Woldenberg (Neumark)   —  Dies & Das – Teil 6 khd
Stand:  10.3.2010   (16. Ed.)  –  File: Heimat/W/Ex/Woldenberg_Dies&Das_06.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  W o l d e n b e r g
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Diese Seite der „Dies & Das“-Serie widmet sich den Geschichten einiger Woldenberger und Woldenbergerinnen. Die Geschichten stammen aus verschiedenen Quellen, die jeweils angegeben sind. Sie wurden eher zufällig gefunden. [Translation-Service]

I n d e x :


Mohnhaupt — Bei uns zu Haus’


Auf steinigen Wegen

Ein autobiographischer Roman

Hinweis auf: Roman-Trilogie, 2004, in 3 Bänden im Selbstverlag von HEINZ MOHNHAUPT. [Buch-Daten]

      H einz Mohnhaupt (Jg. 1930) schildert in 3 Bänden seine Kindheit in Woldenberg, die Flucht vor der Roten Armee aus Woldenberg über die Oder nach Vorpommern mit Pferd und Wagen sowie die ersten Nachkriegsjahre seines Lebens in der DDR.

      Das erste Buch „Bei uns zu Haus’“ (1942–1945) beschreibt das sehr kärgliche Leben in seiner Kindheit in Woldenberg sowie auf Bayershof bei Woldenberg. Trotz aller Ärmlichkeit erleben aber Heinz Mohnhaupt und seine Schwester Irmgard (*1933) auch viele frohe und komische Stunden. So manches aus dem Stadtleben und dem Schulalltag wird geschildert, was eigene Erinnerungen an die kleine Stadt am großen See wieder aufleben läßt. Das Buch schließt Ende Januar 1945 mit dem Beginn der Flucht nach Westen.

      Im zweiten Buch „Wege ins Ungewisse“ (1945–1948) folgt die Beschreibung der beschwerlichen Flucht von Bayershof mit 3 Pferde-Fuhrwerken über tiefverschneite Chausseen in Richtung Oder bis in die Gegend von Anklam. Im Mai 1945 erfolgte nach dem Kriegsende mit dem Ruf „Zurück in die Heimat!“ die Rückkehr nach Bayershof. Aber schon im Juni 1945 erfolgte dann die endgültige Vertreibung aus der neumärkischen Heimat. Es beginnt die schwierige Nachkriegszeit in Vorpommern – eine neue Heimat mußte gefunden werden.

      Namen aus Woldenberg, die im 1. Buch vorkommen sind unter anderem: Bredereck (Bekleidungshaus), Dallmann (Lebensmittelladen), Engnath, Göshel, Grüning (Bauer auf der Papiermühle), Hendel (Kleinbauer), Hinze (Bäcker), Höhne, Jentsch (Briefträger), Juch (Maler), Karowski, Kleber, Lehmann (Bauer), Dr. Ludwig (Praktischer Arzt), Mantay, Marzinski (Schuldiener), Oehlke (Volksschullehrer), Pagel, Pauli (Gärtnerei), Polzfuß, Priebe, Prochnow (Eisen- und Haushaltswaren, Spielzeug), Puhl (Fleischer), Rosin (Fischer), Sann (Drogerie), Schauseil (Lehrer), Schumann (Friseur), Seifert (Hausschlachter), Starkenberg (Bauer auf Bayershof, im Buch Starkenfeld genannt), Veit (Tabakladen), Wegener, Wenzel (Bauer in der Nähe von Bayershof), Wenzel (Fleischer), xxx (xxx).


Dessombes — Malerin der Mark


Kleine Wunder

Bilder von Annelie Dessombes in der Kulturscheune

Gefunden in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 30. März 2007, Seite xx (Kultur). [Original]

      SEDDINER SEE / KÄHNSDORF. Sonnenschein und laue Lüfte künden den Frühling, so ruhig wie der Seddiner See wirkt auch das Himmelsblau: ideale Bedingungen für eine Verkaufsausstellung der Michendorfer Malerin Annelie Dessombes in der Kähnsdorfer Kulturscheune. Wer bei dem tiefstapelnden Titel „Die Natur hat zehntausend Farben“ an seinen Drucker („Millionen Farben“) denkt, der weiß, dass das nicht stimmen kann. Aber das von der Künstlerin gesetzte Maß ist ja auch schon mehr, als das, was man gelegentlich zu sehen bekam.

      1944 im Neumärkischen Woldenberg nahe Frankfurt, aber jenseits der Oder, geboren, arbeitete Annelie Dessombes als Kunsterzieherin in Berlin, bis sie im Jahre 2000 nach Michendorf zog. Ihr Metier ist vor allem die liebliche Landschaft vor ihrer Haustür, Märkisches Land, Wälder, blühende Felder, Himmel und Seen, wovon viele der fünfundzwanzig Arbeiten ein sehr kunstvolles Zeugnis ablegen – in zehntausend pastellenen Farben wohlmöglich, vielleicht mehr, vielleicht ein paar weniger, wer wollte da nachzählen. In jedem Falle ein so glücklicher Wurf, dass sich die Gäste der Vernissage viel mehr als sonst um gute Einsicht drängeln mussten.

      Ihr künstlerisches Credo: „Viel zu oft werden die kleinen Wunder der Natur übersehen“, wozu sie offenbar auch die gewaltigen Himmel bei „Birken“ oder „Sommer“ zählt. Diese Mysterien möchte sie dem Betrachter wieder nahebringen, gleichsam vor Augen führen. Es sind richtig schöne Arbeiten darunter, bei denen sich die ästhetische und die handwerkliche Seite in eines fügen, in Kunst, wie etwa beim „Weg“, dem Primus unter den Ausstellungsstücken. „Lienewitzsee“ zeigt das Sujet in trefflichem Nebel, „Havelland“ eine Uferzone mit ansteigender Böschung, kiefernbewachsen, „Abendstimmung“ den märkischen Himmel mit roséfarbenen Tönen, wie ihn hier jedermann kennt. Annelie Dessombes hat tatsächlich das Talent, die Zahl der natürlichen Farben darzustellen. [weiter]


Ziebarth — Mit Woldenberger Wurzeln


Die Muse von Gottfried Benn

In der Wunderkammer der wiedergefundenen Zeit

Hinweis auf: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/Main, 3. November 2007, Seite 23 (Bilder und Zeiten) von HENRIKE THOMSEN. [Original]

      U rsula Ziebarth ist die 1921 in Berlin geborene Enkelin von Otto Ziebarth, der in Woldenberg das beliebte Theater- und Veranstaltungshaus in der Nähe der alten Friedhöfe besaß. Sie lebt heute in Berlin und hat in ihrem Leben eine einmalige Sammlung von Kunstgegenständen zusammengetragen.

      Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete Ursula Ziebarth und ihrer Sammlung 2007 unter dem Titel „In der Wunderkammer der wiedergefundenen Zeit“ einen längeren Artikel.

      Der Name Ziebarth hatte bei älteren Woldenbergern einen sehr guten Klang. Denn mit dem Ziebarthschen Konzert- und Veranstaltungshaus an der Moltkestraße verbanden sie viele guten Erlebnisse. Sie erzählten in den 1950er-Jahren von vielen Festen und Bällen, die dort gefeiert wurden, vom allerersten Kino (das war noch Stummfilm), das sie dort sahen und von wunderschönen Theater-Aufführungen, die den Weg in die kleine Stadt am großen See gefunden hatten.

      Davon sind nach 1945 nur noch die „zementene Tanzplatte“ im Freien und die „hohen Kastanien“-Bäume übriggeblieben, wie das Dr. Schenk von seiner Reise 1968 berichtete. Ob Ursula Ziebarth weitere Erinnerungen an Woldenberg aufbewahrt, ist nicht bekannt. Der Zeitungsartikel gibt darauf keine Antwort.


Rupprecht — Ein Woldenberger in Berlin


Oper im Keller

Martin Rupprecht – Ein Bühnenbildner aus Woldenberg

Gefunden in: Der Tagesspiegel, Berlin, 29. März 2008, Seite xx (Kultur). [Original]

      L auter kleine Welten. Das Regal quillt fast über. Von "Anatevka" bis zum "Wiener Blut" stapeln sich die Modelle, in denen Martin Rupprecht seine Entwürfe im Kleinen ausprobiert hat – bis für seine Bühnenbilder dann wirklich der Vorhang aufging. Seit Mitte der sechziger Jahre ist der 1937 in Woldenberg (Neumark) geborene Künstler ein international gefragter Spezialist fürs Musiktheater. Das Ephraimpalais [in Berlin] zeigt nun Martin Rupprechts Bühnenbilder und Kostüme (Poststraße 16, bis 1.6.[2008], Di.–So. 10–18, Mi. 12–20 Uhr, Katalog 29,80 Euro). [Ausstellungs-Flyer]

      Seine stilistische Bandbreite zeigt allein ein Raum mit Bühnenbildern und Kostümen verschiedener "Zauberflöten"- Inszenierungen, in Chemnitz, Athen oder St. Petersburg. Sein Arbeitsmittelpunkt in Berlin war die Deutsche Oper. Ausgerechnet die umstrittenen Premieren dort bleiben in der Ausstellung aber unterbelichtet: "Der Untergang der Titanic", 1979 uraufgeführt, machte das Publikum zum Mitakteur des Dramas, schickte Darsteller und Zuschauer auf eine Reise bis in den Keller des Opernhauses. An der Bismarckstraße fand 1976 auch die deutsche Erstaufführung von Hans Werner Henzes "We come to the River" statt.

      Die Kriegsschlacht im Einheitsbühnenbild setzte sich in vehementen Diskussionen im Publikum fort. Die Arbeit mit Studenten war über lange Zeit Rupprechts zweites Standbein: "Meine beiden Berufe sind geprägt vom Geben und Nehmen, vom Suchen und Lassen", bemerkte Rupprecht einmal, "denn Theater muss sich immer neu gebären und sich permanent verändern."


Rosenberg — Mußte auswandern


Erinnerungen an Woldenberg/Nm

Ein Bericht über jüdisches Leben in der Vor-Nazizeit in Woldenberg

Hinweis auf: khd-research, Berlin, 1. September 2009, Extra-Seite (Woldenberg) von HANS-JOACHIM ROSENBERG. [Original]

      H ans-Joachim Rosenberg ist der 1915 in Woldenberg geborene Sohn von Willy Rosenberg, der in Woldenberg ein feines Konfektionsgeschäft in der Richtstraße 52 betrieb. Willy Rosenberg, dessen Ehefrau Ella sowie Eva, die Schwester von Hans-Joachim Rosenberg wurden alle von den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Sie waren Juden. Hans-Joachim Rosenberg gelang mit seiner Ehefrau im Frühjahr 1939 gerade noch die Flucht über Belgien nach England, wo er genau an seinem 24. Geburtstag am 17. April eintraf.

      Nach dem Kriegsausbruch am 1. September 1939 trat er der britischen Armee bei und kämpfte mit den Engländern gegen Nazi-Deutschland – eine durchaus merkwürdige Situation für ihn, hatten doch sein Vater Willy und sein Onkel im 1. Weltkrieg (WW I) das Eiserne Kreuz vom Deutschen Kaiser erhalten. Nach dem 2. Weltkrieg (WW II) wanderten die Rosenbergs nach Australien aus. [Zu den Erinnerungen]


Bergmann — Ein Pädagoge aus Woldenberg


Ein Nachruf

Claus Bergmann ist gestorben

Gefunden in: Stuttgarter Zeitung, 10. September 2009, Seite xx (Fellbacher Zeitung). [Original]

      BAD CANNSTATT. Der ehemalige Direktor des Friedrich-Schiller-Gymnasiums (FSG) in Fellbach, Claus Bergmann, ist am Montag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Bergmann hat das Fellbacher Gymnasium als Oberstudiendirektor fast 20 Jahre lang von Januar 1979 bis zum Sommer 1998 geleitet. Ursprünglich stammte der Pädagoge aus Woldenberg, dem heutigen Dobiegniew in Polen.

      In Stuttgart fand er nach dem Krieg eine neue Heimat. Bergmann lehrte nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik in Waiblingen, 1979 wurde er zum Schulleiter der FSG als Nachfolger von Walter Mäck ernannt. Kollegen und Schüler haben ihn als unbürokratischen, mit natürlicher Autorität gesegneten Schulleiter in Erinnerung. Claus Bergmann wird am Freitag, 11. September, 12 Uhr, auf dem Hauptfriedhof in Stuttgart-Steinhaldenfeld beerdigt. Die anschließende Trauerfeier findet in der Sommerrainkirche, Mimosenweg 22, statt.




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