Brauerstraße in Lichterfelde-Ost ist fertig.

Anfang Oktober 2003:  Start des eigentlichen Baus des großen, langen Regionalbahnhofes Papestraße im Zuge des Bauabschnitts 5 (km 0,000 – 5,200) der Anhalter und Dresdner Bahn (Südkreuz). Er liegt am S-Bahnring, unweit des Südgeländes (Kleingärten längs des Priesterwegs), das jahrzehntelang freigehalten wurde für einen Hauptbahnhof, der aber nun am Lehrter Bahnhof im Regierungsviertel entsteht.

Oktober 2003:  Start des Auftragens des Schotterbetts von der Stadtgrenze in Richtung Lichterfelde- Ost.

Oktober 2003:  Die Bahn AG droht u. a. mit der Stillegung der S-Bahn zwischen Priesterweg und Lichterfelde- Süd, da der Senat von Berlin die Zuschüsse drastisch gekürzt hat. [mehr]

22. Oktober 2003:  In Teltow-Seehof wird der 1. Spatenstich für die Verlängerung der S 25 von Lichterfelde- Süd nach Teltow- Stadt (neuer Bahnhof an der Mahlower Straße) getan. Die 3,3 km lange eingleisige Strecke sollte schon in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeweiht werden. In nur 14 Monaten soll jetzt der Abschnitt bis zum 15. Dezember 2004 betriebsfertig sein. Das kostet 30 Millionen Euro, wovon das Land Brandenburg rund 8 Millionen bezahlt. [mehr]

Weihnachten 2003: 
Neue Bahntrasse in Lichterfelde-Süd 2003     <   Die neu verlegten Fernbahn- Gleise der „Anhalter Bahn“ am S-Bahnhof Lichterfelde- Süd. Im Hintergrund die weißen Hoch- häuser der Thermometer- Siedlung. Eine Schallschutzwand ist hier nicht vorgesehen. Im Vordergrund ein Gleis der zweigleisigen S-Bahn mit Stromschiene.
        Noch sieht es hier nach Modelleisenbahn aus. Denn die Gleise der Fernbahn müssen noch mit Schotter verfüllt und verschweißt werden. Auch die Oberleitungen sind noch nicht gespannt. In Richtung Thermometer- Siedlung ist sogar noch Platz für ein weiteres Gleispaar.
        Am 28. Mai 2006 soll es dann soweit sein. Hier werden dann erstmals ICE- und Regionalzüge mit Tempo 160 km/h langbrausen. Und Berlin hat seine – nun moderne – Anhalter Bahn wieder und die Thermometer- Siedlung muß völlig ungeschützt den Lärm ertragen...
[mehr]   (Foto: 24.12.2003 – khd-215)


Anfang Februar 2004:  Zwischen der Stadtgrenze und Lichterfelde-Ost ist das Fernbahn- Gleispaar vollständig verlegt.

März 2004:  Beginn der Montage der Lärmschutzwände auf der östlichen Seite der Trasse zwischen Thermometer- Siedlung und Bahnhof Lichterfelde-Ost.

Ende März 2004:  Auf die Beton- Fundamente der neuen Eisenbahnbrücke über den Teltowkanal in Südende werden für den Wiederaufbau der Anhalter Bahn 3 von 4 der 42 m langen Brückenteile per Kran eingeschwebt. Das 4. Brückenteil wurde vorher auf dem Transport nach Berlin beschädigt. Der Tieflader fuhr auf der B 101 bei Heinersdorf in den Straßengraben.

    Bau der Teltowkanal-Brücke
^   Einschweben des 1. Brückenteils der Eisenbahnüberführung über den Teltowkanal in Berlin-Südende. Die Inbetriebnahme der zweigleisi- gen Fern- und Regionalbahnstrecke zwischen Papestraße und Ludwigs- felde ist für Ende Mai 2006 vorgesehen. (Foto: 31.3.2004 – DB AG)  
April 2004:  Baubeginn eines Kabelkanals neben dem Ferngleispaar ab Lichterfelde-Ost in Richtung Stadtgrenze.

19. + 20. April 2004:  Am Abzweig der Dresdner Bahn wird der alte S-Bahndamm der S 2 abgetragen.

22. April 2004:  Das neben dem S-Bahndamm vorgefer- tigte neue Kreuzungsbauwerk für die S 2 wird hydraulisch in die Lücke über der Anhalter Bahn geschoben.

Ende Mai 2004:  Berlin und Brandenburg sind wiedervereinigt! Die Gleise des Bauabschnitts 2 (km 9,000 – 12,365) der Anhalter Bahn wurden an der Stadtgrenze mit den Gleisen des Bauabschnitts 3 (km 12,365 – 15,550 bis Teltow) verbunden.

15. Juli 2004:  666 Tage vor der Inbetriebnahme findet eine Presseführung durch den zentralen Nord-Süd- Tunnel bis zur Baustelle des neuen Berliner Hauptbahnhofs (Lehrter Bahnhof) statt. [mehr]

August 2004:  Die Eisenbahnbrücke über den Teltowkanal ist fertig. Allerdings muß hier in späteren Jahren noch einmal eine Brücke gebaut werden, denn die S-Bahntrasse der S 25 bzw. S 26 ist hier noch eingleisig. Warum das nicht gleich miterledigt wurde, bleibt das Geheimnis der Bahn- Planer.

Anhalter Bahn erstmals mit Oberleitung      
^   Die Anhalter Bahn am S-Bahnhof Lichterfelde-Süd. Im fahlen Mondlicht sind die neuen Oberleitungen nur schwach zu erkennen. Im Vodergrund die Bahnsteigkante mit dem von Teltow- Stadt kommenden S-Bahngleis und der Gleichstrom- Stromschiene. (Foto: 22.10.2004 – 18.27 Uhr – khd-451)  
August 2004:  Im unterirdischen Teil des neuen Lehrter Bahnhofs werden die ersten Schienen verlegt. Die 6 Gleise auf der Stadtbahntrasse des Kreuzungsbahnhofs (Ost-West-Trasse) sind bereits seit 2002 in Betrieb.

Anfang August 2004:  Die beiden Bahnsteige des neuen Regionalbahnhofs Lichterfelde- Ost sind im Rohbau fertig. Die Bauzeit betrug 1 Jahr, die Kosten rund 1 Mio. Euro.

10. August 2004:  Im alten Nord-Süd- Tunnel kommt es im Anhalter Bahnhof zu einem Brand des letzten Wagens eines S-Bahnzugs der Baureihe 480 (Linie S 2). [mehr mit Foto und Skizze] [Brandursache]

Mitte August 2004:  Die vorgesehenen Lärmschutzwände sind inzwischen von Südende bis zur Müllerstraße in Lichterfelde- Süd fast vollständig installiert. Dabei fällt besonders auf, daß in Südende sogar längs der Kleingarten- Kolonie nordöstlich der Teltowkanal- Brücke Lärmschutzwände aufgestellt wurden. Andererseits wurden solche Lärmschutz- Maßnahmen in Lichterfelde- Süd den Bewohnern der Hochhäuser der Thermometer- Siedlung verwehrt [Ed: aber der Besitzer der Hochhäuser längs der Bahntrasse in Lichterfelde- Süd – die große GSW – klagte auch nicht gegen den völlig unzureichenden Planfeststellungsbeschluß des EBA vom 31. Mai 2001].

Ende August 2004:  Beginn der Aufschotterung (Verfüllung) des Gleispaares zwischen Stadtgrenze und Lichterfelde-Ost.

Fußgänger-Brücke Papestraße      
^   Ein langer Fußweg beim Umsteigen in Papestraße. Über diese Brücke geht's zur Ringbahn. Wo noch Sand liegt, werden einst die ICEs halten. (Foto: 16.9.2004 – khd-349)  
Anfang September 2004:  Zwischen der Teltowkanal-Brücke und Lichterfelde-Ost ist das Schotterbett durchgehend fertiggestellt. Die Gleise sind hier noch nicht verlegt. Auch sind inzwischen alle Brücken- Bauwerke zwischen dem Abzweig der Dresdner Bahn in Südende und der Stadtgrenze abgeschlossen.

Mitte September 2004:  In Lichterfelde-Süd hat man damit begonnen, die Gleise zu richten, die Schienenfugen zu verschweißen und zu schleifen.

15. Oktober 2004:  Die Oberleitungsmasten wurden in der letzten Woche im Bauabschnitt 2 zwischen Lichterfelde-Süd (Stadtgrenze) und Lichterfelde-Ost mit den Metallstangen bestückt, an denen später die Oberleitung (Fahrdraht) befestigt werden wird.

22. Oktober 2004:  Im Bereich Lichterfelde-Süd ist nun sogar schon die Oberleitung gespannt. Und so könnten bereits demnächst die Bauungenauigkeiten auf der Teil- Strecke von Süden bis Lichterfelde- Ost mit einem Meßzug abgeklärt werden und entsprechend korrigiert werden. Denn bei der Lärm- Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht spielte 2002 die Zusage der Bahn, hier später das Gleispflegeverfahren „Besonders überwachtes Gleis“ (BüG) zur Lärmreduzierung anzuwenden (Pegelabschlag von 3 dB(A) im Mittel), eine wesentliche Rolle. Und dazu ist unbedingt ein sehr präziser Bau der Eisenbahn- Strecke notwendig.

28. Oktober 2004:  Über beiden Gleisen sind nun von Ludwigsfelde kommend bis etwa in Höhe des Brauerplatzes in Lichterfelde- Ost die Oberleitungen gespannt. Im Rahmen dieser Bauarbeiten wurde auch die erste Lokomotive – eine Diesellok – auf der Trasse gesehen. Sie zog den kurzen Montagezug für den Bau der Oberleitungen.

November 2004:  Die Lärmschutzwände längs der Anhalter Bahn sind inzwischen von den Wandbeschmierern mit der Spraydose erobert worden. Überall prangen an den Wänden die Graffiti dieser Möchtegern-Künstler.

Weihnachten 2004: 
Und so sieht die „Anhalter Bahn“ am S-Bahnhof Lichterfelde- Süd ein Jahr später aus.   >

        Der Modelleisenbahn- Charakter ist verschwunden, denn das Gleisbett ist hier nun fertig und die Oberleitungen sind installiert. Für die weißen Hochhäuser der Thermometer- Siedlung im Hintergrund ist noch immer keine Schallschutzwand gebaut worden.

        Am 28. Mai 2006 soll es soweit sein. Es werden hier dann erstmals ICE- und Regionalzüge – auch zum Flughafen Schönefeld – mit Tempo 160 km/h langbrausen. Berlin hat seine – nun moderne – Anhalter Bahn wieder und die Thermometer- Siedlung muß völlig ungeschützt den Lärm ertragen... [mehr]   (Foto: 20.12.2004 – khd-563)

    Neue Bahntrasse in Lichterfelde-Süd 2004


Ende Januar 2005:  Im nördlichen Bereich zwischen Teltow-Kanal und dem neuem Nord-Süd-Tunnel ist die Elektrifizierung der Strecke fast abgeschlossen. Auch sind bereits einige Signale aufgestellt worden. Zwischen Bahnhof Lichterfelde- Ost und Teltow- Kanal fehlen im Bauabschnitt 1 noch weitgehend die Schienen und Elektrifizierung.

S 26 Probezug im Bhf. Lichterfelde-Süd   ; 
^   Probezug der S-Bahn S 26 im Bhf. Lichterfelde-Süd vor der Rück- fahrt zum neuen Bahnhof Teltow-Stadt. Im Hintergrund die Trasse der Anhalter Bahn. (Foto: 16.2.2005 – 16.22 Uhr – khd-588)  
12. Februar 2005:  Auf der eingleisigen Neubaustrecke zwischen Lichterfelde- Süd und Teltow- Stadt wird der S-Bahn- Probebetrieb mit einem Zug der Baureihe BR 485 aufgenommen. Die Strecke wurde in nur 16 Monaten gebaut. Der alte Bahnhof von Teltow, zu dem bis zum Mauerbau (13. August 1961) die S-Bahn von Bernau über die
Nord-Süd- Bahn fuhr, wird mit Inbetriebnahme der Anhalter Bahn per Regional- Express bedient werden.

24. Februar 2005:  Die Verlängerung der S-Bahn- Strecke von Lichterfelde- Süd über die Berliner Stadtgrenze ins brandenburgische Teltow (Kreis Potsdam- Mittelmark) geht mit 2 1/2 Monaten Verspätung in Betrieb. Die Fahrzeit Teltow- Stadt — Potsdamer Platz beträgt 25 Minuten. Gleichzeitig wird die Linie S 25 vorerst wg. Signalarbeiten im Tunnel gesplittet. Die S 25 fährt nun nur noch von Hennigsdorf bis Nordbahnhof, eine S 26 von Teltow/ Lichterfelde-Süd bis Potsdamer Platz. Die S 26 fährt im Abstand von 20 Minuten nach Teltow. Zwischen Lichterfelde-Süd und Potsdamer Platz besteht tagsüber ein 10-Minutentakt. Befahren wird die Linie S 25 bzw. S 26 mit Zügen der modernsten Baureihe BR 481.
S26-Eröffnungszug Teltow-Stadt -- 24.2.2005   ; 
^   Der Eröffnungszug der S 26 im neuen Bahnhof Teltow-Stadt. Um 13.27 Uhr schickten Brandenburgs Verkehrsminister Szymanski, die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Mertens, Bürgermeister Schmidt und Meyer von der DB Stadtverkehr (v.l.) den 1. Zug auf die Strecke. Auf dem Schild: „Streckeneröffnung – S 26 nach Teltow Stadt – 24.2.2005“. (Foto: 24.2.2005 – bahn)  
23. März 2005:  Der neue Bahnhof Papestraße (Südkreuz) ist mit seinen langen Bahnsteigen im Rohbau fast fertig. Hier wurden heute auf der Fernbahntrasse schwere Gleisbaumaschinen gesichtet. Die neue S-Bahnhofshalle der Ringbahn, die über der Fernbahntrasse liegt, ist fast fertiggestellt. Ab 4. April 2005 sollen hier bereits die aus Osten von Tempelhof kommenden S-Bahnzüge halten, im Juni dann auch die aus Schöneberg kommenden Züge der Gegenrichtung.

Ende März 2005:  Auch im Bereich des Bauabschnitts 2 (Stadtgrenze bis Lichterfelde- Ost) sind jetzt die erforderlichen Signale aufgestellt. Mit der Verlegung von Kabeln in die seitlich der Gleise befindlichen Kabalkanäle ist begonnen worden. Die Elektrifizierung der Anhalter Bahn zwischen Lichterfelde- Ost und Südende ist noch immer nicht begonnen worden.

Anfang Mai 2005:  Es wird bekannt, daß ab Juni 2006 rund 60 % des Berliner Eisenbahnfernverkehrs durch den Nord-Süd- Tunnel und damit über die Anhalter Bahn geführt werden wird, denn die Revitalisierung der Dresdner Bahn ist zurückgestellt worden. Die restlichen 40 % des Fernverkehrs verbleiben auf der Stadtbahn, wo allerdings nur noch im Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) gehalten werden soll. Das heißt, der Bahnhof Zoo soll dann nur noch als Regionalbahnhof genutzt werden. Gegen dieses Ansinnen der Deutschen Bahn gibt es massive Proteste. Unklar ist noch, ob ab Juni 2006 am neuen Bahnhof Papestraße (Südkreuz) auch Fernzüge halten werden. *

    Baustelle S-Bhf. Papestraße
^   Die Ringbahn-Baustelle des S-Bahnhofs Papestraße. Im Hintergrund die große neue Ringbahnhalle, in der seit dem 4.4.2005 die Züge der Ost-West-Ringbahn und seit dem 13.6.2005 auch die Gegenzüge aus Schöneberg kommend halten. Vom alten Ringbahnhof ist noch ein kleiner Rest hinter dem roten Bagger zu sehen. (Foto: 2005 – bahn)   [Luftaufnahme]
12. Mai 2005:  Die Bahn teilt im "
Punkt 3" ihr Regional-Angebot für die Zeit nach der Tunnelfreigabe mit. Über die Anhalter Bahn werden ab Juni 2006 folgende Regional- Expresszüge geführt: RE 3 = Stralsund/ Schwedt — Berlin — Elsterwerda/ Senftenberg, RE 4 = Wismar/ Wittenberge — Berlin — Jüterbog, RE 5 = Rostock/ Stralsund — Berlin — Wittenberg/ Falkenberg. Diese Züge halten in Berlin in/am: Spandau (nur RE 4), Jungfernheide (nur RE 4), Gesundbrunnen (nur RE 3 + RE 5), Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof), Potsdamer Platz, Papestraße (Südkreuz), Lichterfelde- Ost (nur RE 3). Und es taucht damit die Frage auf, warum nicht auch die RE 4 und RE 5 in Lichterfelde- Ost halten werden.

20. Mai 2005:  Die Deutsche Bahn gibt bekannt (und knüpft damit an eine DDR- Tradition an), daß der neue Berliner Zentral- Bahnhof namenslos nur „Hauptbahnhof“ heißen werde. Der von den Berlinern in einer Abstimmung gewünschte Name „Lehrter Bahnhof“ soll verschwinden.

Ende Mai 2005:  Es wird bekannt, daß sich die Deutsche Bahn klammheimlich vom vereinbarten Pilzkonzept verabschiedet hat und stattdessen ein reines Zentralbahnhofs- Konzept für Berlin durchsetzen will. Deshalb sollen ab Juni 2006 auf der Stadtbahn keine ICE und IC mehr verkehren. Der gesamte Fernverkehr soll durch den Nord-Süd- Tunnel mit einzigem Halt im neuen Hauptbahnhof geführt werden. Das heißt, Bahnhof Zoo und Ostbahnhof mit guten Umsteigemöglichkeiten werden als Fernbahnhöfe ausgemustert und auf der Anhalter Bahn werden mehr Züge verkehren als ursprünglich vorgesehen. [mehr]

Ringbahnhalle des Bhf. Papestraße    
^   Die neue Ringbahnhalle des Bahnhofs Papestraße (Südkreuz). (Foto: 2005 – bahn)  
13. Juni 2005:  In der neuen 183 Meter langen Ringbahnhalle des Bahnhofs Papestraße halten jetzt auch die S-Bahnzüge in Richtung Tempelhof. Damit ist das Chaos beim Umsteigen in Papestraße von der Nord-Süd- Bahn in die Ringbahn und umgekehrt endlich beendet. Aber wehe, man will zur Bus-Haltestelle des 204. Dann ist ein komplizierter Fußumweg angesagt. Da die Ringbahnhalle gleichzeitig Zugangshalle für die Fern- und S-Bahnsteige darunter ist, wurde sie mit 47 Metern so breit gebaut.

14. Juni 2005:  Die klammheimliche Abkehr der Bahn vom 1992 vereinbarten Pilzkonzept zu einer reinen Zentralbahnhofs- Lösung mit einigen Peripherie- Bahnhöfen für die Metropole Berlin hat allerorten scharfen Protest ausgelöst. Offensichtlich habe die Bahn dabei überhaupt nicht bedacht, daß sich damit auch erhebliche Verkehrsprobleme auf Berlins Straßen ergeben, schreibt Berlins Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer an den Bundesverkehrsminister Stolpe. Dieser soll als Hauptgeldgeber für den Ausbau der Eisenbahn in Berlin nun die Bahn zu einer Rückkehr zum dezentralen Pilzkonzept bewegen [Ed: aber Mr. Stolpe (SPD) versagte auch hierbei].

    Bahnhofs-Aufgang Lichterfelde-Ost
^   Überdachter Aufgang mit Fahrstuhl vom Typ ‚Geht-leicht-kaputt‘ zum neuen Haltepunkt Lichterfelde-Ost. Gesehen vom S-Bahnhof. Für einen richtig kundenfreundlichen Bahnhof fehlte der Bahn das Geld, sagt sie. Das Grün im Vordergrund wächst auf dem alten Fernbahn- Bahnsteig. Auch zu dessen Abriß reichte das Geld nicht. (Foto: 19.8.2005 – khd-770)  
Mitte Juni 2005:  Am neuen Regional-Bahnhof Lichterfelde-Ost werden die Treppenzugänge überdacht. Unklar ist, ob hier auch Fahrstühle eingebaut werden [Ed: es werden welche eingebaut].

Ende Juni 2005:  Die Elektrifizierung der Anhalter Bahn geht nun wieder voran. Ab Brauerplatz werden in nördlicher Richtung die Oberleitungen gespannt. Das wurde auch Zeit, denn irgendwie muß ja alles auch noch sorgfältig ausprobiert werden.

6. Juli 2005:  Die Deutsche Bahn stellt offiziell ihr ab 28. Mai 2006 geltendes Betriebskonzept für den Eisenbahnknoten Berlin vor, wie es am grünen Tisch erdacht wurde. Die Praxis wird zeigen, ob es ein schwerwiegender Fehler ist, am Bahnhof Zoo keine ICEs mehr halten zu lassen. [mehr] [Bürgerprotest per Unterschrift]

7. Juli 2005:  Durch einen Bericht der Berliner Morgenpost wird bekannt, daß der Fern-Bahnhof Papestraße (Südkreuz) erst im Dezember 2006 vollständig sein wird. Dann wird hier auch der ICE der Strecke Basel — Frankfurt/Main — Berlin enden, da erst dann der 3. Fernbahnsteig nutzbar sein wird. Unbekannt war bislang, daß das Südkreuz auch Wende-Bahnhof für einige ICE-Linien werden wird.

3. August 2005:  Die Mini- Zugangshallen zu den beiden Regional- Bahnsteigen des Bahnhofs Lichterfelde- Ost sind fertig. Anders als der frühere Vororts- Bahnsteig sind die neugebauten Bahnsteige nicht überdacht, da der Nord-Süd- Tunnel sowie der aufwendige Lehrter Bahnhof so furchtbar teuer wurden. Die Bahn degradierte den einst schönen Bahnhof Lichterfelde-Ost zu einem Haltepunkt – immerhin. Man hätte ihn auch ja auch ganz tilgen können.


Service-Wüste Deutsche Bahn

LICHTERFELDE-OST – 2.11.2005 (khd). Sensibel sind sie schon, diese nachträglich in vielen Berliner S-Bahnhöfen eingebauten Hydraulik-Fahrstühle. Allzuoft stehen die Bahn- Kunden vor verschlossenen Türen oder auf Knopfdruck bewegt sich nichts oder unten oder oben angekommen geht die Fahrstuhltür nicht auf. Die Dinger sind wieder einmal kaputt.

Den Vogel an Kundenunfreundlichkeit schoß die Bahn aber heute im S-Bahnhof Lichterfelde-Ost ab. Hing doch unten am sehr viel benutzten Fahrstuhl ein Zettel, auf dem lakonisch mitgeteiilt wurde, daß er in der „45. KW“ repariert werden wird. Dafür warb die Bahn bei den verduzten und sich was-heißt- bloß-45.-KW-fragenden Kunden „um Verständnis“. [mehr]   [Bahn am Pranger]
19. August 2005:  In den letzten Wochen waren nicht nur die
Bügelbauten- Kipper am neuen Lehrter Bahnhof fleißig, auch an der Anhalter Bahn wurde weitergewerkelt. So wurden vor dem südlichen Einfahrtssignal des Regional-Bahnhofs Lichterfelde-Ost die 4 Vorbaken aufgestellt. Auch wurden die Signale erstmals unter Strom gesetzt, und so leuchtet das Signal nun – korrekt in Rot – „Keine Einfahrt nach Berlin!“. Und falls schon alles geprüft wäre und die Bahn zudem noch in der Lage wäre, flexibel zu agieren, könnten schon jetzt eine Regionalbahn von Jüterbog bis Lichterfelde-Ost rollen.

13. September 2005:  Nun sind an der Anhalter Bahn auch die Kilometer-Schilder im 200-m-Abstand montiert worden. Lichterfelde-Ost liegt am Kilometer 10.1. Im Oktober sollen dann der allererste Probezug rollen, um die Strecke zur Schulung der Lokführer zu filmen. Im Januar 2005 startet dann die offizielle Abnahme der Strecke zwischen Ludwigsfelde und Nord-Süd-Tunnel. [mehr]

17. Oktober 2005:  Es steht nun fest, daß der Fernbahnhof Zoo zum 28. Mai 2006 von der Deutschen Bahn stillgelegt wird. Die wenigen Fernzüge auf der Ost-West- Stadtbahn halten nur noch am Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof). Und da die Dresdner Bahn noch nicht wiederaufgebaut worden ist, muß die Anhalter Bahn auf der Nord-Süd- Trasse mehr Fernzüge aufnehmen als einst vorgesehen waren. [mehr]

Ende Oktober 2005:  An verschiedenen Stellen längs der Anhalter Bahn werden Ergänzungen der Sicherungsanlagen gebaut.

9. November 2005:  In Licherterfelde-Süd liefen gleich 8 orange-befrackte ‚Streckengeher‘ gestikulierend entlang der Gleise der Anhalter Bahn in Richtung Ludwigsfelde. Sie klopften hier und da und manche machten sich Notizen.

Mitte November 2005:  Die Oberleitung der Nord-Süd-Trasse von Papestraße (Südkreuz) bis zum Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) ist fertig.

6. Dezember 2005:  Der alte S-Bahnhof Potsdamer Platz ist nun barrierefrei zugänglich. 3 Aufzüge und 2 Rolltreppen führen zu den beiden Bahnsteigen. Der Umbau kostete insgesamt rund 8 Mio. Euro, der auch ein Leitsysteme für Sehbehinderte beinhaltet. Davon bezahlte die Deutsche Bahn 1,7 Mio., 0,6 Mio. Euro das Land Berlin und den Großteil der Bund. 50.000 Reisende nutzen den Bahnhof täglich, 2006 kommen weitere 50.000 dazu. „Wir hatten in der Vergangenheit viele Beschwerden von Rollstuhl fahrenden Touristen“, sagte Martin Marquard, Behindertenbeauftragter Berlins der Berliner Morgenpost. Dennoch ist der Übergang zum Passerellen- Bereich des neuen Regional- Bahnhofs wenig behindertengerecht ausgefallen. Auch gibt es dort in den beiden neugebauten Hauptzugängen keine Fahrstühle zum Potsdamer Platz – nur Rolltreppen.

11. Dezember 2005:  Ab 7.00 Uhr fährt die S 26 nun von Teltow Stadt bis Potsdamer Platz. Sie schafft das in nur 25 Minuten. Seit dem 4. Juli fuhr diese S-Bahn-Teillinie nur noch bis Yorckstraße. Grund: Im zentralen S-Bahntunnel der Nord-Süd-Bahn konnten wg. des Neubaus der gesamten Signal- und Stellwerk- Technik keine dichte Zugfolge gefahren werden. Die S 2 auf der Dresdner Bahn kann schon jetzt wieder von Blankenfelde/ Lichtenrade bis Buch/ Bernau durchfahren. Am 28. Mai 2006 wird dann auch die S 26 – wieder als S 25 – über ihre volle Strecke von Teltow Stadt nach Henningsdorf betrieben. Im alten Nord-Süd-Tunnel wurden 59 neue Signale ein- und 40 km Kabel verbaut.

19. Dezember 2005:  Nun kistert's! Heute wurde die Anhalter Bahn – 160 Tage vor Inbetriebnahme – erstmals unter Wechselstrom von 16 2/3 Hz gesetzt. Die Oberleitung steht nun unter der lebensgefährlichen Hochspannung von 15 kV = 15.000 Volt. Deshalb hat die Bahn längs der Trasse von südlich des Bahnhofs Papestraße bis nach Teltow überall Warnschilder aufgehängt. Die vom Bahnhof Papestraße (Südkreuz) nach Norden durch den Tunnel führende Teil der Nord-Süd-Strecke wird erst am 2. Februar 2006 unter Hochspannung gesetzt. [mehr]

20. Dezember 2005:  Der Anhalter Bahnhof geht nach dem Brand vom August 2004, auch wenn noch nicht alle Arbeiten beendet sind, wieder voll in Betrieb. Die noch ausstehenden Arbeiten (u. a. der Einbau einer abgehängten Bahnhofsdecke) sollen unter laufendem Betrieb erledigt werden. Die Sanierung soll rund 5 Mio. Euro gekostet haben. [mehr]

Weihnachten 2005: 
Neue Bahntrasse in Lichterfelde-Süd 2005     <   Dunkle Wolken über der Anhalter Bahn. Sollte das etwa ein böses Omen für den Eisenbahn- Betrieb ab 28. Mai 2006 sein? Noch bleibt der Bahn genügend Zeit, alles sorgfältig zu testen. Ob sie es auch tun wird, bleibt abzuwarten.

        Immerhin ist Bahn-HighTech sehr empfindlich. Als jetzt in Berlin nur etwas Pulverschnee vom Himmel fiel, kamen damit viele moderne S-Bahnen der Baureihe BR 481 garnicht zurecht. So ließen sich viele Türen nicht öffnen. Der Öffnungsmechanismus war schlichtweg eingefroren und die ganzen Fahrpläne gerieten durcheinander. Die 481-er sind halt nicht ausreichend wintergetestet worden. Bei den alten, robusten S-Bahnzügen, die unlängst verschrottet wurden, war so etwas nie aufgetreten...
  (Foto: 24.12.2005 – khd-947)

Ärger könnte es auf der Nord-Süd-Querung der Hauptstadt mit der digitalen Steuerungs-, Sicherungs- und Stellwerks- Technik unter Vollast geben, womit dann ein Zugstau ‚programmiert‘ wäre. Die Bahnkunden kennen das schon
von der Stadtbahn.

      Schienenputzer bei der Arbeit
^   Im Bhf. Potsdamer Platz wird der Staub von den Schienen abgesaugt. Zu erkennen ist auch die feste Stromschiene, die im gesamten Tunnel den üblichen Fahrdraht ersetzt. (Foto: 2.1.2006 18.53 Uhr – khd-987)  
2. Januar 2006:  Wer in den letzten Wochen öfter längs der neuen Nord-Süd- Eisenbahntrasse mit der S-Bahn zwischen Lichterfelde-Süd und Potsdamer Platz gefahren ist, der konnte beobachten, daß irgendwie die noch anstehenden Arbeiten nicht recht vorangingen – die Bahn trödelt. Vor allem an den 3 Regional- und Fernbahnsteigen des neuen Bahnhofs Papestraße (künftig Südkreuz) gibt es noch reichlich zu tun, aber auch noch beim Zugang zum Bahnhof. Dennoch waren die sichtbaren Arbeiter an einer Hand abzählbar... Umso erstaunter war ich heute, daß in den frühen Abendstunden am Regionalbahnhof Potsdamer Platz mit einem ohrenbetäubenden Lärm unter Einsatz eines riesigen ‚Staubsaugerzuges‘ die Schienen im Tunnel geputzt wurden – so früh schon [Ed: die Honoratioren kommen doch erst in 146 Tagen am 28. Mai]?

Anhalter Bahn vor Auftritt      
^   Die Anhalter Bahn genau 4 Monate vor ihrem ganz großen Auftritt. Der kalte Winter hat die Trasse in Schnee gehüllt. Und noch stört kein Dezibelchen die Anwohner. (Foto: 28.1.2006 13.31 Uhr – khd-1002)  
10. Januar 2006:  Der Berliner und der Kopenhagener Hauptbahnhof arbeiten von nun an zusammen, obwohl es gar keinen Direktzug mehr zwischen den beiden Haupstädten gibt. Deshalb träumen Süd-Berliner davon, demnächst am Südkreuz in den „Ostsee-Express“ (München — Berlin — Kopenhagen), um so auf kürzestem Weg mit der Eisenbahn nach Kopenhagen fahren zu können. [
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12. Januar 2006:  Die S-Bahn-Zeitung „punkt 3“ berichtet in ihrer Ausgabe 01/2006 von ICE- Testfahrten mit Tempo 220 km/h auf der neuen Anhalter Bahn außerhalb Berlins. Von der Brücke am Bahnhof „Am Birkengrund“ könne das Geschehen in beiden Richtungen gut beobachtet werden, heißt es.

13. Januar 2006:  Die Deutsche Bahn mutet ihren Kunden in Berlin erneut sehr viel zu. Seit Mittwoch (11.1.2006) war der gesamte S-Bahnverkehr durch den Nord-Süd-Tunnel wg. eines Fehlers im Stellwerk gestört. Die Züge fuhren extrem unregelmäßig. Einige Linien wurden sogar verkürzt. So fuhr die S 26 wieder einmal nur zwiwchen Teltow-Stadt und Papestraße, was dann ein Umsteigen mit weiterem Warten notwendig machte. „Was ich allein hier in den letzten Jahren durch unsinniges Warten und kompliziertes Umsteigen an Lebenszeit und Kraft verloren habe, davon könnte ich gut und gern einen komfortablen Extra- Urlaub bestreiten – ich werd' diesem Mehdorn mal 'ne Rechnung schicken“, schimpfte ein älterer Berliner auf dem neuen S-Bahnhof Papestraße, der demnächst unmilitärisch Südkreuz heißen wird. [mehr]

Ende Januar 2006:  Auf der Anhalter Bahn wurden nun auch im Berliner Stadtgebiet kurze Testzüge vom ICE-Typ gesichtet. Ob es sich dabei um Meßzüge oder um das angekündigte Befahren zur Aufnahme von Videos für die Lokführer- Schulung handelte, blieb unklar.

    Eingang zum Bahnhof Lichterfelde-Ost von der Lankwitzer Straße (Kranoldplatz)    
^   Der Haupteingang zum Bahnhof Lichterfelde-Ost an der Kranoldplatz-Seite. Ab 28. Mai 2006 werden hier Züge der Linien S 25, RE 3, RE 4 und RE 5 halten. Erstaunlich ist allerdings, was hier Anfang des 21. Jahrhunderts für ein Architektur-Mix genehmigt wurde (von links nach rechts): Randbebauung des Kranoldplatzes – nackte Stahlspundwand der DB-Fernbahntrasse der Anhalter Bahn – das alte Bahnhofs-Portal von 1868 – eine Art ‚Käseglocke‘ als Zugang zum neuen Regional-Bahnsteig – der Blumenladen. Und garniert ist das Ganze mit einem Repeater-Antennenmast, einer Peitschenleuchte im 50er-Look, einer Uhr im (nachgemachten) Potsdamer-Platz-Stil und einer Falsifikat- Litfaßsäule. Im Stadtbild passen eigentlich nur das Portal, die Uhr und der Blumenladen zusammen. Anfang Mai 2006 stellte dann die Deutsche Telekom direkt vor dem Bahnhofseingang gleich 2 dieser modernen Telefonsäulen im Edelstahllook auf.   (Foto: 18.2.2006 9.58 Uhr – khd-1006)

30. Januar 2006:  Den schon immer etwas verschlafenen Bezirkspolitikern (heute Steglitz-Zehlendorf) ist nun auch schon aufgefallen, daß die Deutsche Bahn für Lichterfelde-Ost nur einen ganz
mickrigen Haltepunkt als Regional- Bahnhof übrig hatte. Nun ärgern sie sich, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Aber auch architektonischen ist hier so einiges schiefgelaufen, wie ein aktuelle Foto zeigt.

      Alt-Bahnsteig in Lif-Ost
^   Der alte Bahnsteig in Lichterfelde- Ost (rechts), seit 1952 mit Bäumen zugewachsen. Zwischen ihm und dem S-Bahngleis haben die Bahnstrategen auf dem alten Fernbahngleis den Kabelkanal für die Glasfaserkabel plaziert. Die neugebaute Fernbahntrasse mit Regionalbahnhof liegt weiter rechts. (Foto: 15.2.2006 11.42 Uhr – khd-1004)  
2. Februar 2006:  Heute wurde auch die Hochspannung von 15 kV (15.000 Volt) auf die Fahrleitungen im neuen
Nord-Süd- Eisenbahntunnel geschaltet. Damit können nun über die gesamte revitalisierte bzw. neugebaute Fern- und Regionalbahn- Trasse elektrisch betriebene Züge vom Berliner Außenring über die Anhalter Bahn, den Bahnhof Papestraße (Südkreuz), durch die 4 Tunnelröhren unterm Tiergarten, durch den ‚Keller‘ des neuen Lehrter Bahnhofs (Hauptbahnhof) bis zum Abzweig Wedding (testweise) rollen. In der nächsten Woche soll der Probebetrieb losgehen.

6. Februar 2006:  Heute hat die Deutsche Bahn auf der neuen Nord-Süd-Strecke zwischen Gesundbrunnen und Teltow mit den Meßfahrten begonnen. Der mit einer roten Lok bespannte 3-Wagen-Zug wurde auch auf der Anhalter-Bahn gesichtet. Da er hier aber bereits mit Tempo 160 fuhr, mißlang leider das eigentlich fällige Foto. Der Testzug brauchte für die gesamte Strecke rund 15 Minuten. Die Meßfahrten werden noch bis 10.2.2006 fortgesetzt. [mehr]

9. Februar 2006:  Im "Punkt 3" teilt die Bahn jetzt mit, welche Regional- Expresszüge (RE) ab 28. Mai 2006 auch in Lichterfelde-Ost halten werden. Es sind: RE 3 = Elsterwerda / Senftenberg — Wünsdorf — Berlin — Angermünde — Schwedt (Oder) / Stralsund, RE 4 = Luckenwalde / Ludwigsfelde — Berlin — Wittenberge — Wismar, RE 5 = Lutherstadt Wittenberg / Falkenberg — Jüterbog — Berlin — Neustrelitz — Rostock / Stralsund. Diese Züge halten in Berlin noch an folgenden Bahnhöfen: Gesundbrunnen (nur RE 3 + RE 5), Jungfernheide (nur RE 4), Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof), Potsdamer Platz, Spandau (nur RE 4), Südkreuz (Papestraße).

13. Februar 2006:  Es geht voran. Heute abend war dar gesamte Bahnsteig des Regional- Bahnhofs Lichterfelde-Ost hell erleuchtet. Und es wurde deutlich, daß die alten Bahnsteige aus ‚besseren Zeiten‘ mit ihrer vollen Holz- Bedachung schön waren. Übrigens, einen der beiden alten Fernbahnsteige gibt es noch – von Natur überwuchert, aber mit längst abmontiertem Dach. Denn der neue Bahnsteig wurde von der Deutschen Bahn wg. der schnelleren Durchfahrtsmöglichkeit für die ICEs an den östlichen Rand der Trasse der Anhalter Bahn gerückt.

17. Februar 2006:  Der Countdown beginnt. Es sind heute noch genau 100 Tage bis zur Eröffnung des „Jahrhundert- Bauwerks“ (DB). [mehr]

Einfahrt des 1. ICEs in den Hauptbahnhof      
^   Probe-Einfahrt des 1. ICEs auf Berlins Kellerbahn in die 8-gleisige unterirdische Bahnhofshalle des Lehrter Bahnhofs (Hauptbahnhof). [ICE im Hauptbahnhof]   (Foto: 4.3.2006 – DB)  
3. März 2006:  Von der alten Anhalter Bahn ist doch noch etwas übriggeblieben. Stadtarchäologen haben jetzt in Kreuzberg Teile des Anhalter Fernbahnhofs unter dem Wildwuchs freigelegt. Denn auf dem südlich des Tempodroms bis zum Landwehrkanal verbliebenen Bahnhofsareal soll ein neuer Park entstehen. Er ist eine Ausgleichsmaßnahme für die Eingriffe in die Natur beim Bau der Bahn in Charlottenburg und die Kosten von 1,6 Mio. Euro werden deshalb von der Deutschen Bahn AG bezahlt. Ein gefundenes Bahnsteigstück für Expresszüge soll erhalten bleiben und als Fußweg in den Park integriert werden. Mitte 2007 soll der 24.000 Quadratmeter große Park fertig sein.
*

Frühjahr 2006:  Wie (endgültig) geplant, ist die Anhalter Bahn de facto fertiggestellt. Die ursprüngliche Planung sah aber bereits eine Inbetriebnahme der Anhalter Bahn für Regionalzüge bis zum Bahnhof Lichterfelde- Ost und evtl. bis zum Potsdamer Platz für 2004 vor. Der Bahn war das zu schnell.

4. März 2006:  Zum ersten Mal fuhr ein InterCityExpress (ICE) mit Neigetechnik auf der neuen Nord-Süd- Tunneltrasse durch den Bahnhof „Berlin Hauptbahnhof“ (wie ihn die Bahn nennt). Bei dieser technischen Prüfung erreichte der ICE-T der Baureihe 411 die im Tunnel zulässige Geschwindigkeit von 120 km/h. Probleme gab es keine. Der eigentliche Probebetrieb soll am 18. April beginnen. [siehe Foto]

20. März 2006:  Ein Jahr nach der Eröffnung der neuen S-Bahnverbindung nach Teltow ist die Bahn unzufrieden. Sie rechnete mit 10.000 Fahrgästen pro Tag, tatsächlich sind es nur 5.000. Vermutlich liegt das aber daran, daß die S 26 in dieser Zeit nur bis Potsdamer Platz fuhr und zudem allzuoft in ihrem Betrieb wg. der Signalbauarbeiten im Nord-Süd- Tunnel gestört war. Außerdem war es wohl ein großer Fehler, die S-Bahn nicht gleich bis mindestens Stahnsdorf zu verlängern.

Ende März 2006:  Im zentralen Teil des neuen Eisenbahn- Tunnels finden Notfall- Übungen zur Evakuierung von Reisenden aus liegengebliebenen Zügen statt. Diese sind Voraussetzung für die Betriebserlaubnis durch das Eisenbahnbundesamt (EBA). [mehr]

29. März 2006:  Die Bahn muß offensichtlich nachbessern. Denn zwischen Lichterfelde-Süd (Müllerstraße) und Lichterfelde-Ost ist der gesamte Kabelkanal längs der Fernbahntrasse wieder ‚aufgeklappt‘. Es bleibt aber unklar, was die vielen Männer in Orange da dran fummeln.

      Schandfleck in Li'felde-Ost
^   Peinlich! Viel Geld hat die Bahn in Berlin verbaut. Aber zur Sanierung des Hauptportals des Regional-Bahnhofs Lichterfelde-Ost reichte es dann nicht mehr. (Foto: 15.5.2006 – khd-1042)  
11. April 2006:  Auf der Anhalter Bahn sind nun täglich ICE-Testzüge vom Neigetyp (ICE-T) unterwegs, denn es müssen bis Ende Mai an die 1.000 Lokführer in die neue Tunnelstrecke eingewiesen werden. Die Züge kommen vom ICE-Bahnbetriebswerk in Rummelsburg. Sie fahren vorbei am Grünauer Kreuz und erreichen bei Schönefeld den südlichen Eisenbahn- Außenring, von dem sie über die Großbeerener- Kurve auf die Anhalter Bahn nach Norden einbiegen. Auf dem Abschnitt von Teltow — Lichterfelde-Ost — Südkreuz fahren die Züge auch schon mal Tempo 200, bevor für sie am Gleisdreick die
Achterbahnfahrt durch den neuen Nord-Süd-Tunnel mit dem Keller- Hauptbahnhof beginnt. Zurück nach Rummelsburg fahren die ICE-Züge über den Nord-Innnenring. [mehr]

15. April 2006:  Von Störungen bei diesen ICE-Testfahrten ist bislang nicht bekanntgeworden. Dafür ging schon mal wieder bei der S-Bahn durch den alten Nord-Süd-Tunnel (via Bahnhof Friedrichstraße) nichts. Bei einem S-Bahnzug war heute früh am Ostersonnabend die Elektronik ausgefallen und mußte abgeschleppt werden. Die nachfolgenden S- Bahnen der Linien S 1, S 2 und S 26 verspäteten sich um bis zu 30 Minuten. [mehr]

8. Mai 2006:  Die Bahn beginnt mit dem Testen von Tempo 200 zwischen Leipzig und Berlin Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof). Damit wird sich die ICE-Fahrzeit zwischen den beiden Städten ab 28.5.2006 auf 60 Minuten verkürzen. Auch die Eröffnungsfahrt am 26.5.2006 wird von Leipzig via Anhalter Bahn mit einem Zwischenstop am Südkreuz (Papestraße) bis zum Hauptbahnhof führen, wo dann die Reden gehalten werden.

12. Mai 2006:  Heute vor 125 Jahren fuhr die von Siemens gebaute 1. elektrische Straßenbahn der Welt vom Bahnhof Groß- Lichterfelde (Lichterfelde-Ost) zur Kadetten-Anstalt Lichterfelde. Der reguläre Betrieb dieser Referenzstrecke wurde am 16. Mai 1881 aufgenommen. Eine Jubiläumsfeier fand in Lichterfelde nicht statt, denn hier gibt es keine Straßenbahnschienen mehr. Und so mußte fernab in Lichtenberg am 13. Mai gefeiert werden.

15. Mai 2006:  Heute um 17.36 Uhr hat der Autor dieser Chronik erstmals einen in Lichterfelde-Süd in Richtung Lehrter Bahnhof durchfahrenden ICE gehört, denn das Sehen verhinderten die voll im Grün stehenden Gehölze. Also es war ein ganz schön lautes Pfeifgeräusch. Das kann ja noch was werden...

Dampflok auf Anhalter Bahn      
^   Nach 54 Jahren + 9 Tagen fährt zur Eröffnung des Bahnknotens Berlin wieder eine Dampflok auf der Anhalter Bahn. (Foto: 27.5.2006 16.48 Uhr – khd-1044)  
15. Mai 2006:  Die S-Bahn S 26 fuhr heute bereits wieder bis Nordbahnhof durch. Zuletzt war am Potsdamer Platz Endstation. Offensichtlich sind die Bauarbeiten im alten Nord-Süd-Tunnel vorzeitig beendet worden.

26. und 27. Mai 2006:  Mit einer zweitägigen Superparty wird der neue „Hauptbahnhof Berlin“ (für uns Berliner ist’s der Lehrter Bahnhof – schon um Mehdorn zu ärgern) und der ausgebaute Eisenbahnknoten Berlin eingeweiht. Es strömen weit über 1/2 Million Besucher zu diesem einmaligen Ereignis. Darunter ist auch die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die am 26. Mai gegen 18 Uhr mit dem ICE vom Südkreuz kommend in den Superbahnhof einfährt und dort die Eröffnungsrede hält. Am zweiten Festtag gibt es auch an den übrigen Bahnhöfen an der Nord-Süd- Trasse – Gesundbrunnen, Potsdamer Platz und Südkreuz (Papestraße) – Feste mit Marktständen, Legobahnen, Bühnenprogramm und Dampflokfahrten. Ob auch am kleinen Regional- Bahnhof Lichterfelde-Ost gefeiert werden wird, war im Vorfeld unklar. [mehr]

27. Mai 2006:  An diesem Samstag ereignet sich Besonderes auf der Anhalter Bahn, das so schnell nicht wieder geschehen wird: Wie vor 150 Jahren werden hier Züge bespannt mit Dampfloks fahren. Sie pendeln zwischen dem neuen Bahnhof Südkreuz (Papestraße) und Ludwigsfelde vor Berlin, denn der Weg durch den neuen Nord-Süd-Eisenbahntunnel ist für Sie wg. der Feuergefahr und der Rauchentwicklung tabu. Besonders für Kinder, die noch nie Dampfloks in voller Aktion erlebt haben, sind die Dampfzüge der Hit – und nicht die ICEs.
Dampfzug in Lichterfelde-Süd auf der Rückfahrt zum Südkreuz am 27. Mai 2006
^   Am 18. Mai 1952 fuhr vom Anhalter Bahnhof der letzte mit Dampflok bespannte Eisenbahnzug über die Anhalter Bahn in die ‚Zone‘. Dann schloß die Reichsbahn der DDR den Bahnhof und die auf West-Berliner Gebiet verlaufende Strecke bis Großbeeren. Und es war daher eine sehr gute Idee der Deutschen Bahn AG, jetzt einen Tag vor der Inbetriebnahme der so wichtigen Anhalter Bahn noch einmal an die Tradition zu erinnern und Züge unter Dampf zwischen Südkreuz (Papestraße) und Ludwigsfelde auf die Reise zu schicken. Es war der absolute Hit für die Besucher des Fests am neuen Bahnhof Südkreuz. Es entschädigte auch dafür, daß in Lichterfelde-Ost kein Eröffnungsfest stattfand. Im Bild der letzte aus Ludwigsfelde kommende Dampfzug bei der Vorbeifahrt am S-Bhf. Lichterfelde-Süd. Dampfzüge auf der Anhalter Bahn wird es nun wohl nie wieder geben.   (Foto: 27.5.2006 17.37 Uhr – khd-1053)

28. Mai 2006:  Am Sonntag um 0.00 Uhr mit dem Fahrplanwechsel beginnt das alltägliche Eisenbahnleben im neuen
Lehrter Bahnhof – dem Hauptbahnhof (gem. Bahn- Sprachregelung) – und den anderen Bahnhöfen an der neuen Nord-Süd- Trasse. Der Eisenbahnknoten Berlin ist nach 15 Jahren Plan- und Bauzeit eröffnet – aber noch längst nicht fertig.

28. Mai 2006:  Mit dem Sommerfahrplan 2006 kehrt auch die S-Bahnlinie S 25 wieder zurück. Sie fährt nun zwischen Teltow Stadt und Henningsdorf. Es wird erwartet, daß jetzt auch die Teltower die S-Bahn mehr nutzen.

28. Mai 2006:  Mit der Eröffnung des neuen Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) am Spreebogen, des Bahnhofs Gesundbrunnen, des unterirdischen Regional- Bahnhofs Potsdamer Platz und des Bahnhofs Südkreuz an der Papestraße sowie des Regional- Bahnhofs Lichterfelde-Ost geht der Nord-Süd-Tunnel sowie die gesamte Anhalter Bahn wieder in Betrieb. Ein durch die deutsche Teilung erzwungener Dornröschenschlaf der Anhalter Bahn findet nach 54 Jahren sein bahntechnisches Happy-End. Ob allerdings alle Bahnkunden mit dem vorgesehenen Betriebskonzept einer völlig unvernünftig handelnden Bahn happy werden, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber Betriebskonzepte kann man ja den Kundenbedürfnissen anpassen. Und im Dezember 2006 gibt’s ja bereits den nächsten Fahrplanwechsel und vorher vielleicht noch einen kundenfreundlicheren neuen Bahn-Chef mit Kultur-Kompetenz...

31. Mai 2006:  Eine erste subjektive Lärmerkenntnis: Die Züge der Regionalbahn sind viel lauter als die ICEs, obwohl diese in Lichterfelde-Süd schon fast Tempo 200 drauf haben. Dem Stand der (Bahn-) Technik dürften diese Regionalzüge nicht entsprechen. Es lassen sich mit Sicherheit leisere Züge konstruieren.

1. Juni 2006: 
Neue Bahntrasse in Lichterfelde-Süd Juni 2006     <   Nun fährt er – der ICE durch Lichterfelde- Süd an der Thermometer- Siedlung vorbei. Zwar schweben über der Anhalter Bahn mal wieder dunklere Wolken, aber dennoch hat bis heute alles geklappt. Es ist im neuen Nord-Süd- Tunnel zu keinen Pannen gekommen.

        Im Foto ein ICE-T der Baureihe 411 mit Neigetechnik, der vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) kommend aus Berlin nach Süden mit Tempo 160 herausfährt und dann auf 200 km/h beschleunigen wird. Es ist der ICE 1500 nach Frankfurt am Main über Halle — Erfurt — Fulda. Er wird um 21.49 Uhr in Frankfurt sein. Die Fahrzeit wird dann 5.02 Stunden gewesen sein, was auf dieser Strecke ein wesentlicher Fortschritt ist.
  (Foto: 1.6.2006 17.00 Uhr – khd-1056)

Im Rahmen der Revitalisierung der Anhalter Bahn mußte die Bahn auch einige ökologische Ausgleichsmaßnahmen realisieren. Dazu gehört das im Foto sichtbare Grün neben der Trasse mit einem (nicht sichtbaren) eingezäunten Froschteich, da es in dieser Gegend noch seltene Froscharten gibt.

10. Juni 2006:  Also das verwundert schon: Am neuen Regional-Bahnhof Lichterfelde-Ost gibt es noch immer keine Fahrschein- Automaten. Zwar kann man im Zeitungsladen einige Fahrscheine kaufen, aber nicht alle.

10. Juli 2006:  In den ersten Betriebswochen sind keine wesentlichen Störungen bekanntgeworden, obwohl es während der vierwöchigen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 einen verstärkten Zugverkehr gab. Die Deutsche Bahn hatte ihre Schularbeiten diesmal ordentlich gemacht. Aber dann kam im Januar 2007 „Kyrill“...

31. Mai 2007:  Der aus Budapest via Dresden kommende Eurocity 170 ist abends im Stadtteil Lichterfelde-Süd automatisch gebremst worden. Der Lokführer war aus der E-Lok gefallen. Die Polizei entdeckte ihn etwa einen Kilometer vom Zug entfernt tot neben den Gleisen der Anhalter Bahn. [mehr]

August 2007:  Das Planfeststellungsverfahren für die Dresdner Bahn ruht noch immer. Experten halten nun eine Revitalisierung der Dresdner Bahn bis zur Eröffnung des BBI-Flughafens am 1. November 2011 für nicht mehr möglich. Das heißt, die Anhalter Bahn muß zusätzlich den Flughafen-Shuttle aufnehmen. Ob dann hier der Lärmschutz nachgebessert werden wird, ist derzeit noch unklar.

17. September 2007:  Durch einen Bericht des Tagesspiegel wird bekannt, daß die Deutsche Bahn erlassene aktive Lärmschutzauflagen „Besonders überwachtes Gleis“ (BüG) nicht befolgt. Die Genehmigungsbehörde hat deshalb bereits ein Aufrollen des Genehmigungsverfahrens für die S-Bahnstrecke zwischen Lichterfelde-Süd und Teltow Stadt angedroht. Ob die Bahn-Saumseligkeit auch bei der Fernbahnstrecke durch Lichterfelde-Süd erfolgte, ist derzeit nicht bekannt. [mehr]



[02.08.2001: Eisenbahnmetropole Berlin – Abriß der Berliner Eisenbahngeschichte]   (Bundesverkehrsministerium)

[00.11.2001: Drehscheibe Berlin – Pilzkonzept]   (DEUTSCHE BAHN)

[25.12.2003: Das Pilzkonzept der Bahn – Neuordnung des Berliner Fernbahnverkehrs]   (khd-Page)

[26.12.2003: Nach 51 Jahren Dornröschenschlaf – Berlins Anhalter Bahn wird revitalisiert]   (khd-Page)

[19.05.2005: Ein Meilenstein der Infrastruktur: Berlin Hauptbahnhof]   (DEUTSCHE BAHN)

[21.05.2005: Nur noch ein Jahr – Berlins Eisenbahn-Knoten im Schlußspurt, aber...]   (khd-Page)



Bahn baut mit Hochdruck an neuer Nord-Süd-Verbindung durch die Mitte Berlins

Berlins Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer informiert sich über Stand der Arbeiten

Aus: Gemeinsame Pressemeldung der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Deutschen Bahn AG, 15. Juli 2004 (Pressebox). [Original]

Mit Hochdruck treibt die Bahn den Bau der neuen Nord-Süd-Verbindung der Fernbahn in Berlin voran. Vom Bahnhof Berlin Papestraße bis zum neuen Berliner Hauptbahnhof / Lehrter Bahnhof ist der Baufortschritt täglich zu beobachten. Der neue Berliner Hauptbahnhof ist in seiner Dimension das bedeutendste Bahnhofsneubauprojekt in Europa. Rund 666 Tage vor Inbetriebnahme der neuen Bahnverbindung quer durch die Mitte Berlins informiert sich am Donnerstag (15. Juli 2004) die Senatorin für Stadtentwicklung der Hauptstadt, Ingeborg Junge-Reyer, bei der Besichtigung des Fernbahntunnels und auf der Baustelle des Berliner Hauptbahnhofs über den Stand der Arbeiten.

„Am 28. Mai 2006 werden wir mit dem Nord-Süd-Tunnel, mit der Anhalter Bahn, dem nördlichen Berliner Innenring sowie der Stettiner Bahn zum Karower Kreuz 70 Kilometer Strecke und 5 neue Bahnhöfe in Betrieb nehmen. Das sind die Fern- und Regionalbahnhöfe Berlin Hauptbahnhof / Lehrter Bahnhof, Bahnhof Berlin Papestraße, Bahnhof Berlin Gesundbrunnen und die Regionalbahnhöfe Berlin Potsdamer Platz und Berlin Lichterfelde Ost. Bis dahin zählt jeder Tag“, sagte Peter Debuschewitz, Bevollmächtigter der Konzernleitung der Bahn für Berlin. Er verwies darauf, dass auf der gesamten Länge der 9 Kilometer langen Nord-Süd- Verbindung zwischen dem Bahnhof Berlin Papestraße und dem Nordring sowie auf der Anhalter Bahn und im Bereich Gesundbrunnen/Nordkreuz derzeit gebaut wird. Allein im Tunnel seien 15 Kilometer Gleis und 23 Weichen zu verlegen. Im Berliner Hauptbahnhof entstehe derzeit der letzte Rohbauteil der unterirdischen Bahnhofshalle.

Frau Junge-Reyer zeigte sich beeindruckt von der zurzeit größten Baustelle Deutschlands. „Die Ausmaße und die Komplexität dieser Baustelle fordern enorme Anstrengungen der Arbeiter und Ingenieure. Mit dem heute sichtbaren Stand des Baugeschehens bin ich mir aber sicher, dass die Bahn den Inbetriebnahmetermin im Mai 2006 halten kann und Berlin seine Gäste zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einem der modernsten und attraktivsten Bahnsysteme weltweit empfangen wird.

Mit der neuen Nord-Süd- Verbindung und den zusätzlichen Bahnhöfen erhält Berlin eine hoch leistungsfähige Eisenbahninfrastruktur, um die uns andere Metropolen beneiden werden. Berlin mit seinen innerstädtischen Zentren ist dann aus allen Himmelsrichtungen sowohl im Fernverkehr als auch im Regionalverkehr schnell und direkt zu erreichen. Die neue Nord-Süd- Verbindung wird wertvolle Impulse für die Entwicklung Berlins geben: Der Bereich um den Hauptbahnhof wird zu einem weiteren innerstädtischen Zentrum werden; der künftige Fernbahnhof an der Stelle des heutigen S-Bahnhofs Papestraße wird als verbindendes Element der ehemaligen Bezirke Schöneberg und Tempelhof ein Kristallisationspunkt für das weitere Zusammenwachsen des heute vereinten Bezirkes sein.

Mit der Realisierung der Nord-Süd- Verbindung geht das Eisenbahnkonzept für den Knoten Berlin – das sogenannte „ Pilzkonzept“ – seiner Vollendung entgegen. Ich wünsche der Bahn bis zur Inbetriebnahme im Mai 2006 einen erfolgreichen und unfallfreien Bauablauf.“ [Endspurt im Tiergartentunnel]

Im Nord-Süd Eisenbahntunnel
^   Im neuen Eisenbahntunnel. Unter der Spree, Regierungsviertel und Potsdamer Platz verlaufen in 15 Meter Tiefe gleich 4 Tunnel der Nord-Süd- Verbindung Richtung Bahnhof Papestraße (Südkreuz) und zur Anhalter Bahn im Süden – und später mal zur Dresdner Bahn. Der lichte Durchmesser jeder Tunnelröhre beträgt rund 9 m. Noch muß reichlich (ein)gebaut werden: Das Gleisbett in Fester- Fahrbahn- Technik auf elastischen Lagern (*, Seite 30), das Gleis (jede Tunnelröhre erhält 1 Gleis), die Oberleitung und die gesamte Signal- und Sicherungstechnik. Die Oberleitung wird als feste Stromschiene an der Tunneldecke befestigt werden. (Foto: 5.2004 – DB)   [Weitere Tunnelbilder]


Alle zwei Minuten ein Zug

Bürgerinitiative kämpft mit allen Mitteln für einen Eisenbahntunnel im Ortszentrum, notfalls auch vor Gericht

Aus:
Berliner Zeitung, 17. September 2004, Seite ?? (Berlin) von BIRGITT ELTZEL. [Zum Artikel]



Bahnanbindung des Flughafens Schönefeld wieder gefährdet

Aus:
Berliner Morgenpost, 19. Dezember 2004, Seite ?? (Berlin). [Zum Artikel]



B A H N   V E R A B S C H I E D E T   S I C H   V O M   P I L Z K O N Z E P T

Es kracht zwischen Bahn und Senat

Berlin fühlt sich durch geänderte Fernverkehrs-Pläne hintergangen – und es gibt noch mehr Streitpunkte.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 2. Juni 2005, Seite 9 (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]

Neues Konzept der Bahn        
^   Das von der Deutschen Bahn zum Nachteil ihrer Kunden veränderte Pilzkonzept. Am Bahnhof Zoo und am Ostbahnhof werden u. a. keine ICEs mehr halten.   (Text+Repro: 2.6.2005 – khd)
BERLIN. Die Stadtentwicklungssenatorin fühlt sich hintergangen und auch sonst kracht es zwischen der Bahn und dem Senat gewaltig. Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ist in diesen Tagen nicht als Einzige überrascht vom Verhalten des Unternehmens. Sie hatte die Pläne der Bahn, den Fernverkehr auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Bahnhof Zoo fast komplett zu streichen kritisiert. Außerdem hat die Bahn die Landesregierung damit überrascht, sich nicht am Bau des Vorplatzes für den künftigen Bahnhof Südkreuz an der Papestraße zu beteiligen. Und auch beim Bau der geplanten S-Bahn-Strecke S 21 vom Nordring zum neuen Hauptbahnhof sieht der Senat die Bahn als Bremser.

Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) versuchten gestern in einem Gespräch, die Wogen zu glätten. Das Zusammentreffen war schon vor einiger Zeit vereinbart worden. Zum Ergebnis wollten sich beide Seiten gestern nicht äußern.

Erst vor kurzem hatte sich Mehdorn beklagt, der größte Arbeitgeber der Stadt werde vom Senat nicht ausreichend unterstützt. Im Gegenteil: Bei der S-Bahn habe der Senat einen Vertrag durchgesetzt, der in den nächsten Jahren zu einem finanziellen Verlust führen werde. Vor wenigen Jahren hatte die S-Bahn bilanzmäßig noch einen Gewinn für die Bahn eingefahren.

Jetzt haben die neuen Pläne der Bahn die Berliner Verkehrspolitiker in Rage gebracht. Junge-Reyer will sich nicht damit abfinden, dass Fernzüge in Zukunft die Stadtbahn mit den Bahnhöfen Ostbahnhof und Zoo meiden. Auch sie sucht das Gespräch mit der Bahn. Diese will, wie berichtet, den Fernverkehr auf den Nord-Süd-Tunnel konzentrieren, der Ende Mai 2006 eröffnet werden soll. Bis auf wenige Ausnahmen würden ICE- und IC-Züge dann nur noch im unterirdischen Teil des künftigen Hauptbahnhofs und im neuen Bahnhof Südkreuz an der Papestraße sowie zum Teil in Spandau halten. [weiter]



Bitte warten: S 21 frühestens in 6 Jahren fertig

Bund finanziert S-Bahnbau

Hinweis auf:
Berliner Zeitung, 22. Juni 2004, Seite ?? (Berlin). [Zum Artikel]



Nach 53 Jahren wird es wieder höchste Eisenbahn

Die erneuerte Strecke von Priesterweg über Lichterfelde nach Ludwigsfelde geht in Betrieb.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 8. Oktober 2005, Seite 10 (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]

BERLIN (Tsp). Die einen freut's, die anderen leiden. In wenigen Tagen fahren die ersten Züge über die Anhalter Bahn durch Lichterfelde, die in den vergangenen 5 Jahren wiederaufgebaut worden ist. Rund 200 Millionen Euro hat der etwa 20 Kilometer lange Abschnitt von Priesterweg bis Ludwigsfelde im Süden Berlins gekostet. Über diese Strecke werden von Ende Mai 2006 an die Züge zum Nord-Süd-Tunnel und dem neuen Hauptbahnhof rollen. [mehr]



Im Nord-Süd Eisenbahntunnel
^   Ende 2005 ist der 3,5 km lange Nord-Süd-Tünnel fast schon betriebsbereit. Denn inzwischen wurde in den 4 Tunnelröhren die gesamte Bahn- und Sicherungstechnik vom Gleis bis zur Stromschiene und den Signalen eingebaut. Die Röhren selbst bestehen aus Beton-Ringen, deren Segmente 5 Tonnen wiegen und 41 Zentimeter dick sind. In jeder der 4 Röhren befinden sich links und rechts Laufstege, die zu den Notausstiegen führen, und in denen sich Löschwasser- Leitungen befinden. Unter der Spree sollen 3 Zentimeter dicke Stahlplatten Wassereinbrüche verhindern. Die Tunnel-Beleuchtung soll immer eingeschaltet bleiben. (Foto: 11.2005 – DB)   [Weitere Tunnelbilder]


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