Berlin-Grunewald   —  Hier gab’s mal eine Holzauktion – Teil 1 khd
Stand:  27.4.2008   (53. Ed.)  –  File: Heimat/B/Grunewald.html



Grunewald Diese Seite ist Teil eines größeren Berlin-Reports, der sich mit dem Ortsteil Grunewald beschäftigt. Es verblüffte schon: Internet-Recherchen ergaben im Winter 2006/07, daß im Weltnetz so furchtbar wenig (heimatkundliche) Texte und Fotos über Grunewald verewigt sind. Manches kleine Dorf hat im Internet mehr zu bieten. Mit diesen Seiten soll nun dieses Defizit wenigstens etwas abgebaut werden.

   
  G r u n e w a l d
In Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.
 
Der Berliner Ortsteil Grunewald hat keine alte Geschichte. Er entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts als Kolonie für Reiche. Hier war vorher nur Wald und versumpfte Reste eines alten Seitenarms der Spree. In den 1880er-Jahren fand hier eine Holzauktion statt, nachdem der Staat auf Rat von Reichskanzler Otto von Bismarck 230 Hektar Forst an ein Bankenkonsortium verkauft hatte. Das Berliner Protest-Lied „Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion“ erzählt davon. Die Banken entwickelten die noble Villenkolonie am oberen Ende des Kurfürstendamms, der damals mit einem Reitweg in der Mitte ausgebaut wurde.

Auf dieser Seite wird über einiges aus Grunewald in Wort und Bild berichtet, was bislang im Internet noch nicht so recht vorkam.

I n d e x :


Grunewald — Impressionen (1)


Bismarck-Denkmal 1898            
^   Das Bismarck-Denkmal am Bismarckplatz um 1898. Nach 1945 war nur noch der Sockel vorhanden.   (Repro: 2006 – khd)
Grunewald-Kirche um 1920
^   Die Grunewald-Kirche in der Bismarck- Allee um 1920. Sie wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört. [Der Kirchenbau]   (Repro: 2006 – khd)



Der Ortsteil Grunewald hat sich seit den 1950er-Jahren erheblich verändert – vor allem im Bereich zwischen dem S-Bahnhof Halensee und dem Bismarck-Platz. Aber auch im eigentlichen Villenviertel wurde das
Wirken von Bauherren allzuoft nicht zum Vorteil des gewachsenen Stadtbilds. Viele Bausünden wurden begangen. Und die staatliche Bauaufsicht konnte diesem Treiben offensichtlich nichts entgegensetzen.

Die Halenseebrücke            
^   Die Brücke am Bhf. Halensee um 2000. Sie bildet quasi den Eingang zum Ortsteil Grunewald. [Alte Fotos]   (Repro: 2005 – khd)
Der Rathenau-Platz
^   Der Rathenau-Platz um 2000. Hier endet der Kurfürstendamm und geht über in die Hubertusallee.   (Repro: 2005 – khd)

Wie konnte sonst so ein häßliches Hochhaus – noch dazu in anfälliger ‚Nacktbetontechnik‘ – am Rathenau-Platz entstehen? Wie konnte dieses Geschäftshaus mit verbogener Fassade an der Ecke Bornstedter Straße überhaupt genehmigt werden? Das Entree zu Grunewald hätte eine ansprechendere Architektur mit weltstädtischem Niveau verdient. Auch darauf muß eine Bauaufsicht achten, auch wenn es sich um Entwürfe eines
Stararchitekten handelt [Ed: dem wohl in Berlin nur ein Gebäude gelang].

Halenseestraße mit Stadtautobahn A100
^   Die Haleseestraße mit Stadtautobahn A100 umgeben von merkwürdiger Begleit-Architektur. Auf diesem Areal befand sich von 1904 bis 1934 der legendäre „Luna-Park“ – Berlins Vergnügungspark am Halensee. Er mußte damals im Rahmen der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von 1936 verschwinden, um mit der Halenseestraße eine kurze Verbindung zwischen dem Messegelände und Grunewald zu erhalten.   (Repro: 2006 – khd)

Wir wissen heute, daß der Rathenau-Tunnel der A100 gleich bis zum Messegelände hätte durchgebohrt werden müssen, um in diesem Viertel die Urbanität zu erhalten. Anwohner müssen nicht nur den Riesenlärm ertragen, sie müssen heute auch Riesenumwege laufen, um zum Beispiel in den so nahen Halenseepark (im Bild unten rechts) zu gelangen. Auch die Grunewalder müssen heute weiter laufen, um die Gräber ihrer Angehörigen auf dem Grunewalder-Friedhof an der Bornstedterstraße (nicht im Bild) zu besuchen.

Dieses ovale Hochhaus an der Halenseestraße – die „Zitrone“ – war übrigens Sitz der berüchtigten Immobilien-Firma Aubis, die im Zusammenhang mit dem Berliner Bankenskandal für reichlich Schlagzeilen sorgte. Auch andere Protagonisten dieses Skandals residier(t)en in Grunewald.



Gebäude des heutigen Umweltbundesamts            
^   Das große Gebäude am Bismarckplatz, in dem bis 1945 die „Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes“ (RAD) und nach 1945 der Zeitungsverlag des „Telegraf“
    Verlag des „Telegraf“
^   Der „Telegraf“ um 1956.
unterge- bracht waren. Später zog hier das neue Umwelt- Bundesamt (UBA) ein.
  (Repro: 2006 – khd)

Für uns Kinder war das ein sehr interessantes Gebäude, denn hier gab es einen Paternoster und ein Zeitungsarchiv, das schon mal mit Material für Schulaufsätze aushalf. [
mehr]
Sphinx an der Bismarck-Brücke
^   Die Brücke im Zug der Bismarck-Allee ist reich mit steinernen Obelisken, Amphoren und solchen ‚modernen‘ Sphinxen geschmückt.   (Foto: 2006 – wikipedia)



Walther-Rathenau-Schule (WaRaSchu)      
^   Ein älteres Foto der Walther-Rathenau-Schule (Grunwald-Gymnasium). Da brauchten die Schüler noch kein Geländer am Haupteingang.   (Repro: 2003 – khd)
WaRaSchu -- Alter Eingang
^   Alter Eingang zum Grunewald- Gymnasium.   (Repro: 2003 – khd)

In der Zeit der Nazi-Diktatur (1933–1945) erhielt das in bester humanistischer Tradition seit 1903 stehende Grunewald-Gymnasium (seit 1946 die „Walther-Rathenau-Schule“) schon sehr früh eine höchst makabre ‚Auszeichnung‘: „Schule der 100 % arischen Schüler“. Das war das Ergebnis eines ‚Wirkens‘ des damaligen Schulleiters Wilhelm Waldvogel (
NSDAP). Er war ein Pädagoge 3. Wahl, der seine Hauptaufgabe darin sah, alle jüdischen Schüler schnell von der Schule zu mobben.

Spät – aber noch nicht zu spät – fiel in den 1980er-Jahren Lehrern und Schülern der Walther-Rathenau-Schule ein, an diesen traurigen Exodus zu erinnern. Am 29.9.1988 pflanzten sie auf dem Schulhof an der Herbertstraße einen Gingko-Baum, vor dem heute eine von der Ehemaligen-Vereinigung gestiftete Bronze-Gedenktafel an die jüdischen Schüler erinnert, die damals von der Schule vertrieben wurden. [mehr]

Grundschule in der Delbrückstraße            
^   Die Grundschule in der Delbrückstraße, wo die meisten Grunewald-Kinder ihre ersten Schuljahre verbrachten. *   (Repro: 2006 – khd)
Walther-Rathenau-Schule
^   Die Walther-Rathenau-Schule in der Herbertstraße mit Haupteingang und dahinter- liegendem Altbau. *   (Repro: 2006 – khd)

Grunewald-Schule um 1910      
^   Die Grunewald-Schule – Volksschule in der Delbrückstraße. Sie feierte 1999 ihr 100-jähriges Bestehen.   (Repro: 2007 – khd)
Grunewald-Lyceum um 1910
^   Grunewald-Lyceum in der Siemensstraße um 1910 – heute die Hildegard-Wegscheider- Schule (Gymnasium) in der Lassenstraße. Das wilhelminische Gebäude wurde 1909 eröffnet. *   (Repro: 2007 – khd)




S-Bahnhof Westkreuz 2003            
^   Blick aus einem ICE auf den S-Bahnhof Westkreuz am Rande Grunewalds. Im Hinter- grund das ICC und der Funkturm, die schon in Charlottenburg liegen.   (Foto: 2003 – khd)
Fußgängertunnel am S-Bhf. Grunewald
^   Fußgängertunnel am S-Bhf. Grunewald. Durch diesen starteten die meisten (Schul-) Ausflüge in den großen Grunewald. Der ICE hält hier nicht.   (Foto: 2006 – wikipedia)



Straßenbahn um 1950            
^   Solche Straßenbahnen fuhren bis 1954 durch Grune- wald auf den Linien 76 + 79. Allerdings hatten die damals noch Stangenstromabnehmer.   (Repro: 20067 – khd)
Kiosk am Bismarckplatz
^   Kiosk am Bismarckplatz. Am Hagenplatz gibt es einen ähnlichen Kiosk. Der Briefkasten, der hier früher hing, ist verchwunden.   (Repro: 2006 – khd)



Bau der Grunewaldseen um 1889            
^   Bau der Grunewaldseen. Der Hubertussee und der Herthasee an der Bismarckallee wurden um 1889 an versumpften Stellen künstlich angelegt.   (Repro: 2007 – khd)
Dampfbahn an der Hundekehle
^   Endhaltestelle der 1886 eröffneten Dampfbahn-Linie Zoo — Kurfürstendamm — Hundekehle (Hagenplatz).   (Repro: 2007 – khd)



S-Bahnhof Grunewald um 2000            
^   Der S-Bahnhof Grunewald an der Strecke nach Potsdam um 2000. Die Gedenkstätten für die deportierten Juden liegen rechts davon am Güterbahnhof. *   (Foto: 2000 – wikipedia)
Friedhof Grunewald an der Bornstedter Straße
^   Kapelle des Friedhofs der Grunewalder an der Bornstedter Straße um 2006. Auf dem Friedhof gibt es einige Kriegsgräber von 1945 sowie Ehrengräber von berühmten Personen. [mehr]   (Foto: 2006 – wikipedia)



Der Halensee um 2005
^   Der Halensee um 2005. Am gegenüberliegenden Ufer stehen die restaurierten alten Häuser an der Margarethenstraße, die durch die schöne Säulenbrüstung begrenzt wird. Der See liegt im Ortsteil Grunewald, nicht im Ortsteil Halensee, wie oft erzählt wird.

Er hatte einst einen erheblichen Naherholungswert mit Freibad, Liegewiese und Spielplätzen. In kalten Wintern war hier das Schlittschuhlaufen angesagt. Heute ist die Wasserqualität wegen falscher Planungen beim Bau der Stadtautobahn miserabel. [Bei Wikipedia]   (Foto: 2005 – wikipedia)



Luna-Park am Halensee um 1910
   
  Vom Luna-Park gibt es
hier noch mehr alte Fotos
sowie eine Beschreibung.
 
^   Der Luna-Park – damals Europas größter Vergnügungspark – am Halensee mit den Terrassen um 1910. Im Hintergund die Bebauung an der Margarethenstraße. [mehr]   (Repro: 2006 – khd)



Restaurant Hundekehle um 1925    
^   Restaurant Hundekehle um 1925.   (Repro: 2005 – khd)
Der Grunewald-See um 1920
^   Der Grunewald-See um 1920.   (Repro: 2005 – khd)

Der Grunewald-See um 2006
   
  Viele alte und neue
Fotos aus dem Grunewald
hat Uwe Gerber auf seiner
Site zusammengetragen.
 
^   Der Grunewald-See um 2006 vom Südufer. Der Ortsteil Grunewald liegt zwischen Halensee und diesem See. Im Sommer tummeln sich hier viele Badende. Am anderen Ende (schon in Dahlem) liegt das berühmte Jagdschloß Grunewald, das heute Museum ist. [Bei Wikipedia]   (Foto: 2006 – wikipedia)


  Grunewald-Galerien:    [0]  [1]  [2
Grunewald — Verkehrsanbindung


Hier werden vor allem einige Hinweise auf die vor 1945 bestehende historische Anbindung der Kolonie Grunewald an die Stadt Berlin gegeben:


Grunewald — Links


Im folgenden sind einige Verweise auf andere Seiten (Links) angegeben, auf denen bereits über Einzelheiten von Grunewld berichtet worden ist:


Grunewald — Verlagertes


   
  Grunewald Dies & Das 1
Viele Hinweise und
kleine Geschichten.
 
Einige Rubriken dieser Seite sind inzwischen
auf Extra-Seiten umgezogen, wo sie sich besser ausbreiten können. Auch der Stadtplan von 2000 ist inzwischen wg. der Foto-Klickerei umgezogen und dort um ältere Pläne von 1893 (Halensee), 1894 (Grunewald), 1906 (Halensee) und 1932 (Grunewald) ergänzt worden.




Im Internet ist diese Seite zu finden unter:
http://www.khd-research.net/Heimat/B/Grunewald.html
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