Living in a City  —  Reports aus Berlin     – Zum Report 4 khd
Stand:  25.7.2008   (8. Ed.)  –  File: Bln/Ex/Steglitzer_Kreisel_03.html


Diese Seite ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report.

Der skandalträchtige Steglitzer Kreisel (3)

I n h a l t :


Völlig verwirbelt in Steglitz

Verschlungene Autobahnen. prima Bürgerlichkeit, Star-Wars-Architektur – und die irre Erkenntnis: Nach einem Atomkrieg würde die Neubesiedlung der Stadt von hier aus erfolgen.

Auszug aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 4. November 2007, Seite S5 (Berliner Expeditionen – Teil 3) von HARALD MARTENSTEIN. Die Zwischentitel standen nicht in der Zeitung, sie wurden hier redaktionell zugefügt. [Original]

      Steglitzer Kreisel im Jahr 2005
^   Das asbestverseuchte Hochhaus am Steglitzer Kreisel mit ungewisser Zukunft. Noch sind darin große Teile der Bezirksverwaltung untergebracht. Vom Asbest wußte man bereits seit 1986/87. Davor das große Parkhaus an der Schloßstraße. Und links unten das alte Steglitzer Rathaus aus Zeiten, wo öffentliche Bescheidenheit noch eine Zier war.   (Foto: 2005 – mopo)
In Steglitz, in der Umgebung des Kreisels, gibt es genügend Parkplätze. So etwas ist im Berliner Stadtbild ja schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Die exorbitante Vielzahl der Steglitzer Parkplätze hängt mit der Stadtautobahn zusammen, welche, gemeinsam mit dem Kreisel, das Zentrum von Steglitz optisch dominiert wie der Eiffelturm Paris. Unter der Stadtautobahn, die auf gewaltigen Betonpfeilern ruht, ist ein umfangreicher städtischer Freiraum entstanden, der sich, beim besten Willen, nur zum Parken benutzen lässt. Der Kreisel aber, das wissen jüngere Nichtsteglitzer vielleicht gar nicht, ist ein Hochhaus, ein Hochhaus, das schwarz ist und finster guckt wie der schwarze Ritter Darth Vader in "Star Wars" und 27 Stockwerke hat und einen der größten deutschen Bauskandale darstellt. Warum dieses Hochhaus, das nicht die geringste Ähnlichkeit mit einem Kreisel besitzt, "Kreisel" heißt, ist eine Frage, deren Beantwortung viel Platz in Anspruch nehmen würde.

Jeder Altsteglitzer wird sich darüber ärgern, dass eine Steglitzgeschichte mit dem Kreisel beginnt. Das ist ein Klischee, wird er sagen, unser Ortsteil hat so viel anderes zu bieten. Stimmt auch, nur, der Kreisel ist für Steglitz eben das, was eine Kombination aus Tschernobyl (große Pleite, großer Unfall), aus dem Kreml (Regierungssitz) und aus dem Roten Platz (eindrucksvolle Optik!) für Russland bedeuten würde. Das würde sich auch kein Reporter entgehen lassen.

Zurzeit verlassen die Kreiselnutzer, worunter man sich vor allem die Steglitzer Bezirksverwaltung vorzustellen hat, den Kreisel, gewissermaßen fluchtartig, weil er asbestverseucht ist. Nicht jeder Mitarbeiter bedauert dies. Die Fenster im Kreisel sind recht groß, aber sie lassen sich nicht öffnen, woran man sich zweifellos gewöhnen könnte, wenn nur die Klimaanlage ein wenig besser funktionieren würde. "Ein stetes gleichmäßiges Zischen begleitet den Arbeitsalltag in den Büros, unabhängig davon, was für Außentemperaturen herrschen", heißt es in einem 1998 erschienenen Buch über den Kreisel. Obwohl die Klimaanlage also außergewöhnlich laut ist und ununterbrochen arbeitet, gelingt es ihr erstaunlicherweise nicht, in den Büros erträgliche Temperaturen herzustellen. Das hängt mit den großen Fenstern zusammen, die bei direkter Sonneneinstrahlung eine Art Treibhauseffekt herstellen, gegen den sich die Mitarbeiter manchmal durch Verhängen oder Bekleben der Fenster zu schützen versuchten, dann wurde es dunkel in den Büros. Noch viel erstaunlicher erscheint die Tatsache, dass die unteren Stockwerke des Kreisels, wegen verschiedener Baumängel, häufig unter einer geradezu sibirischen Kälte in den Büros leiden, dort saß unter anderem das Gesundheitsamt.

Das heißt, ein Besucher des Kreisels konnte, wenn er zwei verschiedene Behörden aufsuchte, an einem einzigen Vormittag die Klimazone der Tropen und der Arktis körperlich erfahren, und dies bei stetem gleichmäßigen Zischen. Die spannende Frage, ob das Gebäude saniert oder abgerissen wird, Letzteres, ohne zu wissen, was dort stattdessen gebaut und wie so ein Bauwerk finanziert werden könnte, steht, naturgemäß noch ungelöst, im städtischen Raume von Steglitz.

Der Kreisel ist zweifellos ein Kulturdenkmal, ein Denkmal für das alte West- Berlin. Bau und Planung dauerten von 1968 bis 1980, länger als anderswo üblich, so ist es in Berlin ja bis heute. In dieser Zeit erhöhten sich die Kosten von 80 auf 323 Millionen Mark, dabei spielte auch Korruption eine Rolle. Das Gebäude wurde errichtet, obwohl es keinen Bedarf dazu gab, keine Nachfrage, lediglich den heftigen Wunsch des Steglitzer Bezirksamtes nach einem neuen Rathaus. Mit den Gesetzen des Kapitalismus hatte das also wenig zu tun, viel dagegen mit dem damaligen Sumpfklima der Stadt. Die Architektin, Sigrid Kressmann-Zschach, verstorben 1990, Spitzname SKZ, Exfrau des Kreuzberger Bürgermeisters, Geliebte des Berliner Oberfinanzpräsidenten, Arbeitgeberin von mindestens zwei Abgeordneten, also tief verwurzelt in der West-Berliner Gesellschaft, hatte dafür gesorgt, dass sie selbst Eigentümerin der Grundstücke war, auf denen heute der Kreisel steht. Gibt es eine günstigere Konstellation für eine Architektin? Kressmann-Zschach bewilligte sich selber 40 Millionen D-Mark Honorar, ihr deutlich berühmterer Kollege Scharoun hatte sich bei der Berliner Staatsbibliothek mit 15 Millionen begnügt.

Geld spielte keine Rolle. Bedarf spielte keine Rolle. Nicht mal Gesetze spielten eine Rolle in diesen Jahren des von Berlinsubventionen gespeisten Baubooms, in denen die politische Elite der Stadt, wie die Zeitschrift "Bauwelt" 1974 schrieb, "wirtschaftliche Dynamik simuliert, indem sie an jede Kreuzung ein Hochhaus stellt", egal, ob es den Bewohnern gefällt, egal, was dafür abgerissen werden muss. Steglitz hat es am härtesten getroffen, Steglitz ist ein Opfer der West-Berliner Verhältnisse, ein politischer Modellfall.

Vor 1918 war Steglitz ein bevorzugter Wohnsitz der kaiserlichen Beamtenschaft, eine mittelwohlhabende, grundsolide, dem Staat treu ergebene Gegend. In Steglitz wurde allerdings auch der "Wandervogel" gegründet, eine naturnahe, rebellisch angehauchte, sozusagen linksbürgerliche Jugendbewegung, ein Vorläufer der Grünen, wenn man so will. Als Berlin geteilt war, wollte die West-Berliner Stadtregierung dem braven, erzbürgerlichen Steglitz, diesem Eckpfeiler des freiheitlichen Widerstands gegen den Kommunismus, besonders viel Gutes tun. Davon hat Steglitz sich bis heute nicht erholt. Über den historischen Stadtplan, ein Schachbrett, hat sich in den 60er und 70er Jahren, diesen Katastrophenjahrzehnten brutalstmöglicher Stadtplanung, ein zweiter Stadtplan gelegt, aus Autobahnverschlingungen und Star-Wars-Architektur, die scheinbar nach dem Zufallsprinzip in das schöne Steglitz hineingepfeffert wurde, so dass heute historische Straßenachsen plötzlich an einer Hauswand enden und jeder Ortsunkundige sich im Dschungel der Steglitzer Straßenführung sofort verirrt.

Inzwischen stehen entlang der Schloßstraße ein paar festungsähnliche Einkaufszentren, Steglitz ist Einkaufszone, das teuerste, schräg gegenüber vom Kreisel, heißt "Schloss-Center" und wird bestimmt auch nie einen Architekturpreis gewinnen, es sei denn, Heino und die Wildecker Herzbuben sitzen in der Jury. Wenn man aber die Schloßstraße verlässt und in die Seitenstraßen eintaucht, spürt man sofort den Reiz eines alten Bürgerviertels, prächtige Häuser, gepflegte Vorgärten, Ruhe, Steglitz ist eigentlich eine prima Gegend, mit dem größten Antiquariat Berlins, Hennwack, Albrechtstraße, und mit einem sehr speziellen, wunderschönen Italiener, Osteria Maria, Leydenallee, offen nur für angemeldete Gäste, die nach dem letzten Grappa in romantischen Gästezimmern übernachten dürfen.

Wenn das der „Wandervogel“ wüßte – Schwarz-Grün in Steglitz

Politisch stellt Steglitz heute, wie in den 70ern, einen Modellfall dar, weil dort – wenn das der „Wandervogel“ geahnt hätte! – eine schwarz-grüne Koalition amtiert. Offiziell heißt eine Koalition auf Bezirksebene „Zählgemeinschaft“. Steglitz-Zehlendorf, knapp 290.000 Einwohner, ist zurzeit das größte deutsche Gemeinwesen, welches von dieser möglicherweise vor einer großen Zukunft stehenden Konstellation regiert wird.

Die Spiegelwand – Steglitzer CDU wollte keinen Denkanstoß

Noch vor ein paar Jahren haben Schwarze und Grüne sich in Steglitz gehasst wie kaum irgendwo sonst, wegen der Spiegelwand [Ed: auf dem Hermann-Ehlers-Platz, aber es gab noch mindestens 1000 andere strittige Themen...]. Die Spiegelwand soll an die ermordeten Juden erinnern, die Namen der Toten stehen auf einem 9 Meter langen Spiegel, wer die Namen liest, sieht sich selber, das nennt man wohl „Denkanstoß“. Kein politisches Ziel hat die Steglitzer CDU jemals mit einer solchen Leidenschaft und so viel Erfindungsreichtum verfolgt wie die Verhinderung der Spiegelwand, gemeinsam mit den Republikanern und der FDP [sic!] übrigens [Ed: und erst als der rot-grüne Senat eingriff, wurde endlich die von Bürgern geforderte Spiegelwand Wirklichkeit].

Die Steglitzer CDU hat die Ermordung der Steglitzer Juden keineswegs geleugnet oder gar gutgeheißen, nur sollte das Gedenken eben in einer eher unauffälligen, das fabelhafte, vom Architekturwunder Kreisel gekrönte Steglitzer Stadtbild nicht beeinträchtigender Weise geschehen. So wichtig, dass man deswegen von der Betrachtung des Kreisels abgelenkt wird, war die Ermordung diese Personenkreises nach Ansicht der CDU nun auch wieder nicht. Steglitz ist auch [Ed: und nur einen Steinwurf vom heutigen Kreisel entfernt (Unter den Eichen 127)] Sitz des SS-Wirtschaftsverwaltuzngs-Hauptamtes gewesen, das die Ausbeutung der KZ-Insassen organisierte.

Wenn das die AL wüßte – Kopp wurde Bürgermeister

Einer der profiliertesten Spiegelwandgegner [Ed: und für reichlich Bausünden verantwortliche ], Norbert Kopp, ist heute Bezirksbürgermeister [Ed: dank der Hilfe der Grünen]. „Die Steglitzer CDU“, sagt eine grüne Kommunalpolitikerin, „hat sich verändert.“ Ausgerechnet die sogenannte „Erinnerungskultur“, das CDU-Hasswort von einst, sei jetzt ein Schwerpunkt in dem schwarz-grünen Koalitionspapier. Die jungen CDUler würden sich, ganz im Geiste Angelika Merkels, relativ klar gegen rechts abgrenzen und würden beim Thema Nationalsozialismus nicht mehr jene Eiertänze aufführen, für die diese Partei früher berühmt war [Ed: hm, wo bleibt dann aber das Lob der heutigen CDU für die so hervorragend gelungene und so dringend notwendig gewesene Spiegelwand zum Erinnern an die von Deutschen ermordeten Steglitzer Juden].

(...).



Kreisel sucht Käufer

Warten geht weiter: Wann die Asbestsanierung beginnt, ist ungewiss.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 13. Januar 2008, Seite ?? (Berlin) . [Original=art270,2455099]

BERLIN (Tsp/C.v.L.). Noch liegen im Steglitzer Kreisel diverse Akten, noch funktionieren die Aufzüge, und abends brennt sogar hinter etlichen Fenstern des Hochhauses Licht. Nichts deutet darauf hin, dass im einstigen Rathaus, am 23. November wegen Asbestgefahr geschlossen, irgendwelche Sanierungsarbeiten beginnen. Die landeseigene Berliner Immobilien-Management-Gesellschaft (BIM) ist kurz vor dem Wochenende formell der Eigentümer des 29-stöckigen Hauses geworden.

Nun soll die "Leerstandsbewirtschaftung" ausgeschrieben werden, die Pflege des verlassenen Baus. Bislang habe es nur eine Zwischenlösung gegeben, teilte die BIM-Sprecherin Katja Potzies mit. Ursprünglich hatte das Land Berlin in diesem Jahr mit der rund 17 Millionen teuren Asbestsanierung beginnen wollen, doch jetzt werden Termine nicht genannt. "Der Liegenschaftsfonds führt mit Interessenten Gespräche", heißt es. Die Art der künftigen Nutzung sei ungewiss. Die Sanierung könnte eventuell ein Käufer übernehmen. "Noch ist nichts klar." So muss zumindest geklärt werden, wie das Haus in den nächsten Monaten in Schuss gehalten werden kann.

Auch die Firma Becker & Kries, Eigentümerin des asbestsanierten Flachtraktes mit Hotel und Geschäften, weiß nicht, was passieren wird. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass sich das Land Berlin als Miteigentümer des Grundstücks um den pfleglichen Umgang mit dem Hochhaus kümmern muss.

"Es ist klares Ziel, das Gebäude zu erhalten", hatte BIM-Geschäftsführer Sven Lemiss bei der Schlüsselübergabe im November versichert. Damals war von der "Aussicht" auf ernst zu nehmende Verhandlungen mit Interessenten die Rede. Die Grünen hatten die hohen Bewirtschaftungs- und Sicherungskosten für das leer stehende Bauwerk kritisiert.

Interessierte Unternehmen hatten schon vorgeschlagen, Büros, Wohnungen und ein Hotel in dem Hochhaus einzurichten. Die Bezirksverwaltung wird hier, das ist Beschluss des Senats, nicht mehr einziehen. Eine Asbestsanierung soll 2 Jahre dauern. [mehr]



Keiner will den Kreisel kaufen

Finanzsenator Thilo Sarrazin findet keinen Interessenten für das asbestbelastete Steglitzer Hochhaus. Nun muss das Land den Bau selbst sanieren.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 24. Juli 2008, Seite 9 (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Original=art125,2578348]

BERLIN (Tsp). Weil sich für den Kreisel kein Käufer gefunden hat, wird das Land Berlin nun selbst die Asbest-Beseitigung übernehmen. Mit den Arbeiten können wegen der Planungs- und Ausschreibungsfristen frühestens in einem Jahr begonnen werden, teilte die Finanzverwaltung auf Anfrage mit. Die landeseigene Berliner Immobilien-Management-Gesellschaft (BIM) werde die Arbeiten in die Wege leiten. Die Sanierung in eigener Regie sei jetzt die wirtschaftlichste Lösung. Und die Konsequenz aus dem misslungenen Versuch, das Hochhaus "im jetzigen Zustand" an einen Investor zu verkaufen.

Vergeblich hatten Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) und der Liegenschaftsfonds in den vergangenen Monaten das leerstehende Hochhaus auf dem Immobilienmarkt angeboten. Der Versuch, so Matthias Kolbeck aus der Verwaltung, sei nun endgültig aufgegeben. Wie berichtet, sind für die Sanierung vor zwei Jahren 17 Millionen Euro veranschlagt worden. Ob sich die Summe inzwischen erhöht hat, muss noch geprüft werden.

Die Firma Becker & Kries, der als Miteigentümer der schon seit Jahren asbestsanierte Flachtrakt des Kreisels gehört, reagierte gestern zurückhaltend. Es gebe kein Konzept für den Wiederaufbau, sagte Geschäftsführer Christian Kube. Die Landesmittel reichten nur aus, Asbest zu beseitigen, nicht aber, das Haus komplett herzurichten. So bleibe nach der Asbestsanierung nur ein Gerippe übrig [Ed: und so ein Gerippe dürfte schon gar nicht verkäuflich sein].

Auch müsse die Firma über Termine für die geplante "Riesenbaustelle" informiert werden. Wie berichtet, klagen die Miteigentümer gegen das Land Berlin: Es müsse seinen Gebäudeteil in einen "vertragsgerechten Zustand" bringen, instandhalten und sich dauerhaft um die Unterhaltung kümmern. Mieter des Flachtraktes seien verunsichert, wie es langfristig mit dem Hochhaus, das zunehmend verwahrlost wirke, weitergehen solle, es fehlten Perspektiven.

Der Liegenschaftsfonds hatte noch vergangene Woche mitgeteilt, er habe mit dem Kreisel nichts mehr zu tun. Die BIM verwies darauf, sie sei bislang nur mit der "Leerstandsbewirtschaftung" beauftragt. Sie alle warteten auf eine klare Entscheidung des Finanzsenators, die nun offenbar gefallen ist. Die weitere Zukunft des Hauses nach der Asbestsanierung ist allerdings offen.

Das Hochhaus war im November 2007 vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf geräumt worden. Der Bezirk, der mit seinen meisten Mitarbeitern ins alte Rathaus Zehlendorf umzog, hatte ursprünglich gehofft, nach der Sanierung wieder in das verkehrsgünstig gelegene Hochhaus an der Schloßstraße einziehen zu können. Der Senat aber beschloss, dass der Kreisel als Rathaus ausgedient hat. Es war auch von Interessenten die Rede, die im sanierten Hochhaus Wohnungen, Büros und ein Hotel einrichten könnten. Ein Investor fand sich aber nicht.

Der nach einem früheren [nur geplanten] Kreisverkehr benannte Bau war nach Pleiten und Zwangsversteigerungen zum Sinnbild Berliner Bauskandale geworden. Ins Hochhaus zog dann vor 28 Jahren die Bezirksverwaltung ein. Im Juni 2006 hatte das Abgeordnetenhaus beschlossen, den gesundheitsgefährdenden Bau zu räumen und 700 Bedienstete auf andere Orte zu verteilen. Der Umzug kostete einschließlich nötiger Umbauten rund 15 Millionen Euro. Für das Hochhaus war auch ein Abriss im Gespräch, letztlich entschied sich der Senat, das Gebäude zu erhalten.



  Dokus zum Steglitzer Kreisel:    [1]  [2]  [3

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