Woldenberg (Neumark)   —  Fragen über Fragen khd
Stand:  16.3.2010   (113. Ed.)  –  File: Heimat/W/Woldenberg_Fragen.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  G ä s t e b u c h - E i n t r a g
Für Woldenberg mit Umgebung,
die Neumark und auch Pommern.
 
Auf dieser Extra-Seite sind nunmehr die Fragen untergekommen, die bislang auf der Stadtplan-Seite formuliert worden waren. Der Umzug wurde zu einer Strukturierung der Fragen genutzt. Es werden hier Fragen festgehalten, die bei dieser Web-Präsentation angefallen sind.

Beim Zusammenstellen der Webseiten samt Fotos zu Woldenberg, Dobiegniew und der Neumark tauchten einige Fragen auf. Diese ließen sich nicht mit eigenem Wissen oder Internet-Recherchen beantworten. Deshalb sollen sie an dieser Stelle wenigstens festgehalten werden. Vielleicht gibt es ja mal dazu Antworten oder Gästebucheinträge, die dann hinter einem zugefügt werden sollen. (xxx = das folgt demnächst). [Translation-Service]

I n d e x :


Fragen — Zu Woldenberg/Nm.


  1. Was wurde wann und warum an der Einmündung des Breiten Fließes in den Woldenberger See verändert?
  2. Eine Teilantwort gab Herbert Prochnow auf seinem von ihm 1983 angefertigten Woldenberg-Plan in einer Fußnote:
    GROSSER SEE:   „Durch die Meliorationsarbeiten [u. a. zur Regulierung des Wasserstands] wurde 1896 der Wasserspiegel gesenkt, an den Ufern bildete sich ein neuer Landstreifen, den der damalige Bgmstr. Westphal an die Anlieger verpachten wollte. Der Bezirksausschuß verbot jedoch dieses, weil man evtl. wieder mit einem erhöhten Wasserspiegel rechnen müsse. Die Anlieger nahmen dieses neugewonnene Land kurzerhand zu ihren Gärten. 1939 erinnerte Bürgermeister Kaske an diese Vorgänge als er eine neue Seepromenade schaffen wollte. Über dieses Ansinnen war man anfangs entrüstet, das sollte sich aber ändern. 1940 entstanden zuerst die Zuwege zum Strandbad, um dann anschließend das Seeufer zur Promenade auszubauen. Begünstigt wurde das Vorhaben durch die Hilfe der französischen und polnischen Gefangenen. Es entstanden nun gleich zwei Bogenbrücken, die größere überspannte die Fließmündung [Ed: gemeint ist der Seeabfluß ins Fließ], die kleinere führte zur Insel. Diese entstand durch emporgewachsenen Sumpf, die dann geschickt ausgenutzt zu einem malerischen Winkel wurde. Das Gesamtbild wurde abgerundet.“

  3. Wie hoch war/ist die Fließgeschwindigkeit der Fließe?
  4. Gab es Einrichtungen zur Regulierung des Wasserhaushalts der Seen?
  5. Was genau passierte Ende Januar bzw. Anfang Februar 1945, als das Einrücken der Roten Armee die totale Zerstörung der Woldenberger Altstadt bewirkte? Gab es hier einen besonders starken Widerstand der Deutschen Armee oder des Volkssturms oder war es (angeordnete?) Disziplinlosigkeit der Rotarmisten?
  6. Alle bisherigen Recherchen besagen, daß das fast leere Woldenberg [Ed: denn die meisten Woldenberger flüchteten am 27. Januar 1945 mit der Eisenbahn oder mit einem Treck in Richtung Westen] am 28. Januar 1945 gegen Abend von Spitzen der Roten Armee „kampflos besetzt“ wurde. Einen deutschen Widerstand hat es nicht gegeben. Im Gegenteil: Beim Vormarsch der Roten Armee stellten sich am Morgen dieses 28. Januar deutsche Truppen, die bei Wiesental (liegt bei Hochzeit/Stare Osieczno) standen, gar nicht mehr einem Abwehrkampf *. Die Zerstörung der Stadt war also ohne Sinn. Oder wollte etwa die Rote Armee mit systematischen Wohnplatz- Zerstörungen den künftigen Besitzern – den polnischen Zwangs- Umsiedlern –, wie das manche Ost-Beobachter behaupten, von vornherein schaden?

    Es gibt aber auch Berichte, wonach um den 30. Januar 1945 eine zerstörische Panzerschlacht in der Woldenberger Gegend stattgefunden haben soll. Die schwere SS-Panzer-Abteilung 503 soll aus dem Raum Zatten (nördlich von Woldenberg) sich in Richtung Woldenberg vorgekämpft haben. Offensichtlich konnte sie mit ihrem Angriff für kurze Zeit eine Unterbrechung der russischen Versorgungslinien in den Raum Küstrin erreichen. Und es ist also möglich, daß beim Kampf um die Nachschublinie Woldenberg zerstört wurde. Aber präzise Berichte liegen dazu (im Internet) nicht vor.

    Diese Möglichkeit der Panzerschlacht kann als Ursache für die totale Zerstörung der Woldenberger Innenstadt sehr sicher ausgeschlossen werden, denn Helmut Lindenblatt berichtet in seinem Buch „Pommern 1945“ recht genau über die Ereignisse am 29. und 30. Januar 1945. Und da das auf Augenzeugen- Berichten sowie Archiv- Recherchen beruht, wird die dort erfolgte Schilderung der Wahrheit sehr nahe kommen: [Wie wurde Woldenberg von den Russen besetzt?]

  7. Wie hoch war die Wirtschaftskraft der Gemeinde Woldenberg vor 1945?
  8. Welche landwirtschaftlichen Produkte lieferten Woldenbergs Bauernhöfe in welchen Mengen in den deutschen Markt (ohne den Eigenbedarf der Stadt)?
  9. Womit wurde das Woldenberger Elektrizitätswerk betrieben?
  10. Falls es Kohle war: Wurde diese mit der Eisenbahn angeliefert, und woher kam sie in welchen Mengen?
  11. Wie hoch war vor 1945 im Mittel der Energieverbrauch von Woldenberg?
  12. Warum gab es in Woldenberg bis 1945 keine Kanalisation?
  13. Wie wurden damals die Fäkalien aus den ‚Örtchen‘ durch wen entsorgt?

  14. Wo bei Woldenberg lagen genau Vorwerke „Abbau“, die im Meßtischblatt Nr. 3060 von 1934 nicht namentlich verzeichnet sind?
  15. Eine Ansiedlung „Abbau“ lag rund 4 km östlich von Woldenberg und nördlich der Eisenbahnstrecke nach Kreuz. Auch im Norden und Süden von Woldenberg gab es in der Gramsfelder sowie der Schlanower Gegend an der Rohrsdorfer Chaussee) landwirtschaftliche Betriebe vom Typ „Abbauern“. Der „Abbau“ wurde in den 1920er-Jahren gegründet, um dort nach dem 1. Weltkrieg deutsche Umsiedler aus dem Warthegau eine neue Heimat zu geben. Der Warthegau fiel nach dem Krieg an Polen.

    Abbau Ost
    Zur Ansiedlung östlich von Woldenberg gehörten u. a. 5 Gebäude. In einer Mail beschreibt eine frühere Bewohnerin die Lage (the location) so:
          NO-Umgebung von Woldenberg
    ^   Nordöstliche Umgebung von Wol- denberg zum Anklicken (3,1 MB). Teil des Meßtischblatts Nr. 3060 von 1934.   (Repro: 2007 – khd)
    „Abbau lag nördlich der Bahnstrecke nach Kreuz, es führt ein Weg abzweigend von der Haupstraße Woldenberg — [Hochzeit] — Pila [Schneidemühl] rechts hinter dem [Mehrenthiner-]Fließ etwas bergan an der alten Ziegelei vorbei in Richtung Grapow Mehrenthin. Rechts ging ein Weg zum Bahnwärter-Häuschen [Ed: in der Karte markiert mit „B.W.“], halb links der Weg nach Grapow Mehrenthin. Abbau lag in Höhe des Grapower Sees und dem Gut Röllfitz. Es waren 5 Häuser in Abbau, von Woldenberg kommend [lebten dort die Familien]: Fisch, Gatzke, Nagel, Rupp, Schüler.

    Eigentlich genau nördlich von Bayers Hof. Hinter dem letzten Haus, Schüler, zweigte ein Weg zur Sandgrube, die heute noch zu sehen ist, und der weiterging zum Bahnwärter-Häuschen. Der weiterführende Weg ging über Feldwege nach Mehrenthin, davon zweigte hinter dem Wäldchen, „Kusseln“ genannt, links ein Weg nach Grapow ab, „Kirschen-Allee“ genannt.

    Von Abbau ist [heute] noch wenig zu sehen. 1980 waren noch mehr Mauerreste erkennbar, 1990 war fast alles verschwunden. Die restlichen Büsche und Bäume lassen noch erahnen, dass dort mal Häuser standen.“

    Auch der Birkenhof an der Hochzeiter Chaussee, von dem heute nichts mehr zu sehen ist, war ein Abbau-Hof.

  16. Wann wurde Woldenberg doch noch an das Leitungsnetz des Märkischen Elektrizitätswerkes angeschlossen (im Friedeberger Heimat-Kalender 1926 wird mitgeteilt (Seite 6): „Wegen Anschluß der Ortschaften (...) und der Stadt Woldenberg schweben Verhandlungen.“)?
  17. Und wann erhielten dann Bayers Hof und die anderen Woldenberger ‚Vorwerke‘ (Einzelhöfe) elektrischen Strom?
  18. Wann fand nach dem 1. Weltkrieg die Weihe der neuen Kirchenglocken statt?
  19. Wo war in Woldenberg die „Siedlung Freie Scholle“?
  20. Gibt es noch irgendwo schriftliche Überlieferungen zum jüdischen Leben in Woldenberg im 19. und 20. Jahrhundert?


Fragen — Zur Nazi-Zeit in Woldenberg




Fragen — Zum Woldenberger Kriegsgefangenenlager OfLag II C


  1. Wann wurden die (militärischen) Lager am Gehege auf beiden Seiten der Friedeberger Chaussee eingerichtet?
  2. In der bei Mossbach-Online publizierten umfangreichen „Liste der deutschen Lager für alliierte Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg“ wird die Eröffnung des „OfLag II C“ (Offizierslager für kriegsgefangene Offiziere) in Woldenberg mit Mai 1940 angegeben. Dieses große POW-Lager befand sich auf der Rohrsdorfer Seite der Friedeberger Chaussee, schräg gegenüber vom alten Wehrmachts-Standort (Barackenlager). [Fotos von 2005]

    Im dem Lager waren rund 7000 POWs hinter Stacheldraht – vor allem polnische Offiziere – eingesperrt. Befreit wurden die Gefangenen Ende Januar 1945 durch die Rote Armee. Heute steht dort die Gedenkstätte „OfLag II C Woldenberg“. Vermutlich wurde der Ort am Gehege schon im 19. Jahrhundert militärisch für Kasernen genutzt, denn Woldenberg war immer auch ein Militär-Standort, was mit dem seit 1847 vorhandenen Bahnanschluß Woldenbergs zusammenhängen könnte. [Das Kriegsgefangenenlager]

  3. Gibt es Bücher, in denen etwas in Deutsch oder Englisch (evtl. aus dem Polnischen übersetzt) über das Leben und Leiden der polnischen Kriegsgefangenen im Woldenberger OfLag II C berichtet wird?
  4. Wieviel polnische POWs wurden von 1939 bis 1945 im Lager OfLag II C von den Deutschen getötet?
  5. Warum gibt es im Mai 2009 vom Museum in Dobiegniew für ein internationale Publikum im Internet noch immer keine Beschreibung des Kriegsgefangenen-Lagers OfLag II C in Englisch?


Fragen — Zur Kreis Friedeberg




Fragen — Zur Neumark


  1. Gibt es eine Liste der in der Neumark vor 1945 vorkommenden Tierarten und Pflanzenarten, und welche seltenen Arten waren dabei?
  2. Eine Liste konnte zwar bislang nicht gefunden werden, aber im Friedeberger Heimat-Kalender von 1916 ist immerhin ein Aufsatz „Seltene Pflanzen der Heimat“ abgedruckt (Seite 90–99), in dem auf einige dort vorgekommene seltene Pflanzen hingewiesen wird. Es ist eine durchaus interessante Frage, wieviel davon 100 Jahre später übriggeblieben ist. [Liste seltener Pflanzen]



Fragen — Zu Pommern




Fragen — Zu Dobiegniew


  1. Nach welchen Prinzipien wurde nach 1945 in Dobiegniew (aber auch anderswo im früheren Ostdeutschland) das Eigentum an Land, Häusern und Wohnungen an die von den Russen weiter aus dem Osten (vor allem aus der West-Ukraine) vertriebenen Polen zugeteilt/vergeben, oder verblieb alles im Staatsbesitz?
  2. Im Kapitel 4.2.4.4 der Flucht-Dokumentation von 1954 heißt es:
    „Zu den ersten folgenschweren Maßnahmen, die der polnische Staat [1945] gegen die deutsche Bevölkerung verhängte, gehörte die entschädigungslose Vermögensenteignung. Sie wurde in verschiedenen Formen durchgeführt und bis Ende Mai 1945 beendet. Es begann damit, daß einzelne Polen sofort nach dem Einmarsch russischer Truppen Wohnungen, Häuser und Höfe deutscher Eigentümer für sich in Besitz nahmen. Nach dem Erlaß des Dekrets vom 28. Februar 1945, welches ganz allgemein die Enteignung der deutschen Bevölkerung anordnete, legalisierten polnische Behörden dieses eigenmächtige Vorgehen. Bei wachsendem Zustrom polnischer Interessenten wurden die Enteignungen in den Monaten März bis Mai 1945 in geschlossenen Aktionen auf ganze Dörfer ausgedehnt und die deutschen Bewohner kurzfristig aus ihren Höfen und Häusern herausgesetzt. Besitzanweisungen wurden ausgestellt, bei deren Verteilung sich bereits der Einfluß der Kommunistischen Partei bemerkbar machte. Neben polnischen Umsiedlern aus den von Rußland annektierten Gebieten Polens waren es vornehmlich die polnischen Landarbeiter deutscher Bauern, die bei der Verteilung deutschen Eigentums berücksichtigt wurden. Größere Güter soweit sie nicht von der russischen Armee in Verwaltung genommen worden waren, verfielen der Bodenreform und wurden nach der Parzellierung an polnische Siedler verteilt.“
    Diese Beschreibung gibt zwar noch keine erschöpfende Beantwortung der Frage, sie zeigt aber, daß wohl Zufall und Willkür bei der Verteilung des Eigentums eine wesentliche Rolle spielte.

  3. Gab es dabei im ‚Sozialismus‘ Ungerechtigkeiten, und wurden diese ggfs. später wie korrigiert?
  4. Wie gestalteten sich ab Februar 1945 die Lebensverhältnisse für die deutsche Rest-Bevölkerung und die zwangsumgesiedelten Polen in der von den Sowjets zerstörten Stadt?
  5. Darüber war bisher nur wenig bekannt. Insofern erhellt das Buch von Grzegorz Gralinski, das erst 2005 erschien, die damalige Situation in Friedeberg/Nm. (Strzelce). In Dobiegniew wird die Situation ähnlich gewesen sein.
    [Leben in der Nachkriegszeit]   [Anfänge der polnischen Verwaltung]

  6. Wann erhielt die Stadt offiziell den Namen „Dobiegniew“, und wie lange brauchte es nach 1945, bis in Dobiegniew die Trümmer abgeräumt waren und mit Neubauten begonnen wurde?
  7. Wie war das Verhältnis zwischen Polen und Russen in der Zeit nach dem Krieg?
  8. Im Kapitel 4.2.4.2 der Flucht-Dokumentation von 1954 heißt es:
    „Das Verhältnis zwischen Polen und Russen war in Ostdeutschland infolge der gegenseitigen Konkurrenz in der Beherrschung des Landes naturgemäß sehr gespannt, und in vielen Orten ist es zu fortgesetzten Auseinandersetzungen, ja sogar zu Schießereien zwischen ihnen gekommen. Neben der alten nationalen Feindschaft hat dabei vor allem die Tatsache mitgewirkt, daß die russischen Truppen in Ostdeutschland einen systematischen Abbau aller wertvollen Sachgüter betrieben und den Polen ein Land übergaben, dessen Landwirtschaft und Industrie weitgehend ausgeraubt waren.“
    xxx.

  9. Wo ist eigentlich nach 1945 der Schutt der Woldenberger Altstadt geblieben?
  10. Aus Steinbusch (Glusko) im früheren Kreis Arnswalde, das nördlich von Hochzeit (Stare Osieczno) im Naturschutzgebiet der Drage liegt, kam früher ein vorzüglicher Käse – der „Steinbuscher“. Hat man im heutigen Glusko diese Käsetradition fortgesetzt (immerhin wäre dieser wohlschmeckende Käse ja ein gutes Exportprodukt)?
  11. Gibt es heute am Ort des früheren „Bayers Hof“ noch immer einen Bauernhof, und wie heißt dieser?
  12. Einen Hof gibt es dort noch. In dieser Gegend am Mehrenthiner Fließ gibt es zudem eine kleine Siedlung, die polnisch „Osada Nowy Mlyn“ heißt (Osada = Ansiedlung). [mehr]

  13. Wo im Internet gibt in englischer oder deutscher Sprache solide Touristen-Infos (Hotels, Ferienhäuser, Restaurants, Fahrpläne, Angelbestimmungen etc.) über Dobiegniew und Umgebung?
  14.     Hotel Wodnik

    Ein Zufall (ein knapper Hinweis in einem Reisereport von 2005 einer Reise nach Neuteich bei Danzig sowie eine Bildrecherche via Google) gab im Herbst 2006 dann doch noch einen Hinweis auf ein kleines, feines Hotel in der Nähe von Dobiegniew – das „Hotel & Restaurant Wodnik“ (Hotel Wassermann, Telefon: 0048-95-7612288) in Dlugie (Dolgen) am malerischen Liebsee (Jezioro Lipie).

    Das ist die Gegend, wo früher der Gasthof „Zum Freyschützen“ lag. Die Übernachtungspreise mit Frühstück sind sehr moderat: 30 Euro/Nacht (Einzelzimmer), 36 Euro/Nacht (Doppelzimmer) und 45 Euro/Nacht (Appartement am See). Das Hotel wurde 2001 eröffnet. Insofern ist es erstaunlich, daß dieses Hotel nicht bei üblichen Hotelrecherchen (auch bei polnischen Services) nachgewiesen wurde.

  15. Was ist aus dem alten Woldenberger „Krieger-Denkmal“ geworden, das zum Gedenken an die Kriegsgefallenen des Krieges 1870/71 – noch nach 1945 – auf dem Marktplatz vor der Kirche stand?
  16. Dr. Martin Schenk berichtet 1968 davon, daß das alte Krieger-Denkmal noch am alten Platz stehe. Nun aber oben mit einem Kreuz versehen worden sei und die alten Inschriften abgemeißelt worden sind. Ob das Denkmal dort noch 2009 steht, ist unklar.

  17. Warum wurde beim Neuaufbau des zentralen Teils von Dobiegniew auf eine stadtgemäße Blockbebauung verzichtet und dort stattdessen die offene Bebauung bevorzugt?
  18. In welchem Jahr sind die aktuellen Luftaufnahmen von Dobiegniew entstanden?
  19. Welche land- und forstwirtschaftlichen Produkte werden heute in welchen Mengen aus der Gegend um Dobiegniew in andere Länder der EU exportiert?
  20. Wie ist heute in der Großgemeinde Dobiegniew das Abwasserproblem gelöst? Gibt es beispielsweise ein Klärwerk?
  21. Wurde 1998 in Dobiegniew das 700-jährige Bestehen der Stadt gefeiert? Oder welches Jahr wird heute als Gründungsjahr der Stadt angesehen?
  22.       750 Jahre Landsberg/Gorzów
    ^   Logo zur Feier „750 Jahre Landsberg/ Gorzów Wlkp.“ von 2007.  

  23. Wann wurde in Dobiegniew die Kirche nach 1945 katholisch neu geweiht?


  24. Was sind die Haupteinnahmequellen für die Dobiegniewer Bürger und Bürgerinnen? Ist das noch immer die Landwirtschaft?
  25. Was wurde wann und warum erneut an der Einmündung des Zuflußes (früheres Breites Fließ) zum Jezioro Wielgie (Woldenberger See) verändert?
  26. Bereits Ende der 1930er-Jahre wurde der Verlauf des Zuflußes zum See verändert. Bis dahin floß das vom Hermsdorfer See kommende „Breite Fließ“ dicht an den Grundstücken des westlichen Teils der Nordmauer vorbei [Foto]. Hier lag damals auch die „Spüle“ [Foto], wo Wäsche nach dem Waschen gespült wurde, um sie dann auf dem benachbarten Trockenplatz auf Leinen aufzuhängen. Damals wurde das Fließ etwas nach Norden verlegt und der Altlauf zugeschüttet, um hier eine Seepromenade anlegen zu können. Die Grundstücke verloren dadurch erheblich an Wert.



Fragen — Zum Verkehr


  1. Gab es durchgehende Eisenbahn-Züge von Woldenberg über Stettin nach Berlin zum Stettiner Bahnhof?
  2. Auch ein Blick ins Kursbuch 1944/45 der Deutschen Reichsbahn bringt hier noch keine Klarheit, ob es durchgehende Züge gab oder man in Stettin umsteigen mußte. Soviel ist sicher, bahntechnisch wären durchgehende Züge möglich gewesen. In Berlin starteten die Züge am Stettiner Bahnhof (nach 1945 hieß dieser dann Nordbahnhof), den es heute (2007) nicht mehr gibt. Seine Funktion wurde 2006 vom neuen Hauptbahnhof am Platz des früheren Lehrter Bahnhofs übernommen. Aber durchgehende Züge von Berlin in Richtung Dobiegniew (Woldenberg) gibt es immer noch nicht, was nicht nur an der polnischen Bahn liegt.

  3. Von welchem Berliner Bahnhof fuhren vor 1945 die Ostbahn- Eisenbahnzüge in Richtung Küstrin bzw. Kreuz ab?
  4. Ein Blick ins Kursbuch 1944/45 der Deutschen Reichsbahn bringt hier Klarheit: Diese Züge starteten am Bahnhof Berlin-Charlottenburg, fuhren über die Stadtbahn und hielten in Berlin an den Bahnhöfen Zoologischer Garten, Friedrichstraße und Schlesischer Bahnhof (heute der Ost-Bahnhof).

  5. Welche Pläne haben die Deutschen Bahn und die polnische Staatsbahn PKP, endlich wieder einen durchgehenden Zugbetrieb von Berlin ins Lebuser Land (Neumark) einzurichten?
  6. Offensichtlich gibt es auch 2 1/2 Jahre nach der EU-Aufnahme Polens (1.5.2004) noch immer keine konkreten Pläne. Im Gegenteil: 2006 gibt es einen lächerlichen Streit wg. der stündlichen Regionalverbindung Berlin — Kostrzyn (Küstrin).

    Seit dem Jahr 2007 tut sich nun aber etwas. Die Interessen-Gemeinschaft der Eisenbahn IGOB-EWIV, an der auch die Deutschen Bahn und Polens Staatsbahn PKP beteiligt sind, bemüht sich um eine Revitalisierung der „Ostbahn“ zwischen Berlin und Krzyz (Kreuz) und darüberhinaus. [mehr]

  7. Ist inzwischen die Eisenbahnstrecke Krzyz — Dobiegniew — Stargard Szczecinski — Szczecin (früher Kreuz — Woldenberg — Stargard — Stettin) zweigleisig ausgebaut?
  8. Wann endlich wird es eine schnelle ICE-Verbindung Berlin Hauptbahnhof (unten) — Szczecin (Stettin) — Stargard Szczecinski (Stargard) — Dobiegniew (Woldenberg) — Krzyz (Kreuz) — Poznan (Posen) — Wroclaw (Breslau) — Prag — Dresden — Berlin Hauptbahnhof (unten) geben?
  9. Gibt es im Lebuser Land zwischen den Orten einen Linien-Busverkehr, und wo im Internet gibt es dazu (Fahrplan-) Informationen?


Fragen — Sonstige Fragen


  1. Hat der „Woldenberg Riverfront Park“ in New Orleans (USA) etwas mit der Stadt Woldenberg in der Neumark zu tun?
  2. Was haben die pommerschen Adelsgeschlechter der „von Woldenberg“ und der „von der Woldenburg“ mit dem Ortsnamen Woldenberg in der Neumark zu tun?
  3. Bei den „von der Woldenburg“ und „von Woldenberg>“ handelt es sich um das gleiche alte begüterte Adelsgeschlecht (blaues Wappen mit einem silbernen Einhorn), das schon um 996 in Urkunden erwähnt worden sein soll. Woldenbergs Chronist Paul von Nießen gibt einen Hinweis, daß die „de Woldenbergh“ (auch „de Woldenborch“ genannt) im 13. Jahrhundert bei dem Ort Penthe eine Namensburg besessen haben. Leider konnte bisher mit Internet-Recherchen nicht geklärt werden, wo dieser Ort in Pommern einst lag. Vermutlich ist der Ortsname vom Chronisten in der Schreibweise fehlerhaft angegeben worden. Von Nießen vermutet aber 1893, daß dieses Adelsgeschlecht Namensgeber für die Stadt Woldenberg gewesen sei, die diesen Namen nachweislich seit 1333 trägt.

    Anfang Mai 2009 sandte nun ein Leser des Gästebuchs die folgende Abbildung aus einem Buch ein, auf der „Der Woldenberg“ mit einer großen Burg dargestellt ist. Dabei könnte es sich um die genannte Namensburg der „von Woldenberg“ handeln [Ed-6.5.2009: es stellte sich dann aber ein anderer Sachverhalt heraus]:

Der Woldenberg mit Burg um 1881
^   Der Woldenberg mit Burg um 1881. Die Namensburg der „von Woldenberg“ lag ganz sicher nicht bei der Stadt Woldenberg in der Neumark. Viele Fragen dazu sind noch offen. Im Buch-Begleittext werden zwar ein benachbarter „Langenberg“ und „Hainberg“ genannt, aber das oft so schlaue Google wußte damit nichts anzufangen. Die wichtigsten Fragen: Wo lag diese Burg genau? Existiert diese Burg noch heute?   (Repro: 2009 – andr)

    Auch wenn der Name des Berges „Woldenberg“ hier ohne „h“ geschrieben wird, führte die Angabe „Hainberg“ dann zusammen mit dem Hinweis von Herrn Bredereck aus Australien auf die richtige Spur: Bei Wikipedia gibt es eine Seite zu einer „Burg Wohldenberg“ bei Hildesheim in Niedersachsen, mit den Koordinaten: 52° 03’ 31” Nord, 10° 09’ 20” Ost. Und das ist die Burg, die oben im Bild dargestellt ist. Das ist also nicht die pommersche Namensburg der „von Woldenberg“, die von Nießen in der Woldenberger Stadtchronik erwähnte. Die Suche nach dieser Burg in Pommern geht also weiter.

  1. Gibt es in der Gegend des heutigen Dabie, das früher den Namen „Woldenburg“ getragen haben soll, noch Reste einer Burg der Familie von der Osten, die einst in diesem Regenwalder Land Güter besaßen?
  2.       Heimat der Familie von der Osten-Woldenburg
    ^   Lage der Namensburg des Adelsgeschlechts „von Woldenburg“ in Hinterpommern. Diese Familie gab im 14. Jahrhundert der Stadt Woldenberg (in der Neumark) ihren Namen.   (Grafik: 6.5.2009 – khd)

    Eine Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht. Da muß wohl schon jemand vor Ort nachschauen. Aber es gibt Neuigkeiten über die Lage der Namensburg „Woldenburg“ der Familie von der Osten. Es ist nun sicher, daß diese etwa 30 km nordöstlich von Naugard (Nowogard) im vorderen Teil von Hinterpommern lag. Das ist der Teil Hinterpommerns, der gleich rechts vom Stettiner Haff liegt. Bei Plathe (Ploty) besaß die Familie von der Osten ein Schloß. Später kamen noch weitere Besitzungen in der Neumark wie in Schildberg (Golenice), Rohrbeck und Warnitz (xxx) sowie andere hinzu.

    Das eigentliche Herkunftsgebiet des Geschlechts von der Osten soll das Paderborner Land (heute Westfalen) sein. Insofern könnte es doch eine Verbindung zu den Hildesheimer „Wohldenberg“ geben. Es kann aber auch sein, daß die Adligen verschiedener Geschlechter, sich den Namen „Wo(h)ldenberg“ einfallen ließen – vielleicht weil er ‚in der Luft‘ lag, Mode war. Unklar ist auch, welchen Ursprung dieser Name hat.

    Bei der Familie von der Osten gibt es mehrere Stamm-Linien. Uns interessiert hier nur der hinterpommersche Stamm, der auf Gerhard ab Osta zurückgeht, der 1171 zum Ritter geschlagen wurde. In der 3. Generation danach taucht dann im 13. Jahrhundert Friedrich von der Osten auf, der sich „Friedrich auf Woldenburg in Pommern“ nennt. Zu dieser Zeit muß es also die Woldenburg bei Plathe schon gegeben haben. Von seinen Nachfahren wurden 1317 die Ländereien um Driesen von den brandenburgischen Markgrafen gekauft, wie von Nießen 1893 berichtete.



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