Woldenberg (Neumark)  —  Geschichte einer Region in der Neumark khd
Stand:  2.4.2008   (48. Ed.)  –  File: Heimat/W/Ex/Woldenberg_Geschichte.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  W o l d e n b e r g
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Auf dieser Seite ist die geschichtliche Entwicklung der Region des früheren Kreises Friedeberg/Neumark in tabellarischer Form dargestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte der Stadt Woldenberg. Diese neue Zusammenstellung beruht auf Angaben aus verschiedenen Quellen. Mit den * zum Anklicken sind weiterführende Links angegeben. [Translation-Service]

I n d e x :


Aus der Geschichte der Neumark und Woldenbergs


Chronik der Stadt Woldenberg und
des Kreises Friedeberg

Neu zusammengestellt von
Karl-Heinz Dittberner
1998–2007

Quellen: Nießen-Chronik + Internet-Recherchen (u.a. *, * ) + Heimat-Kalender.   3)

 
Zeit W a s   g e s c h a h ? Anm.
 
  Frühgeschichte
ca. 5000–1800 v. Chr.   Die indogermanische Steinzeit. Aus dieser Zeit ist bei Woldenberg eine Pfahlbausiedlung nachgewiesen. Aus dieser Zeit stammt auch das 1858 bei Woldenberg gefundene Bernsteinpferdchen.  
ca. 1800–800 v. Chr.   Die Bronzezeit mit Lausitzer Kultur (vermutlich eine slawische Kultur).  
um 800 v. Chr.   Der Beginn der Eisenzeit.  
um 600 v. Chr.   Die ersten Frühgermanen siedeln in der Region der späteren Neumark.  
um 100 v. Chr.   Burgunder siedeln in der Neumark  
 
  Nach Christus
um 600 n. Chr.   Auch Slawen siedeln sich in der Neumark an.  
seit etwa 1000   Das Gebiet östlich der Oder (die spätere Neumark) steht unter polnischer Herrschaft, ist aber nur sehr dünn besiedelt.  
5. Apr. 1091   Schlacht bei Driesen zwischen Polen und den vereinigten Pommern, Preußen und Kassuben. Der Name Driesen (Drzen) wird erstmals erwähnt.  
1121   Polen erobert unter Boleslaw III. das bis dahin unabhängige Pommern.  
ab 1124   Bischof Otto von Bamberg führt in Pommern im Auftrag des Polenkönigs das Christentum ein.  
 
  Das 13. Jahrhundert
um 1220   Auf Initiative der pommerschen und polnischen Herrscher beginnt die Einwanderung niederdeutscher Siedler nördlich und südlich von Warthe und Netze. Sie bedienen sich dabei u.a. der Orden der Templer und Johanniter, die zunächst Klöster gründeten und dann in deren Bereich Siedlungen errichteten (deutsche Ostsiedlung).  
um 1250   Die Siedlungen Dubbegnek (das spätere Woldenberg) und Osieczno (späteres Hochzeit) befinden sich in polnischem Besitz. Davon berichtet eine Schenkungsurkunde des Großpolenherzogs Przemysl I. an das Zisterzienser-Kloster Ovinsk, das bei Posen liegt.  
1250–1300   Die askanischen Markgrafen erwerben Land in der Neumark und besiedeln es nach Osten bis zum Fluß Drage und nach Norden bis zum Fluß Persante.  
1254   Großpolenherzog Przemysl I. überläßt die Kastellanei Zantoch am einzigen Wartheübergang dem brandenburgischen Markgrafen Konrad als Mitgift für seine Tochter Konstanza.  
1257   Gründung der Stadt Landsberg an der Warthe durch Markgraf Johannes I zur Sicherung des neuen Siedlungsgebietes.  
1257   Erste urkundliche Erwähnung von Woldenberg unter dem Namen „Dubegnewe“. Der polnische Herrscher schenkt die Siedlung und das umgebende Land dem Zisterzienerorden.  
1260   Vertrag zu Zantoch: Der größte Teil des Kreises Friedeberg wird brandenburgisch.  
1261   Die Stadt Soldin kommt in den Besitz der Askanier. Die Stadt entwickelt sich in der folgenden Zeit zum Machtzentrum der Neumark.  
1273   Die Polen zerstören Friedeberg und erobern Driesen zurück.  
1286   Der askanische Markgraf übergibt dem Zisterziensern weitere Ländereien.  
1286   Erste urkundliche Erwähnung von Friedeberg.  
1290   Erstmals wird für das Land östlich der Oder der Name „Neue Mark über Oder“ (Neumark) gebraucht.  
1296   Erwerbung Woldenbergs.  
1298   Umwandlung des slawischen Dubegnewe in eine märkische deutsche Stadt, die etwas später den Namen Woldenberg erhalten wird. In einer Urkunde läßt sich das Kloster Ovinsk seine Besitzungen bei Dubegnewe bestätigen.  
1298   Dieses Jahr gilt damit als das Gründungsjahr Woldenbergs.  
 
  Das 14. Jahrhundert
um 1300   In Woldenberg entsteht ein Siegel mit der Ortsbezeichnung „Dubegnewe“. * 
25. Sept. 1305   Markgraf Waldemar besucht Dubegnewe (Woldenberg), um Verträge mit dem Bischof von Bischhof von Cammin (Kamien Pomorski) abzuschließen.  
1313   Der Ort Dubegnewe wird als „Civitas-Siedlung“ mit einer Verwaltung mit Brandenburger Recht erwähnt.  
1315   Endgültige Erwerbung Driesens.  
14. Aug. 1319   Tod Markgraf Waldemars des Großen in Bärwalde.  
um 1320   Die Besiedlung der Neumark („Terra trans Oderam“) durch die Askanier ist im wesentlichen abgeschlossen. Zudem läßt mit dem Aussterben der Askanier das Interesse Brandenburgs an der Neumark spürbar nach. Es entsteht ein politisches Vakuum.  
1326   Verwüstung der Landschaft durch die Polen. Auch Raubritter nutzen das Vakuum zum Terrorisieren der Bevölkerung.  
1333   In einer Urkunde trägt der Ort Dubegnewe erstmals den Namen „Waldinborg“.  
1333   Erste Erwähnung Friedebergs als Sitz des Landvogtes.  
1345   Friedeberg erhält das alleinige Schiffahrtsrecht für die Flüsse Netze und Warthe.  
1347   Die Stadt Tankow wird befestigt, denn es kommt in der Gegend immer wieder zu Grenzstreitigkeiten mit den Polen.  
1348   Friedeberg wird Gerichtsort.  
1368   In einer Urkunde wird der Ansiedlung Dubegnewe erstmals mit dem Namen Woldenberg genannt.  
 
  Das 15. Jahrhundert
1402   Markgraf König Sigismund verkauft die Neumark an den Deutschen Ritterorden, der aber die Neumark in den folgenden Jahren weiter verfallen läßt.  
1402–1454   Der Kreis Friedeberg mit Woldenberg ist im Besitz der Deutschordensritter.  
1417   Woldenberg brannte zur Hälfte ab, was sie am 14. März 1417 zu einem Hilfsgesuch an den Hochmeister veranlaßte.  
1433   Hussiten und Polen verwüsten die Neumark. Friedeberg und Woldenberg werden niedergebrannt.  
31. März 1454   Ein Landtag tagt in der Friedeberger Marienkirche: Die neumärkischen Stände lehnen den Anschluß an Polen ab und beschließen, dem Hohenzollern Kurfürst Friedrich zu ‚huldigen‘.  
1454   Die Mißwirtschaft des Deutschen Ritterordens zwang diesen, die Neumark wieder an den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich II. aus dem Hause Hohenzollern zu verpfänden.  
1455   Auch Woldenberg kommt wieder zur Mark Brandenburg und erhält die Stadtrechte einer Immediatstadt, womit die Stadt direkt dem Landesherren untersteht.  
um 1460   Bau der Woldenberger Stadtkirche (gotische Hallenkirche). * 
1463   Kurfürst Friedrich II. erwirbt für 40.000 Gulden die Neumark endgültig.  
 
  Das 16. Jahrhundert
1507   Woldenberg brennt ab.  
1535–1571   Markgraf Hans von Küstrin. Reformation. Die Neumark und Pommern werden evangelisch.  
1548   Der Regierungssitz wird von Soldin nach Küstrin verlegt.  
1572   Zu Woldenberg gehören jetzt folgende Dörfer: Hermsdorf, Klosterfelde, Költzig, Lämmersdorf, Lauchstädt, Marienwalde, Mehrenthin, Regenthin, Schlanow, Schorne (Goehren), Wolgast und Wutzig. Später kam noch Rohrsdorf hinzu.  
1580   Friedeberg erhält eine Lateinschule.  
1581   Woldenberg ist Schauplatz eines Hexen-Prozesses, bei dem 5 Menschen auf dem Scheiterhaufen landen. Wegen ‚Zauberei‘ wurden bei lebendigem Leib verbrannt: Gertrude Kastens, Ursel Zuche, Katharina Hickstein, Magdalena Stolze und Mathes Quast.  
Juli 1591   Veit von Zobell, Hauptmann von Driesen, erstattete dem Keiforsten am 16. Juli Bericht über einen großen Brand in Woldenberg und sagte: „Vergangene Woche am Mittwoche und Donnerstag sind durch angelegtes Feuer in der Stadt Woldenberg 44 Wohnhäuser samt allen dazu gehörigen Gebäuden und vor der Stadt 60 Scheunen abgebrannt.“  
1603–1604   Kurfürst Joachim Friedrich läßt Driesen als Festung ausbauen, da weiterhin Grenzkonflikte mit Polen drohen. Damit beginnt die planmäßige Besiedlung des Netzebruches.  
 
  Ab 30-jährigem Krieg
1618   Woldenberg wird im letzten Regierungsjahr Johann Siegismunds von einem neuen schweren Brandunglück ereilt. „Die ganze Stadt ohne eine Straße, samt Kirchen, Glockenturm und Glocken, Schule, Rats- und Pfarrhäuser ging in Flammen auf.“  
1623   Auch in Woldenberg wütet die Pest. Wieviel Tote es gab, ist nicht überliefert.  
1626   Beginn des 30-jährigen Krieges (1618–1648) im Friedeberger Land.  
27. Nov. 1639   Die Schweden erobern Driesen.  
1641   Durch Unvorsichtigkeit eines Rathsverwandten brannte Woldenberg völlig nieder. „Gott der Allerhöchste wole in künfften von dieser hochbetrübten Stadt das gleiche Unglück in gnaden abwenden“, so schließt der Stadtschreiber seine Eintragung ins Stadtbuch. Auch das Rathaus auf dem Marktplatz wird vernichtet.  
1645   Der schwedische Oberst Gordon legt Holm (bei Driesen) an.  
Herbst 1649   Die Schweden rücken aus Driesen ab. Während der schwedischen Besetzung mußte die Neumark 60.000 Thaler und 10.000 Wispel Roggen an Kosten für die Stationierung aufbringen  
1660   Woldenberg hat 257 Häuser.  
 
  Das 18. Jahrhundert
1701   Gründung des preußischen Staates.  
5. Dez. 1709   Einweihung eines neuen Rathauses in Woldenberg am Ostrand des Marktplatzes.  
6. Okt. 1710   In Woldenberg vernichtete ein Brand 165 Häuser, 30 Buden und 67 Scheunen (randvoll mit Getreide). 3 Personen kamen zu Tode, viele erlitten Verbrennungen an Füßen und Händen. Beim Wiederaufbau wird der Marktplatz vergrößert und die Straßen werden nach einem regelmäßigen Grundriß neu gestaltet.  
1712–1786   Friedrich II. (König in/von Preußen, Friedrich der Große, der Alte Fritz). Er ist auch Kurfürst und Markgraf von Brandenburg und veranlaßt die Trockenlegung des Warthe- und Netze-Bruches.  
1717   Friedeberg und Woldenberg werden Garnisons-Standorte. In Woldenberg entsteht eine Kaserne in der Alten Marktstraße.  
1752   In Woldenberg sind folgende Gewerke vorhanden: 8 Bäcker, 3 Böttcher, 1 Drechsler, 2 Färber, 1 Glaser, 1 Hutmacher, 1 Kürschner, 3 Leineweber, 1 Maurer, 1 Nagelschmied, 2 Rademacher, 1 Riemer, 4 Schlächter, 1 Schlosser, 6 Schmiede, 16 Schneider, 1 Seiler, 32 Schuster, 1 Stellmacher, 1 Steinsetzer, 1 Tabakspinner, 36 Tuchmacher, 8 Tischler, 3 Töpfer, 1 Walker, 2 Zimmerer. Woldenberg hat 1330 Einwohner.  
1756–1763   Siebenjähriger Krieg.  
1758–1762   Verwüstung der Neumark durch Einfälle der Russen.  
25. Aug. 1758   Friedrich der Große schlägt die Russen in der Schlacht bei Zorndorf.  
12. Aug. 1759   Friedrich der Große verliert die Schlacht bei Kunersdorf.  
1762   Beginn der Urbarmachung des Netzebruches mit Verlegung der Netze.  
1763   Driesens Festung wird geschleift.  
1763   Friedeberg wird Sitz des Regimentsstabes und Standort von 2 Schwadronen der neumärkischen Dragoner.  
1763–1765   Durchstich der neuen Netze durch Oberst Petri.  
1763–1769   Wall- und Grabenziehung im Netzebruch.  
1772   Der Netzedistrikt und Westpreußen werden preußisch. Das Land Friedeberg ist nun nicht mehr Grenzland zu Polen.  
1773–1774   Bau des Bromberger Kanals.  
1780   Der Domänenrat Franz von Brenkenhoff, der Begründer der Besiedlung des Netzebruches (geb. 1723) stirbt.  
1796   Woldenberg erhält eine Poststation.  
 
  Das 19. Jahrhundert
1806–1808   Die Neumark ist von den Franzosen besetzt.  
1812   Bildung des Landsturms in Woldenberg: II. Lanzenträger-Kompanie, Stärke 96 Mann, Kapitän Kantor Schulz.  
1812   Durchmarsch der Franzosen.  
1813–1815   Die Befreiung von den Franzosen.  
1815   Preußische Verwaltungsreform: Woldenberg gehört nun zum Kreis Friedeberg.  
1816   Die nördlichen neumärkischen Kreise Dramburg und Schivelbein werden der Provinz Pommern zugeschlagen.  
1824   Beginn des Straßenausbaus zwischen Woldenberg und Lauchstädt zur Chaussee.  
1825   Bau der Staatsstraße Zanzthal — Woldenberg.  
um 1829   Die Chaussee von Berlin nach Königsberg in Ostpreußen wird bis Woldenberg ausgebaut (später die Reichsstraße 1).  
1846   Baubeginn der Eisenbahnstrecke Stargard — Woldenberg — Kreuz — Posen.  
1847   Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Stargard bis Woldenberg. Die Verlängerung der Strecke bis Kreuz wird 2 Jahre später eröffnet.  
1847   Die Woldenberger Papiermühle am Fließ wird stillgelegt.  
1853   Im Beisein von Preußen-König Friedrich Wilhelm IV. wird der Grundstein für den steinernen Woldenberger Kirchturm gelegt. Vorher gab es an der Marienkirche nur hölzerne Kirchtürme, die immer wieder abgebrannt waren. Der Kirchturm kostete 20.000 Thaler, wovon der König 6.000 Thaler aus seiner Privatschatulle zugeschossen haben soll.  
1857   Bau der Eisenbahnstrecke Kreuz — Landsberg (Preußische Ostbahn).  
3. Mai 1863   Das Gut auf dem Kietzfeld zwischeni Woldenberg und Mehrenthin erhält amtlich den Namen „Bayers Hof“.  
1867   In Woldenberg wird das „Bezirkskommando Woldenberg“ eingerichtet.  
1867   Friedebergs Lateinschule wird Gymnasium.  
um 1875   Aus dieser Zeit stammt das älteste Foto der Stadt Woldenberg.  
1. Juli 1881   In Woldenberg wird der „Männer-Turnverein Woldenberg“ gegründet. Erst am 3. Mai 1920 erhält der Verein auch eine Damenriege. * 
1888   Friedeberg erhält ein Lehrerseminar zur Ausbildung von Volksschullehrern.  
1893   Paul von Nießen veröffentlicht die „Geschichte der Stadt Woldenberg“. * 
1894   Mit dem Bau einer großzügigen Meliorationsanlage läßt sich endlich der Wasserstand des „Großen Sees“ sowie der Fließe zuverlässig regulieren.  
5. Okt. 1897   Eröffnung der Friedeberger Kleinbahn, womit eine Verbindung zur südlich verlaufenden preußischen Ostbahn (Berlin — Königsberg/Ostpreußen) hergestellt wird.  
 
  Das 20. Jahrhundert
1901–1902   Verlängerung der Friedeberger Kleinbahn bis Alt-Libbehne.  
1906–1907   In Driesen wird eine Kanalisation und Wasserleitung gebaut. In Woldenberg gab es das bis 1945 noch immer nicht. * 
1914–1918   Erster Weltkrieg.  
Feb. 1919   Auf der Pariser Friedenkonferenz erhebt Polen Gebietsforderungen auf ganz Oberschlesien, Teile Mittelschlesiens, die Provinzen Posen und Westpreußen den östlichen Teil Pommerns, Danzig und Masuren und fordert die völkerrechtliche Loslösung von Ostpreußen vom Deutschen Reich, was im Deutschen Reich einen Sturm der Entrüstung auslöst. [Karte Ost-Deutschlands von 1914]  
1919   Der Kreis Friedeberg wird durch den Versailler Friedensvertrag wieder Grenzland.  
1925   Das Friedeberger Lehrerseminar wird aufgelöst. Hier wurden seit 1888 über 900 Lehrer ausgebildet.  
um 1925   Woldenberg wird Luftkurort. * 
13. Juni 1926   Im Woldenberger Gehege (Wald) wird der städtische Turn- und Sportplatz durch den Bürgermeister Schultz feierlich eingeweiht. * 
1933–1936   Bau der Eisenbahnstrecke Kreuz — Schwerin durch den Süden des Kreises Fiedeberg.  
1938   Friedebergs Gymnasium wird Oberschule für Jungen.  
1938   Die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen wird aufgelöst. Das Gebiet Posen kommt zu Brandenburg. Die restlichen Gebiete werden den Nachbarprovinzen Pommern und Schlesien zugeordnet.  
1. Okt. 1938   Die Kreise Friedeberg und Arnswalde werden dem Regierungsbezirk Schneidemühl zugeschlagen. Sie werden damit nach 678 Jahren der Zugehörigkeit zur Mark Brandenburg pommersch, was der Bevölkerung arg mißfällt.  
1939–1945   Zweiter Weltkrieg.  
1939   Bei Woldenberg wird das militärische Lager „StaLag IIC“ errichtet, das zwischen 1940 und 1941 zum Offiziersgefangenenlager „OfLag IIC Woldenberg“ mit einer Fläche von 25 Hektar erweitert wird.  
1939   Woldenbergs Einwohnerzahl beträgt 5.344.  
 
  Ab 1945 — Das Ende und ein Neu-Anfang
Mitte Jan. 1945   Durch Woldenberg wälzen sich endlose Trecks mit Flüchtlingen aus Ostpreußen in Richtung Westen.  
26. Jan. 1945   Am späten Abend erhält Woldenberg von der NSDAP den Räumungsbefehl. Um Mitternacht läuten die Glocken der Marienkirche als Signal zum sofortigen Aufbruch. 1
27. Jan. 1945   In den frühen Morgenstunden fliehen Tausende Woldenberger vor allem per Eisenbahn vor der näher rückenden Roten Armee in Richtung Westen (Berlin via Stettin sowie in die Gegend um Hamburg). 2
28. Jan. 1945   Die Rote Armee erreicht am Morgen das Dorf Hochzeit an der Drage und nimmt es ein, womit sie rund 10 km vor Woldenberg steht. Deutsche Truppen wurden bei Wiesental einfach rechts liegen gelassen. Zu Kampfhandlungen kommt es an der Pommern-Stellung praktisch nicht.  
28. Jan. 1945   Panzer der Kampfgruppe der Panzer-Abteilung 503 der SS werden in Kallies (Raum Neuwedell) aus der Bahn geladen und im etwas südlich liegenden Zatten zum Angriff bereitgestellt.  
28. Jan. 1945   Gegen Abend besetzen Spitzen der Roten Armee Woldenberg kampflos. Dennoch wird die Stadt in der Nacht von „angetrunkenen Rotarmisten“ angezündet. Die Brände dauern bis zum Abend des 30.1.1945. Vom Stadtkern bleibt nur noch ein Trümmerhaufen übrig.  
29. Jan. 1945   Die SS-Panzer-Kampfgruppe erhält vom Oberbefehlshaber der Heeres- Gruppe Weichsel (SS-Reichsführer Himmler) den Befehl, zur Reichsstraße 1 zwischen Hochzeit und Woldenberg durchzubrechen und der Roten Armee damit den Nachschub abzuschneiden. * 
29. Jan. 1945   Am Tag wird das fast leere Friedeberg von Spitzen der Roten Armee besetzt.  
30. Jan. 1945   Im Morgengrauen erfolgt von Zatten aus der deutsche Panzer-Angriff in Richtung Woldenberg. Er führt unter hohen Verlusten zur zeitweisen Unterbrechung der Versorgungslinien der Roten Armee in den Raum Küstrin, hat aber vermutlich auch zur großen Zerstörung Woldenbergs beigetragen, worüber in den Berichten nichts gesagt wird. 4
31. Jan. 1945   Die Rote Armee steht an der Oder. Bei Kienitz wird der erste Brückenkopf gebildet. * 
Feb. 1945   Auf der Konferenz von Jalta wird das östliche Polen der Sowjetunion zugesprochen. Zum Ausgleich soll Polen mit den deutschen Gebieten bis zur Oder-Neiße-Linie entschädigt werden.  
14. März 1945   Die Sowjetunion überträgt Polen die Gebietshoheit über die von ihr besetzten Gebiete östlich von Oder und Neiße.  
8. Mai 1945   Mit der endgültigen Kapitulation Deutchlands ist in Europa der 2. Weltkrieg zu Ende.  
Sommer 1945   Durch die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz der 4 Alliierten (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) wird das Land östlich von Oder und Neiße – und damit auch die Neumark – vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung unter polnische Verwaltung gestellt.  
1945/46   Das frühere Woldenberg erhält in Anlehnung an den alten slawischen Namen „Dubegnewe“ den polnischen Namen „Dobiegniew“ (Neueiche). Aus Friedeberg wird „Strzelce Krajenskie“ und aus Driesen wird „Drezdenko“.  
ab 1945   Die Neumark und damit auch die Städte Woldenberg, Friedeberg und Driesen werden nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung („ethnische Säuberung“) neu besiedelt, zum größeren Teil von durch die Russen aus Litauen und der Ukraine vertriebenen Polen, zum anderen Teil von Umsiedlern aus Zentralpolen. Polen mußte seine Ostgebiete an Rußland abgeben (Westverschiebung Polens). * 
6. Juli 1950   Im Görlitzer-Vertrag erkennt die DDR die Oder-Neiße-Grenze an.  
10. Aug. 1958   Die ex-Woldenberger begehen fernab ihrer alten Heimat in Hamburg den 660. Jahrestag der Stadtgründung von Woldenberg. 5
um 1960   Nachdem die Trümmer der zerstörten Städte in der Neumark abgeräumt sind, beginnt der langsame Wiederaufbau der Städte im realsozialistischen Stil durch die Polen.  
3. Okt. 1990   Deutschland wird nach dem Mauerfall von 1989 wiedervereinigt und erkennt die Oder-Neiße-Grenze als Konsequenz aus dem 2. Weltkrieg als endgültige Grenze zu Polen an.  
 
  Das 21. Jahrhundert
1. Mai 2004   Polen wird in die Europäische Union (EU) aufgenommen, womit jegliche Grenzstreitigkeiten endgültig überwunden sein sollten. * 
2005   Grzegorz Gralinski veröffentlicht die „Geschichte der Stadt Strzelce Krajenskie / Friedeberg in der Neumark“. * 
30. Juni 2007   Die Einwohnerzahl der Großgemeinde Dobiegniew (ist größer als das frühere Woldenberg) beträgt 6.929.  
21. Dez. 2007   Die Grenzen mit Paß-Kontrollen zwischen Polen und Deutschland sind endgültig gefallen. Polen und Deutsche leben nun im gemeinsamen, freizügigen Europa. Denn das Schengener Abkommen tritt auch hier in Kraft. Jetzt gibt es endlich Reisefreiheit.  
       
    (Ergänzungen und weitere Links folgen demnächst).  
       
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    (Folgende Daten müsen noch geklärt werden).  
       
xxx   Woldenberg erhält seine erste Volksschule.  
xxx   Woldenberg erhält eine Mittelschule.  
xxx   Woldenberg erhält ein Amtsgericht.  
xxx   In Dobiegniew wird das „Museum OfLag IIC Woldenberg“ eröffnet.  
    Bitte noch fehlende Daten per E-Mail mitteilen.  
 
 
  1)  Noch am Nachmittag des 26.1.1945 hatten die Woldenberrger Parteifunktionäre gesagt: „Eine Flucht kommt nicht in Frage.“
  2)  Die Eisenbahnfahrt Woldenberg — Stettin — Berlin (Stettiner Bahnhof) dauerte 22 Stunden.
  3)  Die vorhandenen „Heimat-Kalender für den Kreis Friedeberg“ sind bislang nur zu einem Teil ausgewertet worden.
  4)  In solchen Militärberichten wird fast nie über die Folgen für die Zivilbevölkerung berichtet.
  5)  Viele Woldenberger verschlug es 1945 nach der Flucht in die Hamburger Gegend und nach Schleswig-Holstein.
   
  G ä s t e b u c h - E i n t r a g
Für Woldenberg mit Umgebung,
die Neumark und auch Pommern.
 



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