Schlangen (Lippe)  —  Geschichte einer Region im Lipper Land khd
Stand:  3.1.2008   (44. Ed.)  –  File: Heimat/Sch/Ex/Schlangen_Geschichte.html



Schlangen Diese Seite ist Teil eines Schlangen-Reports. Schlangen war ein armes kleines Dorf im Lippischen, das hauptsächlich von der Landwirtschaft am Südwest- Hang des Teutoburger Waldes (Osning) und des Egge-Gebirges lebte. Heute (2007) ist es eine dörfliche Kleinstadt.

   
  S c h l a n g e n
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Auf dieser Seite ist die geschichtliche Entwicklung dieser Region des Landes Lippe und seines Verflechtungsgebietes in tabellarischer Form dargestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte des Dorfes Schlangen. Diese neue Zusammenstellung beruht auf Angaben aus verschiedenen Quellen. Mit den * zum Anklicken sind weiterführende Links angegeben. [Translation-Service]

I n d e x :


Aus der Geschichte des Landes Lippe und Schlangens


Chronik des Dorfes Schlangen und
des umgebenden Lipper Landes

Neu zusammengestellt von
Karl-Heinz Dittberner
1999–2007

Quellen: Schlangen-Chronik + Internet-Recherchen (u.a. *, * ) + Gemeindeblätter.  3)


 
Zeit W a s   g e s c h a h ? Anm.
 
  Frühgeschichte
ca. 8000–5000 v. Chr.   Die Mittel-Steinzeit. In dieser Zeit haben bereits Menschen in der Gegend um Schlangen gelebt, wie zahlreiche Funde belegen.  
ca. 5000–1800 v. Chr.   Die Jung-Steinzeit. Durch Funde sind in der Schlänger Gegend die Anfänge von Ackerbau und Viehzucht belegt. Erstmals werden Bäume gefällt und feste Häuser gebaut. So wurde u.a. 1957 in Schlangen beim Gut Dedinghausen zufällig eine Steinaxt aus der Jungsteinzeit gefunden, die dem Kulturkreis der Bandkeramik (Donaukreis) zuzuordnen ist.  
ca. 1800–800 v. Chr.   Die Bronzezeit. Man beginnt für die Verstorbenen Grabhügel aus Plaggen und Grassoden zu bauen, wie Funde bei Schlangen belegen.  
um 800 v. Chr.   Der Beginn der Eisenzeit.  
um 600 v. Chr.   Frühgermanen siedeln in der gesamten Region des Lipper Landes. Aber in der Gegend des heutigen Dorfes Veldrom wird aufgrund von Infrarot-Luftbild- Aufnahmen die Existenz eines römischen Kohorten-Kastells vermutet.  
 
  Nach Christus
9 n. Chr.   Varusschlacht im Teutoburger Wald. In einer dreitägigen Schlacht vernichtete das Heer des Germanenfürsten Arminius (Hermann) der Cherusker das römische Heer des Varus und befreite damit das germanische Land von römischer Herrschaft. 1
um 750   In der Höhle der Externsteine bei Horn machen Menschen Feuer. * 
777   Urkundliche Erstnennung der Stadt Paderborn als „Patris Brunna“. In der Paderborner Gegend haben aber bereits in der Alt-Steinzeit (2.500.000 bis 8.000 v. Chr.) Menschen unterschiedlicher Stämme gelebt.  
780   Schlangens Nachbarort Bad Lippspringe wird erstmals als „Lippiogyspringiae“ von Karl dem Großen erwähnt.  
783   Die heutige Sitz der OWL-Bezirksregierung Detmold (und von 1918–1947 Hauptstadt des Freistaats Lippe) wird erstmals in einer Urkunde als „Theotmalli“ erwähnt.  
836   Geistliche holen die Reliquien des Hl. Liborius aus Le Mans (Frankreich) in die Bischofsstadt Paderborn. Daran erinnert heute in jedem Jahr das Libori-Fest Ende Juli.  
um 850   Das Dorf Oesterholz wird als „Astonholteimarki“ erstmals urkundlich erwähnt.  
um 850   Erwähnung des Ortes Veldrom als „Drohem“.  
um 900   In Schlangen existiert am heutigen Standort bereits eine Kirche, wie 1969 durchgeführte Grabungen zeigten.  
um 1000   In Kohlstädt wird eine kleine Herrenburg gebaut. Die Ruine ist noch heute (1999) vorhanden. Dabei handelt es sich um eine der kleinen Burgen des frühen Mittelalters, die nach fränkisch normannischem Muster erbaut wurden. Kernstück war ein mächtiger Wehrturm. Die Burg war Wohnsitz einer edlen Familie und hatte vermutlich die Aufgabe, die Paßstraße über den Teutoburger Wald (Egge) zu überwachen. * 
um 1020   Die Dörfer Schlangen und Kohlstädt werden in einer Urkunde als „Lanchel und Colstidi“ erstmals erwähnt. Oesterholz heißt in dieser Urkunde nun „Astanholte“.  
um 1100   Paderborner Mönche des Klosters Abdinghof kaufen die Externsteine bei Horn. Die Mönche schufen im Felsen u.a. zwei Kapellen und ein großes Wandrelief der Kreuzabnahme Jesu.  
1123   Der Edelherr Bernhard I. (1123–1158) wird erstmals in einer Urkunde als „Bernhardus de Lippe“ erwähnt.  
 
  Das 13. Jahrhundert
1248   Die Stadt Horn wird erstmals urkundlich erwähnt.  
1263   Stadtgründung von Detmold durch den Edlen Herrn Bernhard III. zur Lippe (1230–1265) mit dem Namen „Detmelle“ am Werreübergang der alten Handelsstraße von Paderborn nach Lemgo. Die junge Stadt erhält das Lippstädter Stadtrecht.  
       
 
  Das 14. Jahrhundert
1312   Bau der Burg Lippspringe durch das Paderborner Domkapitel (Priesterkollegium am Dom). Im Umkreis der Burg siedeln sich Bauern und Handwerker aus der Umgebung an.  
um 1350   Der heutige Ort Schlangen wird „Ostlangen“ genannt.  
       
 
  Das 15. Jahrhundert
1447   Einfall der Böhmen ins Lipper Land, wobei Burge und Städte zerstört werden – auch Detmold.  
1470   Beginn des Baus der Wasserburg in Detmold.  
       
 
  Das 16. Jahrhundert
1522   In Lippe beginnt die Reformation.  
1529   Die edlen Herren zur Lippe werden zu Reichsgrafen erhoben.  
1552   Am alten „Thieplatz“ (Versammlungplatz) an der Grenze zwischen Lippe und dem Bistum Paderborn bei Lippspringe finden sich wieder einmal Abgesandte des Grafen zur Lippe und des Bischofs von Paderborn ein, um über Grenzstreitigkeiten zu verhandeln.  
1597–1599   Bau eines Jagdschloßes in Oesterholz durch Graf Simon VI zur Lippe (1563–1613). Ein Teil der eindrucksvollen Fachwerkbauten ist erhalten. * 
 
  Ab 30-jährigem Krieg
1618–1648   Der Dreißigjährige Krieg richtete auch in Schlangen sehr große Verwüstungen an.  
1659   In der Senne wird das Dorf Haustenbeck durch den Grafen Hermann Adolph zur Lippe gegründet.  
um 1670   Einen Hexenprozess gab es in Schlangen nicht, aber auch viel Gerede von Hexerei und Zauberei sowie reichlich Gerüchte über den alten Wegener, der als „Währwolf“ Schafe des Herrn von Haxthausen auf Dedinghausen gerissen haben soll. Erst ein Gericht konnte das mittelalterliche ‚Mobbing‘ stoppen.  
um 1675   In Schlangen wütet die Seuche der „roten Ruhr“.  
2. Mai 1678   Schlangen wird durch ein Großfeuer bis auf 20 Häuser in Schutt und Asche gelegt.  
26. Mai 1682   Im Dorf Ober-Loßbruch bei Detmold weiht eine Familie Gise (spätere Schreibweise Giese) ihr nach dem 30-Jährigen Krieg neugebautes Bauernhaus ein. Diese Haus ist heute (2006) eines der ältesten erhaltenen Bauernhäuser im Lipper Land. * 

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  Das 18. Jahrhundert
um 1700   Schlangen erhält seine erste Schule. Sie wird dicht bei der Kirche gebaut.  
1725–1730   Bau der 2,5 Kilometer langen, vierreihig mit Eichen und Buchen bepflanzten „Fürstenallee“ von Schlangen bis zum „Kreuzkrug“. Sie gilt als schönste lippische Landstraße und eine der eindrucksvollsten in Deutschland. * 
1752   In Detmold wird die Lippische Landesbrandkasse gegründet.  
1756–1763   Siebenjähriger Krieg. Schlangen ist erneut von großen Zerstörungen betroffen.  
1786   Beginn der Aufforstung des Egge-Gebirges mit Fichten.  
1789   Die edlen Herren zur Lippe werden zu Reichsfürsten erhoben.  
1790   Im Land Lippe gibt es rund 9000 Gewerbetreibende (Handwerker und Kaufleute). Davon waren 3800 Spinner und 1700 Weber.  
1791   In Schlangen wird ein jährlicher Vieh- und Kram-Markt eingerichtet.  
 
  Das 19. Jahrhundert
um 1810   Im Zuge des beginnenden deutschen Nationalismus wird der Mittelgebirgszug „Osning“ in „Teutoburger Wald“ umbenannt.  
1815   Das Land Lippe tritt dem Deutschen Bund bei.  
um 1817   Die „kleine Senne“ bei Schlangen (die westlich des Dorfs bis zur Strothe gelegene Wiese) wird parzelliert.  
1824   Vom Haufen-Dorf Schlangen an der Senne wird eine genaue Karte angefertigt. Auf dieser Basis wird in den 1950er-Jahren ein Modell des Dorfes gebaut. * 
1830   Der alte Schlänger Kirchhof bei der Kirche wird geschlosen und stattdessen ein neuer Friedhof an der Straße nach Paderborn Ecke Schützenstraße eingerichtet. Dieser ist heute (1999) ein „Ehrenhain“.  
um 1850   Die „große Senne“ bei Schlangen (das westlich der Strothe gelegenen sandige Land) wird parzelliert. Ein Teil wird Kavallerie-Übungsplatz.  
1851   Der heutige Truppenübungsplatz Senne wird als Kavallerie-Übungsplatz für die Kavallerie-Einheiten der Garnisonen Paderborn und Neuhaus in der Senne bei Schlangen angelegt. Die Senne liegt im östlichen Teil der Münsterschen Bucht und ist dem Höhenzug des Teutoburger Waldes nach Südwesten vorgelagert. * 
1838–1875   Bau des Hermanns-Denkmals auf den Fundamenten der Grotenburg auf dem Teutberg bei Detmold durch den Baumeister Ernst von Bandel. * 
1871–1945   Das Land Lippe ist Gliedstaat des neugegründeten Deutschen Reiches.  
16. Aug. 1875   Einweihung des Hermanns-Denkmal südwestlich von Detmold. * 
1889   In Schlangen wird der 3. Friedhof angelegt, gleich gegenüber dem 1830 eingerichteten 2. Friedhof auf der anderen Seite der Lippspringer Straße (heute Paderborner Straße).  
1891   Das Senne-Lager wird zum Militärübungsplatz erklärt.  
1. Nov. 1895   Schmiedemeister Gustav Solle übernimmt in Schlangen die Dorfschmiede von Räker, der früh gestorben war. * 
 
  Das 20. Jahrhundert
18. Aug. 1904   Schlangen brennt fast vollständig ab. Über 80 Gebäude gehen verloren. * 
1904–1908   Wiederaufbau von Schlangen.  
1906   Das Kaufhaus Georg Emmighausen feiert Richtfest. * 
9. Jan. 1909   Die Stadt Paderborn gründet zusammen mit der RWE die PESAG (Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG), die in der Region das Straßenbahnnetz ausbauen wird.  
8. April 1911   Eröffnung der PESAG-Straßenbahnstrecke Paderborn — Marienloh — Bad Lippspringe.  
1912   Die letzte kaiserliche Pferde-Post Horn — Lippspringe kommt durch Schlangen. * 
31. März 1912   Eröffnung der PESAG-Straßenbahnstrecke Bad Lippspringe — Schlangen — Kohlstädt — Externsteine — Horn, die später bis Detmold weitergeführt wird.  
1914–1918   Erster Weltkrieg.  
1918   Nach dem 1. Weltkrieg wird das Land Lippe Freistaat.  
1926   In Kohlstädt wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. * 
1926   Der Lehrer Hilker veröffentlicht eine Chronik des Dorfes Schlangen.  
1927   Schlangen erhält endlich eine öffentliche Wasserversorgung (Wasserleitungsnetz). Tiefbrunnen werden bei Oesterholz und Kohlstädt erbohrt. * 
um 1935   Die Reichsstraße 1 (die heutige Paderborner Straße) heißt in Schlangen nun Adolf-Hitler-Straße.  
ab 1936   Die Straßenbahn fährt nicht mehr durch die Externsteine bei Horn. Sie fährt nun längs der Paßstraße (Reichsstraße 1) über die Egge. * 
1937   In der Senne entsteht bei Augustdorf ein Lager des Reichsarbeitdienstes (Nordlager des RAD), das heute (2002) von der Bundeswehr als Kaserne genutzt wird.  
1937   Auf dem Mönkeberg (424 m) bei Feldrom (bei Veldrom) baut die Deutsche Wehrmacht in Vorbereitung des Kriegs eine leistungsstarke Funksendezentrale (Nr. 276). Hier wurde während des Kriegs von 1939 bis 1945 der nationale Sender des Luftlage-Warndienstes betrieben.  
um 1938   Der Truppenübungsplatz in der Senne wird in Vorbereitung des Krieges (der später 2. Weltkrieg genannt werden wird) stark vergößert.  
1939   Das alte Dorf Haustenbeck in der Senne muß aufgegeben werden, da das Militär auch diese Fläche beansprucht  
1939   Schlangens Einwohnerzahl beträgt xxx.  
1939–1945   Zweiter Weltkrieg.  
25. Jan. 1945   Im Senne-Lager bei Schlangen/Lippe macht sich die schwere Panzer-Abteilung 503 der SS mit 39 (meist neuen) Tiger-II-Panzern auf den Weg durch Schlangen nach Lage/Lippe, wo sie am 26.1.1945 auf die Eisenbahn verladen werden, um über Berlin an die Ostfront befördert zu werden. Ihr Auftrag vom SS-Chef Himmler: Aufhalten der massiv vorrückenden Roten Armee. Das mißlang gründlich, und auch diese ‚Elite-Truppe‘ vermochte nicht, die Zerstörung von u.a. Woldenberg/Neumark zu verhindern – vielleicht hat sogar diese SS (Schutz-Staffel!) mit ihrem sinnlosen Kampf dazu beigetragen. * 

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Frühjahr 1945   Der Eisenbahn-Viadukt bei Altenbeken wird bei einem Bombenangriff teilweise zerstört, wodurch der Eisenbahnverkehr empfindlich gestört wird. * 
Ende März 1945   Über der Senne (und Schlangen) werfen alliierte Flieger Flugblätter ab. Darin heißt es u.a.: „Euer Heimatort kann gerettet werden! Verhindert, dass Euer Dorf oder Eure Stadt dem Erdboden gleichgemacht wird! Sprecht mit den Soldaten! Erklärt ihnen, dass Verteidigung des Ortes nicht nur nutzlose Selbstaufopferung bedeutet, sondern gleichzeitig für den Ort selbst ein TODESURTEIL darstellt. Verhindert, dass Euer Ort als Widerstandsnest ausgebaut wird. Helft den Soldaten, sich selbst und damit Euren Ort für eine bessere Zukunft zu erhalten!“  
April 1945   Noch kurz vor Kriegsende quartiert sich eine Einheit der SS in der Schule von Veldrom – nicht weit von Schlangen – ein. In Gefechten mit den Alliierten sterben 10 deutsche und 16 amerikanische Soldaten. Erst als die Alliierten drohen, das Dorf zu bombardieren, gab die SS ihren Widerstand auf. * 
8. Mai 1945   Mit der endgültigen Kapitulation Deutchlands ist in Europa der 2. Weltkrieg zu Ende.  
 
  Nach 1945
1945   Schlangen liegt in der britischen Besatzungszone und ist unzerstört durch den 2. Weltkrieg gekommen. Die Engländer übernehmen das Senne-Lager bei Schlangen.  
1946   Nicht nur in Schlangen blüht der Schwarzhandel mit lebensnotwendigen Gütern wie Benzin, Zigaretten, Schokolade... Und auch die ‚Tommys‘ aus der Senne- Nachbarschaft mischen kräftig mit.  
1946   In Schlangen wird ein Volksbildungswerk gegründet.  
21. Jan. 1947   Mit der Verordnung Nr. 77 ordnet die britischen Militärregierung an, daß der bisherige „Freistaat Lippe“ zum neuen Land Nordrhein-Westfalen gehört. Aber in 5 Jahren solle darüber noch einmal das Volk abstimmen. Dazu kam es aber nicht. Damit endet die fast 800-jährige Selbstständigkeit Lippes. * 
5. Nov. 1948   Der nordrhein-westfälischen Landtag beschließt Gesetze für den Anschluß des Freistaats Lippe, die 1949 in Kraft treten. Basis für diese Regelungen sind die Lippischen Punktationen.  
1949   Der Landesverband Lippe wird gebildet, der das Sondervermögen des früheren Freistaats Lippe verwalten wird.  
ab etwa 1950   In Schlangen herrscht eine rege Bautätigkeit. Das Dorf wird größer.  
um 1950   In Schlangen wird an der Lippspringer Straße (heute Paderborner Straße) eine kleine katholische Kirche gebaut.  
1953   Die PESAG-Straßenbahnstrecke zwischen Schlangen und Horn wird stillgelegt, da sie u.a. den wachsenden Autoverkehr behindert. Außerdem hätte die PESAG in neue Straßenbahnen investieren müssen, was sich nicht mehr rechnete.  
17. März 1953   Zwischen Paderborn und Detmold fährt die letzte durchgehende Straßenbahn der PESAG. * 
1954   Um die „Arbeitslast der Hausfrauen zu erleichtern“ richtet die Gemeinde Schlangen eine Gemeinschaftswaschanlage ein.  
1956   In Schlangen gibt es 66 Telefon-Anschlüsse und noch 82 Pferde.  
1957   Der noch vom alten Dorf Haustenbeck verbliebene östliche Rest wird in das Dorf Oesterholz eingemeindet.  
31. Aug. 1957   Die Gemeinde Schlangen hat 3861 Einwohner. Nach 1945 waren rund 1000 Flüchtlinge und Ausgebombte aus dem Osten Deutschlands nach Schlangen zugezogen.  
1958/59   Auch der PESAG-Straßenbahnbetrieb zwischen Schlangen und Paderborn Hbf. wird in 3 Etappen eingestellt. Den Verkehr übernimmt eine Buslinie.  
5. Sept. 1959   In Schlangen wird die neue Volksschule beim Sportplatz eingeweiht.  
27. Sept. 1963   In Paderborn fährt die letzte Straßenbahn. Die gesamte Region ist nun straßenbahnfrei. Umweltfeindliche Autos haben freie Fahrt.  
um 1965   Angesichts wachsenden Durchgangsverkehrs wird der kurvenreiche Verlauf der Bundesstraße 1 in der Ortsmitte Schlangens durch eine westliche Verlegung begradigt.  
1970   Kommunale Neuordnung in Nordrhein-Westfalen. Die bis dahin selbstständigen Orte Schlangen, Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck werden zur Groß-Gemeinde Schlangen zusammengeschlossen.  
1970   Im romanischen Kirchturm der Ev.-ref. Kirche in Schlangen wird unter alten Farbschichten ein Christopherus-Wandbild aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Dabei handelt es sich um die älteste Christopherus-Darstellung Westfalens.  
1972   In Paderborn wird eine Universität neu gegründet.  
1975   Paderborn wird durch Eingemeindungen Großstadt (mehr als 100.000 Einwohner).  
1980   In Schlangen sind auf dem Wege der Stadtwerdung die meisten alten Fachwerkhäuser durch Abriß verschwunden. Sie standen nicht unter Denkmalschutz. 8
um 1985   In Schlangen darf ein Investor (WLW) an der Berliner Straße die ersten stadtartigen 3-geschoßigen kompakten Wohnhäuser bauen.  
um 1990   In Schlangen werden nun Straßen und Wege durch die Verwendung von künstlichen Betonverbundsteinen ‚verschönert‘.  
1991/92   Im Zuge des Neubaus der Bundesstraße 1 (B 1) zwischen Horn und Paderborn wird die 393 Meter lange und 14,50 Meter breite Strothetalbrücke bei Kohlstädt im Taktschiebeverfahren gebaut.  
1993   Schlangen erhält ein Dorf-Museum. * 
um 1994   Die neue Bundesstraße 1, die Schlangen im Westen umgeht, wird in Betrieb genommen. Schlangen wird damit auf einen Schlag vom enormen Durchgangsverkehr entlastet. Über negative Auswirkungen bei Geschäften wurde wenig bekannt. Es wird sie aber gegeben haben.  
1995   Die Bebauung Schlangens geht im Süden (Straße „Zum Kurwald“) nahtlos in die von Bad Lippspringe über. Ist es nun eine Frage der Zeit, wann das ur-lippische Schlangen als Vorort in die OWL-ische Stadt Bad Lippspringe eingemeindet wird?  
Herbst 1998   Auf den Feldern bei Schlangen kommt es durch extreme Wetterlagen mit reichen Niederschlägen [Vorboten des Klimawandels] zu einer sehr starken Bodenerosion mit Verlust des Humus, was erhebliche Folgen für die Landwirtschaft haben wird. * 
1999   Schlangen geht eine Partnerschaft mit der finnischen Stadt Viitasaari ein.  
 
  Das 21. Jahrhundert
um 2001   Die Gemeinde Schlangen plant im Bereich zwischen Kirche und Schlänger Bach eine Neubebauung, um die Ortsmitte aufzuwerten.  
2002   Die Gemeinde Schlangen ist im weltweiten Internet mit einer Homepage präsent. 7
31. Dez. 2003   In Schlangen leben 9063 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 119 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Noch um 1950 hatte Schlangen nur rund 3000 Einwohner.  
2005   Das Geheimnis um die Externsteine bei Horn wird fast gelüftet: Die dort gefundenen ältesten Feuerspuren stammen aus dem 8. Jahrhundert – nicht aus grauer Vorzeit. * 
2006   Der Kreistag Lippe beschließt, den Straßenbau, den Straßenbetrieb und die Straßenunterhaltung des Kreises zu privatisieren. Dieses soll künftig per ‚Public-Private-Partnership‘ (PPP) erfolgen. Nicht nur Experten halten dieses Ansinnen für „Blödsinn hoch Zehn“. Man könne nicht alle staatlichen (Pflicht-) Aufgaben privatisieren, heißt es bei der Bürgerinitiative, die solche Fehlplanung durch ein Bürgerbegehren kippen will. 4
2007   Die Lippische Landesbibliothek (LLB) in Detmold stellt im Rahmen der „Lippischen Bibliographie Online“ nun auch digitalisierte Bilddokumente aus der Region Lippe ins Internet. Dabei sind auch alte Fotos aus Schlangen. 9
2007   Die Obere Straße (L 937) in Schlangen soll nun so umgebaut werden, daß sich die entstandene Verkehrssituation beruhigt. * 
 
       
    (Ergänzungen und weitere Links folgen demnächst).  
       
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    (Daten müsen noch geklärt werden).  
       
xxx   In Schlangen wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.  
xxx   Angesichts wachsenden Durchgangsverkehrs wird der kurvenreiche Verlauf der Bundesstraße 1 in der Ortsmitte Schlangens durch eine westliche Verlegung begradigt.  
xxx   In Schlangen wird am östlichen Rand (auch zur Erschließung neuer Wohngebiete) die „Obere Straße“ (L 937) parallel zur Paderborner Straße (alte B 1) bis Lippspringe neu gebaut. Aber schon bald bemerkten die Schlänger, daß sie sich damit noch mehr Durchgangsverkehr eingebrockt hatten. * 
xxx   Die neue Bundesstraße 1, die Schlangen im Westen umgeht, wird in Betrieb genommen. Schlangen wird damit auf einen Schlag vom enormen Durchgangsverkehr entlastet. Über negative Auswirkungen beim Umsatz der Geschäfte wurde wenig bekannt. Es wird sie aber gegeben haben.  
xxx   Schlangen erhält an der Rosenstraße ein Bürgerhaus. * 
xxx   Schlangen baut an der Gartenstraße einen neuen Kindergarten.  
xxx   Schlangen erhält eine Kanalisation. Das Klärwerk wird am Ende der Schützenstraße gebaut. 6
    Hallo Schlänger Internet-Nutzer! Bitte noch fehlende Daten per E-Mail mitteilen.  
 
 
  1)  Wir wissen heute, daß diese Schlacht zwischen Germanen und Römern nicht im Teutoburger Wald stattfand. [mehr]
  2)  Die enorme Zerstörung der Kleinstadt Woldenberg in der Neumark ist sichtbar in dieser Dobiegniew-Galerie.
  3)  Die aus der Hinterlassenschaft vorhandenen „Schlänger Gemeindeblätter“ sind bislang nur zu einem Teil ausgewertet worden.
  4)  Sitzt die Straßenbau-Lobby schon im Lipper Kreistag? Was beim PPP rauskommen kann, zeigt die Berliner Kreisel-Story – Staat zahlte mächtig drauf.
  5)  In diesem Bauernhaus wuchs Gustav Solle senior auf, der 1895 die Dorfschmiede in Schlangen übernahm.
  6)  Hm, wollte Schlangen die Lippspringer ärgern?
  7)  Hm, aber die Homepage von Meiningsen – einem nur-400-Seelen-Dorf im Westfälischen bei Soest – ist viel schöner...
  8)  Auf dem ‚flachen Land‘ mangelt es meist an einer soliden Bauleitplanung. Mit Bebauungsplänen hätte der Weg gewiesen werden müssen.
  9)  Im Frühjahr 2007 waren noch nicht allzuviel Dokumente digitalisiert und online.

Schlangen — xxx


(more to-be done).





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