Thermometer-Siedlung in Berlin-Lichterfelde – Teil 9 khd
Stand:  26.3.2008   (66. Ed.)  –  File: ThS/Thermometer-Siedlung_09.html




Auf diesen Seiten soll im Internet von mir nach und nach ausgewähltes Archiv- Material zu Problemen in und um die Thermometer- Siedlung in Lichterfelde-Süd – einer Anfang der 70er-Jahre gebauten Hochhaussiedlung am südlichen Stadtrand Berlins – dokumentiert werden. Ab 2005 wurden hier auch Artikel aufgenommen, die zur Beurteilung des immer deutlicher werdenden mieterfeindlichen Geschäftsgebarens des neuen, soziologisch ahnungslosen GSW-Eigners – des Finanz- Investors Cerberus – relevant sind. [Intro]

Die vor allem in den Tabellen angegebenen „???“ bzw. „xxx“ bedeuten, daß die Fakten derzeit nicht recherchierbar waren. Hier sind zunächst dokumentiert und manches auch kommentiert [Ed:...]:

I n h a l t :             2007           [ Übersicht 1970–2007 ]

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Knallhart am Stadtrand

Die neuen Helden vom Thermometer-Kiez / Andere Wege gegen Jugendgewalt

Aus:
Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB), 14. März 2007, 21.00–21.30 Uhr (Die RBB-Reportage). Ein Film von NORBERT SIEGMUND. Im RBB-Video-Text heißt es auf Tafel 315 zu dieser TV-Sendung:

Die Thermometer-Siedlung, Ende der 60er-Jahre in Lichterfelde erstanden, ist ein sozialer Brennpunkt. Vor allem hat die Siedlung ein Jugendgewaltproblem, das das gesellschaftliche Klima im Kiez prägt [Ed: in der Sendung wird gesagt, daß 2/3 der in der Siedlung lebenden Familien Einwanderer-Familien sind]. Polizei und Sozialarbeiter sind weitgehend machtlos.

Ein Pilot-Projekt des Berliner Anti-Gewalt-Zentrums sucht neue Wege gegen Jugendgewalt. Wichtige Akteure sind dabei jene, die mehr Respekt genießen als Polizisten oder Sozialarbeiter, nämlich ehemalige jugendliche Gewalttäter.

[08.01.2006: Thermometer-Siedlung: Coolness-Trainer für heiße Konflikte]  (BERLINER MORGENPOST)
[11.10.2006: Randale am Scheelemarkt]  (BERLINER WOCHE)



Berliner müssen mit höheren Mieten rechnen

[Ed: auch wenn wohl die Thermometer-Siedlung davon nicht akut betroffen ist, zeichnet sich damit die künftige Entwicklung ab].

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 4. April 2007, Seite 1 (Neben Aufmacher). [Original=xxx]

BERLIN (Tsp). Nach dem Verkauf von über 200.000 landeseigenen Wohnungen an internationale Finanzinvestoren steigen die Mieten in Teilen der Stadt. Besonders betroffen sind Altbauten in einigen Lagen von Steglitz-Zehlendorf, Spandau und Reinickendorf. Dort wurden am meisten Wohnungen privatisiert. Betroffen sind Altbauten, die nach 1918 errichtet wurden, sowie frühere Sozialbauten der 50er- und 60er-Jahre.

Die höheren Preise werden sich nach Tagesspiegel-Informationen auch im neuen Berliner Mietspiegel niederschlagen, der im Juli herauskommen soll. Dadurch erhöht sich der Spielraum für Mieterhöhungen auch für Eigentümer von vergleichbaren Immobilien in ähnlichen Lagen. Einer der neuen Eigentümer der landeseigenen Gesellschaften [Ed: die GEHAG] hatte die durchschnittlichen Mieten in Teilen seiner Bestände im Schnitt um 67 % angehoben. [mehr]



V E R N A C H L Ä S S I G U N G   V O N   L I C H T E R F E L D E

Bahnkunden stehen im Regen

Reisende ärgern sich über Miniwartehäuschen.

Aus:
Berliner Woche (Ausgabe Steglitz) – Nr. 36/2007, 5. September 2007, Seite 2 (Steglitz).

LICHTERFELDE (KM). Der Regionalbahnhof Lichterfelde Ost ist zu einem Ärgernis für Bahnkunden geworden. Wenn sie auf den Regionalzug warten, sind sie jedem Wetter ausgesetzt.

Auf den Bahnsteigen befinden sich nur jeweils ein Miniwartehäuschen. „Viel zu klein“, moniert Bahnkunde Volker Jähnig. Die Bahn sei wohl [Ed: beim Neubau der Anhalter Bahn] von einer geringen Nutzung des Haltepunktes ausgegangen und hielt so die kleinen Unterstände für ausreichend, vermutet Jähnig. Doch die Realität sähe anders aus. Gerade in Richtung Hauptbahnhof warten immer viele Fahrgäste auf die Züge.

Bei schlechtem Wetter stehen sie wortwörtlich im Regen, zumal das Wartehäuschen auf dem Bahnsteig in Richtung Hauptbahnhof jetzt mit einem Fahrkartenautomaten zugestellt wurde. „Somit finden hier noch weniger Reisende Platz“, ärgert sich Volker Jähnig. Seiner Meinung nach sollte die Bahn hier unbedingt nachbessern und für eine größere Überdachung sorgen. Da in absehbarer Zeit das Einkaufszentrum am Bahnhof Lichterfelde-Ost eröffnet wird, sei damit zu rechnen, dass noch mehr Menschen den Haltepunkt [Ed: einst – auch noch nach 1945 – der Bahnhof von Groß-Lichterfelde!] frequentieren werden.

Der Bahn AG ist das Problem nicht bekannt [Ed: offensichtlich hat sie die bereits im August 2005 im Internet formulierte Kritik am Neubau dieses Bahnhofs nie gelesen, obwohl „Google“ sie auf Anhieb nachweist und auch die Berliner Morgepost im Januar 2006 über die erneute Vernachlässigung von Lichterfelde-Süd/Ost durch die Deutschen Bahn AG berichtete]. Holger Auferkamp, stellvertretender Sprecher des Konzerns in Berlin, erklärte auf Nachfrage der Berliner Woche: „Wir werden uns die Situation vor Ort ansehen und mit dem Bahnhofsmanagement sprechen, inwieweit eine Änderung möglich ist.“

Die Deutsche Bahn sei dankbar, für jeden Hinweis ihrer Kunden. Sollte die Situation sich tatsächlich so darstellen wie geschildert, wäre man seitens der Bahn AG durchaus bereit, den Kunden entgegenzukommen und soweit möglich für Nachbesserung zu sorgen. [Bahnhof Lichterfelde-Ost einst und jetzt]



H E U S C H R E C K E N   A T   W O R K

Von den Folgen des GSW-Verkaufs

Beispiel Thermometer-Siedlung / Nichts ist besser geworden / Das blanke Privatisierungs-Chaos regiert

Aus:
khd-Page – Nr. 535, Berlin/San José/Toronto, 14. Oktober 2007, 00.00 Uhr MESZ (Heuschrecken at work) von KARL-HEINZ DITTBERNER.

   
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BERLIN – 10.10.2007 (khd). Im Sommer 2004 verkaufte der von SPD und den Linken (PDS) getragene Berliner Senat sein größtes Wohnungsunternehmen – die GSW – an ein wenig seriöses Heuschrecken-Konsortium (Cerberus Partners, New York + Frankfurt/Main) [khd-Page berichtete]. Das Berliner Parlament stimmte am 17. Juni 2004 dem Verkauf mit großer Mehrheit zu. Auch CDU und FDP waren für den Verkauf, der eigentlich mehr eine Schenkung war. Nur die Grünen waren dagegen. Und es wird vermutet, daß auch deshalb bei der Berliner Wahl von 2006 die Zahl der Nichtwähler auf 42 % anstieg. Die SPD plus PDS kamen hingegen zusammen nur noch auf 25,1 % aller Wahlberechtigten.

Eine gewaltige Schere tut sich auf
Aus: Der Tagesspiegel, 19.3.2006, Seite 16 (Lesermeinung).
Der Verkauf von Sozialwohnungen ist der Höhepunkt einer aus dem Ruder gelaufe- nen gesamtstaatlichen Schuldenpolitik. Nach dem Motto „Rette sich wer kann“ wird die Flucht aus den erdrückenden Zins- lasten betrieben. Der einst mit massiven Steuer-Förderungen subventionierte sozia- le Wohnungsbau wird mit massiven Preis- abschlägen verschenkt — internationali- siert.

US-Pensionsfonds freuen sich über Wind- fall-Profite aus den Notverkäufen. Ameri- kanische Rentner und Pensionäre erhalten künftig ihre Alters-Fondsrenditen aus den Mieteinnahmen deutscher Rentner und Pensionäre.

Gleichzeitig droht in Deutschland eine massive Altersarmut infolge der sinkenden Rentenperspektiven. Eine gewaltige Schere tut sich hier noch auf. Eine Zu- kunftsvorsorge mit dem sozialen Woh- nungsbau sieht anders aus.

Michael S. – Berlin-Charlottenburg

Ein Riesenfehler der Berliner Politik

Politiker aller Couleur erzählen immer wieder, daß Privatisierungen sehr gut für die Kunden seien. Aber stimmt das auch für die Wohnungswirtschaft, zumal wenn gewinnhungrige Finanz- Investoren am Werke sind? Bereits im Vorfeld war von Kritikern des GSW- Verkaufs befürchtet worden, daß dieser Notverkauf für die vielen Menschen, die in GSW- Wohnungen leben, schlimme Folgen haben werde. Nach 3 Jahren stellt sich die Frage, ob solche Befürchtungen berechtigt waren.

Die objektive Antwort ist: JA! Es sei politisch ein Riesenfehler gewesen, die GSW ausgerechnet an eine ‚Heuschrecke‘ verkauft zu haben, hört man immer wieder von betroffenen GSW- Mietern. Der Senat hätte sich mal Anfang der 2000er-Jahre „über’s Geschäftsgebaren von Cerberus im Internet schlaumachen“ sollen. Dazu gab es „bei US-Medien vieles zu erfahren“.

Ausverkauf von GSW-Wohnungen

Denn inzwischen sind zahlreiche Wohnungsweiterverkäufe durch die Cerberus- GSW bekanntgeworden – mit jeweils sehr nachteiligen Folgen (allzuoft saftige Mietsteigerungen) für die Mieter. In chronologischer Reihenfolge sind das z. B. gewesen: Pankow 1, Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick, Spandau, Wedding 1, Wedding 2, Friedenau (Grazer Platz), Reinickendorf, Charlottenburg-Nord, Pankow 2, Prenzlauer Berg (Grüne Stadt), Tegel (Mieterrechte ausgehebelt) sowie in Dahlem (Gewerberäume). Manche Wohnungen wurden dabei zum regelrechten Spekulationsobjekt umfunktioniert.

Aber auch das im Februar 2006 veröffentlichte „Schwarzbuch Privatisierung“ des Berliner Mietervereins mit seinen umfangreichen Falldokumentationen spricht eine deutliche Sprache: „Nun ist Schluss! Weitere Verkäufe darf es nicht geben!“ Die Wohnungsverkäufe des Berliner Senats käme den Mietern teuer zu stehen, heißt es dort.

Erfahrungen aus der Thermometer-Siedlung

   
  C E R B E R U S

Cerberus ist der Name des dreiköpfigen Höllenhunds, der den Hades, den Ort der Unterwelt in der griechischen Mythologie der Antike, bewachte.

 
Aus Sicht der
Thermometer-Siedlung und der benachbarten Woltmann- Siedlung, in der die GSW rund 2000 ab 1970 bezogene Neubau- Wohnungen am südlichen Stadtrand besitzt, soll im folgenden über ganz grundsätzliche Erfahrungen von Mietern mit der privatisierten GSW berichtet werden.

Aus den in 40 Monaten gesammelten Fakten schließen Bewohner klar und eindeutig, daß das neue GSW-Management keine Ahnung vom Führen eines wohnungswirtschaftlichen Groß- Unternehmens in Deutschlands Hauptstadt hat, geschweige denn von Kundenorientierung (Ralph Winter/Cerberus im Juni 2005: „Mieter sind unsere Kunden“). Sie haben durch permanentes Umorganisieren ihrer Verwaltung inzwischen das „absolute Chaos“ erzeugt, in der „noch nicht mal die Buchhaltung einwandfrei funktioniert“, ist zu hören. Anläßlich eines Bürgergesprächs wiesen Mieter bereits im Mai 2005 (!) die zuständige Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) auf bestehende Mißstände bei der neuen GSW hin – gebessert hat sich dennoch nichts.

Schilda läßt grüßen

Mieter erhielten von der GSW Mahnungen über angeblich rückständige Mieten. Es stellte sich dann heraus, daß die GSW die Miete nicht per Lastschrift eingezogen hatte, obwohl sie dafür die Erlaubnis hatte und es auch früher so praktizierte.

Andere Mieter zahlten seit Ewigkeiten ihre monatliche Miete durch Überweisung auf das uralte Postbank-Konto 2545-101 der GSW. Daß dieses Konto aber im Sommer 2006 urplötzlich – ohne irgendeine Vorankündigung – von der GSW aufgelöst worden war, teilte die GSW ihren Mietern nicht mit. Erst als einen Monat später auf dem monatlichen Kontoauszug Anfang September 2006 der Betrag als von der Post wieder zurückgebucht erschien mit dem Vermerk „Konto erloschen“, war klar, daß sich diese GSW erneut einen fulminanten Schildbürgerstreich leistete, zumal sich inzwischen die September-Miete auch auf dem selben falschen Weg befand.

Eigennützige GSW kümmert sich nicht um Einkaufsmöglichkeiten

Leerstand im Einkaufszentrum Celsiusstraße der Thermometer-Siedlung in Lichterfelde-Süd -- 2004
^   Leerstand im GSW-Einkaufszentrum Celsiusstraße (EKZ). Die alte, gemeinnützige GSW hatte dieses EKZ noch vor dem Verkauf sehr aufwendig renoviert [Ed: vermutlich sogar mit Senatsgeldern]. Dann kam der Leerstand und der neue Eigentümer Cerberus-Partners. Die nun private und eigennützige GSW kümmerte sich nicht mehr um die Wiederbelebung des EKZs und so stieg der Leerstand weiter an. Auf Mieter- Vorschläge (u. a. Reduzierung der Gewerbemieten) reagierte die GSW nicht.

Im linken Laden war früher die Filiale einer Bäckerei und Konditorei, die hervorragende Qualität im Angebot hatte. Im rechten Laden war ein Schreib- und Spielwaren-Geschäft, wo man auch schnell mal eine Fotokopie machen konnte. Das ist alles – vermutlich auch wg. steigender Gewerbemieten – nun Geschichte.   (Foto: 6.8.2004 – khd-320)


   
  „In einigen Quartieren wird sich viel ändern
und in anderen nicht.“


      Ralph Winter, Deutschland-Chef
      der US-Cerberus, am 27. Mai 2004.
      Zitiert nach »Junge Welt«, 2.6.2005.
 
Im Oktober 2005
kündigte die Cerberus-GSW an, daß sie sich komplett von ihren Gewerbe- Immobilien trennen wolle. Es hatte aber seinen sehr tiefen Sinn, warum die gemeinnützige GSW in ihren Siedlungen Einkaufszentren (EKZ) – wie das um 1970 am Stadtrand gebaute EKZ Celsiusstraße – baute und auch immer mit sehr moderaten Mieten betrieben hat. Was mag dazu im Geheimvertrag mit dem Berliner Senat stehen? Wir wissen es nicht.

Die Einkaufssituation in der Thermometer-Siedlung ist dann 2006/07 katastrophal. Es gibt nur noch einen Supermarkt östlich der Osdorferstraße, von dem aber gesagt wird, er mache demnächst auch noch dicht [Ed: vermutlich weil er nun die von Senat, Abgeordnetenhaus und Bezirksamt Steglitz protegierte billige Kaufland-Konkurrenz am Ostpreußendamm 60 zu spüren bekommt]. Und die Politik(er) – unsere Volksvertreter? Vielleicht sind sie auch fassungslos, was sie da angerichtet haben. Aber gesagt hat das noch keine(r)...

Ein Call-Center statt mieterfreundlicher Geschäftsstellen

  „Die GSW hat in den vergangenen Monaten viel unternommen, um die Interessen Ihrer Mieter
noch stärker als bisher wahrzunehmen. Das Thema Kundenorientierung genießt höchste Priorität, wenn es darum geht, die neue GSW
in Berlin zu etablieren.“


      Aus: GSW-Schreiben an die Mieter
      vom 22. Juni 2007 zur Einführung
      des Call-Centers »GSW direkt«.
 
   
Die (alte) gemeinnützige GSW hatte seit 1991 über das Berliner Stadtgebiet verteilt dezentrale Geschäftsstellen eingerichtet, um wohnortnah schnell und unkompliziert auf alle Anliegen der Mieter eingehen zu können. Ein selbstverständlicher Service, den die Mieter auch mit der in der Kostenmiete enthaltenen gesetzlich geregelten Verwaltungspauschale bezahlen. In der Thermometer-Siedlung sogar baute die GSW erst Mitte der 1990er-Jahre extra dafür ein Gebäude, um der vorher nur provisorisch in Nebenräumen untergebrachten Geschäftsstelle mehr Raum zu geben. Die nunmehr eigennützige GSW nutzte seit dem 1. April 2006 dieses Gebäude nicht mehr. Und die Mieter mußten erst von Lichterfelde-Süd nach Südende in die Benzmannstraße 33 zur nächsten Geschäftsstelle fahren.

Nur ein Jahr später verfügte dann das GSW-Management zum 1. Juli 2007 – offensichtlich auf der Jagd nach weiteren Einsparmöglichkeiten – die totale Schließung sämtlicher externen GSW-Geschäftsstellen in Berlin. Sie wurden durch ein zentrales Call-Center „GSW direkt“ ersetzt. Und seit dem funktioniert nun fast nichts mehr. Mieter, die nur eine Mängelmeldung machen wollen, hängen jetzt schon mal 1/2 Stunde in der Warteschleife – und der Gebührenzähler des Telefons tickt...

„Das ist schon ein sehr starkes Stück“, sagt eine ältere Mieterin, die schon 40 Jahre bei der GSW wohnt. „So ein Chaos“ habe es in 40 Jahren noch nie gegeben. Auch waren bei der alten GSW nie soviel „inkompetente Mitarbeiter“ beschäftigt, fügt sie hinzu. „Es wird höchste Zeit, daß Berlins Senat etwas gegen die Unverschämtheiten der GSW unternimmt.“ Wowereit [Ed: Regierender Bürgermeister von Berlin (SPD)] werde doch wohl entsprechende Klauseln im Vertrag [mit Cerberus-Partners] vereinbart haben, die ihm ein „Eingreifen bei grobem Unfug“ erlauben, erzürnt sich die Mieterin.

Störfaktor Mieter — Briefpost offensichtlich unerwünscht

        Bf_GSW 2004
^ Nicht beantwortet! Brief an GSW wg. Bahn-Lärm von 2004. Nun im Internet dokumentiert.  (Repro: 2007 – khd)
Nachdem die GSW keine Geschäftsstellen mehr vor Ort hat, sollte man meinen, daß nun das vermehrte GSW-Personal in der Zentrale Kochstraße Zeit findet, die viele liegengebliebene Mieter-Post aufzuarbeiten und den Mietern endlich sachgerechte Antworten auf ihre schriftlichen Anfragen, Einwendungen, Beschwerden und Anregungen zu geben. Auf einige Antworten warten Mieter schon seit 2004. Zwar haben sie manchmal von der GSW eine Eingangsbestätigung mit Ankündigung einer Antwort erhalten („Nach Klärung des Sachverhaltes werden Sie umgehend informiert.“), aber danach war dann allzuoft ‚Sendepause‘ – bis heute.

Und dabei geht es nicht um Banalitäten, sondern sehr oft um so gewichtige Fragen wie der mietmindernde Berücksichtigung der Einnahmen aus der Vermietung von Dachflächen für Mobilfunk- Antennen (auch große Parabol- Antennen) auf den Hochhäusern der Siedlung, oder warum sich die GSW – obwohl von ihr im Oktober 1999 schriftlich versprochen – nicht juristisch um Lärmschutzauflagen für die Thermometer-Siedlung beim Wiederaufbau der Anhalter Bahn gekümmert hat [Ed: Mieter haben in solchen Fragen kein eigenes Klagerecht — nur der Grundstückseigentümer], oder warum die GSW plötzlich Extra-Geld für die Grundversorgung mit Fernsehprogrammen verlangt, obwohl im Mietvertrag anderes steht, um nur einige Themen zu nennen. 3

Die gemeinnützige GSW war immer in der Lage, ähnliche Anfragen innerhalb von vier Wochen kompetent zu beantworten. Der nicht beantwortete Brief an die Geschäftsleitung der GSW in Sachen drohender Lärmbelastung der Mieter durch die Anhalter Bahn vom Herbst 2004 ist wg. seiner sehr grundsätzlichen Bedeutung nunmehr nebenstehend im Internet dokumentiert (PDF-Format). Die direkt an der Bahn wohnenden Mieter müssen seit Juni 2006 unter dem Lärm leiden. Und der Lärm wird wachsen, da der Wiederaufbau der Dresdner Bahn arg verzögert ist und deshalb künftig die Anhalter Bahn zusätzlich den Shuttle-Verkehr vom/zum BBI-Flughafen in Schönefeld wird aufnehmen müssen.

Angst vor Mieterhöhungen geht um

In der Thermometer-Siedlung wurde von der GSW bislang – soweit bekannt – noch keine drastische Erhöhung der Miete verlangt. Das liegt natürlich auch daran, daß die meisten Wohnungen hier noch den gesetzlichen Regelungen des Sozialen Wohnungsbaus unterliegen. Nur zum Januar 2005 wurde die Miete um rund 0,27 Euro/Quadratmeter erhöht, was immerhin eine Steigerung von 7,2 % der Grundmiete entspricht. Die gesetzlichen Pauschalbeträge in der 2. Berechnungsverordnung waren erhöht worden.

Übrigens wurden dabei auch die „Verwaltunsgkosten“ erhöht, womit sich allein für einen Teil der Siedlung (710 Wohnungen, etwa ein Drittel der Siedlungen) die jährlichen Einnahmen der GSW nur für diesen Posten um 7.685,35 Euro auf 178.155,35 Euro erhöhten. Dennoch wurden 2007 von der GSW die so wichtigen Geschäftsstellen aufgelöst. Um „amerikanische Rentner und Pensionäre“ mit einer hohen Rendite versorgen zu können?

Es geht die Angst vor Mieterhöhungen um. Sobald die Sozialbindung wegfalle, könne es auch in Lichterfelde-Süd zu starken Mieterhöhungen kommen, befürchten die Mieter. Schließlich zeige ja das arrogante und illegale Vorgehen der GSW von 2005 im benachbarten Kiez am Jenbacher Weg, „woher der Wind bei der GSW wehe“.

Fahrstühle nur noch im Schneckentempo

Zum angenehmen Wohnen gehört auch, daß der Vermieter notwendige Reparaturen zügig ausführen läßt. Ob sich das nach der Privatisierung der GSW geändert hat, kann noch nicht so ganz genau gesagt werden. Einige Mieter klagen über Saumseligkeiten. So mußte ein Mieter über zwei Wochen warten, bis der defekte elektrische Durchlauferhitzer im Bad erneuert wurde. Es mag noch viele solcher Trödeleien geben. Es gibt aber andere Mieter, die sagen, es sei wie früher. Denn auch die alte GSW gehörte oft nicht zu den Schnellsten beim Reparierenlassen.

Unvergessen ist das große Heizungsdesaster vom Dezember 2004, bei dem die neue GSW erstmals ihr wahres Gesicht zeigte. 10 Tage mußten Mieter in ihren Wohnungen frieren, nur weil die neuen Chefs eine dringende Heizungs- Reparatur vom Sommer auf den Winter verschoben hatten. Zu einer finanziellen Wiedergutmachung war die GSW nicht bereit. Die faire und gemeinnützige GSW hatte hingegen 1983 bei einem ähnlichen Heizungsausfall kurz vor Weihnachten, der allerdings ein Notfall war (ein großer Wärmeaustauscher mußte sogar ganz kurzfristig aus der Bundesrepublik eingeflogen werden), den Mietern eine ordentliche Wiedergutmachung gezahlt.

Ein besonderes Kapitel sind die Fahrstühle in den Hochhäusern. Für die Wartung setzt die GSW nun eine Billig-Firma ein, was allzuoft zu sehr langen Ausfall- und Reparaturzeiten geführt hat. Da kann es schon mal passieren, daß gleich beide Hochhaus-Fahrstühle defekt sind und man abends stundenlang unten warten muß, bis wenigstens wieder ein Fahrstuhl fährt...

Seit die neue Firma am Wirken ist, fahren mancherorts die erst vor wenigen Jahren völlig erneuerten Fahrstühle nur noch im Schneckentempo, was z. B. die ‚Reisegeschwindigkeit‘ bei 22 Stockwerken sehr mindert. Stand der Technik ist das jedenfalls nicht [Ed: und technisch versierte Mieter sagen, diese Firma „versteht nichts von der Einstellung der Steuerung“]. Auch war das 35 Jahre lang niemals ein Problem, die Lifte fuhren immer zügig. Auf Anfrage teilte dazu die GSW Ende 2004 schriftlich mit: „Mit Rücksicht auf ältere Bewohner des Hauses ist gewollt, dass der eine Aufzug die Etagen langsamer ansteuert.“ 1 [Ed: hm, das tun aber beide Fahrstühle – noch heute].

Kostenabrechnungen nicht nachvollziehbar

Einmal im Jahr müssen Vermieter ihren Mietern eine Kostenabrechnung für das vorangegangene Jahr liefern. Abgerechnet werden die Betriebskosten (inkl. Fahrstuhlkosten) und die Heizkosten. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Aus dem Gesetz geht auch hervor, daß diese Abrechnungen für die Mieter „nachvollziehbar“ sein müssen – nachvollziehbar in sich selbst, also ohne Zurhilfenahme anderer Informationen. Dennoch halten sich viele Vermieter nicht an diese Vorgabe – und so auch die privatisierte GSW.

Kreative GSW-Begründungen

  • „Es stehen bei uns (...) organisatorische Veränderungen an. Ihre Anfrage können wir daher derzeit nicht beantworten.“
    (GSW-Schreiben vom 7.12.2004)

  • „Den Mieterhöhungen lag ein technisches Versehen von unserer Seite zu Grunde.“
    (Mai 2005 im Mieter-Magazin)

  • „Durch einen EDV-Fehler bei der Kostenart Kabel/Antenne (NKSL 132) mussten wir die Betriebskosten- Abrechnung 2004 korrigieren und neu erstellen.“
    (GSW-Schreiben vom 7.11.2005)

  • „Aufgrund der Umstrukturierung der Geschäftsstelle kommen wir leider erst jetzt zu der Beantwortung.“
    (GSW-Schreiben vom 14.6.2006)

  • „Durch einen EDV-Fehler wurden die Kosten für Hausreinigung falsch aufgeteilt.“
    (GSW-Schreiben vom 13.9.2007)



    Computerfehler?
    Echte kommen selten vor, meist sind es Fehler von Menschen, die Computer falsch programmiert oder bedient haben.“
    (khd – Computer-Experte seit 1957)

   
Die GSW übersendet ihren Mietern regelmäßig ein Abrechnungswerk von etwa 14–17 unsortierten A4-Blättern, die auf beiden Seiten im Querformat bedruckt sind. Und da die Seiten nicht durchgehend numeriert sind, muß der Mieter erst einmal eine richtige Reihenfolge rekonstruieren, um sich überhaupt dem Verstehen und der Prüfung der Abrechnung widmen zu können.

Auch hier herrscht also das absolute (Abrechnungs-)Chaos. Früher war die GSW durchaus in der Lage, immerhin recht übersichtliche Abrechnungen anzufertigen. Das Wissen darum ist bei der angeblich „besser gemanagten“ GSW (Ralph Winter, Deutschland-Chef von Cerberus im Juni 2005 in der Berliner Morgenpost) verlorengegangen. Und auf Verbesserungsvorschläge von Mietern hat die GSW auch nicht reagiert, geschweige denn in dieser Hinsicht geschriebene E-Mails überhaupt beantwortet („Störfaktor Kunde!“).

In den GSW-Abrechnungen werden manche Abkürzungen nicht erläutert, auch bleibt nicht nur die Abrechnung des Wasserverbrauchs schleierhaft. Und wie aus den an den Heizkörpern abgelesenen Werten die in der Abrechnung angegebenen „Einheiten“ errechnet werden, ist auf den vielen Seiten nicht zu finden, obwohl auf den Seiten noch ausreichend Weißraum zur Verfügung steht. Viele Faktoren (Korrekturfaktoren, Umlagemaßstäbe etc.) bleiben nebulös oder sind plötzlich anders und werden auch auf (telefonische) Nachfrage nicht erklärt [Ed: die Auskünfte lassen eher darauf schließen, daß die GSW es selbst nicht so genau weiß, was sie da mal so – mal so abrechnet].

Auch wird in den GSW-Kosten-Abrechnungen nicht klar, wie aus der „Wirtschaftseinheit“ rechnerisch die konkrete „Abrechnungseinheit“ wird. Das ist aber eine sehr wichtige Frage in einer großen Siedlung, die aus mehreren Wirtschaftseinheiten (jeweils mehrere Gebäude umfassend) eines Vermieters sowie Gewerbeteilen besteht. Gerade bei diesen Abgrenzungen könnte ein Vermieter der Versuchung erliegen, zu seinem Vorteil zu manipulieren. Deshalb müssen diese Abgrenzungen sehr genau und konsistent angegeben werden und etwaige Änderungen begründet werden. Abrechnungen ohne solche Angaben sind für Mieter von vornherein nicht nachvollziehbar. Die neueren Abrechnungen der GSW enthalten solche wichtigen Informationen nur noch ansatzweise. Ehrliche Abrechnungen sehen also anders aus. Seit 2004 war zudem keine einzige Kosten-Abrechnung inhaltlich korrekt.

   
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Im Jahr 2005 mußte die GSW ihr dilettantisches Abrechnungswerk für 2004 sogar komplett zurückziehen. Beim 2. Abrechnungsversuch für 2004 tauchten dann aber z. B. plötzlich Hausreinigungskosten in einer Höhe auf, die bei 306,5 % (!) des vom Berliner Senat veröffentlichten GEWOS- Orientierungswertes lagen. Erst im September 2007 (!) konnte dann die GSW mitteilen, daß „durch einen EDV-Fehler die Kosten für Hausreinigung falsch aufgeteilt“ worden waren. Ob die GSW nun die Abrechnung für 2004 bei allen Mietern korrigiert und überzahlte Kosten zurückerstattet hat, ist derzeit nicht bekannt.

Denn das früher bei der gemeinnützigen GSW regelmäßig erscheinende Mitteilungsblatt für Mieter „GSW — Gut und sicher wohnen“ (sic!) wurde längst abgeschafft und im Internet wird über Nachteiliges sowieso nicht berichtet. Eine „Heuschrecken-GSW“ habe schließlich der Mieterschaft nichts mehr öffentlich mitzuteilen, sagen frustrierte Insider hinter vorgehaltener Hand. „Das kostet alles nur Geld.“ 2

Funktionierendes Hauswartsystem weitgehend abgeschafft

      Nicht gestreuter GSW-Weg -- Januar 2006
^   Schlimmes Glatteis und nicht gestreut. GSW-eigener Weg in der Thermometer-Siedlung im Januar 2006. Und das ist bei weitem kein Einzelfall!   (Foto: 21.1.2006 um 17.16 Uhr – khd-1001)
Weit über 300 Hauswarte hatte einst die gemeinnützige GSW – in Lichterfelde-Süd waren es allein um die 10 fleißige Menschen, die fast rund um die Uhr immer nach dem Rechten sahen. Vom bewährten Hauswartsystem ist bei der Cerberus-GSW – wie
2004 befürchtet – nicht allzuviel übriggeblieben. Auch Hauswarte sind ein Kostenfaktor, und so wurden viele Stellen abgeschafft bzw. freiwerdende Stellen nicht wieder besetzt. Ihre Aufgaben wie Hausreinigung, Schneeräumen oder bei Glätte Gehwegestreuen wurden vermehrt an externe – für die Mieter meist anonymbleibende – Firmen vergeben.

Und daß auf diese Firmen, die keine Bindung an den Kiez haben, allzuoft wenig Verlaß ist, zeigt ein Beispiel aus der Thermometer-Siedlung aus dem Jahr 2006. Es hatte einige Tage vorher stark geschneit, dann trat Tauwetter ein und dann wieder strenger Frost. Dennoch schaffte es die von der GSW beauftragte Firma nicht, weder den Schnee vom viel begangenen „Spieleweg“ (GSW-eigener Weg von der Celsiusstraße vorbei an der Kita zur Mercator-Grundschule am Mercatorweg) zu räumen, noch dort zu streuen, als sich hier am Nachmittag des 21. Januar 2006 eine dicke holprige Eisschicht gebildet hatte (siehe Foto).

Zu Zeiten eines Hausmeisters Hillig wäre das nie passiert, denn er sondierte bei kritischen Wetterlagen die Situation auf den Gehwegen und griff wenn notwendig sofort selbst ein, holte seinen kleinen Traktor mit Streuanhänger aus der Garage und fuhr streuend durch die gesamte Siedlung. Ein solch feiner Service für die Siedlungsbewohner ist nun nicht mehr möglich. Denn die verbliebenen Hausmeister wurden inzwischen in die GSW-Tochter „Facilita“ ‚ausgelagert‘, wo sie im Rahmen von „GSW mobil“ andere Aufgaben erhalten haben.

Aber Kosten für Häuptlinge spielten keine Rolle

Am Tor zur mythischen Unterwelt des alten Griechenlands wachte Cerberus – der Höllenhund mit gleich 3 Köpfen, damit ihm nichts entging. Die „GSW Immobilien GmbH“ – wie die Cerberus-GSW neuerdings firmiert – brauchte aber 2004 gleich 6 Köpfe, um das vom US-Unternehmen Cerberus 2004 gestartete Geschäftsmodell einer ‚Geldmaschine GSW‘ anzukurbeln. Eigentlich hätte – auch um Kosten zu sparen – nur 1 gescheiter Kopf zur Führung einer lokalen Wohnungsgesellschaft ausgereicht.

Und deshalb wird vermutet, daß dieser teure Wasserkopf nur dazu diente, möglichst schnell dem Ziel näher zu kommen, aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausreichend Geld für den Mutter- Konzern abzweigen zu können. Schließlich sind den Zeichnern der Cerberus-Fonds saftige Renditen versprochen worden – man spricht von mindestens 20 % pro Jahr [Ed: Oma Marie Normal, 80-jährige Rentnerin, erhält hierzulande auf ihrem Sparbuch nur 2,5 % Zinsen...].

Ein Blick auf das hochdotierte Personal-Tableau seit 2004 stützt diese Hypothese. Denn dort ist ein illusterer Manager-Kreis versammelt (* = Besetzung von 2004), dem nicht nur Wirtschafts-Magazine eher Mittelmaß bescheinigen würden:

Die in nur 3 Jahren häufigen Änderungen des Zuschnitts der Geschäftsbereiche sowie die nur sehr kurzen Verweilzeiten von Sutter, Werhahn und Winkler deuteten auch auf „sehr erhebliche Querelen und Reibereien innerhalb der Geschäftsleitung der GSW“ hin, war von einem renommierter Unternehmensberater zu erfahren, der seinen Namen nicht im Internet lesen möchte. „Ganz klar, vor diesem Hintergrund mußten berechtigte Mieter-Interessen auf der Strecke bleiben. Die hatten dafür einfach keine Zeit und waren nur mit sich selbst beschäftigt“, fügte er hinzu.

Intransparenz „völlig inakzeptabel“

Nachhaltiges Fortführungskonzept der GSW
von 2004


Quelle:   Diese Eckpunkte wurden der Folien-Präsentation „Vorstellung der Gesellschafter“ entnommen, die den GSW-Mieterbeiräten am 21. Oktober 2004 in der GSW-Zentrale ausgehändigt wurde. Ein Reprint der kompletten Präsentation steht im Internet als PDF-Datei zur Verfügung.

Unternehmen GSW:

  • Hauptsitz und Geschäftsführung verbleiben in Berlin.

  • Vorhandene Geschäftsfelder werden weitergeführt und neue werden entwickelt.

Wohnungspolitik:

  • Die Rechte der Mieter werden durch die Privatisierung nicht berührt.

  • Instandsetzungen und Modernisierungen werden weiterhin durchgeführt.

  • GSW bleibt den verankerten sozial- und wohnungspolitischen Zielen verpflichtet.

  • Bei Mieterhöhungsverlangen zur Feststellung der ortsüblichen Vergleichsmiete wird ausschließlich der Berliner Mietspiegel herangezogen.

  • Mietvertraglich zulässige oder genehmigte mietereigene Einbauten haben für die Dauer des jeweiligen Mietverhältnisses Bestandsschutz.

  • Auf Kündigungen wegen Eigenbedarfs und wirtschaftlicher Verwertung i. S. des § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB bzw. dem an deren Stelle tretenden gesetzlichen Betimmungen wird verzichtet.

  • Zur Vermeidung von Luxusmodernisierungen erfolgt bei der Durchführung von baulichen Maßnahmen eine Orientierung an dem maßgeblichen Standard für Modernisierungsmaßnahmen bei geförderten Wohnungsbaumaßnahmen.

Auch wenn im vorigen Jahr die schwarz-rote Bundesregierung noch eine
Lanze für Finanz-Investoren gebrochen hatte, mehren sich inzwischen Stimmen, die auf die erheblichen volkswirtschaftlichen Gefahren hinweisen, die von diesen internationalen Heuschrecken-Unternehmen ausgehen. Niemand weiß, welche Risiken die Private-Equity-Fonds eingehen. Deshalb seien sie selbst zum Risiko geworden und die Experten warnen bereits vor einem großen Crash.

Es ist vor allem diese Intransparenz, in der diese spekulativen Fonds-Gesellschaften ohne jegliche Regulierung operieren dürfen, die kritisiert wird. Bei der Cerberus-GSW kommt noch hinzu, daß diese in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) agiert. Eine solche GmbH unterliegt aber nicht der Publikationspflicht. Die Öffentlichkeit erfährt also nichts vom Verschuldungsstand, von den Bilanzen und Gewinn- und Verlust-Rechnungen – allenfalls noch bis 2012 der Vertreter des Berliner Senats im GSW-Aufsichtsrat. Und der darf nichts sagen. Der würde noch nicht einmal Alarm schlagen, wenn Cerberus der GSW weitere Schulden aufs Auge drückt, um dieses Geld sofort als Profit abzukassieren, wie das unlängst bei der KDG passierte.

Das sei im speziellen Fall der Berliner GSW „völlig inakzeptabel“, sagen besorgte Mieter, die unter völlig anderen Voraussetzungen eine Wohnung bei der gemeinnützigen GSW mieteten und heute unter dem abstrusen Geschäftsgebaren einer eigennützigen geldgierigen GSW leiden müssen. Es seien schließlich die Steuerzahler gewesen, die die GSW aufbauten. Da wäre es für den Berliner Senat (SPD + PDS/DIE LINKEN) wg. der vielen unmittelbar Betroffenen sogar dringend geboten gewesen, das gesamte Vertragswerk auf CD oder DVD pressen zu lassen, so daß jeder Mieter alle abgeschlossenen Klauseln jederzeit hätte nachlesen können. Das sagen Experten, die sehr genau wissen, daß Anfang des 21. Jahrhunderts der „Muff des alten Denkens“ (‚old school thinking‘) nicht mehr angesagt ist. 4

Es sei aber der Berliner Senat mit seinen unsauberen „Haushaltskaschierungen“ unter einer skandalblinden Finanzsenatorin Dr. Annette Fugmann-Heesing (SPD) gewesen, der die gesunde GSW in den 1990er-Jahren mit ähnlichen Tricks, wie sie auch die Heuschrecken verwenden, in die starke Verschuldung trieb. Der Senat hätte 2004 beim GSW-Verkauf deshalb unbedingt dafür sorgen müssen, daß hier immer mit offenen Karten ehrlich gespielt wird. Immerhin seien von dieser „Anti-Mieter-Transaktion um die 300.000 in Berlin lebende Menschen sehr langfristig betroffen“. Auch habe dabei der Senat die „hohen Folgekosten von sozialen Fehlentwicklungen“ – vor allem in Großsiedlungen wie der Thermometer-Siedlung – „außen vor gelassen“, heißt es.

Demokratie unerwünscht?

Es ist bekannt, daß von der verstärkten Privatisierung öffentlicher Aufgaben auch erhebliche Gefahren für unsere Demokratie ausgehen. Am Beispiel GSW ist das bereits im Kleinen zu studieren: Denn die von den Mietern gewählten GSW-Mieterbeiräte wurden seit 2004 nie wieder zu einem gemeinsamen Treffen von der Cerberus-GSW eingeladen. Solche Treffen zum Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen GSW-Siedlungen wurden vor der Privatisierung von der gemeinnützigen GSW regelmäßig (wohl mindestens einmal im Jahr) durchgeführt. Offensichtlich fürchte „diese eigennützige GSW viele brisante Fragen zum inzwischen ans Tageslicht gekommenen wahren Gesicht des mieterfeindlichen Höllenhunds“, ist von Vertretern der Mietern zu erfahren.

   
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Auch die eigentlich turnusmäßig fälligen Neuwahlen der Mieterbeiräte fanden bislang nicht statt. Diese „US-basierten Cerberus-Statthalter haben ganz offensichtlich Schwierigkeiten beim Umgang mit Demokratie“, heißt es. Das wäre allerdings höchst merkwürdig, waren es doch gerade die Amerikaner, die den West-Berlinern nach 1945 (auch via RIAS) so erfolgreich im Schnellkurs die Demokratie für alle Lebenslagen beibrachten.

[weiteres folgt demnächst]

Fußnoten:

  1. Eine Befragung von Hausbewohnern ergab aber, daß ganz offensichtlich ein derartiger Wunsch nicht geäußert worden war..

  2. Die seit 2007 erscheinende GSW-Broschüre „WohnRaum“ ist mehr eine ‚bebilderte‘ Werbeschrift für den „GSW Club“ und dessen Rabattkarte sowie für den Kauf der eigenen Wohnung.

  3. Außerdem stellt sich die Frage, ob sich nicht die von Kabelgesellschaften wie der KDG oder der Deutschen Telekom (IPTV) gezahlten Provisionen mietmindernd auswirken müssen.

  4. Um Transparenz für die Bevölkerung zu erzielen, wurden anderenorts aktuelle Prozessakten komplett auf DVD publiziert (aktuelles Beispiel: Spanien 2007).


Mehr zu diesem Thema:
[01] [ab 05.2000:
Vom Chaos der Wohnungs-Privatisierungen und deren Folgen]  (Dokumentation khd-research)
[02] [07.05.2004: „Nach uns die Sintflut...“ – Notruf der Rechnungshöfe]  (khd-research)
[03] [11.06.2004: Unter Geiern – Die GSW, das Land Berlin und der dreiköpfige Höllenhund Cerberus]  (MIETER-ECHO)
[04] [18.06.2004: „Gut und sicher wohnen“? – GSW verkauft]  (khd-Page) [In PDF]
[05] [30.06.2004: Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez]  (khd-Page) [In PDF]
[06] [26.08.2004: Dispens-Planung in Lichterfelde]  (khd-research)
[07] [20.09.2004: Bauskandal in Giesensdorf]  (khd-research)
[08] [21.10.2004: GSW Mieterbeirats-Treffen – Vorstellung der Gesellschafter]  (GSW)
[09] [30.10.2004: Hat Cerberus Angst vor Mieterbeiräten?]  (khd-research)
[10] [30.10.2004: Nachhaltiges Fortführungskonzept der GSW]  (khd-research)
[11] [02.01.2005: GSW-Mieter mußten tagelang frieren]  (khd-research)
[12] [18.05.2005: Tafelsilber im Hades – Eine Zwischenbilanz zum GSW-Verkauf]  (MIETERSCHUTZ–2/2005) *
[13] [00.07.2005: Bürgergespräch mit Senatorin Ingeborg Junge-Reyer]  (STADTTEIL-ZEITUNG)
[14] [00.07.2005: REITs-Klima unter deutschen Dächern]  (HANS-BÖCKLER-STIFTUNG)
[15] [30.12.2005: GSW mahnte, und mahnte, und... – Buchhaltung nicht im Griff]  (khd-research)
[16] [30.03.2006: Der Verkauf des »Tafelsilbers« und die Folgen]  (Prof. Joachim Tesch, Leipzig) *
[17] [25.10.2006: Wurde die GSW verschenkt?]  (khd-research)
[18] [01.11.2006: Mieter-Unmut macht sich breit]  (khd-research)
[19] [30.04.2007: Hier spricht der Aushilfshausmeister! ]  (taz-Blog zur Heuschrecken-Situation)
[20] [27.06.2007: GSW startet neues Servicekonzept „GSW Direkt“]  (GSW Presse-Mitteilung)
[21] [23.08.2007: Cerberus & Co: Und tschüs...]  (DIE ZEIT)
[22] [01.10.2007: Wo die Cerberus Capital Management L.P. überall mitmischt]  (khd-research)
[23] [15.10.2007: Futter für den Höllenhund – Wie Cerberus agiert]  (MANAGER-MAGAZIN)
[24] [01.11.2007: Die GSW nach dem Verkauf – Organisatorisches Chaos]  (MIETER-MAGAZIN)
[25] [03.11.2007: Der privatisierte Staat]  (INFORADIO BERLIN)
[26] [22.11.2007: Soziale Unterschiede in Berlin werden immer größer]  (BERLINER MORGENPOST)



N I X   F Ü R   D I E   S T A D T R A N D S I E D L U N G E N

Der Stadtrat hat das Wort

[Ed: hm, „Nahversorgungszentrum Schlachtensee“ – in der Thermometer-Siedlung gibt’s eines seit 1970, nur fehlt seit 3 Jahren wg. falscher Politik und Unwilligkeit einer GSW die ‚Versorgung‘...]

Aus: Berliner Woche (Ausgabe Steglitz) – Nr. 43/2007, 24. Oktober 2007, Seite 6 (Neues aus dem Rathaus) von UWE STÄGLIN (SPD), Stadtrat für Bauen, Stadtplanung und Naturschutz des Bezirks Steglitz-Zehlendorf.

Ich möchte heute einige Bauprojekte nennen, die an prägnanten Stellen des Bezirks in Umsetzung oder Vorbereitung sind. Am Regionalbahnhof Lichterfelde-Ost ist mit dem LIO ein Einkaufszentrum entstanden, das eine Ergänzung des Zentrums am Kranoldplatz darstellt.

Intensive Bautätigkeit zeigt sich auch im Zentrum von Zehlendorf. Nach einem Entwurf des Architektenbüros Patzschke wird am Teltower Damm 15–17 gegenüber dem Rathaus Zehlendorf eine Baulücke mit einem Geschäfts- und Bürohaus geschlossen, weiter nördlich entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbads Zehlendorf die „Zehlendorfer Welle“. Auch wenn es kein direkter Ersatz für das Stadtbad ist, wird hier neben Geschäften ein Wellness-Club eröffnen, dessen Schwimmbad auch Nicht-Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden muss. Das 25 m x 12,50 m große Becken muss in der Regel 38 Stunden in der Woche für alle offen stehen.

Einen großen Schritt für die Zukunft hat die Bezirksverordnetenversammlung gemacht und den Bebauungsplan für das künftige Nahversorgungszentrum Schlachtensee an der Breisgauer Straße beschlossen. Auch an der Schloßstraße geht die Entwicklung weiter. In Bau ist bereits der Neu- bzw. Umbau des Karstadt-Hauses. Zusammen mit dem benachbarten Wertheim-Standort wird hier das Projekt „Boulevard Berlin“ entstehen, bei dem aber noch nicht alle planerischen Fragen geklärt sind. Und wichtig für Sie: Hier wird in den kommenden Monaten intensiv an einem neuen Bebauungsplan gearbeitet werden, zu dessen Inhalten Sie sich dann natürlich auch äußern können.

Viele weitere Baustellen wären noch zu nennen, das Studentendorf Schlachtensee, die Wohnbebauung auf dem ehemaligen Don-Bosco-Gelände, das FU-Tagungshotel in Dahlem, aber auch viele Einfamilienhäuser, Umbauten, Erneuerungen von Denkmälern uvm. Sie alle prägen das zukünftige Gesicht unseres Bezirks. Sie sehen also: Es tut sich was in Steglitz-Zehlendorf!



D I E   G S W   N A C H   D E M   V E R K A U F

Organisatorisches Chaos

Seitdem Berlins größte Wohnungsbaugesellschaft, die GSW, privatisiert wurde, hat sich ihr Service kontinuierlich verschlechtert. Nun wurden auch noch die Vor-Ort-Büros geschlossen und durch eine ständig überlastete Service-Hotline ersetzt.

Aus:
Mieter-Magazin – Nr. 11/2007, Berlin, 1. November 2007, Seite ?? (Panorama) von BIRGIT LEIß. Das Mieter-Magazin ist das Organ des Berliner Mietervereins. Alle Links wurden hier redaktionell zugefügt. [Original]

Mieter bei der GSW, die einen tropfenden Wasserhahn oder andere Mängel melden wollen, müssen seit Juli dieses Jahres viel Geduld aufbringen. Entweder ertönt am Telefon das Besetztzeichen oder man hängt stundenlang in der Warteschleife. Die GSW, die mit der zentralen Rufnummer eigentlich mehr Kundenfreundlichkeit erreichen wollte, räumt Fehler ein. "Es funktioniert noch nicht reibungslos, weil wir auf einen solchen Ansturm nicht vorbereitet waren", sagt Unternehmenssprecherin Anja Blaschke. An einem Tag habe man 4000 Anrufe registriert. Derzeit sei man dabei, das Personal zu verstärken.

"Wir wissen, dass vor allem ältere Bewohner daran gewöhnt waren, zur Sprechstunde in die Geschäftsstellen zu gehen und dort ihre persönlichen Ansprechpartner zu haben", so Anja Blaschke. Aber letztendlich sei es doch für die Mieter viel praktischer, ihre Anliegen telefonisch oder per E-Mail zu melden [Ed: tja, der Herausgeber dieser Seiten hat seit Anfang 2005 eine ganze Sammlung von E-Mails, die die GSW nie beantwortete – vielleicht sollte man sie alle mal komplett mit ihren Message-IDs ins Internet stellen...]. Für Angelegenheiten, die sich nicht am Telefon lösen lassen, gibt es jetzt Kundenberater, die auch zu den Mietern nach Hause kommen. Dass es bei der Schließung der Vor-Ort-Büros auch darum ging, Personal einzusparen, bestreitet die GSW.

EKZ Thermometer-Siedlung
^   Statt preiswerter zu vermieten, nimmt die GSW Gewerbeleerstände in Kauf. [Ed: und um die Versorgung ihrer Mieter am Stadtrand sicherzustellen, müßte die GSW sogar eine negative Gewerbemiete für leerstehende Läden ins Auge fassen... Die vielen famosen Berater werden doch wohl Cerberus & Co. vor dem GSW-Kauf gesagt haben, daß es mancherorts auch Zuschußbereiche geben wird. Voilà!].   (Foto: khd-research.net-294)


Viele Mieter haben dagegen den Eindruck, dass an allen Ecken und Enden versucht wird, die Kosten niedrig zu halten, etwa indem qualifizierte Mitarbeiter wegrationalisiert werden. Die Folge sei ein organisatorisches Chaos, sagt etwa Karl-Heinz Dittberner. Der engagierte Mieter, der seit 37 Jahren in der Thermometer-Siedlung der GSW wohnt, spricht von einem "krassen Unterschied" gegenüber der alten GSW, also vor deren Verkauf an die "Heuschrecke" Cerberus im Jahre 2004. Auf Schreiben der Mieter werde häufig überhaupt nicht oder erst nach einem halben Jahr reagiert.

Abgesehen von chaotischen, nicht nachvollziehbaren Nebenkostenabrechnungen ärgert sich Karl-Heinz Dittberner besonders darüber, dass die GSW nichts gegen den hohen Ladenleerstand in der einstigen Vorzeigesiedlung unternimmt. Statt die Läden günstiger zu vermieten, wird ein weiteres Geschäftssterben in Kauf genommen. Etliche Mieter sind deswegen bereits weggezogen [Ed: womit der soziale Mix noch asymmetrischer wurde]. "Offensichtlich sind wir Mieter nur ein Störfaktor im Geschäftsbetrieb der globalisierten, rein gewinnorientierten GSW", kritisiert Dittberner.

Weitere Informationen: Internetseite von [khd] über die GSW-Thermometer-Siedlung: www.khd-research.net/ThS/Thermometer-Siedlung.html .



Endlich ein Supermarkt in Sicht

Thermometer-Siedlung 41 Monate ohne Supermarkt / „Nahkauf“ eröffnet noch vor Weihnachten

Aus:
khd-Page – Nr. 544, Berlin/San José, 2. Dezember 2007, 00.00 Uhr MEZ (Thermometer-Siedlung).

BERLIN-LICHTERFELDE – 1.12.2007 (khd). Vor fast 3 1/2 Jahren machte der letzte Lebensmittelmarkt im Einkaufszentrum der Thermometer- Siedlung in Lichterfelde-Süd dicht (khd-Page berichtete). Vorher hatte bereits Ende 2001 der große REICHELT-Markt für immer geschlossen. Für viele Bewohner der Hochhaussiedlung am Stadtrand, die über kein Auto verfügen, waren seitdem sehr weite Fußwege oder Fahrten mit der S-Bahn angesagt, um nur ihren täglichen Lebensmittel-Bedarf zu besorgen. Die Versorgung war schlichtweg miserabel.

      Nahkauf-Neueröffnung in Lichterfelde-Süd      
^   Das ist eine echte Weihnachtsüberraschung. Heute, am 15. Dezember 2007 lag nun der Nahkauf-Eröffnungsprospekt im Briefkasten. Nahkauf-Läden gehören zur Rewe-Gruppe.

Und am 19. Dezember strömten die Siedlungsbewohner zum Nahkauf, um ihren neuen Supermarkt ‚in Besitz‘ zu nehmen. Schon um 1/2 8 Uhr hatte sich im Einkaufszentrum Celiusstraße eine lange Menschenschlange gebildet, die auf SEinlaß wartete.   (Repro: 15.12.2007 – khd)


Es besteht nun Hoffnung, daß sich das schon vor Weihnachten etwas bessern wird und die 41 Monate andauernden Einkaufsqualen endlich ein Ende haben werden. Denn am 19. Dezember will im von PLUS (Tengelmann-Gruppe) verlassenen Laden eine „Nahkauf“-Filiale neu eröffnen. Die Bewohner hoffen, daß die Nahkauf-Leute ein gutes Warensortiment mitbringen und nicht nur ein kurzer Gastspiel geben, wie es im Winter 2004/05 diese „
Kleine Markthalle“ im ex-REICHELT-Markt tat. Sonst stehen schon bald die Stadtrandsiedlungen ohne jeglichen Lebensmittelladen da. Und das könne doch „selbst der dümmste Politiker nicht wollen“, so der Originalton in der Siedlung.

Macht nun KAISER’s demnächst dicht?

Allerdings verdichtet sich jetzt das – schon seit etwa 2 Jahren bestehende – Gerücht, daß im nächsten Jahr der Supermarkt von KAISER’s an der Osdorfer Straße 98 schließen soll. Nach Informationen von Insidern läuft der zwischen der GSW und der Kaiser’s-Tengelmann-Gruppe bestehende Mietvertrag zum 1. April 2008 aus. Und KAISER’s wünscht keine Verlängerung, obwohl die GSW angeblich die Gewerbemiete schon etwas nachgelassen haben soll. Bei einer Schließung würde dann die gesamte Thermometer-Siedlung und die östlich der Osdorfer Straße gelegene Woltmann-Siedlung wieder nur mit einem (kleinen) Supermarkt versorgt sein, womit die Siedlungen in Lichterfelde Süd auf die schreckliche Einkaufssituation von 1970 erneut zurückgeworfen wären.

Noch in den 1980er- und 1990er-Jahren wurde dieser Steglitzer Siedlungsbereich durch die 4 Supermärkte

versorgt. Und diese erzielten auch ausreichend Umsätze, um ein Fortbestehen zu sichern. Erst als sich die (Steglitzer) Politik Ende der 1990er-Jahre – warum auch immer – für die Entwicklung von gleich 3 neuen Einkaufszentren im Dorfkern des benachbarten Lichterfelde-Giesensdorf entschied sowie den Zuzug von wenig kaufkräftigen Bürgern massiv förderte (auch wurden noch etwas Mehrverdienende durch die Fehlbelegungsabgabe systematisch vergrault), kamen die Geschäftspläne dieser Supermarkt-Ketten ins Trudeln...

Mehr zu diesem Thema:
[30.06.2004:
Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez]  (khd-Page)
[15.07.2004: Letzter Supermarkt verschwindet aus Thermometer-Kiez]  (BERLINER MORGENPOST)
[01.08.2004: Dispens-Planung in Lichterfelde]  (khd-research)
[14.07.2005: Thermometer-Siedlung ein Jahr ohne Supermarkt]  (khd-Page)



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    © 2007-2008  – Dipl.-Ing. Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 27.03.2008 12.25 Uhr