Fakten zum Energiemarkt – Teil 1 khd
Stand:  4.8.2006   (27. Ed.)  –  File: Energie/Facts/En_Facts_1.html




Aufgenommen sind hier ausgewählte Fakten zum Energiemarkt.

I n h a l t :  [1. Teil]   [2. Teil]   [Translation-Service]  
  1. Zusammensetzung des Strom-Preises 2003.
  2. Das Strom-Oligopol in Deutschland.
  3. Ferngas-Gesellschaften in Deutschland.
  4. Zusammensetzung des Benzin-Preises 2005.
  5. Die umweltschädlichsten Kraftwerke in der EU.
  6. Entwicklung des Gas- und Heizöl-Preises seit 1998.
  7. Gaskosten-Rechnung von EON-Hanse 2004/05.
  1. Gaspreise in Europa 2005.
  2. Gaskosten-Rechnung von GASAG 2004/05. [Kritik daran]
  3. Zum Ausstieg aus der Kernenergie.
  4. Atomkraftwerke in Deutschland 2006.
  5. Entwicklung der Strompreise in Deutschland.
  6. Typische Strom-Kosten eines Haushalts seit 1970.
  7. Der wahre Rohölpreis seit 1864.

Made with Mac



1. Zusammensetzung des Strom-Preises im Dezember 2003

Zusammensetzung eines Strom-Preises
von brutto 18,44 Cent/kWh

Modellrechnung der Verbraucherverbände für Haushaltskunden.
Stand: Dezember 2003 — Quelle: VZBV.
Kostenart Preis / kWh Anteil Anm. Und die Strom-
Lobby
sagt 2005
 4)
Strom 3,03 Ct 16,4 %   5)   24,6 %
Meßkosten 1,10 Ct 6,0 %  
Vertrieb 1,00 Ct 5,4 %  
Netzentgelt 6,00 Ct 32,5 %   35,9 %
EEG-Abgabe 0,42 Ct 2,3 % 1)  3,4 %
Konzession 1,99 Ct 10,8 % 2)  9,6 %
KWK-Abgabe 0,31 Ct 1,7 % 3)  1,7 %
Strom-Steuer 2,05 Ct 11,1 %   11,0 %
Summe: 15,90 Ct      
16 % MwSt: 2,54 Ct 13,8 %   13,8 %
Endpreis: 18,44 Ct 100,0 %   100,0 %
Summe der Abgaben + Steuern:  7,31 Ct   (39,7 %).
1) Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.
2) Konzessions-Abgabe = Erlaubnis zum Stromproduzieren.
3) Abgabe nach dem Kraft-Wärme-Koppelungs-Gesetz.
4) Im Dez. 2005 in Zeitungsinseraten (u.a. Spiegel–51/2005, Seite 37). Quelle: VDEW 2005.
5) Die Strom-Lobby nennt das „Großhandelspreis und Vertrieb“.


2. Das Strom-Oligopol in Deutschland

Strom-Oligopol in Deutschland
Ein Markt findet nicht statt.
Stand: 2005 — Quelle: Handelsblatt + Internet-Recherchen.
Nr. Strom-Unternehmen Jahres-Strom-
Produktion
Markt-
Anteil
 2)
Anm.
1. Eon Mrd. kWh 34,0 %  
2. RWE Mrd. kWh 27,0 %  
3. Vattenfall Europe   1) Mrd. kWh 11,0 %  
4. EnBW Mrd. kWh 7,0 %  
5. Sonstige Mrd. kWh 21,0 %  
1) Enthält u. a. Bewag, HEW.
2) Nach Erzeugungskapazität.

Abgesteckter Strommarkt Deutschland



3. Ferngas-Gesellschaften in Deutschland

Ferngas-Gesellschaften in Deutschland
Klare Marktverhältnisse.
Stand: 2003 — Quelle: Der Tagesspiegel  1)
Nr. Gas-Unternehmen Eingespeiste
Gasmenge
  Anm.
1. Eon-Ruhrgas 639,5 Mrd. kWh    
2. Exxon Mobil / Shell 260,1 Mrd. kWh    
3. RWE 160,8 Mrd. kWh    
4. Verbundnetzgas 160,2 Mrd. kWh    
5. Wintershall 153,0 Mrd. kWh    
6. Erdgas-Verkaufsgesellschaft 81,6 Mrd. kWh    
7. Gasversorgung Süddeutschland 75,0 Mrd. kWh    
8. Bayerngas 62,5 Mrd. kWh    
1) Die Zahlen basieren auf BGW-Angaben.


4. Zusammensetzung des Benzin-Preises im August 2005

Zusammensetzung eines Benzin-Preises
von brutto 1,44 Euro/Liter

Modellrechnung des Mineralölwirtschaftsverbands.
Stand: 4. September 2005 — Quelle: B.Z.
Kostenart Preis / Liter Anteil Anm.
Rohöl 34,0 Cent / l 23,6 % 1) 
Raffinerie 15,0 Cent / l 10,4 %  
Transport 4,0 Cent / l 2,8 %  
Konzern-Gewinn 5,0 Cent / l 3,5 %  
Summe: 58,0 Cent / l    
Steuern + Abgaben 66,1 Cent / l 45,9 % 2) 
Summe: 124,1 Cent / l    
16 % MwSt 19,9 Cent / l 13,8 %  
Endpreis: 144,0 Cent / l 100,0 %  
Summe der Abgaben + Steuern:  86,0 Cent / l   (59,7 %).     3)
1) Basiert auf Rohöl-Preis von rund 65,00 US-Dollar/Barrel (159 Liter).
2) Mineralölsteuer + Ökosteuer + ???.
3) Merkregel: Beim Benzin ist derzeit der Staat mit 60 % dabei!


5. Die umweltschädlichsten Kraftwerke in der EU

Die umweltschädlichsten Kraftwerke und
Top-Klimakiller in der Europäischen Union

Studie der Umweltschutzorganisation WWF.
Stand: Oktober 2005 — Quelle: Agentur-Meldungen + Internet
Nr. Land Kraftwerk CO2-
Ausstoß
Betreiber Anm.
1. Griechenland Agios Dimitrios      
2. Deutschland / NRW Frimmersdorf   RWE 1
3.          
4.          
5. Deutschland / Brandenburg Jänschwalde   Vattenfall Europe 1
6. Deutschland / NRW Weisweiler   RWE  
7. Deutschland / NRW Neurath   RWE  
8.          
9.          
10. Deutschland / NRW Niederaußem   RWE  
11.          
12.          
  1) Ein Braunkohlekraftwerk.


6. Entwicklung des Gas- und Heizöl-Preises seit 1998

Entwicklung von Gas- und Öl-Preis seit 1998      

<   Was unfähige Politik angerichtet hat:
Die Entwicklung von Gas- und Öl-Preis seit 1998 für die Haushalte auf einem Markt ohne jeglichen Wettbewerb.

Für den Vergleich zwischen Gas und Heizöl gilt ein Äquivalent von 33.540 kWh Gas = 3000 Liter Öl.

Man beachte auch den enormen preislichen Abstand zwischen Gas-Einkaufspreis und Verkaufspreis.

In Großbritannien, wo der Markt halbwegs funktioniert, bezahlen die Haushalte rund 40 % weniger für die Gasbelieferung. Es ist das Geheimnis der ‚EU-Regierung‘, wie es hierzulande zu einem derartigen Mißstand überhaupt kommen konnte. Die EU hätte den 2002 falsch handelnden Bundeswirtschaftsminister Clement (SPD) korrigieren müssen.    
  (Repro: 9.10.2005 – khd-877)


7. Gaskosten-Rechnung von EON-Hanse für 2004/05

Zusammensetzung des Gas-Preises für Privatkunden
Von EON-Hanse vorgelegte Kostenrechnung für den Privatkundentarif "Klassik Gas Stufe 2".  1)
Stand: 21. November 2005 — Quelle: EON-Hanse + eigene Berechnungen. [Kritik]
Kostenart 2004 2005 Anm.
Preis / kWh Anteil Preis / kWh Anteil
Gas-Bezug   6) 1,72 Ct 39,1 % 2,33 Ct 45,9 % 5
Netzentgelt 1,24 Ct 28,2 % 1,24 Ct 24,4 % 7
Vertrieb 0,17 Ct 3,9 % 0,18 Ct 3,5 %  
Erdgas-Steuer 0,55 Ct 12,5 % 0,55 Ct 10,8 %  
Konzession 0,03 Ct 0,6 % 0,03 Ct 0,6 % 2
Gewinn 0,08 Ct 1,8 % 0,05 Ct 1,0 % 4
Summe: 3,79 Ct   4,38 Ct    
16 % MwSt: 0,61 Ct 13,9 % 0,70 Ct 13,8 %  
Endpreis: 4,40 Ct 100,0 % 5,08 Ct 100,0 % 3
Summe Abgaben + Steuern: 1,19 Ct 27,0 % 1,28 Ct 25,2 % 8
  1) Die Veröffentlichung wurde quasi vom Hamburger Landgericht erzwungen.
  2) Konzessions-Abgabe = Erlaubnis zum Gasproduzieren.
  3) Die Preissteigerung beim Endpreis von 2004 zu 2005 beträgt 15,5 %.
  4) Hm, nur 1 % Gewinn! Aber wie kommen dann die riesigen Bilanzgewinne zustande?
  5) Preissteigerung = 17,4 %. Der Gasbezug wird als durchlaufender Posten betrachtet. Aber ist er das?
  6) EON-Hanse kauft das Erdgas bei Exxon-Mobil, Shell, VNG und Wingas ein.
  7) In den Netzkosten könnten noch Gewinne verstecken sein.
  8) Der Staat kassiert also rund 1/4 des Gas-Endpreises.


8. Gaspreise in Europa 2005

Mit ganzseitigen Inseraten „Wie können faire Erdgaspreise garantiert werden?“ informierte am 3. Dezember 2005 in Tageszeitungen (z. B. im Tagesspiegel, Seite 5) die Erdgas-Lobby auch mit einer Grafik „Aktueller europäischer Gaspreisvergleich“, ohne dabei absolute Zahlen zu nennen. Auch über die Preisentwicklung in den einzelnen Ländern wurden keine Angaben gemacht.

Vergleich der Gaspreise in Europa
Für Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 30.000 kWh.  1)
Stand: Oktober 2005 — Quelle: Energy Advice (London) + xxx.
Rang Land Gaspreis  2) Relativer Gaspreis  3) Anm.
1. Großbritannien Euro/kWh 57,8 %  
2. Frankreich Euro/kWh 72,5 %  
3. Belgien Euro/kWh 78,8 %  
4. Spanien Euro/kWh 81,9 %  
5. Schweiz Euro/kWh 87,5 %  
6. Österreich Euro/kWh 99,3 %  
7. Deutschland Euro/kWh 100,0 %  
8. Niederlande Euro/kWh 100,6 %  
9. Italien Euro/kWh 121,6 %  
10. Schweden Euro/kWh 138,6 %  
11. Dänemark Euro/kWh 176,6 %  
  1) Indexierte Preise inkl. aller Steuern.
  2) Die Erdgas-Lobby teilte diese Zahlen nicht mit.
  3) Bezogen auf den absoluten Gaspreis in Deutschland.


9. Gaskosten-Rechnung der Berliner GASAG für 2004/05

Zusammensetzung des Gas-Preises für Privatkunden
Von der GASAG vorgelegte Kostenrechnung für durchschnittlichen Heizkunden.  1)
Stand: Januar 2006 — Quelle: GASAG-Inserat + eigene Berechnungen. [Kritik]
Kostenart 2004 2005 Anm.
Preis / kWh Anteil Preis / kWh Anteil
Gas-Bezug   6) 1,70 Ct 33,9 % 2,25 Ct 40,8 % 5
Netzentgelt 1,64 Ct 32,7 % 1,64 Ct 29,8 % 7
Vertrieb/Verwaltung 0,25 Ct 5,0 % 0,23 Ct 4,2 %  
Erdgas-Steuer + Förderabgabe 0,55 Ct 11,0 % 0,55 Ct 10,0 %  
Konzession 0,03 Ct 0,6 % 0,03 Ct 0,5 % 2
Gewinn/Handelsergebnis 0,15 Ct 3,0 % 0,05 Ct 0,9 % 4
Summe: 4,32 Ct   4,75 Ct    
16 % MwSt: 0,69 Ct 13,8 % 0,76 Ct 13,8 %  
Endpreis: 5,01 Ct 100,0 % 5,51 Ct 100,0 % 3
Summe Abgaben + Steuern: 1,27 Ct 25,3 % 1,34 Ct 24,3 % 8
  1) Verbrauch 20.000 kWh/Jahr. Die Veröffentlichung erfolgte am 28.1.2006 im "Tagesspiegel" (Seite 11).
  2) Konzessions-Abgabe = Erlaubnis zum Gasproduzieren.
  3) Die Preissteigerung beim Endpreis von 2004 zu 2005 beträgt 10,0 %.
  4) Hm, nur rund 1 % Gewinn! Aber wie kommen dann die riesigen Bilanzgewinne zustande?
  5) Preissteigerung = 32,3 %. Der Gasbezug wird als durchlaufender Posten betrachtet. Aber ist er das wirklich?
  6) Die GASAG kauft das Erdgas bei xxx, xxx, xxx und xxx ein. (GASAG machte dazu keine Angaben).
  7) In den Netzkosten könnten noch Gewinne verstecken sein.
  8) Der Staat kassiert also rund 1/4 des Gas-Endpreises.



Gasag legt Kalkulation teilweise offen

Verbraucherschützer: Daten sind ohne jeden Wert.

Aus:
Berliner Zeitung, 30. Januar 2006, Seite ?? (Wirtschaft) von THORSTEN KNUF. [Original]

BERLIN. Der Berliner Energieversorger Gasag hat Details seiner Gaspreis-Kalkulation veröffentlicht. In Zeitungsanzeigen legte das Unternehmen am Wochenende dar, wie sich der Bezugspreis für einen durchschnittlichen Haushaltskunden in den Jahren 2004 und 2005 zusammensetzte. Demnach stiegen die Beschaffungskosten sowie die staatlichen Abgaben deutlich an. Die Netzkosten bleiben gleich, während Vertriebskosten und Handelsmarge sanken (siehe Tabelle).

Mit der Veröffentlichung will die Gasag dem Abzocke-Vorwurf von Kunden und Verbraucherschützern begegnen. "Unsere Botschaft lautet: Wir kalkulieren fair und haben nichts zu verbergen", ließ sich Vorstandschef Georges Hoffmann zitieren. Die Gasag hatte den Zorn vieler Berliner auf sich gezogen, als sie zum 1. Oktober 2005 und abermals zum 1. Januar 2006 mit Hinweis auf gestiegene Beschaffungskosten die Preise für Haushaltskunden um jeweils bis zu zwölf Prozent erhöhte. Beim Landgericht Berlin ist eine Sammelklage von Gasag-Kunden gegen die Preispolitik des Unternehmens anhängig.

Auch Eon in der Kritik

Nach Auffassung von Verbraucherschützern geht die Veröffentlichung der Preiskalkulation nicht weit genug. "Die Daten sind ohne jeden Wert. Die Kunden können die einzelnen Posten nicht nachprüfen", sagte der Chef des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, der Berliner Zeitung. Transparenz könne es nur geben, wenn das Unternehmen erläutert, wo und zu welchen Konditionen es Erdgas einkauft. "Es müsste überdies aufgegliedert werden, wie sich die Netzkosten zusammensetzen."

Peters forderte auch Auskunft darüber, wie die Gasag ihre Kosten auf Haushalts- und Industriekunden verteilt. Solange Angaben dazu fehlten, könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Unternehmen die Haushalte überdurchschnittliche belastet und die Industriekunden schont. Anders als bei den Privatkunden existiert im Geschäft mit Großabnehmern bereits ein harter Wettbewerb zwischen den Energieversorgern.

Die Gasag ist der größte kommunale Gasversorger in Deutschland. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben in der Hauptstadt rund 760.000 Haushalte mit Gas. Vor der Gasag hatte bereits der Düsseldorfer Eon-Konzern die Zusammensetzung seiner Gaspreise veröffentlicht. Auch er sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, seinen Kunden überhöhte Preise in Rechnung zu stellen.


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