Die vor allem in den Tabellen angegebenen ??? bzw. xxx bedeuten, daß die Fakten derzeit nicht recherchierbar waren. Hier sind zunächst dokumentiert und manches auch kommentiert [Ed:...]:
I n h a l t : Okt/Dez. 2004 [ Übersicht 19702004 ]
Hat Cerberus Angst vor Mieterbeiräten?
Neue GSW-Gesellschafter präsentieren sich nicht / Cerberus ignoriert demokratisch gewählte Mieter-Vertreter / Erfahrungsaustausch unerwünscht
BERLIN 30.10.2004 (khd). Die neuen GSW- Gesellschafter Cerberus + Goldman Sachs + Archon Group hatten die demokratisch gewählten Berliner GSW- Mieterbeiräte zum 21. Oktober 2004 in die GSW- Zentrale eingeladen, um sich vorzustellen und um miteinander zu reden. Daraus wurde nichts. Denn wie schon im September bei der GSW- Mieterversammlung in Spandau glänzten die ‚Heuschrecken‘ durch Abwesenheit. Wichtige und unaufschiebbare Termine hätten das persönliche Erscheinen der Vertreter der Eigner unmöglich gemacht, hieß erneut die Ausrede.
Nachhaltiges Fortführungskonzept der GSW
Unternehmen GSW:
- Hauptsitz und Geschäftsführung verbleiben in Berlin.
- Vorhandene Geschäftsfelder werden weitergeführt und neue werden entwickelt.
Wohnungspolitik:
- Die Rechte der Mieter werden durch die Privatisierung nicht berührt.
- Instandsetzungen und Modernisierungen werden weiterhin durchgeführt.
- GSW bleibt den verankerten sozial- und wohnungspolitischen Zielen verpflichtet.
- Bei Mieterhöhungsverlangen zur Feststellung der ortsüblichen Vergleichsmiete wird ausschließlich der Berliner Mietspiegel herangezogen.
- Mietvertraglich zulässige oder genehmigte mietereigene Einbauten haben für die Dauer des jeweiligen Mietverhältnisses Bestandsschutz.
- Auf Kündigungen wegen Eigenbedarfs und wirtschaftlicher Verwertung i. S. des § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB bzw. dem an deren Stelle tretenden gesetzlichen Betimmungen wird verzichtet.
- Zur Vermeidung von Luxusmodernisierungen erfolgt bei der Durchführung von baulichen Maßnahmen eine Orientierung an dem maßgeblichen Standard für Modernisierungsmaßnahmen bei geförderten Wohnungsbaumaßnahmen.
Stattdessen war bereits eine kleine Folien- Show Vorstellung der Gesellschafter (Layoutgetreue PDF-Datei). vorbereitet. Ganz offensichtlich wußte man bei der GSW schon vorher, daß die Cerberus-Leute nicht kommen werden. Das neue Miteinander begann also gleich mit einer Lüge...
Und so konnte dann auch nichts mehr schief gehen, beim Beantworten kritischer Mieter-Fragen zu den Folgen der Cerberus- Übernahme. Was aber wirklich im Kauf-Vertrag zwischen Berliner Senat und Cerberus drinsteht, bleibt weiterhin unklar. Die Papiere seien geheim, heißt es. Und daß, obwohl die große GSW ein mit reichlich Steuergeldern aufgebautes Unternehmen war.
Auf den gezeigten Folien verkündete die Cerberus-GSW ein Nachhaltiges Fortführungskonzept, das Bestandteil des Kaufvertrags sein soll.
Aber die Mieter-Vertreter fragen sich nun: Was verbergen die hier? Wie wollen die uns denn in 10 Jahren ab 2014 reinlegen? Und werden die nicht bis dahin mit ihrem großen Wohnungsbestand (rund 65.000 Wohnungen) den Berliner Mietspiegel so deutlich nach oben ‚manipulieren‘, daß wir die Mieten nicht mehr bezahlen können?
[28.08.2003: Geier-Fonds: Unter Geiern] (MANAGER-MAGAZIN)
[19.08.2004: Cerberus Der Höllenhund sucht Beute] (MANAGER-MAGAZIN)
[26.10.2004: Mieter-Vertreter geht nicht in den GSW-Aufsichtsrat] (BERLINER ZEITUNG)
Nie wieder gemeinsame Treffen gewählter Mieterbeiräte
25.10.2007 (khd). Übrigens, die von den Mietern gewählten GSW-Mieterbeiräte wurden nie wieder zu einem gemeinsamen Treffen von der Cerberus-GSW eingeladen. Solche Treffen zum Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen GSW-Siedlungen wurden vor der Privatisierung von der gemeinnützigen GSW regelmäßig (wohl mindestens einmal im Jahr) durchgeführt. Offensichtlich fürchte diese eigennützige GSW viele brisante Fragen zum inzwischen ans Tageslicht gekommenen wahren Gesicht des mieterfeindlichen Höllenhunds, ist von Vertretern der Mietern zu erfahren.Auch die eigentlich turnusmäßig fälligen Neuwahlen der Mieterbeiräte fanden bislang nicht statt. Diese US-basierten Cerberus-Statthalter haben ganz offensichtlich Schwierigkeiten beim Umgang mit Demokratie, heißt es. Das wäre allerdings höchst merkwürdig, waren es doch gerade die Amerikaner, die den West-Berlinern nach 1945 (auch via RIAS) so erfolgreich im Schnellkurs die Demokratie für alle Lebenslagen beibrachten.
Kleidung, Hausrat, Bücher in der GSW-Trödelstube
Aus: Wohnen in Berlin/Brandenburg Nr. 11/12, November/Dezember 2004, Seite 10 (Gesellschaften).Die Trödelstube, die der Mieterbeirat der Thermometer-Siedlung ins Leben gerufen hatte, war zunächst in einem Lagerraum eingerichtet worden. Weil sie dort schwer zu finden war, zog die Trödelstube am 30. August dieses Jahres ins belebte Ladenzentrum in der Celsiusstraße [66] um [Ed: der Laden-Leerstand hat das möglich gemacht].
Seele des Projekts sind drei Frauen aus der Mieterschaft, Renate Bartel, Maria Grzybek und Gisela Singer, die sich ehrenamtlich engagieren und die Trödelstube an drei Nachmittagen in der Woche geöffnet halten: Montags, dienstags und mittwochs, von 14.00 bis 18.00 Uhr.
Kleidung, Hausrat, Bücher oder Spielwaren, die dort verkauft werden, sind Spenden der Anwohner. Denn meist trennt man sich bei Renovierung, Umzug oder Haushaltsauflösung von einigen Dingen, die andere noch gut gebrauchen können.
Der Erlös aus dem Verkauf, kann für Aktivitäten mit Kindern in der Thermometer-Siedlung verwendet werden. Bei Kiezfesten werden Stände, eine Hüpfburg oder Kindermalaktionen teilweise durch die Trödelstube finanziert. Auch das Nachbarschaftszentrum Kieztreff [Ed: früher »Altes Waschhaus«] profitiert vom Verkaufserlös.
Aldi-Markt ist nicht erwünscht
Bezirk will Studentendorf, aber keinen Discounter / [Ed: In Giesensdorf war das noch anders]
Aus: Berliner Zeitung, 6. November 2004, Seite ?? (Berlin). [Original]ZEHLENDORF (el). Der geplante Bau eines Aldi-Marktes am Studentendorf Schlachtensee ist im Bezirk umstritten. Er habe "Bauchschmerzen" dabei, sagt Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) [Ed: und wie war das mit den Bauchschmerzen bei den gleich 3 Einkaufszentren in Lichterfelde-Giesensdorf...].
Der 5,3 Hektar große Wohnheimkomplex an der Wasgenstraße war im Dezember 2003 vom Liegenschaftsfonds an eine Studenten- Genossenschaft verkauft worden. Die will die denkmalgeschützte Anlage, für die es bereits Abrisspläne gab, erhalten und sanieren. Nach dem Konzept der Genossenschaft bekommen auch zwei private Investoren Teilflächen. Einer der Investoren will an der Wasgenstraße einen Billigmarkt bauen.
Im Bauausschuss des Bezirksparlaments wurde dieses Vorhaben kritisiert: "Immer mehr Discounter wollen sich im Bezirk ansiedeln die wenigsten werden gebraucht", sagt Barbara Ehlgötz (CDU). Man habe den Baustadtrat gebeten, ein Konzept zu erarbeiten, das aufzeige, wo Verkehrsbelastungen und Lärm entstünden. Laut Stäglin wird bereits an einem Zentrenkonzept gearbeitet, mit dem Ziel, die bestehenden Einkaufszentren zu stärken. Untersucht werde jetzt auch, welche Auswirkungen eine Ablehnung des Aldi-Marktes für das Studentendorf haben würde, sagt Stäglin. "Wir sind in einem klassischen Zielkonflikt", sagt der Stadtrat. Schließlich habe sich der Bezirk immer dafür eingesetzt, dass das in den 1950er- und 1960er-Jahren errichtete Wohnheim erhalten bleibt. Die Genossenschaft, die das Dorf für 10 Millionen Euro gekauft hat, braucht aber für die Sanierung die Einnahmen aus den Verkäufen der Teilflächen.
Auswirkungen der verspäteten Fertigstellung der Dresdner Bahn
Mündliche Frage des Abgeordneten Hellmut Königshaus (FDP), Berlin-Lichterfelde, wg. der zusätzlichen Lärmentwicklung an der Anhalter Bahn
Auszug aus dem stenografischer Bericht des Plenarprotokoll 15/137: Deutscher Bundestag Drucksache 15/4118, 10. November 2004 (Fragestunde). Für die Bundesregierung beantwortete die Fragen der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) Achim Großmann. [Original]Königshaus (FDP): Ist mit der Fertigstellung der Dresdner Bahn zwischen dem Abzweig Priesterweg in Berlin und dem Berliner Außenring noch vor der Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg International, BBI, zu rechnen und ist die Finanzierung der Shuttleverbindung zwischen dem Lehrter Bahnhof in Berlin und dem Terminalbereich des BBI auf dieser Trasse gesichert?
BUNDESREGIERUNG (BMVBW): Sehr geehrter Kollege Königshaus, eine Inbetriebnahme der wieder aufzubauenden Dresdner Bahn noch vor Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg International, BBI, ist nicht mehr möglich. Angesichts des seit mehreren Jahren ruhenden und nunmehr fortzusetzenden Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt 2 Lichtenrade ist eine Wiederinbetriebnahme der Strecke frühestens Ende 2011/Anfang 2012 möglich. [Dirk Niebel (FDP): Dann sollte man vielleicht in Tempelhof bleiben!].
Königshaus (FDP): Herr Staatssekretär, gibt es denn Alternativplanungen, was dann passieren soll?
BUNDESREGIERUNG (BMVBW): Wir gehen davon aus, dass der Flughafenshuttle, geplant ist eine Frequenz von vier Zügen pro Stunde je Richtung, wie folgt geführt werden kann: Einmal in der Nord-Süd- Verbindung Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof, Papestraße, Anhalter Bahnhof, Großbeerener Kurve dies soll bis 2006 fertig sein , Berliner Außenring, Flughafen BBI und zum anderen über Hauptbahnhof/ Lehrter Bahnhof, Stadtbahn, Berlin-Karlshorst, Berliner Außenring, Grünauer Kreuz, Görlitzer Bahn, Flughafen BBI. Da die freien Kapazitäten auf diesen Strecken nicht unendlich sind, wird man diese beiden Strecken wahrscheinlich alternativ befahren müssen, um die Frequenz darstellen zu können.
Königshaus (FDP): Herr Staatssekretär, sind Sie sich dessen bewußt, daß im Planfeststellungsverfahren für die frühere Anhalter Bahn seinerzeit nach dem dort dargestellten Betriebsprogramm genau dies ausgeschlossen worden ist und deshalb an den betreffenden Strecken in bestimmten Bereichen kein Lärmschutz aufgebaut wurde? Können Sie verstehen, daß das die Leute dort verärgern würde?
BUNDESREGIERUNG (BMVBW): Ich kann das im Einzelfall nicht bestätigen, andernfalls müßte ich mir das Planfeststellungsverfahren oder die Beschlüsse anschauen. Diese habe ich jetzt nicht präsent. Dafür bitte ich um Verständnis. Ich kann nur darauf hinweisen, daß der Bund nicht dafür in Regreß genommen werden kann, daß das Planfeststellungsverfahren für die Dresdner Bahn liegen gelassen wurde.
]Noch kein Supermarkt in Sicht
Thermometer-Siedlung vier Monate ohne Supermarkt / Mini-Markthalle soll jetzt helfen
Aus: khd-Page Nr. 381, Berlin, 14. November 2004 (News). [Original
BERLIN-LICHTERFELDE 14.11.2004 (khd). Heute vor vier Monaten hat der letzte Lebensmittelmarkt im Einkaufszentrum der Thermometer- Siedlung dicht gemacht (khd-Page berichtete). Seit dem
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Was es alles in der Markthalle Lichterfelde zu kaufen gibt |
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Lichterfelde-Süd, Fahrenheitstraße 30 (Zufahrt von der Osdorfer Straße). |
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Eine wesentliche Verbesserung der vom Bezirksamt zu verantwortenden Einkaufssituation ist noch immer nicht in Sicht. Denn die GSW sagt, daß der Vertrag mit PLUS noch bis zum Januar 2005 laufe und man ansonsten zuversichtlich sei, einen Ersatz zu finden. Auf etwas Milderung hoffen nun die Bewohner der Stadtrandsiedlung durch eine kleine Markthalle mit einem Angebot an Obst und Gemüse, Getränken, Fleisch und Fisch, die Ende November in der Fahrenheitstraße im ehemaligen Reichelt- Supermarkt eröffnet werden soll. [mehr]
[12.08.2004:
Zum Laden-Leerstand in der Thermometer-Siedlung]
[14.09.2004:
Zum Laden-Leerstand im Ortskern von Giesensdorf]
[09.12.2004:
Mini-Markthalle schon wieder vor dem Aus?]
[15.12.2004:
Markthalle vorerst gerettet]
Sozialer Abwärtstrend: Ladiusmarkt-Kiez verödet
Läden stehen leer, Anwohner ziehen weg / Debatte morgen abend in der Dorfkirche
Aus: Berliner Morgenpost, 24. November 2004, Seite ?? (Bezirke) von KATRIN LANGE. [Original]ZEHLENDORF. Nicht einmal der Regen schafft es, den Schmutz von der gelben Fliesenwand der alten Post am Ladiusmarkt abzuwaschen. Die großflächigen Fenster sind blind, alle Schilder abgeschraubt. Vor etwa drei Jahren hat die Post zugemacht. Kurz darauf folgte die Filiale der Sparkasse. Noch heute stehen die Geschäftsräume in der Ladenzeile leer.
In dem einst belebten Viertel im Süden des Bezirks halten nur noch fünf Läden die Stellung, darunter ein kleiner Supermarkt. Doch wie lange noch? Die Zehlendorfer rund um den Ladiusmarkt haben Angst, "daß ihr Kiez den Bach runter geht", sagt Anwohnerin Angela Grützmann. Eine Diskussion mit den verantwortlichen Stadträten und Geschäftsleuten morgen abend, 19.30 Uhr, in der Alten Dorfkirche, Clayallee/Potsdamer Straße, soll den Abwärtstrend stoppen und die Frage klären: "Veröden Zehlendorfer Quartiere?" Genau das befürchten die Mieter im Umfeld von Breitensteinweg, Ladiusstraße und Andréezeile.
Der Leerstand der Läden ist nur ein Problem. "In dem Viertel wohnen sehr viele alte Menschen und viele mit geringem Einkommen", sagt Wirtschaftsstadtrat Klaus-Peter Laschinsky (SPD). Das sei außergewöhnlich für Zehlendorf, genau wie der lange Leerstand. Geschäfte würden auch aus anderen Straßen etwa am Teltower Damm verschwinden. Meist sei aber ein Nachmieter schnell gefunden. Von einer Verödung wie am Ladiusmarkt könne woanders keine Rede sein.
Das frühere Arbeiterviertel, das unter anderem für das Telefunkenwerk gebaut wurde, hat bessere Zeiten gesehen. Angela Grützmann ist 1960 dorthin gezogen und wohnt noch immer in derselben Wohnung. Sie lobt das einst "urbane Leben" im Kiez. Alles habe man vor Ort erledigen können. Heute müßten die meisten nach Zehlendorf-Mitte oder nach Teltow für Besorgungen fahren. Immer mehr würden wegziehen.
Das ist auch im Supermark zu spüren. "Die soziale Mischung hat sich verändert", sagt Inhaber Patrick Erler. Wer es sich leisten konnte, sei ins Umland gezogen. "Die Kaufkraft ist deutlich gesunken", sagt er. Auch Erler befürchtet, daß die Gegend verwaist, wenn sich nicht bald etwas tut. Der Wirtschaftstadtrat kann die Bedenken nachvollziehen. "Keiner weiß, wie sich die Gegend entwickeln wird", sagt Klaus-Peter Laschinsky. Wichtig wäre der Impuls eines Investors.
Der könnte schon bald kommen. Seit Jahren soll das Dreieck zwischen Ladiusstraße und Breitensteinweg, wo heute der Wochenmarkt stattfindet, verkauft und bebaut werden. Jetzt hat sich ein Investor beim Liegenschaftsfonds gemeldet. Der plant kleinteiligen Handel unter Einbeziehung des Wochenmarktes. "Die Verhandlungen könnten im Januar abgeschlossen sein", sagt Irina Dähne, Sprecherin beim Liegenschaftsfonds. [mehr]
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Markthalle Lichterfelde öffnet
[Ed: nach über 34 Monaten des Leerstands des ehemaligen Reichelt-Supermarkts]
Aus: Flugblatt der Markthalle Lichterfelde, 26. November 2004 (in den Briefkästen der Thermometer- Siedlung).[mehr]
Verödung in Zehlendorf befürchtet
[Ed: aber bei der bezirklichen Einkaufszentren-Genehmigungspraxis für Giesensdorf war eine Verödung der Thermometer-Siedlung kein Thema]
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 27. November 2004, Seite 14 (Berlin). [Original]ZEHLENDORF (C.v.L.). Geplante Einkaufszentren im Südwesten der Stadt könnten zur Gefahr für den Zehlendorfer Ortskern werden. Darauf wiesen Vertreter des Bezirksamts am Donnerstagabend [25.11.2004] bei einer Diskussionsveranstaltung zur möglichen "Verödung" Zehlendorfer Einkaufsgebiete hin. Wirtschaftsstadtrat Klaus-Peter Laschinsky (SPD) sagte, schon jetzt blieben nur 49 % der Zehlendorfer Kaufkraft innerhalb des Stadtteils. "Wenn wir Kieze haben wollen, müssen wir dort auch einkaufen." Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) betonte vor rund 100 Besuchern in der Alten Dorfkirche, das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf wolle alles tun, um ein mögliches Einkaufszentrum auf dem noch von der BVG genutzten Betriebshof an der Winfriedstraße zu verhindern. Rund 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche könnten den Ortskern am Teltower Damm mit Ladenflächen von derzeit 20.000 Quadratmetern schädigen.
Abgelehnt habe man bereits Pläne, Shoppingcenter auf dem Gelände der ehemaligen Truman- Plaza an der Clayallee und an der Goerzallee zu errichten [Ed: aber nicht abgelehnt wurden vom Bezirksamt Steglitz-(Zehlendorf) in den letzten Jahren das Einkaufszentrum am S-Bahnhof Osdorfer Straße sowie das Einkaufszentrum am Ostpreußendamm 60]. Es gebe eine Schwemme von Bauanträgen für Supermärkte außerhalb bestehender Zentren. Aber gerade deren Entwicklung wolle man stärken. Zu den traditionellen Einkaufsgebieten gehören [in Zehlendorf] neben dem Ortskern der Bereich Krumme Lanke, die Sundgauer Straße in Schlachtensee, die Gegend am Bahnhof Onkel Toms Hütte, die Königstraße in Wannsee und der Ladiusmarkt in Zehlendorf-Süd wo das Bezirksamt einen weiteren Supermarkt befürwortet. Anwohner sind allerdings dagegen. [mehr]
[28.11.2004: Ladiusmarkt: Hoffen auf neue Geschäftsmieter] (BERLINER MORGENPOST)
Senat: Keine neuen Einkaufszentren
Berlin will Neuansiedlungen begrenzen und so den Handel stärken / Junge-Reyer: Innenstädte ausbauen
Aus: Berliner Morgenpost, 1. Dezember 2004, Seite ?? (Berlin) von JOACHIM FAHRUN. [Original]BERLIN. Der Berliner Senat will neue Einkaufszentren auf Brachflächen oder ehemaligen Gewerbearealen nicht mehr genehmigen. "Wir werden die Ansiedlung großflächigen Einzelhandels begrenzen oder sie auf die vorhandenen Zentren lenken", kündigte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern an, nachdem die Landesregierung den nach 1999 zweiten "Stadtentwicklungsplan Zentren" zur Kenntnis genommen hatte. Es sei falsch, neue Handelsstandorte auszuweisen, nur weil sie einen "Anschluß zur Autobahn" hätten, sagte Junge-Reyer.
Ihr geht es in erster Linie darum, die bestehenden Nebenzentren in den Bezirken für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung zu erhalten. Das sei um so wichtiger, als ab 2020 der Anteil älterer Menschen deutlich steigen werde. Gleichzeitig müßten die beiden Innenstädte im Westen und in Mitte als attraktive Magneten ausgebaut werden. Die Entwicklung am Alexanderplatz, wo die Rathauspassagen weiterhin halb leer stehen, gleichzeitig aber der Kaufhof erweitert und auf dem "Banane"-Grundstück an der Stadtbahn ein neues Einkaufszentrum entsteht, bewertet die Senatorin anders als ihr Vorgänger Peter Strieder "eher skeptisch" und will den Fortgang der Dinge zumindest genau beobachten.
Als Folge ihrer neuen Politik räumt die Sozialdemokratin einem zuletzt diskutierten Projekt für ein neues Einkaufszentrum wenige Chancen ein. Das Vorhaben an der Winfriedstraße in Zehlendorf, wo die BVG ihren Betriebshof an einen Investor für Einzelhandel verkaufen möchte, hält Junge-Reyer wegen der negativen Folgen auf Zehlendorf- Mitte für "wenig wahrscheinlich". Auch der Bezirk ist dagegen, in der Nachbarschaft noch einmal die Handelsfläche des alten Ortskerns zu genehmigen.
Die Planungen und Datensammlungen der Stadtplanungsbeamten richten sich aber in erster Linie auf die vielen historischen Ortszentren. Seit 1990 ist die Einzelhandelsfläche in Berlin um 83 % oder 1,9 Millionen Quadratmeter gewachsen. Besonders sorgt sich die Senatorin um die Moabiter Turmstraße. Positiv entwickelten sich die Borsighallen im Verein mit Alt-Tegel sowie die Wilmersdorfer Straße. Junge-Reyer räumte ein, daß die Investitionsentscheidungen der Kaufhausbetreiber P&C, C&A und Karstadt für ihre Charlottenburger Häuser kaum durch Stadtplanungspolitik befördert worden seien.
Auf die Kaufkraft kommt es an
Entscheidend für die Entwicklung des Berliner Einzelhandels bleibt neben dem Touristenzustrom vor allem die Kaufkraft der Berliner. Und die liegt weiterhin relativ niedrig. Handelsforscher gehen davon aus, daß sich der Umsatz aller Berliner Läden von 18 Milliarden Euro auf 17,3 Milliarden Euro 2003 verringert hat. Die wichtigste Kennziffer, die einzelhandelsrelevante Kaufkraft, liegt in Berlin nur knapp über dem Bundesdurchschnitt von 5260 Euro jährlich und damit weit unter anderen Ballungsräumen. Unter den Großstädten kam Berlin zuletzt auf Platz 49, unter 400 Städten und Landkreisen nur auf Rang 231.Innerhalb der Stadtgrenzen haben die Berliner in sehr unterschiedlichem Maße Geld, das sie in Geschäften ausgeben können. Erstmals liegt eine Kaufkraftanalyse der Gesellschaft für Konsumforschung nach Postleitzahl-Bezirken vor. Hohe Kaufkraft besitzen die Bewohner von Grunewald, Halensee und Nikolassee und Wannsee, aber auch in Wilmersdorf rund um den Ludwig-Kirch-Platz und in Frohnau. Sie liegen um mindestens 28 % über dem Bundesdurchschnitt und kommen auf mehr als 6700 Euro.
20 % über dem Durchschnitt liegen Teile Wilmersdorfs und Charlottenburgs, Zehlendorfs, Lichterfeldes, Kladow und Gatow, der Westen Lichtenrades und im Norden Heiligensee und Hermsdorf. Über dem Durchschnitt liegen weiterhin weite Teile der des Südwestens, der Süden Neuköllns sowie Reinickendorf und als wohlhabendster Stadtteil des ehemaligen Ostteils neben der Gegend ums Brandenburger Tor die Köpenicker Villenviertel Rahnsdorf und Hessenwinkel. Die anderen Berliner Stadtviertel erreichen den Bundesdurchschnitt nur knapp, oder sie liegen deutlich darunter. [mehr]
Senat will keine Einkaufszentren am Stadtrand
[Ed: Hm, und wie ist das mit dem Einkaufszentrum am Ostpreußendamm 60?]
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 1. Dezember 2004, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (CD). Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) lehnt neue Einkaufscenter auf der "grünen Wiese" am Rande Berlins ab: Großflächiger Einzelhandel und Freizeitzentren sollten sich künftig auf bestehenden Flächen konzentrieren, sagte die Senatorin gestern. Entsprechende Leitlinien stehen in einem neuen Teil des "Stadtentwicklungsplans Zentren", den der Senat jetzt zur Kenntnis nahm.
Junge-Reyer will damit eine "Zersiedelung" Berlins verhindern. Vorrang habe die Erhaltung traditioneller Standorte in der Innenstadt. Mit Händlern und Bezirksämtern möchte die Senatorin verstärkt über die Aufwertung der historisch gewachsenen Einkaufsgegenden diskutieren. In Gebieten mit Quartiersmanagern sollen diese auch mit Hausbesitzern verhandeln, damit es mehr preisgünstige Räume für Kleingewerbe gibt.
Seit 1989 sind in Berlin 1,9 Millionen Quadratmeter Einzelhandelsfläche hinzugekommen. Die Kaufkraft ist hier geringer als in vielen anderen deutschen Städten. Trotzdem sind weitere Shoppingcenter geplant zum Beispiel am Alexanderplatz, an der Schloßstraße in Steglitz und an der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg. Auch an der Landsberger Allee in Lichtenberg sind zusätzliche Flächen für großflächigen Einzelhandel und Freizeitbetriebe geplant. Als positive Beispiele für die Entwicklung von Geschäftsstandorten nannte Senatorin Junge-Reyer die Borsighallen in Tegel und die Wilmersdorfer Straße. Dagegen hätten die Rathauspassagen in Mitte die Erwartungen nicht erfüllt.
[01.12.2004: Senat will bestehende Zentren stärken und neue verhindern] (BERLINER ZEITUNG)
[01.12.2004: Senat: Keine neuen Einkaufszentren] (BERLINER MORGENPOST)
Markthalle schließt Versorgungslücke
Aus: Berliner Zeitung, 2. Dezember 2004, Seite ?? (Bezirksnachrichten). [Original]LICHTERFELDE (cls). In einem seit vier Jahren leer stehenden Supermarkt in der Thermometer- Siedlung [Ed: ehemals Reichelt] hat eine kleine Markthalle eröffnet: Seit Anfang der Woche bieten Händler auf etwa tausend Quadratmetern Fläche ihre Waren an. "In der Vergangenheit hat das Lebensmittelangebot im Kiez stark abgenommen", sagt Marktleiterin Ines Dreger.
Erst kürzlich habe wieder ein Supermarkt geschlossen. So entstand die Idee, im Supermarkt an der Fahrenheitstraße eine kleine Markthalle zu eröffnen, die an die Tradition bestehender Hallen in Moabit und Kreuzberg erinnern soll. Noch ist das Angebot nicht komplett. "Wir suchen noch händeringend Fleisch- und Käseanbieter", sagt Dreger. [mehr]
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Eingang zur am 27. November 2004 in der Fahrenheitstraße 30 eröffneten Markthalle Lichterfelde. (Foto: 10.12.2004 khd)
Aus für die Markthalle?
Aus: Berliner Zeitung, 9. Dezember 2004, Seite 24 (Bezirksnachrichten). [Original]LICHTERFELDE (cls). Knapp zehn Tage nach ihrer Eröffnung steht die kleine Markthalle in der Thermometersiedlung bereits vor dem Aus. Von den zehn Händlern, die in den leer stehenden Supermarkt an der Fahrenheitstraße gezogen waren, haben
zwei schon aufgegeben [Ed: darunter der so wichtige Obst- und Gemüsehändler] und zwei weitere ihren Weggang angekündigt. "Damit haben wir ein echtes Problem", sagt Marktleiterin Ines Dreger.
Obst- und Gemüse- Händler dringend gesucht.
Da es nun fast keine Grundnahrungsmittel mehr in der Halle zu kaufen gebe, sei der Markt ernsthaft gefährdet. Dreger begründet den Weggang der Händler mit dem schlechten Image der Thermometersiedlung, hoher Kriminalitätsrate und wenigen Einzelhandelsangeboten [Ed: denn bei der saumseligen GSW stehen allein teilweise seit Jahren 8 Läden leer!]. "Menschen gibt es hier genug, es wollen nur keine Händler herkommen", sagt sie.
Durchstart mit dem Oberhavel Bauernmarkt
10.12.2004 (khd). Also das Image der Thermometer-Siedlung war in den 90er-Jahren schon mal schlecht. Inzwischen ist das aber nicht mehr gerechtfertigt, denn durch die umfangreichen Wohnumfeldverbesserungen und den "runden Tisch" hat sich seit dem vieles getan.Die kleine Markthalle macht erst mal weiter. Denn es konnte jetzt der "Oberhavel Bauernmarkt" aus dem brandenburgischen Schmachtenhagen mit seinen Frischeprodukten wie Käse, Eier, Geflügel, Suppenhühner, Schweine- und Rindfleisch alles direkt vom Erzeuger gewonnen werden. Und das macht die Markthalle sogar für einen Kundenkreis aus der weiteren Umgebung attraktiv. Mißlich ist da allerdings, daß die Bushaltestelle quasi vor der Tür ab 12. Dezember ohne Bus bleibt. Denn die kundenfeindliche BVG hat die Buslinie 280 durch die Thermometer- Siedlung im Rahmen ihres Konzepts BVG 2005 plus ohne Begründung gestrichen. [mehr]
Kaufland macht Rückzieher
Wohnungsbaugesellschaft Mitte verliert nach Wal-Mart weiteren Ankermieter für die Rathauspassagen / [Ed: Vom Geschäftsgebaren der Kaufland/Schwarz-Gruppe]
Aus: Berliner Morgenpost, 12. Dezember 2004, Seite ?? (Bezirke) von RAINER L. HEIN. [Original]BERLIN-MITTE. Für die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBMI) sind die Rathauspassagen inzwischen zu einem vorweihnachtlichen Trauma geworden. Stets kurz vor Heiligabend gibt es für die Verantwortlichen des Unternehmens eine schlimme Bescherung. Hatte sich im vergangenen Jahr pünktlich zum Christfest der US-Handelsriese Wal-Mart als Hauptmieter für die Passagen am Roten Rathaus verabschiedet, kommt es in diesem Jahr wieder knüppeldick. In dieser Woche machte kurz vor Vertragsunterschrift der deutsche SB-Warenhaus-Betreiber Kaufland einen Rückzieher. Die WBMI steht wieder mit leeren Händen da und wird das Verlierer-Image nicht los. Dabei hatte es für die Betreiber der Rathauspassagen die letzten Tage zunächst gut ausgesehen. Nachdem der Wal-Mart im Dezember 2003 ausgestiegen war, wurde fieberhaft nach einem anderen Ankermieter gesucht. Schließlich litt das Image der Wohnungsbaugesellschaft mächtig unter dem Passagen- Flop. Vor Wochen wurden bereits zwei Geschäftsführer der WBM ausgewechselt, im Januar kommt ein weiterer, neuer Chef.
Nun sollte Kaufland die Wende bringen. Doch die Unternehmens-Bosse aus Süddeutschland hatten neben der Rathauspassage noch andere Pläne mit dem Standort Berlin. Neben dem Laden in Mitte, wollte Kaufland einem Geschäft in den alten BVG-Hallen an der Usedomer Straße in Wedding und einen Neubau in der Goerzallee in Lichterfelde eröffnen. Doch da machte ihnen jetzt die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer (SPD) einen Strich durch die Rechnung. Ihre Sprecherin Petra Rohland, sagte: "Unser Ziel ist es, neben den bestehenden Einkaufszentren nicht weitere neue entstehen zu lassen. Der derzeitige Bestand muß gestärkt werden. So konnten wir Kaufland die Wünsche nicht erfüllen." Gespräche über andere Standorte seien aber angeboten worden [Ed: und was ist mit dem Skandal-Standort Ostpreußendamm 60?]. Kaufland- Sprecherin Melanie Schmidt wollte sich zu den Verhandlungen nicht äußern, "da das Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen ist".
Für Kaufland bedeutete die Absage durch die Senatorin zugleich das Ende der Verhandlungen mit der WBMI. Dazu Sprecherin Susanne Schmidt: "Das war ein Schlag für uns, denn Kaufland wollte im 1. Obergeschoß die Flächen übernehmen." Damit steht die Wohnungsbaugesellschaft wieder dort, wo sie nach der Wal-Mart-Absage stand.
Für Senatsbaudirektor Hans Stimmann ist das Taktieren von Kaufland befremdlich. Nach seiner Einschätzung sei eine derartige Koppel-Planung nicht akzeptabel, so Petra Rohland.
Die WBMI wird jetzt weiter einen neuen Ankermieter suchen. Damit die oft gähnende Leere in den Rathauspassagen abnimmt, versucht es die Wohnungsgesellschaft mit zahlreichen Marketingaktivitäten wie dem Schlangenkünstler Rainer Kwasi und Ausstellungen. Im Moment ist der Weihnachtsmarkt ein Magnet mit positiver Wirkung. Daneben haben inzwischen 33 Ladenbetreiber ihre Geschäfte in der Passage eröffnet. Das Großprojekt Rathauspassagen kostete die Wohnungsbaugesellschaft rund 70 Millionen Euro, 20 Millionen Euro allein für die beiden umstrittenen Parkhäuser, die auf Druck von Wal-Mart gebaut wurden.
Bezirksverordnete lehnen Supermarkt ab
[Ed: Offensichtlich haben inzwischen die Steglitzer BVVler aus ihren Fehlern gelernt]
Aus: Berliner Morgenpost, 12. Dezember 2004, Seite ?? (Bezirke). [Original]STEGLITZ (pol). Die umstrittenen Pläne für einen neuen Plus-Supermarkt an der Bismarckstraße 4 sind so gut wie vom Tisch. Das ergab jetzt die Beratung des Bauantrags im Stadtplanungsausschuß der Bezirksverordneten-Versammlung. Einstimmig sprachen sich Vertreter aller vier Fraktionen gegen eine Genehmigung zum Umbau des vorhandenen Gewerbegebäudes aus. Das letztlich entscheidende Gegenargument ist eine deutliche Überschreitung der Nutzungsmaße.
Doch auch der Druck der Bürgerinitiative Lauenburger Platz dürfte seinen Einfluß nicht verfehlt haben. Der Ausschuß befürwortete eine Petition der Anwohner, die gegen das Projekt sind und ihr Anliegen mit 2500 gesammelten Unterschriften dokumentieren. Eine vom Bauamt angeforderte gutachterliche Bewertung der Folgen des beantragten Supermarkts für die Verkehrssituation steht dagegen noch aus.
Konzept BVG 2005 plus in der Praxis
Versorgung der Thermometer-Siedlung mit BVG-Buslinien seit dem 12. Dezember 2004
Aus: Petition an BVG, Politik und Verwaltungen, 12. Dezember 2004. Weiterführende Links (Verweise) wurden in dieser Web-Fassung redaktionell zugefügt.Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Geschäftsleitung
Potsdamer Straße 188
D-10773 Berlin-SchönebergSehr geehrte Damen und Herren,
mit Empörung mußten wir Bewohner der Thermometer-Siedlung zur Kenntnis nehmen, daß aufgrund des rein betriebswirtschaftlich orientierten BVG-Sparkonzepts zur Finanzierung des neuen Metro-Liniennetzes seit dem 12.12.2004 durch die Thermometer- Siedlung (Celsiusstraße) keine Buslinie mehr fährt. Die jetzt als Ersatz für die Linie 280 eingeführte Linie 284 berührt durch ihre ausschließliche Führung über die Réaumurstraße nur noch am südlichen Rand die Hochhaussiedlung mit ihren rund 6.000 Bewohnern.
Wir beantragen daher, daß die neue Linie 284 unverzüglich wieder von der Endhaltestelle am S-Bahnhof Lichterfelde-Süd kommend über die gesamte Celsiusstraße und die Osdorfer Straße usw. geführt wird.
Zu den Gründen:
Es bleibt absolut unverständlich, daß die BVG und der genehmigende Senat nicht die Belange der Alten und Behinderten bei der Neuplanung des BVG-Netzes beachtet haben. Immerhin gibt es (auch) dafür den Staatszuschuß an die BVG. Und außerdem existiert mancherorts durchaus noch rationales Einsparpotential (Beispiel: Ausdünnen des Parallelverkehrs der Buslinie 148 zur S 1 südlich des Rathauses Steglitz).
- Die Bewohner erleben den Wegfall der Buslinie 280 in der Celsiusstraße als weitere Benachteiligung der Stadtrandsiedlung* trotz bestehender, mit der BVG abgestimmter Bereichsentwicklungsplanung (BEP).
Ein Bus muss her!
Aus: Flugblatt der SPD-Fraktion in der BVV Steglitz-Zehlendorf vom Januar 2005. Die SPD-Fraktion informiert:
Schon in der Bauausschusssitzung der Bezirks- verordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlen- dorf von Berlin im September 2004 legte die Fraktion der SPD bei den Vertretern der BVG Widerspruch gegen die Stilllegung der Buslinie 280 ein.
Wir haben zur nächsten Fahrplanänderung im Jahr 2005 bei der BVG vorgeschlagen, die Buslinie 284 von der Schütte-Lanz-Straße kommend bis zur Celsiusstraße Nord durch die Celsiusstraße bis zum S-Bahnhof Lichterfelde Süd fahren zu lassen.
Klaus-Dieter Weihe Ihr SPD-Bezirksverordneter- So können seit dem Juli 2004 auch wg. amtlicher Fehlplanungen* im Einkaufszentrum Celsiusstraße keine Lebensmittel mehr eingekauft werden. Alte und Gehbehinderte sind deshalb auf den wohnortnahen Zugang zu einer Buslinie angewiesen, um zum Einkaufen zu fahren. Zur S-Bahn ist es für sie zu weit.
- Besonders hart betroffen von der wenig durchdachten BVG-Sparmaßnahme sind die Bewohner des Seniorenhauses Celsiusstraße 11, die nun zur Osdorfer Straße einen weiteren Fußweg haben und dann noch vom 186er in den 284er an der Einmündung der Réaumurstraße beschwerlich umsteigen müssen, um z. B. zu Ärzten, zur Post (Heinersdorfer Straße) oder zum lokalen Subzentrum (Kranoldplatz) zu kommen.
- Erinnert sei zudem an die intensive Diskussion und den umfangreichen Schriftwechsel der Mietergruppe Lichterfelde- Süd aus den Jahren 1977/78 (mit entsprechendem Pressewirbel) zu einer Verbesserung der ÖPNV-Anbindung der Thermometer- Siedlung. Auch Senat, Bezirk Steglitz und die Petitionsausschüsse waren damit befaßt. Und an den Kernargumenten hat sich bis heute nichts geändert. Das Ergebnis war damals die Einrichtung der Buslinie A 86 ab dem 1.5.1978 durch die rund 900 m lange Celsiusstraße.
- Und nach Fertigstellung der sanierten Woltmann-Siedlung wurde 1984 die Linie 86 (später 186) von der Réaumurstraße über die Osdorfer Straße geführt, so daß deren Bewohner einen wohnungsnahen Zugang zum Bus nach Steglitz-City hatten. Allerdings war dafür damals die ausdrückliche Bedingung (siehe Ds.-Nr. 717a der BVV Steglitz vom 8.11.1983), daß der Bus A 17 (später 180) weiterhin die Celsiusstraße bedient.
- Dennoch wurde dann in einer früheren BVG-Sparphase der 180er generell bis Lichterfelde- Süd gestrichen und als Ersatz der Bus 280 über Lankwitz nach Steglitz eingeführt. Allerdings wurde dieser auch tagsüber nur mit einem 20-Minutentakt ausgestattet.
- Für die Bewohner der Thermometer- Siedlung klingt es angesichts der Vorgeschichte wie Hohn, wenn nun die BVG in ihrem Faltblatt [Ed: Faltblatt Bus 284 + 184] im Dezember 2004 lakonisch mitteilt: Linie Bus 284 fährt begradigt über Réaumurstraße. Offensichtlich sieht die BVG in einer solchen Begradigung eine Verbesserung für ihre Kunden.
- Die permanente Benachteiligung der Thermometer- Siedlung* (wozu auch der fehlende aktive Lärmschutz bei der Anhalter Bahn gehört) erhöht die Gefahr einer sozialen Destabilisierung im Quartier (BEP) mit der Folge einer unerwünschten Ghetto- Bildung im Bezirk. Auch das Einsparen der Buslinie 280 trägt dazu bei.
Im Namen der Bewohner
* Zur seit 1970 fortlaufenden Benachteiligung der Thermometer-Siedlung sowie
den aktuellen Fehlplanungen wird auf die Dokumentationen im Internet unter http://earth.prohosting.com/khdit/Archiv/Thermometer-Siedlung_00.html verwiesen.
mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Dittberner
(Gründungsmitglied der
Mietergruppe Lichterfelde-Süd)
Anmerkungen zur Web-Publikation:
Markthalle vorerst gerettet
Oberhavel Bauernmarkt zog in Lichterfelde ein / Weitere Anbieter willkommen
Aus: Berliner Woche, Zeitung für Steglitz, 15. Dezember 2004, Seite 1 (Aufmacher). [Original]LICHTERFELDE (ahr). In der vergangenen Woche wurde noch das Aus für die Lichterfelder Markthalle befürchtet, jetzt bleibt sie zumindest vorerst bestehen.
Seit Freitag [10.12.2004] füllen die Stände des Oberhavel Bauernmarkts einen Teil der Freiflächen im ehemaligen Supermarkt in der Fahrenheitstraße. Wir sind froh, daß die Brandenburger uns retten, sagt Hallenbesitzer Oliver Antrick. In nur zwei Tagen hat der Brandenburger Direktvermarkter seine Stände aufgebaut. Produkte aus der hofeigenen Fleischerei werden ebenso angeboten wie ein Mittagstisch. Weitere Hofladenprodukte wie Obst und Gemüse, Honig, Eier und Milch kommen in den nächsten Tagen hinzu. Wir konnten nur nicht so schnell alles aufbauen. Das war ja eine Blitzaktion, sagt der Oberhaveler Außenmarktleiter Karl Bernd Krüger, der sich ebenfalls freut, mit seinen Produkten die Markthalle ein bißchen zu beleben.
Was gibt's in der
Markthalle Lichterfelde?
Stand: 17.12.2004Blumen
Bier
Brandenburger Gänse
Brot
Coca Cola
Eier
Frischfisch
Geflügel
Gemüse
Geschenkartikel
Getränke
Griech. Spezialitäten
Grützwurst
Haushaltswaren
Imbiß
Kartoffeln (viele Sorten)
Käse
Kuchen
Milch
Mineralwasser
Mittagstisch
Obst
Räucherfisch
Rindfleisch
Säfte
Schreibwaren
Schweinefleisch
Spirituosen
Südfrüchte
Tierfutter
Weihnachtsbäume
Wurst
Gefunden hatten sich der Berliner Markthallenbetreiber und der Brandenburger Direktvermarkter im Internet: Dort haben wir gezielt nach Anbietern gesucht. In Berlin sind wir bisher nicht fündig geworden, erklärt Oliver Antrick.
Mit dem Bauernmarkt ist die Markthalle fürs erste gerettet. Ein neuer Stand mit Konserven wird ebenfalls in den nächsten Tagen einziehen. Wir brauchen alles, was zu einer Lebensmittelversorgung gehört, kündigt Antrick an. Auf alle Fälle will er die Markthalle auch zwischen den Feiertagen geöffnet halten. Hundertprozentig gesichert ist der Standort aber noch nicht. Jetzt hängt alles von den Kunden ab, sagt Oliver Antrick. Bernd Krüger pflichtet ihm bei: Die Voraussetzungen hier in Lichterfelde sind nicht schlecht. Nun muß sich zeigen, ob die Kunden unser Angebot auch annehmen.
Wissenswertes über den Bauernmarkt [Ed: mit seinen hervorragenden Käse-, Fleisch- und Wurst-Produkten, die auch einen weiteren Weg in die Lichterfelder Fahrenheitstraße 30 lohnen] unter www.oberhavel-bauernmarkt.de.
Aus für die Markthalle Lichterfelde
6.3.2005 (khd). Nach nur 3 Monaten war für die Bewohner der Thermometer-Siedlung schon wieder Schluß mit dem wohnungsnahen Einkaufen. Am 28. Februar machte die Markthalle Lichterfelde in der Fahrenheitstraße dicht. Vorausgegangen war im Januar und Februar ein erheblicher Händlerschwund, so daß beispielsweise kein Fisch und keine Backwaren mehr erhältlich waren. Die Standmieten seien viel zu hoch, war von Händlern zu hören. So sollen um die 1000 Euro Standmiete pro Monat verlangt worden sein. Bei einem riesigen Umsatz hätte sich das vielleicht rechnen können, aber den gab es nicht.Damit stehen die beiden Supermärkte der Thermometer-Siedlung nun wieder leer. Und die Bewohner müssen weite beschwerliche Wege zum Einkauf ihres täglichen Bedarfs zurücklegen. Etwas Milderung wird ab April erwartet. Dann soll es mal wieder auf dem Marktplatz der benachbarten Woltmann- Siedlung zweimal wöchentlich an der Scheelestraße einen Wochenmarkt geben. [mehr]
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