Fakten aus der Politik – Teil 6 khd
Stand:  29.9.2009   (22. Ed.)  –  File: Politik/Facts/Pol_Facts_6.html



I n h a l t :   [Teil 1]   [Teil 2]   [Teil 3]   [Teil 4]   [Teil 5]   [Teil 6]   [Teil 7]   [Translation-Service]  

  1. Die Europäische Union.
  2. Ergebnisse der Bundestagswahlen.
  3. Deutschlands Bundespräsidenten.
  4. SPD-Parteivorsitzende.
  5. CDU-Parteivorsitzende.
  6. Verschuldung Deutschlands.
  7. Die Bundesfinanzminister.
  8. Was tut Deutschland für die Bildung?
  9. SPD in der Wählergunst.
  10. Die „Heuschrecken“ kommen. (Fonds)
  11. Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. (BIP)
  12. Ergebnisse der Berliner Wahlen.
  13. Vorgezogene Bundestagswahl 2005.
  1. Programme zur Bundestagswahl 2005.
  2. Nochmals Neuwahlen zum Bundestag?
  3. Entwicklung der Arbeitslosigkeit ab 2005.
  4. Deutschlands Bundeskanzler.
  5. Berlin wählt 2006 sein AH.
  6. Arbeitslosigkeit in Berlin.
  7. Berlin in der Schuldenfalle.
  8. Nettolohn-Entwicklung in D.
  9. Bundeshaushalt ab 2007.
  10. Deutscher Aktien-Index seit 1965.
  11. Die G8- und G20-Länder.
  12. Europa-Wahl 2009.
  13. Programme zur Bundestagswahl 2009.


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23. Deutscher Aktien-Index

DAX live 1.9.2007 (khd). Mit einem Aktien-Index kann man zwar nicht den echten Wert von Unternehmen messen, aber er ist ein brauchbarer Indikator für den Zustand einer (Volks-) Wirtschaft. Vor allem gilt das für die Entwicklung, wie die folgende Darstellung des Verlaufs des Deutschen Aktien-Indexes (DAX) deutlich macht. Im DAX sind die laufenden Börsenkurs-Ergebnisse an der Frankfurter Wertpapierbörse der 30 wichtigsten deutschen Unternehmen zusammengefaßt.

Der DAX ist der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt und wird von der Deutschen Börse seit dem 1. Juli 1988 berechnet. Er startete bei 1.163,52 Punkten. Die Indexbasis liegt bei 1.000,00 Punkten per 31. Dezember 1987. DAX-Werte vor 1988 (obere Grafik) wurden später auf der Basis älterer Aktien-Indizes rückgerechnet.

Bemerkenswert ist, daß derzeit von den 30 DAX-Firmen kein einziges Unternehmen seinen Hauptsitz in Ost-Deutschland (ex-DDR) oder der Hauptstadt Berlin hat. Bis September 2006 war noch die Berliner Schering AG im DAX vertreten. Sie fiel aber nach der Fusion mit der Bayer AG aus dem DAX heraus. Irgendwie muß da etwas mit der massiven Wirtschaftsförderung seit der Deutschen Einheit von 1990 schiefgelaufen sein.

Im DAX sind derzeit vertreten (Stand: Ende August 2007): Adidas, Allianz, Altana, BASF, Bayer, BMW, Commerzbank, Continental, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Lufthansa, Deutsche Post, Deutsche Postbank, Deutsche Telekom, E.ON, Fresenius Medical Care, Henkel, Hypo Real Estate, Infineon, Linde, MAN, Metro, Münchener Rück, RWE, SAP, Siemens, ThyssenKrupp, TUI und Volkswagen.

1.10.2008 (khd). Inzwischen wurde im DAX Altana durch Merck und TUI durch K+S ersetzt.

Verlauf des DAX-Aktienindexes seit 1965
Verlauf des DAX-Aktienindexes seit 1988
^   Verlauf des deutschen Aktienindexes DAX seit 1965. Deutlich ist der enorme Absturz der Aktienwerte im Oktober 2008 zu erkennen. Es bedeuten: Ah = Allzeithoch am 13.7.2007, Ak = Asienkrise am 28.10.1997, Fk = Höhepunkt der globalen Finanzkrise nach dem 15.9.2008 (Lehman-Crash), NE = Höhepunkt des New-Economy- Booms am 7.3.2000, Ta = Terroranschläge in den USA am 11.9.2001, Tk = Tiefstkurs am 12.3.2003, Wa = Beginn eines anormalen Wachstums (Anfang 1995). Die Daten stammen von der Deutschen Bundesbank (Zeitreihe WU3141). [Gesamt-Grafik]   (Grafik: Datum siehe Inset – khd)


Wie tief wird der DAX noch sinken?

26.10.2008 (khd). Ein Blick auf die
obere Grafik zeigt, daß sich der deutsche Aktien-Index in den 1960er- und 1970er-Jahren nur sehr gemächlich entwickelte. So brauchte der Index 25 Jahre von 1960 bis 1985, um sich von 500 Punkten auf 1000 Punkte zu verdoppeln. Erst Anfang 1983 begann eine Phase der deutlichen Zunahme des Indexes, die aber mit rund 150 Punkte/Jahr noch immer moderat ausfällt und bis etwa Ende 1994 andauert. Dann aber setzte eine höchst ungewöhnliche Steigerung des Aktien-Indexes ein (Wa).

Die eigentlichen Ursachen für diesen Höhenflug der Aktien sind nicht so ganz klar. Jedenfalls wird dabei die in den 1990er-Jahren einsetzende Deregulierung der Finanzmärkte sowie die Erfindung neuer Finanzmarkt-Instrumente (Derivate) eine Rolle gespielt haben. Diese Phase wird heute meist mit „New-Economy-Boom“ (NE) bezeichnet, dem dann ab Anfang 2000 ein tiefer Absturz folgte, da diese Spekulations-Blase platzte. Interessant ist aber, daß der danach Anfang 2003 erreichte Tiefststand (Tk) ungefähr auf dem Niveau des Höchstwerts der vorangehenden moderaten Phase liegt.

Dann startete die nächste Blase, die den DAX im Juli 2007 zu einem Allzeithoch von 8151,57 aufblähte. Danach begann der große Absturz durch die bereits ‚schmorende‘ US-Finanzkrise, der dann ab dem 15. September 2008 durch die Lehman-Pleite noch verstärkt wurde. Bis zum 23. Oktober 2008 ist der DAX auf rund 4520 gefallen. Die Frage ist nun: Wie weit kann der DAX in der kommenden Zeit noch absinken?

Auf der Basis des letzten Tiefststands von 2003 (Tk) zusammen mit dem Verlauf der moderaten Phase von 1983–1994 kann vermutet werden, daß der nächste DAX-Tiefststand aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen 2500 und 3500, also etwa um 3000 liegen wird. Das kann in wenigen Tagen passieren, aber auch noch Wochen oder viele Monate dauern, was vom weiteren Verlauf der Weltwirtschaftskrise – und vermutlich vor allem von der Entwicklung bei der riesigen CDO-Blase – abhängt.

Es kommen da also noch so einige Hiobsbotschaften aus der mit der Rezession kämpfenden Real-Wirtschaft auf uns zu, denn die Irreal-Wirtschaft – auch „Finanz-Industrie“ genannt – hat als Dienstleister für die Real-Wirtschaft in den letzten 15 Jahren total versagt. Sie machte ihr eigenes Ding – ohne Rücksicht auf Verluste. Sie verspielte damit die Lebensgrundlagen vieler Menschen auf dieser Erde.



24. Die G8- und G20-Länder

1.10.2008 (khd). Die 6 führenden Industriestaaten (G6-Gruppe) USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan trafen sich erstmals 1975 – zu Zeiten von Bundeskanzler Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing – auf Schloß Rambouillet in Frankreich, um aktuelle Währungskonflikte beizulegen (das Wechselkurssystem von Bretton Woods war zusammengebrochen). Bereits 1976 kam Kanada hinzu.

Auf der Tagesordnung dieser G7-Treffen („Gipfel“) standen aber schon bald auch andere Themen der Weltwirtschaft und Politik. 1998 wurden die G7 um Rußland zur G8-Gruppe erweitert. Angesichts den tiefgreifenden Veränderungen der Weltwirtschaft hält Alt-Kanzler Helmut Schmidt im September 2008 die G8-Gipfel, die eigentlich nie richtig funktioniert haben, für überholt. Die G8-Länder repräsentieren zudem nur rund 14 % der Weltbevölkerung.

Die G20-Gruppe bildete sich angesichts der Asien-Krise Ende der 1990er-Jahre. Zu ihr gehören die G8-Länder plus die wichtigsten Schwellenländer der Welt sowie die Europäische Union (EU). Man traf sich erstmals im Dezember 1999 in Berlin. Die G20-Gruppe weist rund 89 % der Weltwirtschaft (Welt-BIP) auf und vertritt rund 2/3 der Weltbevölkerung.

Der G20-Gruppe wird in Zukunft eine immer größere Bedeutung bei der Steuerung der Weltpolitik zukommen. Angesichts der globalen Finanzkrise haben sich die G20-Länder am 15. November 2008 in Washington zu einem 1. Weltfinanzgipfel getroffen. Im April 2009 soll ein 2. Weltfinanzgipfel folgen, auf dem eine Neuordnung des durch die globale Finanzkrise von 2007/08 angeschlagenen Weltfinanzsystems beschlossen werden soll.

Die G8- und G20-Länder
Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer der Welt.
Stand: Sept. 2008   1)
Quellen: IWF + Recherchen im Internet.
Nr. Land BIP
2)
        Anm.
1. U.S.A. 13.844 Mrd. $         Stand 2007
2. Japan 4.384 Mrd. $         Stand 2007
3. Deutschland 3.322 Mrd. $         Stand 2007
4. Großbritannien 2.773 Mrd. $         Stand 2007
5. Frankreich 2.560 Mrd. $         Stand 2007
6. Italien 2.105 Mrd. $         Stand 2007
7. Kanada 1.432 Mrd. $         Stand 2007
8. Rußland 1.290 Mrd. $         Stand 2007
G8 zusammen: 31.710 Mrd. $         Stand 2007
9. Europäische Union  3) 16.830 Mrd. $         Stand 2007
10. China 3.251 Mrd. $         Stand 2007
11. Brasilien 1.314 Mrd. $         Stand 2007
12. Indien 1.099 Mrd. $         Stand 2007
13. Südkorea 957 Mrd. $         Stand 2007
14. Australien 909 Mrd. $         Stand 2007
15. Mexiko 893 Mrd. $         Stand 2007
16. Türkei 663 Mrd. $         Stand 2007
17. Indonesien 433 Mrd. $         Stand 2007
18. Saudi-Arabien 376 Mrd. $         Stand 2007
19. Südafrika 283 Mrd. $         Stand 2007
20. Argentinien 260 Mrd. $         Stand 2007
G20 zusammen: 48.218 Mrd. $         Stand 2007
Welt total: 54.312 Mrd. $         BIP Stand 2007
  1) Nr. 1–8 sind die G8-Staaten, die weiteren Länder wurden hier zunächst alphabetisch sortiert.
  2) BIP = Bruttoinlandsprodukt (Wirtschaftsleistung). Notiert ist das jeweils zuletzt verfügbare BIP in US-Dollar.
  3) Summe ohne die bereits in G8 enthaltenen EU-Länder = 6.070 Mrd. US-$.




25. Europa-Wahlen vom 7. Juni 2009

Endgültiges Ergebnis für Deutschland der Wahl 2009
zum Europäischen Parlament
Stand:  xx. Juni 2009   —   Quelle:  Bundeswahlleiter (Wiesbaden/Berlin).
Wahlberechtigte:   62.222.873    
Nicht abgegebene Stimmen:   35.299.259  56,7 %  
Abgegebene Stimmen:   26.923.614  43,3 %  
Ungültige Stimmen:   590.170  2,2 %  
Gültige Stimmen:   26.333.444  97,8 %  
Wahlbeteiligung:    43,3 %  
CDU Unions-Ergebnis:  30,7 %   *)     8.071.391 Stimmen   34 Sitze  
CSU  7,2 %   1.896.762 Stimmen   8 Sitze
SPD SPD-Ergebnis:  20,8 %     5.472.566 Stimmen   23 Sitze  
Die Linke Linke-Ergebnis:  7,5 %     1.969.239 Stimmen   8 Sitze  
Bündnis 90 /
Die Grünen
Grüne-Ergebnis:  12,1 %     3.194.509 Stimmen   14 Sitze  
FDP FDP-Ergebnis:  11,0 %     2.888.084 Stimmen   12 Sitze  
DVU DVU/Rep-Ergebnis:  0,4 %   **)     111.695 Stimmen   0 Sitze  
Republikaner  1,3 %   347.887 Stimmen
Andere Andere-Ergebnis:  9,0 %   ***)  
****)  
  2.381.311 Stimmen   0 Sitze  
-----------
Summe
   -----------
100,0 %
    ------------------------------
  26.333.444 Stimmen
  -----------
  99 Sitze
 
 
*)  Die beiden Parteien haben zusammen 37,9 % = 42 Sitze.  
**)  Die zwei rechtsradikalen Parteien haben zusammen 1,7 % = 459.582 Stimmen. Die NPD trat nicht an.  
***)  Dahinter verbergen sich u. a. Stimmen von:
Freie Wähler 442.579 Stimmen (1,7 %)
Tierschutzpartei 289.694 Stimmen (1,1 %),
Familie 252.121 Stimmen (1,0 %),
Piraten 229.464 Stimmen (0,9 %),
Rentner 212.501 Stimmen (0,8 %)
ÖDP 134.893 Stimmen (0,5 %)
RRP 102.174 Stimmen (0,4 %)
sowie etliche kleine Parteien (2,6 %).
 
****)  Die neue Piraten-Partei, die für die Jedermann-Rechte bei der Internet-Nutzung eintritt, erhielt auf Anhieb 0,9 % = 229.464 Stimmen. Sie könnte bei der Bundestagswahl 2009 durchaus einen Achtungserfolg von 2–3 % erreichen (die Grünen erhielten bei ihrem Erstauftritt nur 1,5 %).  




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