BankGesellschaft Berlin – Informationen khd
Stand:  3.9.2007   (70. Ed.)  –  File: Politik/BankGesBerlin.html




Wenn man einen komplizierten Sachverhalt auf Anhieb nicht versteht, ihn aber wirklich verstehen will, dann sollte man darüber ein Buch schreiben – oder zumindest eine Chronik der Entwicklung. Das ist eine allgemeine Regel geistiger Arbeit. Und so entstand ab 2001 aus öffentlich zugänglichen Quellen eine „Chronologie des Berliner Banken-Skandals“, die im Internet publiziert ist.

Die BankGesellschaft Berlin (BGB) wurde zum 1. Januar 1994 auf Geheiß Berliner Politiker von CDU und SPD als Holding für die Landesbank Berlin (LBB), Berliner Bank, AllBank und BerlinHyp gegründet. Und diese BGB legte sich viele Töchter zu, darunter die in massiver Kritik stehenden und verlustbringenden Immobilien- Töchter um die IBG. Auf dieser Seite werden zunächst einige allgemeine Informationen über die BankGesellschaft Berlin (BGB) gegeben. (xxx = Text folgt demnächst). [Aktuelles]

I n d e x :  
      [ Manager des BGB-Konzerns ]
[ Leute in den BGB-Aufsichtsräten ]
[ Wirtschaftsprüfer des BGB-Konzern ]
[ Die kritischen Immobilien-Fonds ]
      BGB-Logo
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BankGesellschaft Berlin AG   (BEBG)
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  Worum geht es eigentlich beim Berliner Banken-Skandal?   


Worum geht es eigentlich beim Berliner Banken-Skandal?

Kreuz der BGB    
Im Januar 1994 wird in Berlin von der Großen Koalition aus CDU/SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) die „BankGesellschaft Berlin“ (BGB) als Aktiengesellschaft gegründet. Sie besteht aus dem Zusammenschluß der LandesBank (LBB) mit Sparkasse, der Berliner Bank (BB) und der Berliner Hypotheken- und Pfandbriefbank – der BerlinHyp.

Nachdem Berlin Sitz der Bundesregierung geworden ist, will Berlins Landesregierung die Stadt auch zur Finanz- Metropole machen. Und sie will durch die zu erwartenden Gewinne dieser Superbank ihre immer größeren Haushaltslöcher stopfen. Dabei soll das (spekulative) Immobiliengeschäft zur besonders kräftig sprudelnden Geldquelle werden.

Nach fast 10 Jahren stellt sich aber heraus: Die BankGesellschaft ist tatsächlich zu einer sprudelnden Geldquelle geworden – für die Manager der Bank, für befreundete Politiker und Unternehmer. Und keiner der vielen Aufsichtsräte will davon je etwas bemerkt haben. Zugleich hinterläßt die BGB Verluste von voraussichtlich 20 bis 30 Mrd. Euro – vielleicht aber auch noch mehr. Diese soll die Berliner Bevölkerung bezahlen. So braucht sich die Bank in den nächsten 30 Jahren über den Schuldenberg keine Sorgen zu machen, denn Berlins Regierung hat ihr 2002 eine „Risiko- Abschirmung“ von 21,6 Mrd. Euro zugesagt...

Im Herbst 2006 trennt sich die BankGesellschaft von ihrem skandalbelasteten Namen und nennt sich nunmehr „Landesbank Berlin Holding AG“ (LBB). Im August 2007 wird diese LBB an den Deutschen Sparkassen- und Giro-Verband (DSGV) für 5,3 Mrd. Euro verkauft. Das Land Berlin bleibt auf den BGB-Altlasten und den Schrott-Immobilien sitzen.


Und die umfangreiche Research-Arbeit seit 2001 – vor allem im Internet – hat in Sachen BankGesellschaft Berlin (BGB) dann das ergeben:

[ Zum 1. Teil der Chronik ]   —   [ Zum 2. Teil der Chronik ]   —   [ Zum 3. Teil der Chronik ]


  Die Eigentümer-Struktur der BGB   


BankGesellschaft Berlin AG (BGB)
Die Eigentümer-Struktur
Stand: August 2007
Quelle: Tagesspiegel – 13.9.2002, Seite 17 + Internet-Recherchen.
Eigentümer Anteil
1994
Anteil
2001
Anteil im
Aug.2001
Anteil am
1.9.2002
Anteil am
8.8.2007
Anm.
Land Berlin 56,8 % 56,6 % % 80,95 % 0,00 %  
Nord/LB 15,0 % 20,0 % % 10,85 % ? 10,85 %  1)
Streubesitz 18,2 % 15,9 % % 5,93 % ? 5,93 %  
Gothaer Beteiligungsgesellschaft 10,0 % 7,5 % % 2,27 % ? 2,27 %  2)
Deutsche Sparkassen --- --- --- --- ? 80,95 %  3)
Summe: 100,0 % 100,0 % % 100,00 % 100,00 %  
1) Nahm an der Kapitalerhöhung im August 2001 nicht teil.
2) Heute die Parion-Gruppe.
3) Der Deutsche Sparkassenverband (DSGV) kaufte im Juni 2007 die Ex-BGB.


  Die wichtigsten Beteiligungen der BGB   


    Die wichtigsten Beteiligungen der BankGesellschaft Berlin (BGB) sind unter anderem (in Klammern sind die Anteile notiert, mit einem * sind die unlauteren Töchter markiert):

  • BankGesellschaft Berlin AG (BGB). Das ist die Holding-Gesellschaft.
  • Berliner Bank AG (100 %). Das sind heute die Niederlassungen der BGB. Die Berliner Bank muß bis Anfang 2007 verkauft werden (EU-Auflage).
  • Berliner Sparkasse (100 %). Das ist heute eine Abteilung der LBB.
  • BerlinHyp – Berliner Hypotheken- und Pfandbrief-Bank AG (87,6 %). Chef war bis 2001 der CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky. Die BerlinHyp muß bis 2007 verkauft werden (EU-Auflage).
  • LPFV – Finanzbeteiligungs- und Verwaltungs-GmbH * (100 %). Verwaltet die umstrittenen Immobilien-Fonds.
  • IBG – Immobilien- und Baumanagement GmbH * (100 %). Ist ab 2002 nur noch für das Altgeschäft zuständig.
  • IBAG – Immobilien und Beteiligungen AG Berlin * (100 %). Legte die umstrittenen Fonds auf, darunter auch die "Sorglos-Fonds".
  • IBV (Wiesbaden) – Immobilien Beteiligungs und Vertriebsgesellschaft * (100 %). Die IBV gehört zur IBAG-Gruppe der BGB. Vertreibt die umstrittenen Fonds, darunter auch die "Sorglos-Fonds".
  • IBB – InvestitionsBank Berlin (100 %). Bis 1993 war das die WBK – Wohnungsbau-Kreditanstalt, die heute eine Abteilung der LBB ist.
  • LBB – LandesBank Berlin AG (100 %).
  • APK – Allgemeine Privatkundenbank AG Hannover (99,8 %).
  • Weberbank – Berliner Industriebank (95 %). Sie muß bis Ende 2004 verkauft werden (EU-Auflage).
  • Nemesis GmbH & Co. KG – Tochter der IBG. * *
  • FinTech-1 GmbH — FinTech-23 GmbH – 23 kleine Töchter der Nemesis GmbH & Co. KG. * *
  • Weiterer großer Anteilsbesitz – Der riesige Schatten-Konzern von BGB und IBAG. * Dieser ist im Geschäftsbericht für das Jahr 2001 auf den Seiten 158–175 aufgelistet.

    Seit Anfang 2003 soll die vom Land Berlin neu errichtete „Berliner Gesellschaft zum Controlling der Immobilien- Altrisiken GmbH“ (BCIA) vor allem die BGB-Töchter IBV und LPFV kontrollieren. In diese LPFV wurden seit 2001 alle Risiken der alten IBG verschoben. Die LPFV soll dem Berliner Abgeordnetenhaus vierteljährlich einen Bericht zur aktuellen Risiko- Lage liefern.


  Verluste des BGB-Konzerns   


Ergenisse des BGB-Konzerns
Das letzte Gewinn-Jahr – auf dem Papier – war 1999.
Erst ab 2004 kam die BGB wieder in die Gewinnzone.
Stand: 8. Februar 2006
Quelle: Internet-Recherchen.
Jahr Risiko-
Vorsorge
Operatives
Ergebnis
  1)
Ergebnis  2) Anm.
1999 368 Mio. Euro 696 Mio. Euro 157 Mio. Euro  
2000 1.564 Mio. Euro –1.750 Mio. Euro –1.648 Mio. Euro  
2001 763 Mio. Euro –632 Mio. Euro –112 Mio. Euro  
2002 531 Mio. Euro –48 Mio. Euro –699 Mio. Euro  
2003 351 Mio. Euro 195 Mio. Euro –316 Mio. Euro 3
2004 200 Mio. Euro 172 Mio. Euro 107 Mio. Euro  
2005 147 Mio. Euro 250 Mio. Euro Mio. Euro  
2006 Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro 4
2007 Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro 5
1) Ergebnis nach Risiko-Vorsorge und vor Abzug von Reserven.
2) Konzern-Ergebnis nach Steuern (– = Verlust).
3) Rückstellungen + Wertberichtigungen waren wg. EU-Auflagen notwendig.
4) Aus Imagegründen wird für 2006 die Zahlung einer Dividende erwartet.
5) Letztes Jahr unter staatlicher Regie.



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Anmerkungen und wichtige Quellen: 



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