Aus: Der Gemeindebote Nr. 7,
20. Dezember 1957, Seite 12 + 16 (Schlangen/Lippe) von HAUSMANN. Links sind redaktionell zugefügt
worden.
Wie die Tagespresse mitteilte, wurde in diesem Herbst [1957] bei dem Gute Dedinghausen von einem
Schüler der hiesigen Volksschule ein nicht alltäglicher Fund gemacht. Es handelt sich um eine
Steinaxt, welche, wie Herr Nebelsiek vom Lippischen Landesmuseum mitteilte, aus der
Jungsteinzeit stammt und etwa 4000
bis 5000 Jahre alt ist. Für die Heimatsgeschichtsforschung sind Funde dieser Art natürlich
sehr wertvoll, geben sie doch Aufschluß über die Besiedlung unserer Heimat vor Jahrtausenden.
Wie auch dieses Stück zeigt, liegt Lippe in einem Grenzgebiet mehrerer jungsteinzeitlicher
Kulturkreise. Dies Axt muß, wie Herr Bebelsiek weiter ausführte, dem
sogenannten Donaukreis, auch
Bandkeramiker
Kreis genannt, zugeordnet werden.
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Bei Schlangen 1957 gefundenes Steinbeil, was etwa 4000 bis 5000 Jahre alt ist
(Oberseite).
(Repro: 2007 khd)
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Die Menschen in jener Zeit hatten schon feste Wohnplätze und benutzten Geräte wie diese Axt zur
Arbeit und natürlich auch als Waffen. Ein solches Gerät mit den damaligen Mittel herzustellen,
ist eine Leistung, vor der wir auch heute noch unsere Bewunderung bezeugen müssen. Wie Versuche
gezeigt haben, benötigte man, um die wundervoll glatte Bohrung herzustellen, mit den damaligen
Bohrmaschinen aus Holz etwa 50 bis 70 Arbeitsstunden. Vorher aber mußte man den Stein noch
schleifen, damit er seine glatte äußere Gestalt bekam. Welch eine Leistung, wenn man die
primitiven Mittel der Menschen damaliger Zeit berücksichtigt.
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Bei Schlangen 1957 gefundenes Steinbeil, was etwa 4000 bis 5000 Jahre alt ist
(Unterseite).
(Repro: 2007 khd)
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In den Lippischen Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde, Band 26, ist eine Fundchronik
der Kreise Detmold und Lemgo veröffentlicht, aus welcher hervorgeht, daß in den Jahren 1948
bis 1957 im Kreise Detmold 41 vorgeschichtliche Funde angemeldet worden sind, von denen aber nur ein kleiner
Teil aus der Steinzeit stammt. Da auch bei uns durchaus mit der Möglichkeit weiterer Funde gerechnet
werden kann, ergeht hiermit die Bitte, an solchen Eigentümlichkeiten nicht achtlos
vorüberzugehen, sondern sie fachmännischer Auswertung zuzuführen!