I n h a l t : [1. Teil] [2. Teil]
5.4.1999 (dpa/t-off). Der Euro kommt, doch wie kommt das Euro-Zeichen in den Computer? Wie das zweimal durchstrichene runde E aussehen soll, hat die Europäische Kommission zwar auch im Internet unter http://www.europa.eu.int/euro/ bis ins Detail festgelegt. Doch damit ist es mit der Einfachheit schon fast vorbei. Die Umstellung auf den Euro sei für Softwarehersteller "weitaus problematischer" als es die Rechtschreibreform jemals war, weiß man dann auch beim Software- Riesen Microsoft.Schriftenhersteller wie die amerikanische Firma Adobe bieten im Internet bereits kostenlos verschiedene Fontfamilien an, die auch das Euro-Zeichen enthalten [http://www.adobe.com/]. Nach der Installation genügt es, ein beliebiges Zeichen zu schreiben und den gewünschten Euro-Font im Schriftenmenü auszuwählen.
Anders sieht es aus, wenn das Euro-Symbol für besondere Schriften verwendet werden soll, die nicht zur Standard- Ausrüstung des Computers gehören. Für jede Schrift der einzelnen Schriften-Hersteller müssen hier neue Updates mit dem entsprechenden Symbol vom Schriften-Hersteller angefordert werden.
Etwas komplizierter wird es jedoch, wenn das Zeichen ohne den umständlichen Wechsel der Schriftart einfach über ein Tastaturkürzel auf den Monitor und später aufs Papier kommen soll. In diesem Fall muß die Bildschirmschrift ein Euro-Zeichen (À) enthalten und der Tastaturtreiber die entsprechende Kombination erkennen. Für Web-Seiten gilt dann der HTML-Code "À". Unter Umständen ist auch noch der Druckertreiber zu aktualisieren. Für den Einsatz in Tabellenkalkulationen muß das Zeichen zudem als Währungszeichen erkannt werden.
Ohne Zusatzaufwand läuft die Umstellung auf den Euro lediglich für Anwender der Betriebssysteme Windows 98 und künftig Windows NT 5.0 sowie des MacOS 8.5 von Apple ab. Für ältere Versionen des MacOS sind dem Unternehmen zufolge ein entsprechender Zeichensatz sowie eine aktualisierte Fassung des Druckertreibers nötig, der demnächst kostenlos im Internet erhältlich sein soll. In der MacOS Version 8.5 ist der Euro bereits integriert. Es lohnt sich auch ein Versuch, mittels Tastenkombination "Option-Shift-D" einen Euro zu kreieren. [Download: Euro-Tools für Apple Macintosh]
Für die Betriebssysteme Windows 95 und Windows NT 4.0 stellt Microsoft kostenlos die nötige Software für die Euro- Umstellung bereit [http://www.microsoft.com/germany/office/euro/eurofaq.assp.download]. Die Tools und Dateien sind auch zu finden unter http://www.microsoft.com/windows/euro.asp. Weitere Infos finden sich auf dem Microsoft-Server. Hier läßt sich ein kleines Zusatzprogramm herunterladen und nach Anleitung auf dem PC installieren. Anschließend sollen alle gängigen Programme wie Microsoft Word, Office, Outlook oder Excel in der Lage sein, über das Tastaturkürzel "Alt-Gr + e" das Währungszeichen zu zaubern.
Für alle ältere Betriebssystem-Versionen darunter MS-DOS ist ein solches Update nicht geplant. Deren Nutzer werden sich vorerst mit der Installation zusätzlicher Schriftschnitte begnügen müssen.
EU-Kommission kritisiert unzureichende Vorbereitungen
BRÜSSEL (wff/HB). Viele Bürger haben sich mit dem Euro
offenbar noch nicht angefreundet. Ein Jahr bevor die Menschen ab Januar
2002 die Euro-Münzen und -Scheine in den Händen halten und sich
zwei Monate später vom gewohnten nationalen Geld trennen müssen,
bleibt noch viel zu tun. Dies bestätigte auch die Europäische
Kommission jüngst in ihrem vorerst letzten Bericht über die
Vorbereitungen zur Einführung des Euro-Bargeldes.
Vielleicht ist es die wegen des lange Zeit schwachen Euro- Kurses nicht
gerade größer gewordene Akzeptanz der neuen Währung.
Jedenfalls kennen noch immer nur 35 % der EU-Bürger das genaue
Datum für die Einführung der Euronoten und -münzen. Nur
wenig über 20 % wissen, wie lange nationales und Euro- Bargeld
noch neben einander umlaufen, nämlich nach dem 1. Januar 2002
höchstens zwei Monate.
Die Nutzung des Euro als Buchgeld hat kurz vor Jahresende nicht zugenommen.
Nur weniger als 1 % der Unternehmen haben ihre Buchführung
bislang umgestellt. Der Anteil des Europageldes am Zahlungsverkehr
erreicht dem Volumen nach durchschnittlich nur 1,8 % bei
Privatpersonen und 3,2 % bei Unternehmen. Die Zahl der bei den
Banken in Euro geführten Konten nahm sogar ab. Zahlreiche Unternehmen
verwechseln, so die Untersuchungen der Kommission, das Ende der
Übergangszeit von der Euro- Einführung Anfang 1999 bis Ende 2001
mit dem Ende des Parallelumlaufs von nationaler Währung und
Euro- Bargeld (28.2.02). Die Verwirrung erklärt sich wahrscheinlich
daraus, dass der Parallelumlauf ursprünglich für ein halbes Jahr
bis Mitte 2002 geplant war.
Werde nichts unternommen, so könnten im Jahr 2002 sowohl auf
wirtschaftlicher wie auch auf politischer Ebene Schwierigkeiten auftreten,
mahnten die für Währung, Finanzmärkte, Industrie und
Verbraucher zuständigen Kommissare. Nicht zuletzt wurde auf
zusätzliche Kosten für jene Unternehmen verwiesen, die am 1.
Januar 2002 nicht umstellungsbereit sind. Schon im Juli hatte sich
Brüssel durch Verzögerungen beunruhigt gezeigt, die vor allem bei
den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) deutlich waren. Dies war der
Anlass für eine Informationskampagne. Mitte Oktober legten die
Brüsseler Kommissare nochmals mit einem Maßnahmenpaket nach.
In den Empfehlungen an Mitgliedstaaten, Verbände, Banken und
Unternehmen zielen viele Maßnahmen auf die verstärkte Nutzung
der Europawährung schon 2001. So sollen Bankkonten von Privatkunden
bereits im dritten Quartal auf den Euro umgestellt werden mit
gleichzeitiger Angabe in Landeswährung. Die Kunden sollen
frühzeitig möglichst viel nicht benötigtes Bargeld auf die
Konten einzahlen, um später den Umtausch gering zu halten. An
öffentliche und private Arbeitgeber appelliert Brüssel, die
Gehälter in Euro oder mit doppelter Betragsangabe abzurechnen. Die
Sozialpartner sollen Tarifverhandlungen in Euro führen. Den
öffentlichen Verwaltungen wird empfohlen, bei Auftragsvergabe und
Ausschreibungen den Euro zu verwenden. Versandhandel und
Fernabsatzunternehmen, große Supermärkte und Kaufhäuser
fordert die EU-Behörde auf, bei den bargeldlosen Zahlungen bei der
doppelten Preisangabe den Euro in den Vordergrund zu stellen. Am
deutlichsten werden die Brüsseler Sorgen wohl mit dem Satz
dokumentiert: "Zu vermeiden ist, dass der Verbraucher am 1. Januar 2002
mit dem Gefühl aufwacht, im Ausland zu sein."
Finanzminister Hans Eichel hat erstmals mögliche Fehler bei der
Euro-Umstellung eingeräumt. Gastronomen und Dienstleister hätten
rücksichtslos die Preise nach oben getrieben und damit die Stimmung
verdorben.
BERLIN. Erstmals hat ein Mitglied der Bundesregierung
eingeräumt, dass die Umstellung auf den Euro deutlich schwieriger und
für den Verbraucher teurer war als von der Regierung erwartet. "Wir
haben uns zu sehr auf die Selbstverpflichtung des Handels verlassen, das
war möglicherweise ein Fehler", erklärte Finanzminister Hans
Eichel im SPD-Parteivorstand.
Andere Länder wie etwa Frankreich oder die Niederlande hätten die
Umstellung "besser hingekriegt". Die Pariser Regierung hatte
Preiserhöhungen sogar verboten. Insbesondere die Gastronomie und eine
Reihe von Dienstleistern, so Eichel, hätten nach der Euro-
Einführung mit Preiserhöhungen "ziemlich zugelangt". Der
Finanzminister räumte ein: "Das hat bei den Leuten auf die Stimmung
gedrückt." [mehr]
Der Handel hatte geglaubt, die "Teuro"-Debatte werde von selbst
in der Versenkung verschwinden. Eine krasse Fehleinschätzung: Nachdem
Finanzminister Hans Eichel die Stimmung mit seinem Boykottaufruf nochmals
angeheizt hat, befürchten nun viele Unternehmen, öffentlich an
den Pranger gestellt zu werden.
BERLIN. Hans Eichel ist ein sparsamer Mensch. Wenn er mittags
einen schnellen Happen essen will, geht er gerne in eine Döner- Bude
an der Berliner Wilhelmstraße, unweit des Finanzministeriums. Statt
sich allerdings die große Fleischplatte kommen zu lassen,
begnügt sich der Minister in der Regel mit einem halben Hähnchen
plus Salatbeilage auf das Getränk verzichtet Eichel meist.
Wer so aufs Geld achtet, reagiert schon bei kleinen Preiserhöhungen
gereizt. Neulich echauffierte sich Eichel öffentlich über eine
Eisbude in der Nähe seiner Wohnung. Die habe den Preis einer Kugel
von 1,50 Mark auf einen Euro erhöht. "Die Qualität des Eises ist
gut, aber die drastische Preiserhöhung ist ärgerlich", so der
Minister.
Konsumenten können ihre Beschwerden auf der Website zu Protokoll
geben, die Verbraucherzentrale fordert die betroffenen Unternehmen dann zu
einer Stellungnahme auf, die an gleicher Stelle veröffentlicht wird.
Auf der Liste finden sich bereits zahlreiche Beispiel wie die folgenden:
Eichels kaum verhohlener Aufruf zum Konsumentenstreik bringt den Handel in
Rage. "Boykottaufrufe sind Politik auf Stammtischniveau und gefährden
die Konjunktur", sagte der Hauptgeschäftsführer des
Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Holger Wenzel, der
Bild-Zeitung. Ein Drittel der Preissteigerungen sei steuerlich
bedingt und damit von der Bundesregierung zu verantworten.
Die Zeitung schreibt heute, ohne Quellen zu nennen, Branchenriesen wie
Aldi, C&A, Metro und Ikea wollten in Kürze bei der Bundesregierung
eine schriftliche Erklärung abgeben, in der sie versichern, die
Euro- Einführung nicht für Preissteigerungen genutzt zu haben
[Ed: na, die waren es ja auch nicht].
Im Einzelhandel liegen die Nerven offenbar blank die Unternehmen
hatten gehofft, dass die "Teuro"- Debatte von selbst abebben und die
Verbraucher nach anfänglichem Murren schon Ruhe geben würden.
Daraus wird jetzt wohl nichts [Ed: schließlich ist ja auch Wahljahr].
Es erscheint im Gegenteil wahrscheinlicher, dass einzelne Unternehmen in
den Medien als Preistreiber an den Pranger gestellt werden. Speziell
für Einzelhandelsketten, deren wichtigstes Werbeargument ihre "kleinen
Preise" sind, wäre das der PR-Gau.
[mehr]
[14.05.2002: Teuro-Debatte Handel wütend über
Eichels Boykottaufruf]
Verbraucher jammern über Wucher, Finanzminister Eichel ruft zum
Boykott unverschämter Einzelhändler auf. Zu Recht? Die ZEIT
veröffentlicht die neuesten Preisänderungen aller Produkte auf
der Einkaufsliste des deutschen Durchschnittshaushalts.
Es waren einmal viele kluge Leute, die
behaupteten, Geld sei so eine Art Metermaß, nichts weiter. Eine
Recheneinheit, die einem sagt, wie lange man arbeiten muss, bis man sich
ein neues Auto kaufen kann, oder wie viel das Pfund Butter wert ist im
Vergleich zum halben Kilo Margarine. Geld verstehen war nur ein anderer
Ausdruck für: rechnen können. Aber das ist lange her.
Ungefähr fünfeinhalb Monate.
Damals wurde der Euro eingeführt, und wenn man vor dem Jahreswechsel
Ökonomen fragte, wie sich die neue Währung auf die Wirtschaft
auswirken werde, war die Antwort: Gar nicht! Künftig koste in
Deutschland alles in etwa die Hälfte, und jeder verdiene nur noch in
etwa die Hälfte. Real bleibe also alles beim Alten. Ganz einfach.
Ganz kompliziert. Nicht einmal ein halbes Jahr später trägt der
Euro den Beinamen Teuro. Tomaten: plus 64 %, Kartoffeln: plus 53 %,
Glühlampen: plus 13 % Bild beklagt fast täglich
dreiste Preiserhöhungen, Bundesfinanzminister Hans Eichel empfiehlt,
besonders unverschämte Einzelhändler zu boykottieren. Es
scheint, die Ökonomen haben sich wieder einmal geirrt. In der
deutschen Euro- Wirtschaft des Jahres 2002 ist nichts beim Alten geblieben,
sondern alles ist teurer geworden.
Wirklich? Den Zweifel sät das Statistische Bundesamt. Nach dessen
Aussage lag die Preissteigerungsrate in Deutschland im April bei nur 1,6 %.
Trotz Tomaten, Kartoffeln, Glühlampen. Irgendetwas stimmt da nicht.
Ein Grund, sich die Statistik genauer anzusehen. Ihre Basis sind 60.000
Haushalte vom Single-Yuppie bis zur alleinerziehenden
Sozialhilfeempfängerin. 1995 schrieben sie das ganze Jahr lang auf,
was sie konsumierten. So entstand der Einkaufszettel des
Durchschnittshaushalts: 750 Produkte und Dienstleistungen. Der so genannte
Warenkorb.
Jeden Monat durchkämmen 560 Mitarbeiter der Statistischen
Landesämter die Supermärkte und Boutiquen in 190 Dörfern und
Städten. Für jedes der 750 Produkte melden sie im Schnitt 450
Preise. So ergibt sich die durchschnittsdeutsche Preisveränderung
etwa der Salatgurke. Die ist seit April 2001 nicht teurer, sondern
billiger geworden: minus 18,1 %.
Dagegen muss man für Tomaten tatsächlich mehr bezahlen (plus 51,9
%), genauso für Weißkohl (plus 33,1 %) und Tabak Feinschnitt
(plus 15 %). Nur wirkt sich das kaum auf die gesamtwirtschaftliche
Preissteigerung aus. Tomaten haben für das Budget des
Durchschnittshaushalts wenig Bedeutung. So viel Gemüse essen die
Deutschen nicht. Die Tomate geht mit einem Gewicht von nur 0,95 Promille
in die Gesamt-Preissteigerung ein. Ähnlich geringen Einfluss hat die
Hilfe von Rechtsanwälten (0,97 Promille), die übrigens billiger
wurde (minus 1,5 %). Genau wie Tintenstrahldrucker (minus 17,2 %) und die
Miete für Ferienwohnungen (minus 6,7 %), die das Haushaltsbudget viel
stärker belasten. Macht für alle Produkte zusammen nur plus 1,6
%. Trotz Euro.
Das bestätigt auch eine Studie der Uni Erlangen-Nürnberg, die
1213 Produkte untersuchte. Woher also die Aufregung? Sie rührt
erstens daher, dass der Warenkorb zwar den Verbrauch des
Durchschnittshaushalts spiegelt, viele reale Singles und Familien aber
anders konsumieren. Sinkt der Preis von Druckern, profitiert nur, wer sich
einen kauft. Wird Tabak teurer, stört das Nichtraucher wenig. Die
individuelle Preissteigerung kann stark von der gesamtwirtschaftlichen
abweichen.
Sie hat zweitens damit zu tun, dass der Mensch kein kühler Rechner
ist. Psychologen der Uni München legten Testpersonen Speisekarten
vor, mit alten D-Mark und neuen Euro- Preisen. Die Probanden sahen
Preiserhöhungen selbst bei exakter Umrechnung. Ein Effekt wie vor 30
Jahren in Großbritannien. Als man dort die Währung auf das
Dezimalsystem umstellte, klagten viele über hohe Preise.
Tatsächlich waren die weitgehend die alten die Zahlen waren neu.
Die meisten Leute aber wissen gar nicht, was etwa ein Glas Sauerkirschen
kostet. Dann kommt der Euro und der Verdacht, die Kirschen seien
früher billiger gewesen. Waren sie nicht. Sauerkirschen in
Gläsern: minus 15,2 %.
Ungeschickterweise haben die Einzelhändler gerade jene Preise
erhöht, die jeder im Kopf hat, auch das weist das Statistische
Bundesamt nach: Brötchen (plus 7,3 %), H-Milch (plus 11,8 %). Dass
gleichzeitig Heizöl (minus 6,7 %) und Gas (minus 6,0 %) billiger
wurden, hat zwar für das Budget des Durchschnittshaushalts
größeres Gewicht. Aber Gas und Öl kauft man nicht jeden
Tag. Von Brötchen und Milch schliesst es sich dann leicht auf
Farbfernseher oder Personalcomputer, obwohl auch die jetzt billiger sind.
Die Erwartung schafft sich das Ergebnis [Ed: nicht aber wenn man ein
eigenes Haushaltsbuch führt]. Und plötzlich ist nichts mehr
beim Alten.
5. Kostenlose Umrechnungsprogramme
Umrechnungsprogramme für den PC werden im Internet kostenlos
angeboten. Diese enthalten bereits die fixierten Kurse für jedes
Euro-Land. Anbieter sind derzeit:
6. Infos zur EURO-Umstellung ab 2002
Vielen Bürgern ist der Euro noch fremd
Euro-Umstellung: Eichel räumt Fehler ein
7. Zur Debatte um den TEURO
Die Einzelhändler am Pranger
Pranger für Preistreiber
Die Verbraucher-Zentralen von
Baden- Württemberg,
Nordrhein- Westfalen
und Brandenburg haben auf ihrer Internet- Seite eine schwarze Liste
eingerichtet, in der Unternehmen aufgeführt sind, die zeitnah zur
Euro-Bargeld- Einführung ihre Preise erhöht haben.
Die Eisdiele muss seitdem vermutlich ohne ministeriale Bestellungen
auskommen, denn er selbst kaufe nicht dort, "wo ich mich betuppt
fühle", so der Minister im ZDF-Morgenmagazin [am 14.5.2002].
"Und wenn wir das alle so machen, dann wird sich das auch wieder
einpendeln." Die Leute sollten sich die Lust am Einkaufen wegen einzelner
"schwarzer Schafe" nicht nehmen lassen.
Teuerung: Die Wahrheit über den Euro
Ein Kommentar
24.5.2002 (khd). Natürlich sind in einer freien Marktwirtschaft
anders als in einer Planwirtschaft jederzeit auch
Preiserhöhungen legal und möglich. Denn im Wettbewerb wird sich
aufgrund von Angebot und Nachfrage ein fairer Marktpreis einpendeln.
Soweit die Theorie. Es ist aber verwerflich, wenn Unternehmen eine sehr
außergewöhnliche Marktsituation eine Singularität
dazu nutzen, sich mit erheblichen Sondergewinnen zu bereichern.
Hier darf ganz klar und muß der Staat regulierend eingreifen
aber vorher, was er hierzulande nicht tat. Die Einführung einer
europäischen Gemeinschaftswährung ist ein derart wichtiges
Ereignis, daß man sich einen Image- Verlust des Euro durch eine
Teuro- Abzockerei schlichtweg nicht leisten durfte und leisten darf.
[01.06.2002: Der Euro ist doch ein Teuro]
[mehr]8. Der EURO ist doch ein TEURO
1.6.2002 (khd). Führende Eliten in Politik und Wirtschaft behaupten
immer wieder, daß die Teuerung durch den Euro ein reines Hirngespinst
ist es sei nur eine gefühlte Inflation. Mit den
Standard- Warenkörben des
Statistischen Bundesamts läßt sich aber nicht feststellen,
ob die Eliten oder das einfache Publikum recht hat. Deshalb beauftragten
die ARD-Tagesthemen das
Institut für Deutsche Wirtschaft
in Köln, eine Untersuchung der Alltagspreise vorzunehmen. Im
folgenden sind einige Ergebnisse dokumentiert:
Spitzenreiter bei den Euro-Preiserhöhungen
Inflation im 1. Quartal 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Stand: Mai 2002
Quelle: Institut für Deutsche Wirtschaft
(IW), Köln. 1)
Warengruppe
Teuerung
Anm.
Warengruppe
Teuerung
Anm.
Gemüse
14,3 %
Zeitungen & Zeitschriften
4,8 %
Flugreisen
11,4 %
Friseur
4,7 %
Glücksspiele
8,8 %
Sport & Kultur
4,1 %
Molkereiprodukte, Bier
7,0 %
Brot
4,1 %
Fische
6,7 %
Fleisch
4,1 %
Tabakwaren
6,3 %
Versicherung
4,0 %
Obst
6,2 %
Reinigung
3,8 %
Schuhreparatur
5,8 %
Hotel & Gaststätten
3,6 %
Finanzdienste
5,1 %
Bildungsdienste
3,4 %
Busreisen
4,9 %
Bücher
3,1 %
[ Noch mehr TEURO ]
1) Zitiert nach Tagesspiegel
1.6.2002, Seite 17.
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