Gleich 4 Fernsehkanäle (ARD + ZDF + SAT.1 + RTL) sendeten am Sonntag, den 13. September 2009 um 20.30 Uhr 14 Tage vor der Bundestagswahl ein faires TV-Duell zwischen dem Herausforderer Vizekanzler Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der amtierenden Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU). In aktuellen Umfragen stand die SPD bei nur 23 % und die Union (CDU + CSU) bei 35 %. Steinmeier mußte hier also etwas rausholen.In gut 90 Minuten befragten gleich 4 Journalisten, wo allemal einer ausgereicht hätte, die beiden Kandidaten. Auf dieser Seite sind einige Bild-Impressionen dieses politischen Schlagabtausches dokumentiert, die für sich sprechen. Die Reihenfolge der digitalen TV-Shots (DVB-T Empfang in 16:9 der ARD) entspricht dem zeitlichen Ablauf. Zum Vergleich: [TV-Streit von 1980] [TV-Duell von 2005].
Merkel (CDU) Journalisten Steinmeier (SPD)
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Die fragestellenden Journalisten und Moderatoren des Duells mußten diesmal auch stehen. Von links nach rechts: Peter Kloeppel (RTL), Maybrit Illner (ZDF), Peter Limbourg (SAT.1) und Frank Plasberg (ARD), die sich beim Fragen nach einem vereinbarten Schema abwechselten. (Alle TV-Shots: 13.9.2009 khd)
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Dr. Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin in der Großen Koalition seit 2005. (TV-Shot: 13.9.2009 khd)
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Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD), Außenminister in der Großen Koalition seit 2005. (TV-Shot: 13.9.2009 khd)
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Limbourg (rechts, SAT.1) + Plasberg (links, ARD).
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Ja-ja, das ist nun mal ein ...
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... Wahlkampf zum Einschlafen.
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(weitere Fotos folgen).
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And the winner is: Einige Presse-Stimmen.
- khd-Page:
13.09.2009 23.33 Uhr MESZ (khd). Ein Unentschieden mit deutlichem Vorteil Steinmeier, was sich sicher in den nächsten Umfragen niederschlagen wird. Dieses TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD) geriet aber zu einem gemütlichen ‚TV-Duett‘ einer Werbung für die Fortsetzung der Großen Koalition. Zwar beschwor die Kanzlerin noch eine ‚Tigerenten-Koalition‘ (Schwarz-Gelb), aber inhaltlich argumentierte sie bei manchen Themen wie Krisen-Politik, Gesundheitspolitik und Arbeitsmarkt-Politik eher im Sinne der Politik der Großen Koalition. Im übrigen, es ist Kindergarten wenn die Fragen von gleich 4 eitlen TV-Moderatoren gestellt wurden, wo doch ein erfahrener Nicht-TV-Journalist (oder ein Mr. Nowottny) vollauf ausgereicht hätte.
- B.Z. 14.9.2005 Seite 1 + IVIII:
Berlins größte (Boulevard-)Zeitung druckt heute den Wortlaut des gesamten TV-Duells auf 8 Extra-Seiten ab damit sie sich besser entscheiden können!
- The Times 14.9.2009 (London):
Bisher hat dieser schläfrige Wahlkampf kaum politische Leidenschaft aufflackern lassen. Deutschland scheint in eine Wahl zu schlafwandeln, die nach Einschätzung der meisten Menschen Merkel wieder ins Amt bringt. Die Annahme, dass Merkel gewinnt, birgt aber eine gefährliche Selbstzufriedenheit. (...) Merkel fehlt das Feuer, sie vermittelt keine Visionen und die ruppige Rhetorik einer Wahlrede ist ihr zuwider. Vor vier Jahren hatte sie einen komfortablen Vorsprung verbraucht und bei den Wahlen beinahe gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder verloren, der seine Partei aus dem Trübsinn riss. Wird das wieder passieren? Wird Steinmeier die Lücke schließen? Es sieht nicht danach aus. Steinmeier ist beinahe ein ebenso hölzerner Wahlkämpfer wie die Kanzlerin.
- Algemeen Dagblad 14.9.2009 (Den Haag):
Die Debatte hat den bisher mauen Wahlkampf spannender gemacht. Fast die Hälfte der Wähler scheint noch unentschieden zu sein. Alles ist noch offen. Merkel und der SPD-Außenminister hielten sich aber zurück (...). Dem Anschein nach waren sie nicht nervös, aber erfahrene politische Berater versicherten, dass sie so aufgeregt wie Rennpferde vor dem Start waren. Merkel will künftig mit den Liberalen regieren, betonte sie. Eine sichere Mehrheit gibt es für beide Lager nicht. So wurden scharfe Angriffe vermieden. Merkel und Steinmeier wollten die Atmosphäre nicht verderben, für den Fall, dass nach dem 27. September eventuell doch wieder eine Große Koalition gebildet werden muss.
- Neue Zürcher Zeitung 14.9.2009 (Zürichi/Genf):
Wie immer bei solchen Veranstaltungen ging es weniger um die im Grunde längst bekannten Argumente als um die Frage, wer besser abschneiden, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Ein erster Eindruck brachte kein klares Ergebnis; auffallend war sicher, dass Merkel viel Biss zeigte und sehr erpicht darauf war, sich gegen die Moderatoren durchzusetzen. Damit versuchte sie dem Eindruck entgegenwirken, sie betreibe einen zu flauen, zu wenig engagierten Wahlkampf. Steinmeier wirkte grundsolide, sachlich und integer, blieb aber wenig mitreißend. Dass an diesem Abend die Fetzen fliegen würden, konnte allerdings niemand im Ernst erwarten. Für ein wirklich heißes Rededuell fehlten ganz einfach sämtliche Voraussetzungen.
Aber festzuhalten ist:Im gesamten TV-Duell wurde nicht klar...
Und Lieschen Müller und Otto Normal ist auch nach diesem Duell restlos klar: Merkel und Steinmeier wollen nur die Macht nicht aber genau sagen, was sie damit dann wirklich machen wollen. Und sie erinnern sich noch sehr gut an 2005, wo alle beschworen, daß keine Steuern erhöht werden sollten. Dennoch erhöhte die Große Koalition die Mehrwertsteuer gleich um 3 % (absolut) von 16 auf 19 %. Auch haben sie gehört, daß in Ministeriums-Schubladen bereits die nächste Erhöhung auf 25 % liegen soll.
- wie Deutschland mit der nun drohenden Sozialkrise umgehen will, die sich derzeit aus der durch die geldgierigen Banken verursachten Weltwirtschaftskrise entwickelt. Immerhin wird DeutschlandRadio Kultur in der Nacht zum 19. September 2009 eine Lange Nacht von der Armut senden, um den hierzulande bereits von der Politik erreichten realen Zustand zu beschreiben.
- wie das denn nun mit dem Verarmungs-Faktor, den Wohnungsmieten, den Renten, den Pensionen, der Ökologie, dem Verbraucherschutz, den Abzockern allerorten, der Bürgerversicherung, der Kopfpauschale, der Pkw-Maut, den Ganztagsschulen, den Studiengebühren und vielem anderen werden soll.
- wie es nun tatsächlich mit Bildung, Innovation und Kreativitätsförderung in Deutschland vorangehen soll. Nirgends ist der große Wurf zu sehen. Den Kandidaten und ihren Parteien fehlt es an Visionen.
- wie Deutschland jemals die hohen Staatsschulden tilgen will.
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