Am 12. September 2005 um 21.00 Uhr sendete die ARD unter dem Titel Die Favoriten 6 Tage vor der Bundestagswahl, bei der es um Arbeit für alle ging ein TV-Streitgespräch zwischen den Top-Kandidaten der Parteien Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne), Herausforderin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Edmund Stoiber, FDP-Chef Guido Westerwelle und Gregor Gysi (Die Linke.PDS).Auf dieser Seite sind einige Bild-Impressionen dieses politischen Schlagabtausches dokumentiert, die für sich sprechen. Die Reihenfolge der digitalen TV-Shots (DVB-T Empfang der ARD in Berlin) entspricht dem zeitlichen Ablauf. Da das Gysi-Foto irgendwo im digitalen Nirvana landete, wurde es durch eines aus einer RBB-Sendung vom 13.9.2005 ersetzt. Hier durfte Gysi sowieso auch mehr sagen.
[Vor 25 Jahren: TV-Streit »Schmidt, Genscher, Kohl & Strauß« 1980] [Top-Kandidaten zur Bundestagswahl 2005]
| Gysi (Linke) + Fischer (Grüne) + Schröder (SPD) | Merkel (CDU) + Stoiber (CSU) + Westerwelle (FDP) |
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Von links nach rechts: Gregor Gysi (Die Linke.PDS), Moderator, Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne), Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Herausforderin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Edmund Stoiber, Moderator, FDP-Chef Guido Westerwelle. (Alle TV-Shots: 12.9.2005 khd)
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Gysi am Kranzler-Eck: Die Linke wird sich 2005 weder an einer Regierung beteiligen noch ein solche tolerieren. (TV-Shot: 13.9.2005 khd)
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Merkel wörtlich: Eine Große Koalition wird es nicht geben.. Hm, woher weiß sie das so sicher? (TV-Shot: 12.9.2005 khd)
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Das Fernsehstudio an der Budapester Straße in Berlins West-City unweit des Zoos. (TV-Shot: 12.9.2005 khd)
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Schröder im Wahlkampf. (TV-Shot: 14.9.2005 khd)
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Merkel im Wahlkampf. (TV-Shot: 14.9.2005 khd)
And the winner was:
- Nach der Sendung erklärten sich alle Favoriten zu Siegern im politischen Streit, was natürlich nicht stimmt. Vergleicht man aber diesen TV-Streit mit dem Streit von vor 25 Jahren (Schmidt Strauß), dann gab es 2005 überhaupt keine Sieger nur Verlierer beim argumentativen Kampf um die hohe Arbeitslosigkeit. Denn den heutigen Politiker fehlt schlichtweg durchweg das argumentative Niveau, um essentielle Fragen kontrovers adäquat zu behandeln. Jede Zeit hat die Politiker, die sie verdient. Und im Zeitalter der Spaß-Gesellschaft und Oberflächlichkeit, in der sogar viele TV-Frequenzen dazu genutzt werden, um TV-Zuschauer mit dämlichen Gewinnspielen abzuzocken, gibt's halt auch allzuviele Politiker des Mittelmaßes.
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) schrieb bereits 1996: Die Leute, die heute etwas zu sagen haben Politiker, Unternehmens- Chefs, Verbandsfunktionäre, Gewerkschaftsführer haben nicht die gleiche Qualität wie die unmittelbaren Nachkriegs- Generationen. Männer wie Adenauer, Schuhmacher oder Thomas Dehler wollten keine Karriere machen. Sie wollten Deutschland wieder in Ordnung bringen. Heutzutage wollen die meisten nur Karriere machen und Geld verdienen. Recht hat er, der absolute Sieger aus beiden TV-Streits. ‚PISA‘ hat über die Jahre voll zugeschlagen...
- SPIEGEL-ONLINE 13.9.2005 12.11 Uhr MESZ: Alle fühlen sich als Sieger.
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