Aus: Brandenburg-Kurier Nr. 1/07.
In diesem Jahr [2007] finden im Land Brandenburg viele Veranstaltungen statt, in denen des
850jährigen Bestehens der Mark Brandenburg gedacht wird. Entscheidend ist dabei das Datum des 11.
Juni 1157, der Tag, an dem der Askanier Albrecht der Bär in die Heveller-Feste Brandenburg einzog
und dort sein Banner aufpflanzen ließ.
Am 3. Oktober desselben Jahres ist die erste überlieferte Urkunde Albrechts des Bären
ausgestellt, in der er sich Markgraf in Brandenburg nennt. Die Brandenburg war schon seit dem
10. Jahrhundert eine bedeutende slawische Burg. Man muß sie sich ungefähr so vorstellen, wie
sie hier abgebildet ist.
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Die Brandenburg um 950. Sie lag auf der heutigen Dominsel der Stadt Brandenburg.
(Repro: 2007 khd) |
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Anfang des 10. Jahrhunderts nahm der Sachsenkönig Heinrich I. Burg und Herrschaft den slawischen
Hevellern ab. Vermutlich schon 948 wurde hier das erste Bistum östlich der Elbe gegründet. Mit
dem Slawenaufstand 983 gewannen die Slawen ihre Herrschaft noch einmal zurück. Nach
Wiederannäherung und Kooperation zwischen Slawen und Deutschen seit dem 10./11. Jahrhundert gelang
es Albrecht dem Bären aus dem Geschlecht der Askanier, sich nach dem Tod des letzten slawischen
Herrschers Pribislaw-Heinrich als Erbe in den Besitz der Brandenburg und des Heveller-Reiches zu setzen,
das seit dem 11. Juni 1157 dauerhaft in deutscher Hand blieb.
Die Herrschaft der askanischen Markgrafen von Brandenburg dehnte sich bis an die Oder aus. Als
Hauptburgen der Mark bezeichnete Albrecht der Bär die Brandenburg, Havelberg, Werben, Arneburg,
Tangermünde, Osterburg und Salzwedel. Im 13. Jahrhundert überschritten die Askanier die Oder
und begannen mit der Errichtung der Neumark. Zu dieser Zeit war die Mark Brandenburg eine der
größten Landesherrschaften im deutschen Königreich.
Von der slawischen Brandenburg sind heute oberirdisch keine Reste mehr zu erkennen. Sie lag auf der
heutigen Dominsel [der Stadt Brandenburg]. Ab 1165 wurde hier der Dom mit Domstift errichtet. Als
Hauptstadt der Markgrafschaft Brandenburg, als Bischofssitz, als Ort eines seit 1326 bezeugten
Schöppenstuhls (Gericht) und als Fernhandelsstadt bildete Brandenburg im Mittelalter das
unbestrittene Zentrum zwischen Elbe und Oder.
Als sich im 16. Jahrhundert die Reformation ausbreitete, verloren Stadt und Domkapitel Brandenburg an
Einfluß und infolge des Aufstiegs von Berlin als kurfürstlicher Residenzstadt ihre
führende Stellung.