Lipper Land  —  Das Hermanns-Denkmal bei Detmold khd
Stand:  3.12.2007   (15. Ed.)  –  File: Heimat/Sch/Ex/Hermanns-Denkmal.html


Die Lipper Rose Diese Seite ist Teil eines Schlangen-Reports. Schlangen war ein armes kleines Dorf im Lippischen, das hauptsächlich von der Landwirtschaft am Südwest- Hang des Teutoburger Waldes (Osning) und des Egge-Gebirges lebte. Heute (2007) ist es eine dörfliche Kleinstadt.

   
  Hermanns-Denkmal
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Eine der großen Sehenswürdigkeiten der Gegend ist das Hermanns- Denkmal im Teutoburger Wald am Südrand von Detmold. Auf dieser Seite sind einige Informationen über das „Hermanns-Denkmal“ zusammengetragen. [Translation-Service]

I n d e x :


Lipper Land — Das Hermanns-Denkmal


Das Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald aus der Luft gesehen
^   Das Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald bei Detmold. Die Aufnahme entstand um 1950. Das Denkmal erinnert an den Germanenfürsten Hermann den Cherusker, der im Jahre 9 n. Chr. die Römer besiegte.

Aufgrund von Grabungen wird heute (2007) vermutet, daß diese entscheidende „Varus- Schlacht“ nicht im Teutoburger Wald stattfand, sondern viel weiter nordwestlich bei Kalkriese am Rande des Wiehengebirges (nördlich von Osnabrück). Im Jahr 2009 wird der 2000. Jahrestag der Schlacht begangen. [mehr]

Das Hermanns-Denkmal wurde vom Baumeister Ernst von Bandel unter großen Schwierigkeiten von 1838–1875 erbaut. Es wurde im August 1875 eingeweiht. Es steht mit einer Gesamthöhe von 56 Metern auf den Fundamenten der Groteburg, einer alten Wallanlage auf dem Teutberg bei Detmold. [Links dazu]   (Repro: 2007 – khd)



Karte des teutoburger Waldes




A R C H Ä O L O G I E

Verwirrung um die Varusschlacht

Aus:
Der Spiegel – 46/2006, 13. November 2006, Seite 167 (Wissenschaft + Technik). [Original suchen]

      Wahrzeichen Hermanns-Denkmal
^   Das Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald ist das heimliche Wahrzeichen der ganzen OWL-Region. Hier ist es auf einer Kachel von 1951 verewigt worden.   (Foto: 2003 – khd)
Neuere Bodenfunde nähren Zweifel, ob Varus und seine Legionen im Jahr 9 n. Chr. wirklich in Kalkriese nahe Osnabrück den Tod fanden. Zwar kamen dort seit 1989 jede Menge antiker Waffenschrott sowie eine Rasensodenmauer zutage, hinter der sich angeblich der Cheruskerfürst Arminius [Hermann] verschanzte, um das Heer der Feinde seitlich aus dem Hinterhalt anzugreifen – 20.000 Legionäre fanden damals den Tod.

Doch die aktuellen Grabungsergebnisse, vorige Woche vorgestellt, sorgen nun für Verwirrung: Neben dem Erdwall verlaufen typisch römische Spitzgräben. „Sie sind 2 Meter tief und wurden von uns über eine Länge von 50 Metern verfolgt“, erklärt die Archäologin Susanne Wilbers-Rost; zudem habe in der Nähe eine römische Spitzhacke („Dolabra“) gelegen.

Die Forscherin geht davon aus, dass die Germanen die römische Ausschachtungstechnik nachahmten. Der Urgeschichtler Peter Glüsing aus Münster dagegen hegt nun grundsätzlich Zweifel an dem bisherigen Kampfszenario. Womöglich sei Kalkriese in Wahrheit ein „Militärlager der Römer“ gewesen, das mit der Schlacht des tiberischen Feldherrn Caecina 15 n. Chr. in Verbindung steht.

Am Mittwoch dieser Woche [15.11.2006] treffen sich die Arminius-Forscher zum Krisengipfel in Detmold, um die neuen Grabungsschätze zu erörtern, zu denen auch ein reichverziertes Silberblech gehört. Hauptfrage: Wo und wie vollzog sich die Varus-Katastrophe wirklich? [Grabungs-Report mit Fotos]



A R C H Ä O L O G I E

Die Varusschlacht

Wendepunkt der Geschichte?

Aus:
Wissenschaft-online, 6. August 2007, ??.?? Uhr MESZ (Rezensionen) von THOMAS BROCK (Hamburg). [Original=896244]

Noch dauert es 2 Jahre, bis sich die "Schlacht im Teutoburger Wald" zum zweitausendsten Mal jährt. Doch schon bringt das Jubiläum die Gemüter in Wallung. Meist geht es um die Frage: Ist die Ausgrabungsstätte von Kalkriese im Osnabrücker Land mit dem legendären Schlachtfeld identisch? Einig sind sich die Streitenden aber meist über die Bedeutung des Ereignisses, das gern als Wendepunkt oder gar Urknall der deutschen Geschichte bezeichnet wird.

Der Althistoriker Rainer Wiegels, Herausgeber des vorliegenden Titels, hält eine solche Einschätzung für weit überzogen und legt dies in seinem Buch offen dar. Denn auch nach ihrer Niederlage seien die Römer noch in Germanien präsent gewesen. Erst die Abberufung des Germanicus im Jahr 16 n. Chr. habe einen deutlichen Politikwechsel markiert. Die Hochstilisierung der Varusschlacht zum deutschen Gründungsmythos entsprang dem historischen Bewusstsein des 16. Jahrhunderts.

Das mag manchem unspektakulär erscheinen, doch gerade mit seiner sachlichen Darstellung hebt sich dieser Band wohltuend vom Kalkriese-Getöse ab, das in den kommenden Monaten noch an Lautstärke zunehmen dürfte. Schade ist nur, dass Laien der Flut von Detailinformationen, von Grundrissen, Gräben und Gruben archäologischer Fundstellen etwas hilflos gegenüberstehen dürften. Der Vermittlung historischen Hintergrundwissens haben Wiegels und seine Autoren für ein Buch mit "populärem" Anspruch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. [Buch-Infos]



V A R U S S C H L A C H T

Hamburger Studenten bauen römisches Kriegsschiff nach

Im Jahr 9 nach Christus tobte im Teutoburger Wald die Varusschlacht, in der Arminius die Römer vernichtend schlug. Zur 2000-Jahr-Feier des Ereignisses bauen Hamburger Studenten derzeit ein römisches Kriegsschiff nach – auch im Namen der Wissenschaft.

Aus: DDP-Meldung, 29. November 2007, ??.?? Uhr MEZ (xxx) von KATARINA SASS. [
Original]

HAMBURG (ddp). In der Luft der Werkstatthalle schweben Sägespäne, ein ohrenbetäubendes Kreischen von Kettensägen und anderen Werkzeugen erfüllt den Raum. Knapp ein Dutzend Hamburger Studenten und Auszubildende in blauen Latzhosen bearbeiten einen hölzernen Schiffsrumpf. Auf der Werft im Stadtteil Harburg entsteht derzeit ein originalgetreuer Nachbau eines römischen Kriegsschiffes aus antiker Zeit. Rechtzeitig zur 2000-Jahrfeier der Schlacht im Teutoburger Wald 2009 soll das Replikat fertig sein.

Im Jahre 9 nach Christus besiegte der Cheruskerfürst Arminius in der Varusschlacht mehrere römische Legionen mit 15.000 Soldaten. Damit war der Versuch, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens zur römischen Provinz zu machen, endgültig gescheitert. Unter dem Motto "Imperium Konflikt Mythos – Varusschlacht 2009" wird übernächstes Jahr in einem länderübergreifenden Projekt in Haltern am See an das römische Imperium, in Kalkriese an den Konflikt und in Detmold an den Mythos vom unbesiegbaren Germanen erinnert.

Der Schiffsnachbau, der auf der Vorlage eines Fundes aus der Oberpfalz basiere, soll im kommenden Frühjahr zu Wasser gelassen werden, erläutert der Historiker und Projektleiter Christoph Schäfer von der Universität Hamburg. "Die Römer haben seinerzeit mit diesem Schiffstyp im Vorfeld der Schlacht Truppen auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen transportiert", erklärt Schäfer. 2008 soll das rekonstruierte Kriegsschiff deshalb an verschiedenen Orten auf dem Rhein Halt machen und über die Ausstellungen informieren.

Doch bis dahin haben die jungen Bootsbauer in Hamburg noch alle Hände voll zu tun, müssen sie hämmern und sägen wie einst die Römer. Erste Resultate sind bereits sichtbar. Die hölzerne Grundkonstruktion, das sogenannte Spantengerippe, ist schon fertig und lässt die imposante Gestalt des Schiffes erahnen.

"Selbst die Holznägel haben wir angefertigt"

Nach seiner Fertigstellung erhoffen sich die Hamburger Studenten wissenschaftliche Erkenntnisse über das 16 Meter lange und 3 Meter breite Römerschiff. "Wir wissen aus archäologischen Funden, dass es in der Antike diese Kriegsschiffe gab, aber wir kennen weder die genauen Funktionen noch die Leistungsfähigkeit dieses Schiffstyps", sagt Schäfer. Auf Testfahrten sollen deshalb Informationen zu Höchstgeschwindigkeit, Seetauglichkeit und Belastbarkeit erhoben und anschließend publiziert werden.

"Uns interessiert, wie praktikabel und wichtig diese Kriegsschiffe für die Militärstrategie waren", so der Historiker. Deshalb würden nur Materialien verbaut, die damals auch zum Bau der Originalschiffe verwendet worden seien. "Das Schiff besteht komplett aus Eichen- und Lärchenholz, und selbst die Holznägel haben wir angefertigt", sagt Schäfer. Der Nachbau sei der erste aus dieser Epoche und liefere somit bedeutende Erkenntnisse zum Schiffbau im ersten Jahrhundert.

Gleichzeitig verschafft das Bauprojekt arbeitslosen Jugendlichen eine neue berufliche Perspektive. "An dem Schiff werden 30 Jugendliche zum Bootsbauer ausgebildet", sagt Teamleiter Gerrit Wagener. "Die Zusammenarbeit zwischen den Azubis und den Studenten läuft super, und die Handgriffe sitzen mittlerweile, so dass wir gut im Zeitplan liegen", berichtet der Student. Insgesamt bauen 14 Geschichtsstudenten in ihrer Freizeit an dem Boot mit.

Die Schirmherrschaft des Projekts haben Spitzenpolitiker um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übernommen. Die Ausstellungen sollen 5 Monate dauern. "Wir können schon jetzt sehr zufrieden sein", sagt Schäfer. An der Varusschlacht selber sind die Schiffe selbstredend nicht beteiligt gewesen. Das tagelange Gemetzel zwischen Römern und Germanen hat aller Wahrscheinlichkeit in einem Sumpfgebiet am Teutoburger Wald stattgefunden.



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