Die vor allem in den Tabellen angegebenen ??? bzw. xxx bedeuten, daß die Fakten derzeit nicht recherchierbar waren. Hier sind zunächst dokumentiert und manches auch kommentiert [Ed:...]:
I n h a l t : 2005 [ Übersicht 19702005 ]
GSW-Mieter mußten tagelang frieren
Um Kosten zu sparen verschob die Cerberus-GSW in der Thermometer-Siedlung routinemäßige Instandhaltungsarbeiten an der Fernwärmeversorgung vom Sommer auf den Winter / 10 Tage dauerte es Anfang Dezember, bis die Wohnungen wieder warm waren / Mieter fordern Wiedergutmachung
LICHTERFELDE-SÜD 2.1.2005 (wop). Müssen absehbare, große Reparaturen an einer Heizungsanlage vorgenommen werden, dann wird ein intelligenter Vermieter dieses immer im Sommer erledigen lassen und nicht in den Winter legen mal von akuten Notfällen abgesehen. Aber nicht so die nun eigennützige GSW auch Cerberus-GSW genannt (Cerberus = Höllenhund). Obwohl sie schon seit vielen Monaten (seit Ende der Heizperiode 2003/04) davon wußte, ließ sie den notwendig gewordenen Austausch von Haupt-und/oder Strang-Ventilen der Fernwärmeversorgung sowie vermutlich eines Wärmeaustauschers erst im Dezember 2004 vornehmen.
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GSW-Heizungsdesaster vom Dezember 2004. Die Mieter hatten noch Glück, daß die Außentemperaturen nicht weit unter Null Grad gingen. (Grafik: 15.12.2004 khd)
Es war also eine Großreparatur angesagt. Sie startete am 1. Dezember 2004 und wurde erst genau 1 Tag vorher am 30. November 2004 durch einen Aushang von der GSW angekündigt. Die Reparatur wurde zum Alptraum für sehr viele Mieter. Denn weil bei diesem Austausch durch eine ganz offensichtlich wenig qualifizierte Firma sehr viel schieflief, mußten die Mieter in ihren Wohnungen tagelang frieren im Sommer wäre es gar nicht aufgefallen. Erst am 10. Dezember 2004 funktionierte die Heizung wieder halbwegs.
Von Insidern war zu erfahren, daß die eigentlich bereits für August 2004 vorgesehene Reparatur kurzfristig von den neuen Cerberus/GSW-Chefs gestoppt wurde. Als Grund werden Einsparmaßnahmen zur Gewinnoptimierung vermutet. Denn es wurde zudem ein genereller Stop für jegliche ‚Investitionen‘ verhängt, obwohl die Mieter mit ihren Mieten auch reichlich Instandhaltungskosten bezahlen (Größenordnung 1,2 Mio. Euro pro Jahr für die gesamte Thermometer-Siedlung). Die Mieter erwarten nun ein faires Verhalten der GSW und eine finanzielle Wiedergutmachung des eklatanten Managementfehlers.
28.5.2005 (khd). Die in diesem Zusammenhang an die GSW gerichteten Schreiben vom 4. und 9. Dezember 2004 hat die GSW bis heute nicht beantwortet, obwohl sie im Dezember mitteilte, unaufgefordert im Januar 2005 auf die Angelegenheit zurückzukommen. Die Klärung des Vorgangs wurde heute nochmals schriftlich beantragt.28.8.2005 (khd). Da die GSW noch immer keine Erklärung zu ihrem Fehlhandeln gegeben hat, wurde heute die Beantwortung der Schreiben vom Dezember 2004 erneut angemahnt.
31.12.2006 (khd). Die Cerberus-GSW hat diese Briefe und darin gestellten Fragen nie beantwortet. Auch bot sie ihren Mietern keinen Schadensersatz an. Die faire und gemeinnützige GSW hatte hingegen 1983 bei einem ähnlichen Heizungsausfall kurz vor Weihnachten, der allerdings ein Notfall war (ein großer Wärmeaustauscher mußte sogar ganz kurzfristig aus der Bundesrepublik eingeflogen werden), den Mietern eine ordentliche Wiedergutmachung gezahlt. [mehr GSW-Fehler]
Zentren-Konzept beschlossen
[Ed: aber für Lichterfelde-Süd kam's zu spät]
Aus: Regional-Rundschau März 2005, Seite 7 (Berlin-Südwest).STEGLITZ-ZEHLENDORF 16.3.2005 (bel). Im Februar beschloss das Bezirksamt ein Zentren- Konzept. Neben einer Bestandsaufnahme des Einzelhandels und einer Analyse der Angebotsstruktur zeigt das vom Fachbereich Stadtplanung erarbeitete Konzept u. a. den Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Flächen des Lebensmitteleinzelhandels auf.
Es wurden 30 Zentrenbereiche im Bezirk lokalisiert und in 6 Kategorien untergliedert, vom Hauptzentrum Schloßstraße (A- Zentrum) bis zum Nahversorgungsbereich Enzianstraße (F- Zentrum). Darüber hinaus gibt es 2 neue Zentren und 4 Fachmarktstandorte.
Das Konzept konkretisiert die Vorgaben aus dem Flächennutzungsplan und der Stadtentwicklungsplanung auf Bezirksebene. Hauptaugenmerk dabei ist die Stärkung des Hauptzentrums Schloßstraße und des besonderen Stadtteilzentrums Zehlendorf- Mitte. Aber auch die Erhaltung der gewachsenen Zentren. Ortsteilzentren sollen Identität stiften und örtliche Kaufkraft der Kunden binden. Wichtige Erkenntnis: Nahversorgung muss für alle, insbesondere die weniger mobilen Bewohner gewährleistet sein.
Eine Zersiedelung und Schwächung der Zentren durch Kumulation von Einzelhandelsbetrieben in Gewerbegebieten und entlang der Ausfallstraßen wird ausgeschlossen. Das neue Zentren- Konzept ist auch im Sinne der Rechtsprechung die beste Grundlage zur Steuerung der Entwicklung in Bebauungsplänen. Ziel ist ein funktionierendes Gefüge von Handelsstandorten mit verkehrlich und städtebaulich verträglichen Dimensionen.
Das Konzept dient dem Bezirk als Richtschnur für seine Entscheidungen, welche Geschäftsansiedlungen in welcher Größenordnung zugelassen werden sollen.
]Neuer Markt in Lichterfelde-Süd
Frische Produkte aus Brandenburg
Aus: Berliner Abendblatt, 23. März 2005, Seite 1 (Steglitz-Zehlendorf). [Original
| Was gibt's auf dem Steglitzer Bauernmarkt? Stand: 1.4.2005 |
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Lichterfelde-Süd ist in Sachen Einzelhandel unterversorgt: Zwei Supermärkte schlossen in letzter Zeit, das Markthallen- Projekt an der Fahrenheitstraße zerschlug sich schnell. Natalja Wolter arbeitslose Hochschullehrerin für Wirtschaftswissenschaften streckte ihre Fühler aus und verhandelte mit der Wohnungsbaugesellschaft GSW und dem Land Berlin, den beiden Eigentümern der Fläche. Man wurde sich einig.
Mehr als 30 Händler wollen nun zwei Mal in der Woche zum Scheelemarkt kommen. Ein Drittel von ihnen sind Existenzgründer, ein Drittel Profis und ein Drittel hat bisher Waren auf dem eigenen Hof verkauft, so Wolter.
Alle Produkte kommen aus Brandenburg. Im Angebot sind die Klassiker Gemüse, Obst, Brot, Kuchen, Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch. Der Kunde findet aber auch Außergewöhnliches: Freiland- Geflügel, frisch geräucherter Fisch, Öko- Kräuter und -Gewürze, Imker- Honig und Schäferei- Produkte wie gegrillte Lammsalami. Klar, dass zu den Erntezeiten Obst aus Werder und Spargel aus Beelitz nicht fehlen dürfen.
Natalja Wolter hat alles organisiert, viel Erspartes in das Projekt gesteckt ohne öffentliche Mittel, ohne Darlehen. Umso trauriger findet sie es, dass wenig Unterstützung vom Bezirksamt kam: Da wird viel zu bürokratisch gedacht.
Die Marktzeiten: Dienstags, 914 Uhr und freitags, 918 Uhr (Verkehrsverbindung: Bus 186er und 284er bis Mercatorweg).
[Ed-Okt.2007: Im Spätsommer 2007 gab es diesen Markt nicht mehr, wobei unklar ist, wann er eingestellt wurde].
C E R B E R U S M A C H T K A S S EGSW verkauft Wohnungen an Mieter
Den Bewohnern wird ein preisgünstiges Vorkaufsrecht eingeräumt / Kündigungsschutz bei Erwerb durch Dritte.
Aus: Berliner Morgenpost, 20. April 2005, Seite ?? (Berlin) von ROBERT UMMEN und GUNTRAM DOELFS. [Original]BERLIN. Berlins größte Wohnungsgesellschaft GSW will mehrere tausend Wohnungen an die Mieter verkaufen. GSW-Chef Thomas Zinnöcker sprach gestern von zunächst 2.000 Wohnungen, die in den nächsten Monaten für die Privatisierung vorbereitet würden. Es handele sich dabei um "exponierte Standorte" in Pankow, Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick, erläuterte Zinnöcker.
Die ehemals landeseigene Gesellschaft, die im vergangenen Jahr für mehr als 2 Milliarden Euro an die US-amerikanische Investmentgesellschaft Cerberus verkauft wurde, hat mit dem Verkauf die Bochumer Beratungsfirma Zohari Real Estate GmbH beauftragt. Sie soll die GSW nach eigenen Angaben für die Dauer von 3 Jahren bei der Privatisierung von Wohnungsbeständen unterstützen.
Der Verkauf der Wohnungen soll laut GSW nach einem strengen "Privatisierungskodex" erfolgen. Danach würden Mieter zuerst über die Verkaufsabsichten ihrer Wohnung informiert und hätten ein generelles Vorkaufsrecht, sagte Zinnöcker. Den Mietern werde sodann ein "Vorzugsangebot" unter dem jeweiligen Marktwert präsentiert. Darüber, wie weit dieses Angebot durchschnittlich unter dem Marktwert liegen soll, machte Zinnöcker keine Angaben.
Während einer "längeren Überlegungszeit" könnten sie dann entscheiden, ob sie das Angebot annehmen. Erst danach werde die Wohnung Dritten zum Kauf angeboten.
Hartmann Vetter, Hauptgeschäftsführer des Berliner Mietervereins, sieht genau darin den Hauptzweck der Privatisierung. "Angesichts der Lage auf dem Berliner Immobilienmarkt ist der Verkauf an Mieter reines Alibi. Der Großteil wird sowieso an Dritte veräußert", urteilte Vetter. Zinnöcker versichert aber, daß selbst in diesem Fall betroffene Mieter vor Kündigungen geschützt seien.
Die GSW besitzt rund 67.000 Wohnungen vor allem im Westteil der Stadt. Nach dem Erwerb der Gesellschaft durch das Konsortium Cerberus Whitehall Goldman Sachs im Sommer 2004 hatte sich die Wohnungsgesellschaft strategisch neu aufgestellt und 4 zusätzliche Geschäftsführer eingestellt.
Der von der GSW angekündigte Verkauf von mehr als 2.000 Wohnungen an Mieter wird vom Mieterverein und von Wohnungsexperten der Parteien teilweise skeptisch beurteilt. "Die GSW wird in der Praxis nicht an Mieter, sondern überwiegend an Dritte verkaufen, weil sie nicht genügend Käufer unter den Mietern finden wird", prophezeite Barbara Oesterheld, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus. Sie kritisierte die Ankündigung als Abkehr von den Zusagen beim Verkauf der GSW an Cerberus, nach denen die Cerberus eine langfristige Bestandssicherung zugesagt habe.
Auch Hartmann Vetter zweifelt am Erfolg der gezielten Privatisierung. "Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigt, daß es in Berlin zu wenig Mieter gibt, die sich einen Kauf leisten können", sagte Vetter.
Die GSW-eigenen Zahlen scheinen diese Skepsis zu bestätigen. Von den 4.393 Wohnungen, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren abgab, gingen nur 1.362 also weniger als ein Drittel an Mieter.
K A P I T A L I S M U S - K R I T I KGSW verkauft 4500 Wohnungen in Spandau und Wedding
Ausschreibung für Paketgeschäft läuft: Große Resonanz von Finanzinvestoren / Berliner Senat ist über Vorhaben informiert
Aus: Berliner Morgenpost, 4. Mai 2005, Seite ?? (Titelseite) von ROBERT UMMEN. [Original]BERLIN. Die größte Berliner Wohnungsgesellschaft GSW will 4.500 Wohnungen im Paket verkaufen. Die Ausschreibung für das Portfolio läuft bereits, bestätigte GSW-Chef Thomas Zinnöcker der Berliner Morgenpost.
Die Resonanz auf das Kaufangebot sei insbesondere von Seiten der derzeit im deutschen Markt befindlichen internationalen Finanzinvestoren groß. Die Bestände liegen schwerpunktmäßig in den Bezirken Spandau und Wedding. Schon Anfang Juli soll die Transaktion über die Bühne gehen, erklärte Zinnöcker. Er verwies darauf, daß der Paketverkauf im Einklang stehe mit den Vertragsvereinbarungen, die man Mitte vergangenen Jahres mit dem Land Berlin als Voreigentümer der GSW getroffen habe. Der Senat sei über das Vorhaben informiert worden.
Die GSW hatte erst kürzlich angekündigt, daß in den kommenden Monaten zunächst 2.000 Wohnungen für den Einzelverkauf an Mieter vorbereitet würden. Dafür gelte ein strenger "Privatisierungskodex", der den Mietern umfangreiche Rechte wie Vorkaufsrecht, Vorzugspreis oder Wohnrecht bei Nichterwerb einräumt. Die ehemals städtische Wohnungsgesellschaft war vor gut einem Jahr für rund 2,1 Milliarden Euro vom Land an die US-amerikanischen Finanzinvestoren Cerberus und Whitehall/Goldman Sachs veräußert worden. Seit der Übernahme habe die GSW die positiven Erwartungen der Finanzinvestoren noch übertroffen, erklärte Zinnöcker.
Das operative Ergebnis sei 2004 um etwa 50 % auf 74 Millionen Euro gestiegen. Unter dem Strich blieben rund 10 Millionen Euro.
B E R L I N E R M I E T E R G E M E I N S C H A F T E.V.Mieterbund warnt vor Ausverkauf von Wohnungen
Der Deutsche Mieterbund warnt davor, dass sozial schwache Familien in Deutschland ihre Unterkunft verlieren könnten. Kommunen und Länder müssten damit aufhören, ihre Wohnungsgesellschaften an Finanz-Investoren [die kein Interesse an den Mietern haben] zu "verramschen".
Aus: Spiegel Online 17. Mai 2005, 20.28 Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original]BERLIN. Mieterbund-Präsidentin Anke Fuchs appellierte vor allem an die Kommunen, ihrer aktuellen Haushaltsprobleme nicht durch weiteren "Ausverkauf" von Wohnanlagen lösen zu wollen. "Wir brauchen im Gegenteil bezahlbaren Wohnraum, für Arbeitslose, Rentner und zum Teil sogar für Normalverdiener", sagte Fuchs. Bund, Länder und Gemeinden hätten in den vergangenen 5 Jahren weit mehr als 600.000 Wohnungen an Investoren verkauft. "Damit muss jetzt Schluss sein. Wir werden die Trompete blasen müssen, um das Thema auf die Tagesordnung zu setzen."
Wohnungen sind keine Ware sie sind ein Sozialgut.
Weisheit der betroffenen Mieter.Fuchs: Das sind doch nur "Machenschaften"
Dies will der Mieterbund vor allem am kommenden Freitag [20.5.2005] beim Mietertag in der Kieler Ostseehalle tun, zu dem sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angesagt hat. "Jetzt haben wir eine Chance, politisch gegen diese Machenschaften vorzugehen", sagte Fuchs mit Blick auf die von SPD-Chef Franz Müntefering ausgelöste Diskussion über Unternehmerverantwortung [Stichwort: Heuschrecken]. Schon jetzt sei die Zahl der Sozialwohnungen von 4 Millionen in den siebziger Jahren auf nur noch 1,8 Millionen gesunken.In den meisten Fällen sei zu erwarten, dass die internationalen Neueigentümer oft begleitet von gewissen Modernisierungsarbeiten nach einer Übergangszeit die Mieten mindestens um 4 % [Ed: sogar 32 %!] heraufsetzten und später in Eigentum umwandelten oder an neue Investoren verkauften, betonte Fuchs. Als beispielhaft für die Mieter nannte sie den Verkauf der Wohnungsgesellschaft GAGFAH mit 82.000 Wohnungen durch die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) an den US-Finanzinvestor Fortress für 2,1 Milliarden Euro.
Bank-Studie: Das dicke Ende kommt noch
Als Rendite streben die Investoren erklärtermaßen etwa 8 % pro Jahr an. Nach Angaben von Mieterbund- Direktor Franz-Georg Rips sind große Fonds wie Fortress oder Cerberus sehr liquide. "Mehr als 20 Milliarden Euro warten darauf, am deutschen Wohnungsmarkt investiert zu werden." Dabei zahlten sie beim Wohnungskauf 400 Euro pro Quadratmeter und verkauften für 1.200 Euro an zahlungskräftige neue Eigentümer. Damit verschleuderten die Kommunen ihr Wohnungsvermögen deutlich unter Preis "nur weil sie einen Batzen Geld auf einmal wittern".Fuchs verwies darauf, dass nach einer Studie der Deutschen Bank bis 2010 etwa 1 Million Wohnungen so die Besitzer wechseln sollen. Sie appellierte an die Kommunen, aber auch an private deutsche Wohnungsfirmen, auf den Verkauf der damit noch ausstehenden 400.000 Unterkünfte zu verzichten.
Das Potenzial ist groß: So verfügen die Kommunen laut Mieterbund noch über 2,74 Millionen Wohnungen. 390.000 hielten öffentliche Wohnungsunternehmen, 137.000 die Kirchen, 600.000 Unterkünfte seien Werkswohnungen. 2004 wurden nur 278.000 Wohnungen neu in Deutschland gebaut, 3,7 % weniger als vor einem Jahr.
[Deutscher Mieterbund: Wohnungs-, Mieten- und Energie-Politik 2006 Forderungen und Erwartungen]
S E N A T S - D U M M S C H W A T ZEin Jahr nach dem Verkauf der GSW
Aus: Berliner MieterGemeinschaft e.V., 26. Mai 2005, ??.?? Uhr MESZ (Presseerklärung). [Original]Vor genau einem Jahr, am 27.5.2004, wurde der Vertrag über den Verkauf der GSW an Cerberus/Whitehall u. a. unterschrieben. Eine erste Bilanz verdeutlicht die Verwertungsstrategie und die Folgen für die Mieter.
Der Gesamtbestand wird organisatorisch in Einzelteile zerlegt und nach und nach an kleinere Wohnungsverwertungsunternehmen veräußert.
In den ca. 1.500 Wohnungen umfassenden Blöcken rund um den Grazer Platz ist der Erwerber, die Vivacon AG, zur Zeit dabei, die Mietwohnungen für die Umwandlung in Eigentumswohnungen und ihren anschließenden Verkauf aufzubereiten. Zu diesem Zwecke sollen mietpreissteigernde Modernisierungen durchgeführt werden, u. a. durch Anbau von Balkonen.
Die Maßnahmen werden von Mietern abgelehnt, weil sie nicht sinnvoll und vor allem auch nicht bezahlbar sind. Einen kleinen Umfrage der Berliner MieterGemeinschaft zufolge sind in der Siedlung nur 27 % der Mieter berufstätig, fast die Hälfte lebt von kleinen Renten oder Pensionen und 15 % beziehen ALG II.
Das früher eher familiäre Verhältnis der zum überwiegenden Teil langjährigen Mieter zur GSW, die die Bestände noch verwaltet, hat sich radikal verändert. Die Mieter fühlen sich durch sofortige gerichtliche Klageandrohungen unter Druck gesetzt, erleiden eine repressive Verschlechterung des Wohnklimas durch eine Vielzahl von Verboten (früher akzeptierte Satellitenschüsseln, Tierhaltung usw.) und beklagen die mangelnde Erreichbarkeit der Verwaltung.
Die Mieter organisieren sich und werden von der Berliner MieterGemeinschaft unterstützt. Weitere Informationen: Joachim Oellerich, Telefon: 21 00 25 84.
Immobilien-Forum: Wohnungsverkauf wird fortgesetzt
[Ed: In Berlin ist die Botschaft des Deutschen Mieterbundes nicht angekommen]
Aus: Berliner Morgenpost, 9. Juni 2005, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (maw). Internationale Investmentgesellschaften haben den Berliner Wohnungsmarkt besonders im Fokus. Daß der Verkauf von städtischen Wohnungen für Mieter keine Nachteile bringen muß, habe sich bei der Wohnungsgesellschaft GSW gezeigt, die vor einem Jahr an den US-Investor Cerberus ging.
"Den Mietern ist nichts Schlimmes passiert", sagte Staatssekretärin Hella Dunger- Löper aus der Senatsverwaltung für Stadtverwaltung gestern abend [8.6.2005] auf dem Immobilien- Forum der Berliner Morgenpost [Ed: nichtwissend, was nun die GSW-Mieter vor Ort mit der Cerberus-GSW bei der Erledigung von Mieterbelangen (Reparaturen, inkompetente Verwaltung, Mietberechnung, falsche und intransparente Betriebskostenabrechnungen, ungerechtfertigte Mahnungen, Saumseligkeiten hoch Drei wie Nichtbeantwortung von wichtigen Mieteranfragen usw.) tagtäglich erleben...]. Die angestrebte Privatisierungsquote von 15 % sei in Berlin noch nicht erreicht, weshalb es auch künftig Verkäufe geben werde. [mehr]
[11.06.2005: Die Stellungnahmen der Experten beim 2. Morgenpost-Immobilienforum]
[17.02.2006: Senat will Mieterrechte stutzen] (DER TAGESSPIEGEL)
Streit um Kaufland-Neubau
SPD lehnt Vorhaben an der Goerzallee ab / CDU spricht von Investitionsfeindlichkeit
Aus: Berliner Morgenpost, 27. Juni 2006, Seite ?? (Bezirke) von PETER OLDENBURGER. [Original]LICHTERFELDE (BM). Um die mögliche Ansiedlung eines Kaufland-Markts auf dem Obi-Gelände an der Goerzallee 195-223 hat sich ein heftiger Streit zwischen CDU- und SPD-Verordneten entzündet. Die Christdemokraten wollen per BVV-Antrag den Neubau des SB-Warenhauses auf dem Fußballfeld großen Parkplatz des Möbeldiscounters Roller erreichen. Daran knüpfen sie die Änderung des gültigen Bebauungsplanes für das McNair-Gelände gleich gegenüber. Die SPD-Fraktion ist wie Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) strikt dagegen.
Zum einen schließe der mit der Baumarktkette Obi geschlossene städtebauliche Vertrag dies aus, so Stäglin. In dem Kontrakt sei eine Sortimentsbeschränkung für das gesamte Areal festgeschrieben, die kein SB-Warenhaus zulasse. "Es gibt keinen Grund, davon abzurücken", so der Baudezernent. Der Antrag weicht von der Linie des Bezirksamts ab, der die bestehende Einzelhandelsstruktur schützen soll. Das Zerwürfnis im Stadtplanungsausschuß ist aber vor allem einem zweiten, pikanteren Hintergrund geschuldet: Mit dem Antrag pro Kaufland will die CDU gleichzeitig der Bebauungsplan für das ehemalige McNair- Kasernengelände ändern: Ein für Handel und Gewerbe ausgewiesenes Grundstücksteil soll zum allgemeinen Mischgebiet umgewidmet werden.
Genau dort wollte Kaufland bereits vor Jahren bauen, doch der Bezirk versagte die Genehmigung. Kaufland legte erst Widerspruch ein, erhob später Klage auf Schadenersatz vom Bezirk beim Berliner Verwaltungsgericht. Das Urteil steht noch aus.
Mit der Aussicht, Kaufland könne die Klage zurückziehen, wenn der Bezirk den Neubau gegenüber genehmige, wirbt die CDU für ihren Vorstoß. "Damit würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Bezirk ist das Klagerisiko los und die städtebaulich unbefriedigende Situation mit dem Roller-Parkplatz gelöst", sagt CDU-Fraktionschef Norbert Kopp [Ed: der sich anschickt, Bezirks- Bürgermeister zu werden].
SPD-Verordnete sprechen indes von einer Verschleierungstaktik der antragstellenden Fraktion. "Der Negativbescheid für Kaufland damals war eine politische Entscheidung. Damit sollten negative Folgen des aus meiner Sicht fehlerhaften B-Plans McNair vermieden werden", sagt Ausschußmitglied Norbert Müller (SPD). Ausgearbeitet hatte den Plan Norbert Kopp, bis zur Bezirksfusion 2001 Steglitzer Baustadtrat. "Und jetzt will Herr Kopp das vom ihm verursachte Problem mit einem Ablenkungsmanöver elegant aus der Welt schaffen", empört sich Müller. Kopp weist diesen Vorwurf als "völlig abwegig" zurück, wirft dem Bezirksamt und der SPD eine "investitionsfeindliche Haltung" vor.
In der jüngsten Ausschußsitzung eskalierte der Streit weiter. Von "Erpressung" sprachen die SPD-Verordneten, als Vertreter des Investors Kaufland neue Drohszenarien über weitere Klagerisiken für den Bezirk entwarfen [Ed: hm, die Kaufland-Leute haben doch aber schon das Ostpreußendamm-60-Areal ohne modernen Bebauungsplan mit Bürgerbeteiligung zugeschanzt bekommen]. Zuvor hatte die CDU den Druck auf das Gremium erhöht und eine Abstimmung verlangt. Doch die Entscheidung wurde auf Antrag der Grünen vertagt. Der Zwist wird andauern. Baustadtrat Stäglin: "Selbst ohne städtebaulichen Vertrag wäre das Vorhaben in dieser Größe dort nicht genehmigungsfähig."
Bürgergespräch mit Senatorin Ingeborg Junge-Reyer in Lichterfelde-Süd
Aus: Stadtteil-Zeitung Nr. 89 Juli/August 2005, Seite 2 (Regional).
LICHTERFELDE-SÜD (HL). Am 31. Mai lud das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. gemeinsam mit der örtlichen SPD zu einem Bürgergespräch mit Ingeborg Junge-Reyer, Senatorin für Stadtentwicklung, Planen, Bauen, Wohnen, Umwelt und Verkehr in den Kieztreff in Lichterfelde- Süd ein. Etwa 50 Besucher, meist ältere Bürger, nahmen das Angebot an. Schwerpunktthemen der zum Teil kontrovers geführten Diskussion waren die Miet- und Wohnsituation in den GSW-Siedlungen und die Veränderungen in der GSW seit dem Verkauf an die amerikanische Fondsgesellschaft Cerberus sowie die Nahverkehrsanbindungen in Lichterfelde-Süd nach Einführung des neuen BVG-Konzeptes.
Über die Folgen der sozialen Entmischung durch eine verfehlte Stadtpolitik wird auf den Seiten Sozialer Mix informiert. Bezüglich der Miet- und Wohnsituation wies Junge-Reyer auf die komplizierte Situation im hochverschuldeten Land Berlin hin: Wir sind in Berlin in der Situation, dass trotz erwartetem Bevölkerungswachstum ca. 120.000 Wohnungen leer stehen. Im Verhältnis zu Städten wie Hamburg und Frankfurt (Main) sind die Wohnungen in Berlin verhältnismäßig preiswert. Es ist nicht geplant, wieder eine Fehlbelegungsabgabe einzuführen. Von Belegungsbindungen [der Wohnungen] wird abgesehen. Man soll dort hinziehen, wo man möchte!, so Junge-Reyer. Doch die Anwohner hatten viele Fragen. Sie hinterfragten z. B. die Miethöhe der Wohnungen und das Zustandekommen undurchsichtiger Mieten. Senatorin Junge-Reyer verwies auf den Mietspiegel [Ed: der aber vom Berliner Mieterverein wg. der Manipulationen durch Vermieter als ein reiner Vermieter- Mietspiegel gewertet wird] und bot an, zu klären, inwiefern Wohnungsausstattungen als Kriterien mit berücksichtigt wurden.
Schlechte BVG-Anbindungen in Lichterfelde-Süd
Aus: Leserbrief vom 10.2.2005 in der Stadtteil-Zeitung Steglitz-Zehlendorf Nr. 86 vom April 2005, Seite 8. Ich habe über die BVG in der Stadtteil-Zeitung vom Februar 2005 gelesen. Ich wohne in einer großen GSW-Siedlung (Thermometer-Siedlung) in der Umgebung der Osdorfer Straße. Uns wurde der 277er- und der 110er-Bus genommen. Der 280er- Bus fuhr von der Réaumurstraße nach Steglitz, er heißt jetzt Bus 284 und fährt gleich in die Osdorfer Straße und nicht mehr, wie früher, über Celsiusstraße-Ost [Ed: gemeint ist Celsiusstraße- Nord].
An der neuen Haltestelle [Ed: vor der Sporthalle] ist keine Bank, und es gibt nichts zum Unterstellen. In der Scheelestraße sind zwei große Senioren- Wohnhäuser, dort wohnen alles ältere Menschen, die schlecht zu Fuß sind. Wir müssen zweimal über die verkehrsreiche Osdorfer Straße. In der Fahrenheitstraße befinden sich das Büro der GSW und ein Bauernmarkt, alles zu weit zum Laufen, ansonsten haben wir nur eine Filiale von Kaisers.
Ich selbst bin gehbehindert und wenn ich nicht einen Schwerbeschädigtenausweis hätte, könnte ich gar nicht mehr fahren. Die Busse sind übervoll und [an der Haltestelle] Lankwitz-Kirche muss man umsteigen, um nach Steglitz zu kommen. Zum KaDeWe kann man auch nicht mehr fahren, weil der 185er-Bus zum Wittenbergplatz auch eingestellt ist. Auch gab es hier keine Informationen [zu den vorgesehenen Fahrplanänderungen der BVG], ich habe mir im Januar alles zusammengesucht.
P.S.: Wenn der 284er-Bus die alte Strecke fahren würde, wäre uns sehr geholfen. Wir haben in Lichterfelde tausende Unterschriften gesammelt.
Helena Bellin, Scheelestraße,
Berlin-Lichterfelde-Süd
Viele der anwesenden GSW-Mieter haben das Empfinden [Ed: nix Empfinden es gibt reichlich beweisbare Fakten], dass nach dem Verkauf der GSW der Service nachgelassen hat und notwendige Reparaturen auf sich warten lassen. Xenia Müller, Geschäftsstellenleiterin der GSW, erklärte, dass das Team in der Geschäftsstelle Steglitz- Zehlendorf vollständig ausgewechselt wurde [Ed: was für die mangelnde Intelligenz des neuen GSW-Managements spricht wer macht so etwas?] und die neuen Mitarbeiter sich erst einarbeiten mussten [Ed: reine Ausrede schon vorher (ab Frühsommer 2004) wurde der Service miserabel]. Für widersprüchliche Schreiben der GSW bezüglich Mieterhöhungen und die dadurch erzeugten Aufregungen entschuldigte sie sich bei den Mietern. Bemängelt wurde seitens der Mieter auch der rüde Ton der GSW in maschinell erstellten Schreiben. Junge Reyer plädierte für eine Änderung dieser Passagen [Ed: konnte aber auch nicht schlüssig erklären, was beim Land Berlin dagegen spricht, den Cerberus- Kaufvertrag vollständig offenzulegen].
Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war der Nahverkehr: Mit dem neuen BVG-Konzept hat sich die Anbindung von Lichterfelde-Süd verändert. Verkehrsstadtrat Uwe Stäglin zur neuen Querverbindung (Buslinien 184, 284) von Tempelhof über Lichterfelde nach Zehlendorf: Durch diese Buslinie sind auch für die Lichterfelder die Einrichtungen des Bezirksamts in Zehlendorf gut zu erreichen. Der historische [Ed: und nach wie vor wichtige] Bezug der Süd-Lichterfelder zur Steglitzer Schloßstraße wurde bei der Neuplanung jedoch nicht berücksichtigt. Wer dort einen Einkaufsbummel machen will, muss jetzt mehrmals umsteigen [Ed: oder erst sehr weite Fußwege zum Bus 186 zurücklegen].
Viele der anwesenden Bürger empfanden daher die neuen Linienführungen als massive Verschlechterung [Ed: sie ist es]: Hier gibt's keine Einkaufsmöglichkeiten!, Unsere Einkaufsmeile ist die Schloßstraße! und Wir brauchen unseren 280er Bus wieder!, so der Tenor der Anwesenden. Der Fahrtakt der Busse wurde auf 20 Minuten reduziert. Die älteren Anwohner beklagten insbeondere die nun wesentlich längeren Fußwegstrecken. Unterschriftensammlungen der Anwohner [Ed: und eine Petition], Vorschläge des Runden Tisches in Lichterfelde-Süd und Anfragen der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz- Zehlendorf, die eine Nachbesserung der Linienführung fordern, wurden von der Senatsverwaltung bzw. BVG abschlägig beantwortet.
C E R B E R U S M A C H T E K A S S EThermometer-Siedlung ein Jahr ohne Supermarkt
Politik und GSW waren unfähig, dagegen etwas zu tun / Sozialer Abstieg der Siedlung droht
die GSW noch im August 2004 schrieb: Plus ist noch bis Anfang nächsten Jahres unser Vertragspartner. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es uns bis zu diesem Zeitpunkt gelingt, eine adäquaten Nachfolger für unsere schöne Thermometer- Siedlung zu finden. Dennoch passiert ist bislang nichts.
Die GSW ist so dumm, daß sie nicht mal bemerkt wenn sie das Einziehen der Miete von Konten der Mieter vergessen hat und dann einen Monat später die Zahlung der Miete beim Mieter anmahnt.
Stellen Mieter Ende August 2005 fest.Die Mieter wurden bislang noch nicht einmal durch die GSW informiert, welche Anstrengungen die ‚Gemeinnützige‘ tatsächlich unternommen hat. Ein älterer Mieter, der nicht genannt werden möchte, vermutet sogar, die haben überhaupt nichts auf die Reihe gekriegt. Die Cerberus- GSW ist doch nur noch mit der Optimierung ihres Gewinnes beschäftigt da bleibe keine Zeit für wichtige Mieteranliegen.
Schlechte Erfahrungen machten die Mieter aber auch mit den Politikern, von denen ja immerhin einige mit dem schildbürgerartigen Bauskandal Giesensdorf das Einkaufs- Desaster in der Thermometer- Siedlung angerichtet haben. Außer Vertröstungen war von den Politikern nur sehr viel Dummschwatz zu hören. Und vermutlich werden sie es bei der sich abzeichnenden vorgezogenen Bundestagswahl bereits sehr heftig ‚abkriegen‘, denn bis zur Berlin-Wahl ist ja noch ein Jahr hin.
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Seit August 2005 klebt nun an der Plus-Tür: Vermietung durch City- Concept Immobilienmanagement. Ob's hilft? (Foto: 31.8.2005 khd-879)
So wird ein Ghetto produziert...
1.8.2005 (pep). Anfang Juli 2005 wurde am Ostpreußendamm 60 mit der Einrichtung der Baustelle für das umstrittene Kaufland- Projekt der Schwarz- Gruppe auf dem für ein Schimmbad vorgesehenen Areal begonnen. Gleichzeitig wurde das Gerücht laut, daß der Supermarkt von KAISER's an der Osdorfer Straße 98 dicht machen würde, sobald der Discounter Kaufland eröffnet. Damit wäre dann ab 2006 (?) die Thermometer- Siedlung und die Woltmann- Siedlung ohne wohnortnahe Lebensmittelversorgung, so daß die Spatzen bereits pfeifen: ...und schuld daran ist nur die SPD....Das stimmt zwar nicht ganz, denn völlig unfähige CDU-Politiker im Bezirk Steglitz(-Zehlendorf) haben an der Negativ- Entwicklung der Thermometer- Siedlung erhebliche Schuld. Aber die verbal auf soziale Gerechtigkeit pochende SPD hatte dem nichts entgegenzusetzen. Sie forcierte sogar noch den Verkauf der GSW, obwohl diese de-facto bereits schwarze Zahlen schrieb. Und damit machte die SPD vor Ort alles noch sehr viel schlimmer. Die Folgen haben tagtäglich die Mieter zu tragen. Viele, die es sich (noch) leisten können, haben nun schon den Umzugswagen bestellt... [Von den realen Folgen des GSW-Verkaufs]
[Die Entwicklung der Thermometer-Siedlung in Lichterfelde-Süd seit 1970]
[Soziologische Struktur der Thermometer-Siedlung]
Siedlung am Grazer Damm: Bewohner fürchten Mietsteigerungen
[Ed: und schuld daran ist nur die SPD...]
Aus: Berliner Morgenpost, 28. Juli 2005, Seite ?? (Bezirke) von PETER OLDENBURGER. [Original]BERLIN-SCHÖNEBERG. Für die Investoren sind es große Immobiliengeschäfte, bei Vertragsabschlüssen fließt der Schampus. In der Folge der "Big Deals" fließen bei den betroffenen Mietern jedoch öfter die Tränen. Nach mehrfachem Verkauf der denkmalgeschützten Wohnsiedlung am Grazer Damm fürchten etliche Bewohner den erzwungenen Auszug wegen steigender Mieten. Grund: Die mehr als 1.500 Wohnungen im Süden Schönebergs werden saniert.
"Die Kosten wertsteigernder Maßnahmen können auf die Miete umgelegt werden. Zudem gab es einen erheblichen Instandhaltungsrückstand, beispielsweise zugige Fenster oder undichte Abwasserrohre", sagt Michael Schroeder, Sprecher der Vivacon AG. Das Kölner Unternehmen hatte die Siedlung im Oktober 2004 von Cerberus/Goldman Sachs erworben, die wiederum im Juni 2004 die GSW vom Land Berlin gekauft hatte.
Mieterin Else Konsolke beklagt, daß ein neuer Balkon zu ihrer Mieterhöhung von rund 20 % auf künftig 381 Euro beiträgt. "Was soll ich denn mit dem Balkon, das kann ich mir bei meiner Rente nicht leisten. Die Fenster ihrer Wohnung sind bereits gründlich aufgearbeitet worden, dazu gab es eine neue Decke im Bad. "Für besseren Brandschutz", sagt die 79jährige resigniert. "Und Freitag sollen die Arbeiten für den Balkon losgehen."
Der Berliner Mieterverein bestätigt, daß Instandsetzungsarbeiten zu dulden sind. "Einem Anbau von Balkonen kann jedoch widersprochen werden, wenn daraus eine finanzielle Notlage des Mieters resultiert", rät Hauptgeschäftsführer Hartmann Vetter.
Das nicht jeder einzelne Mieter einen Balkon wolle, sei unbestritten, räumt Vivacon-Sprecher Schroeder ein. Doch 70 bis 80 % der Mieter hätten die Sanierungsankündigung begrüßt. Die Arbeiten, zumeist an mittelständische Baufirmen der Region vergeben, würden bis Ende des Jahres, teils bis Anfang 2006 ausgeführt.
Am 22. Dezember 2004, also nur gut zwei Monate nach der Kauf der Siedlung, hatte die Vivacon AG übrigens 886 Wohnungen zum Preis von 38,6 Millionen Euro weiterveräußert. Es handelte sich um Wohnungen der Siedlung am Grazer Damm, die an die "conwert-invest"-Gruppe aus Österreich gingen. Es war der größte Verkauf der Firmengeschichte, so die betreffende Mitteilung der Kölner Firma. [mehr]
[00.06.2005: Von der GSW-Siedlung zu den "Grazer Gärten"] (MIETER-ECHO Nr. 310)
Mieten sollen drastisch steigen
[Ed: Die GEHAG-Mieten sollen um 32 % steigen / Mieter wissen nicht mehr wovon sie das auch noch bezahlen sollen / Droht jetzt ein Miet-Streik?]
Aus: Berliner Zeitung, 31. August 2005, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN-ZEHLENDORF (ulp). In der GEHAG-Siedlung an der Argentinischen Allee sollen die Mieten im nächsten Jahr durch geplante Modernisierungen drastisch erhöht werden. Für eine 63 Quadratmeter große Wohnung etwa sind Preiserhöhungen von jetzt 301,66 Euro monatlich (kalt) um 96,46 Euro auf 398,12 Euro vorgesehen.
Nach dem Berliner Mieterverein hat jetzt auch der CDU-Abgeordnete Karl-Georg Wellmann die geplanten Erhöhungen kritisiert. Die Mieter würden vom Senat nach dem Verkauf der Landesbeteiligung an der GEHAG "im Stich gelassen", argumentiert der Abgeordnete, der in Steglitz-Zehlendorf für den Bundestag kandidiert. Möglicherweise habe der Senat es versäumt, die Mieter ausreichend zu schützen, so Wellmann. Das fiele allerdings auf seine Partei zurück. Denn der Hauptteil der GEHAG war noch zu Zeiten der CDU/SPD- Koalition verkauft worden. [mehr]
Für Einkaufscenter wird der Markt immer kleiner
Weitere Eröffnungen in den nächsten 2 Jahren. Handelsverband gegen neue Zentren am Stadtrand.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 6. Oktober 2005, Seite 15 (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Original]BERLIN (Tsp). Hans-Joachim Tenkhoff ist etwas nervös. Es wird sehr eng, sagt der Einkaufszenren-Investor. Er meint nicht den enger werdenden Markt der inzwischen weit über 50 Shoppingcenter. Von denen gibt es allein im Nordosten 6. Erst vor wenigen Tagen eröffnete das Marzahner Eastgate. Tenkhoff denkt derzeit vor allem an seinen Terminplan. Seit dem Frühjahr wartet er auf die Baugenehmigung für sein Schloß- Straßen-Center (SSC). Nun sind letzte Verträge unterschrieben, die Genehmigung wird wohl in wenigen Tagen erteilt.
Das Center soll schon im nächsten Herbst eröffnet werden. In Kürze will Tenkhoff nun voll auf der Linie sein. Wenn der Winter milde gestimmt ist, kann das SCC am Walther-Schreiber-Platz wo bis vor kurzem noch das alte Hertie stand noch nach Plan fertig werden. Bis zum Herbst 2006 sollen auch das Projekt Alexa am Alexanderplatz von Sonae Sierra und Foncière Euris (Portugal, Frankreich) fertig sein, die Schlossgalerie Steglitz der Firma HFS will schon im Frühjahr eröffnen, der Umbau des Forum Steglitz ist voraussichtlich im Juni beendet. Alle neuen und umgebauten Shopping-Center wollen sich mit unverwechselbarer Architektur und außergewöhnlichem Design vorstellen, das Einkaufen für Kunden zum Erlebnis machen. Helle Mitte in Hellersdorf möchte sich beispielsweise noch mehr als ein Stadtteilzentrum abheben.
In eine gewachsene Einkaufsstraße werden die Wilmersdorfer Arcaden einziehen, die im Herbst 2007 eröffnet werden sollen. Das kündigten jetzt die Investoren mfi und die kanadische Gruppe Ivanhoe Cambridge an. Das Projekt an der Wilmersdorfer-/Ecke Schillerstraße soll 100 Mieter aus Handel, Gastronomie und Gesundheit beherbergen. Mit der Baugenehmigung wird noch 2005 gerechnet. Die Bauherren geben das Nachfragevolumen für die Arcaden mit 1,8 Milliarden Euro an.
Wie viele Einkaufszentren kann die Stadt noch verkraften, fragt sich derweil Klaus Fischer vom Einzelhandelsverband. Der Verband beobachtet die Entwicklung zunehmend kritisch. Er will, dass zumindest am Stadtrand und auf der grünen Wiese keine neuen Zentren mehr entstehen. Sie lockten viele Kunden aus der Innenstadt an. Teile von ihr verödeten, was die vielen leer stehenden Läden zeigten. Fischer glaubt allerdings, dass sich neue Zentren nicht vermeiden lassen. Aber dies könne nur auf Kosten anderer sein. Handel ist auch Wandel.
Die Einkaufszentren sind eine Betriebsform des Einzelhandels, betont Hans-Joachim Mlynkiewicz aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Man könne nicht in den Wettbewerb eingreifen, nur auf die Größe Einfluss nehmen. Wenn sich ein geplantes Shopping- Center einfüge, an der richtigen Stelle mit dem richtigen Maßstab, seien die Behörden weitgehend machtlos [Ed: weil der Gesetzgeber seit Jahren tief geschlafen hat]. Zentren könnten durchaus auch ein positives Signal zur Entwicklung eines Stadtteils setzen. Viele Shopping- Center wirkten aber zu introvertiert, saugten das Leben wie ein Staubsauger ein, gäben nichts nach außen ab.
Nicht überall sind Shopping-Center gelitten. In Zehlendorf [Ed: bei den Besserverdienenden] ist der Plan gescheitert, auf dem alten BVG-Betriebsgelände an der Winfriedstraße ein Einkaufszentrum zu errichten. Der Bezirk fürchtete um die Geschäftswelt im Ortskern. Nun wird es auf dem Gelände deutlich ruhiger zugehen. Vermutlich entstehen hochwertige Seniorenwohnungen.
Nach 53 Jahren wird es wieder höchste Eisenbahn
Die erneuerte Strecke von Priesterweg über Lichterfelde nach Ludwigsfelde geht in Betrieb / [Ed: Nun ist Bahnlärm ohne Ende angesagt]
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 8. Oktober 2005, Seite 10 (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]BERLIN (Tsp). Die einen freut's, die anderen leiden. In wenigen Tagen fahren die ersten Züge über die Anhalter Bahn durch Lichterfelde, die in den vergangenen 5 Jahren wiederaufgebaut worden ist. Rund 200 Millionen Euro hat der etwa 20 Kilometer lange Abschnitt von Priesterweg bis Ludwigsfelde im Süden Berlins gekostet. Über diese Strecke werden von Ende Mai 2006 an die Züge zum Nord-Süd-Tunnel und dem neuen Hauptbahnhof rollen. [mehr]
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GSW-Hauptverwaltung in der Kochstraße. (Foto: 2002 SenStadtUm)
GSW hat ihr Hochhaus an der Kochstraße verkauft
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 11. Oktober 2005, Seite 9 (Berlin).BERLIN (oew). Die Wohnungsbaugesellschaft GSW ist ab sofort nur noch Mieter in dem markanten Hochhaus an der Kochstraße in Kreuzberg. Sie hat den Turm mit 22 Geschossen jetzt für 60 Millionen Euro an einen Investor aus Spanien verkauft und gleichzeitig für 10 Jahre gemietet. Eine eigene Firmenzentrale zu betreiben und zu besitzen, erschien uns nicht mehr sinnvoll, erklärt GSW-Sprecher Sascha Krieger. Die Wohnungsbaugesellschaft wolle sich künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, und das sei die Vermietung von Wohnungen. Die GSW wolle sich komplett von ihren Gewerbe-Immobilien trennen kündigte Krieger an.
Der Komplex nach den Entwürfen des Architekturbüros Sauerbruch und Hutton war 1999 fertig geworden. Neben dem markanten Turm baute die GSW eine dreigeschossige, so genannte Pillbox, und einen Flachbau mit drei Etagen entlang der Kochstraße. Hinter diesem Ensemble verschwand der 17 Etagen fassende alte Turm der GSW- Zentrale, der seitdem von der Kochstraße aus fast gar nicht mehr zu sehen ist. Insgesamt 26.300 Quadratmeter umfasst die Fläche der Immobilie.
Neben Büros gibt es in dem Block noch Arztpraxen, Läden, eine Bank und Restaurants. Sie alle sollen bis auf Weiteres Mieter bleiben. Über die Institution, die das Haus erwarb, wollte die GSW keine weiteren Angaben machen. Abgewickelt wurde der Handel über die deutschen und spanischen Büros der Immobilien- Beratungsfirma Artisreal. Die GSW selbst ist im vergangenen Jahr an ein Konsortium mit den internationalen Fondsgesellschaften Whitehall (Goldmann & Sachs) und Cerberus für 405 Millionen Euro verkauft worden. [mehr]
Onkel-Tom-Siedlung: Protest gegen Modernisierung
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 11. Oktober 2005, Seite ?? (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Zum Artikel]
GSW verkauft ihr Haus
[Ed: Cerberus-GSW macht mit Steuertricks Kasse zu Lasten der Allgemeinheit / Und die arme Stadt schaut stillschweigend zu]
Aus: Berliner Zeitung, 11. Oktober 2005, Seite 15 (Berlin). [Original]BERLIN (ulp). Die ehemalige landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GSW hat ihre Unternehmenszentrale mit dem Hochhaus an der Kochstraße verkauft. Neuer Eigentümer ist ein spanischer Investor, der mehr als 60 Millionen Euro für das Gebäude-Ensemble bezahlt.
Im Rahmen eines "Sale and Lease Back"-Geschäfts mietet die GSW ihre Zentrale für 10 Jahre zurück. Die GSW teilte mit, der Verkauf sei Teil der Strategie, sich von Gewerbe- Immobilien zu trennen [Ed: hm, steht deshalb das Einkaufszentrum in der Thermometer- Siedlung noch immer leer?]. [mehr] [GSW verkauft Hochhaus an spanischen Investor]
Ausverkauf bei der GSW
Das Unternehmen trennte sich erst von seiner Firmenzentrale und bald von tausenden Wohnungen
Aus: Berliner Zeitung, 12. Oktober 2005, Seite ?? (Berlin) von ULRICH PAUL, der demnächst vermutlich auch nicht mehr solche Artikel schreiben darf. Denn die Berliner Zeitung steht selbst unmittelbar vor dem Verkauf an eine Heuschrecke die britische 3i und Mr. Montgomery... [Zum Artikel]
Was aus von der Politik vernachlässigten Stadtrand-SiedlungenDie Thermometer-Siedlung ein sozialer Brennpunkt
Aus: Der Schlüssel Nr. 70, November 2005, Seite 3 (Berliner Tafel) von Pfarrer MICHAEL BUSCH. Auszug aus dem Artikel "Mit Laib und Seele Lebensmittelausgabe im Gemeindezentrum Celsiusstraße geplant / Freiwillige Helfer gesucht".
Gleichwohl sind die Auswirkungen der haushaltspolitischen Misere innerhalb der Stadt sehr unterschiedlich verteilt. Ein Blick in den Sozialstruktur -Atlas der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz macht dies deutlich. Er weist neben sozialen Problembezirken wie Kreuzberg, Wedding oder Neukölln auch Bereiche aus, in denen eine günstige Sozialstruktur anzutreffen ist. Hierzu zählt u. a. der Bezirk Steglitz- Zehlendorf, der im Sozialranking den ersten Platz einnimmt.
Über die Folgen der sozialen Entmischung durch eine verfehlte Stadtpolitik wird auf den Seiten Sozialer Mix informiert. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in diesem Bezirk soziale Brennpunkte gibt wie z. B. den Bereich der so genannten Thermometer- Siedlung [Ed: der Woltmann-Siedlung, der Belß-Siedlung in Lankwitz sowie Zehlendorf- Süd, wo erst im August 2005 ein 7-jähriger Junge aus nichtigem Anlaß ermordet wurde]. Gerade im Gebiet der Thermometer- Siedlung ist seit einigen Jahren eine starke Veränderung der Zusammensetzung der dortigen Wohnbevölkerung zu beobachten. Besserverdienende sind oft weggezogen, hinzu kamen Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern und schwierigen sozialen Verhältnissen. Das Ganze ergibt eine Mischung mit nicht geringer Neigung zu Explosivität [Ed: wie das aktuelle Beispiel Paris deutlich macht]. Darüber hinaus ist eine Zunahme sozialer Verwahrlosung zu beobachten.
Seit vielen Jahren ist die Gemeinde Petrus-Giesensdorf mit der Arbeit der Holzkirche e.V. und dem Gemeindezentrum in der Celsiusstraße in diesen Wohnbereichen tätig und versucht sich den sozialen Herausforderungen im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten zu stellen. (...)
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Die Angst geht um in Pariser Vorstädten
Erneut nächtliche Zusammenstöße in Clichy
Aus: Berliner Zeitung, 1. November 2005, Seite ?? (Politik) von LUTZ KRUSCHE. [Zum Artikel]
H E U S C H R E C K E N A T W O R KExplosion in Berlin-Lichterfelde
Aus: RBB-Teletext, 4. Dezember 2005, 15.27 Uhr MEZ, Tafel 140, Rubrik News. Ergänzt um Infos in [...] aus dem InfoRadio Berlin.BERLIN-LICHTERFELDE. In einem Wohnhaus in Lichterfelde [Celsiusstraße 54] hat es am Sonntag [4.12.2005] eine Explosion gegeben. Nach Polizeiangaben wurde sie durch einen [mit Nägeln gefüllten] Sprengsatz ausgelöst, der von außen an eine Wohnungstür angebracht worden war. Ein 47-jähriger Mann [der Libanese Ali Hussein H.], der die Tür öffnete, wurde wie durch ein Wunder nur leicht verletzt, so die Polizei.
In der Wohnung befanden sich 3 weitere Personen, die alle im Besitz libanesischer Pässe waren. Ein versuchtes Attentat sei nicht auszuschließen, hieß es. Die Hintergründe der Tat seien aber noch völlig unklar. Der Staatschutz und eine Mordkommission ermitteln. [Nachbarn vermuten einen Familienstreit]. [mehr]
GSW mahnte, und mahnte, und...
Die Fast-Kündigung / Von Erfahrungen mit der nun eigennützigen GSW / GSW hat Buchhaltung nicht im Griff
LICHTERFELDE-SÜD 30.12.2005 (khd). Man hatte als seriöser Mieter immerhin 35 Jahre lang jeden Monat so ziemlich pünktlich die Wohnungsmiete an die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) gezahlt, aber dann flatterte im November 2004 plötzlich eine unverschämte Mahnung von der GSW ins Haus. Und es war nicht die einzige völlig unberechtigte Mahnung der zum 1. Januar 2004 durch den Senats-Verkauf so eigennützig gewordenen GSW. Berichtet werden soll hier von den wahren Folgen des so wenig überlegten GSW-Verkaufs an ein (nur noch um jeden Preis am Geld der Mieter interessierten) Heuschrecken-Unternehmen.
Unberechtigte GSW-Mahnungen
datieren vom23.04.2004 5,10 Euro 17.05.2004 7,65 Euro 28.05.2004 7,65 Euro 25.11.2004 152,95 Euro 1) 24.01.2005 18,31 Euro 2) 4) 22.08.2005 10,20 Euro 4) 1) Längst bezahlte 163,15 Euro 10,20 Euro. 3)
2) Ein völlig unklarer Betrag.
3) 10,20 Guthaben wg. Überzahlung.
4) Entgegegnung nun im Internet dokumentiert.
2004 übernahmen die neuen finanzorientierten Cerberus-Manager die in 80 Jahren gewachsene GSW und krempelten alles um. Und offensichtlich auch die Buchhaltung, so daß bei den Eröffnungsbuchungen für das Geschäftsjahr 2004 nicht einmal mehr die aktuell gültigen Mieter-Datensätze zur Verfügung gestanden haben müsssen. Denn anders ist die folgende Horror-Story überhaupt nicht zu verstehen.
Kleine Teilkündigung mit großer Wirkung
Angefangen hat das Problem noch zu gemeinnützigen Zeiten der GSW, was sich aber erst sehr viel später herausstellen sollte. Im Februar 2003 kündigten wir den 1990 für 5,00 DM/Monat gemieteten Moped-Einstellplatz, da wir ihn in Zeiten des Klimawandels nicht mehr benötigten. Die GSW fertigte dazu extra in 2-facher Ausfertigung eine Ergänzung zum Mietvertrag von 1970 an und teilte bereits am 17.2.2003 den reduzierten Mietbetrag mit. Wir überwiesen dann ab März 2003 Monat für Monat die um 2,55 Euro niedrigere Miete. Alles war bis Ende 2003 in Ordnung, aber es sollte dann im Jahr 2004 unter der Knute von Heuschrecken Folgen haben, die sogar bis zur Androhung von gerichtlichen Schritten quasi schon der Fast-Kündigung der Wohnung führen sollte.
Aufforderung zur Zahlung
Auszug aus: Mahnung der GSW vom 25.11.2004. (...) Ihr Mietenkonto weist per 22.11.2004 einen Zahlungsrückstand in Höhe von 152,95 EUR aus.
Wir stehen mit Ihnen seit dem 15.12.1970 in einem vertraglichen Verhältnis. Nun haben Sie in einem wesentlichen Punkt gegen die Vertragsinhalte verstoßen. Sie sind der Mietzahlung nicht pünktlich bzw. nicht in voller Höhe nachgekommen. Das können wir nicht akzeptieren. Vertraglich haben wir mit Ihnen die Mietzahlung im Voraus jeweils bis zum 3. Werktag eines Monats vereinbart.
Wir fordern Sie daher auf, unsere Forderung in Höhe von 152,95 EUR bis zum 03.12.2004 zu begleichen. (...)
Verstreicht die gesetzte Frist fruchtlos, d. h. Sie haben weder Zahlung geleistet, noch mit uns zum Sachverhalt Kontakt aufgenommen, sind wir gehalten, rechtliche Schritte einzuleiten. (...)
Mit freundlichen Grüßen
GSW Gemeinnützige Siedlungs- und
Wohnungsbaugesellschaft Berlin mbH
Mahnungen über Mahnungen
Im April 2004 setzte eine wahre Flut von Mahnungen ein, die in der eingangs zitierten unverschämten Mahnung vom November 2004 gipfelte. Diese Mahnung ist nebenstehend wg. des rüden GSW-Tons in den wichtigsten Passagen dokumentiert, auch wenn die GSW diese später zurückzog. Denn die Mahnung war total unbegründet, da die Haupt-Forderung (eine Kostennachzahlung) längst (sogar noch über-) bezahlt worden war.Aber damit war der Grund für die 3 im Jahr 2004 vorangehenden ‚kleinen‘ völlig schleierhaften Zahlungserinnerungen (siehe Tabelle) noch immer nicht geklärt. Zwar hatte ich jeweils den Mahnungen widersprochen, aber die angeforderten Beträge bis zur Klärung erst einmal unter Vorbehalt (der Rückforderung) bezahlt. Dennoch reagierte die GSW darauf überhaupt nicht.
Ein Zufall half weiter
Erst ein 3/4 Jahr später (!) im Dezember 2004 anläßlich einer Neuberechnung der Miete durch die GSW kam eher zufällig (für mich) Licht ins Dunkel der GSW-Mahnungsarie. Denn dort tauchte unter Zuschläge/Sonstiges ein monatlich zu zahlender Betrag von 2,55 Euro auf. Aber wofür? Das stand dort nicht. Auch meine schriftliche Anfrage von Anfang Februar 2005 (siehe dokumentierten Brief vom 2.2.2005) hinterließ bei der GSW Ratlosigkeit. Man wisse es nicht, sagte GSW-Frau H. am Telefon.Mir fiel dann auf, daß diese 2,55 Euro/Monat genauso hoch sind, wie einst für den Moped-Keller zu bezahlen waren. Sollte die GSW etwa Anfang 2004 ihre Computer mit den Alt-Datensätzen des Vorjahres gefüttert und keine solide Datenprüfung vorgenommen haben? Und ich teilte sofort meine Vermutung der GSW Mitte Februar 2005 sehr präzise schriftlich mit (siehe dokumentierten Brief vom 13.2.2005). Daraufhin passierte bei der GSW wieder garnichts.
C o m p u t e r - F e h l e r ?
Merke: Echte kommen selten vor, meist sind es Fehler von Menschen, die Computer falsch programmiert oder bedient haben.
khd Computer-Experte seit 1957.Und erst ein halbes Jahr später...
Inzwischen war ich mir ziemlich sicher, daß die GSW hier ‚Super-Mist gebaut‘ hatte und zahlte die 2,55 Euro/Monat nicht mehr. Das hatte dann im August 2005 eine weitere GSW-Mahnung zur Folge. Ende August 2005 wies ich die GSW schriftlich (siehe dokumentierten Brief vom 28.8.2005) auf die seit 1 1/2 Jahren bestehende von ihr nach wie vor ungeklärte Situation hin.Diese ‚famose‘ GSW brauchte dann noch einen Monat bis Ende September 2005, um herauszufinden, daß sie Anfang 2004 einen Fehler gemacht hatte. Keine einzige der 6 Mahnungen war also gerechtfertigt gewesen. Sie waren nur dadurch entstanden, daß die GSW-Computer falsche Daten gespeichert hatten oder falsch bedient worden waren. Eine Entschuldigung für den 17-monatigen Mahn-Terror gab es dennoch nicht. Nur für die letzte maschinell ausgelöste Mahnung entschuldigte sich die GSW Ende September 2005 und hoffte, daß dieser Fehler nicht mehr auftreten werde.
Dokumentation der Abwehr der GSW-Ansinnen
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Brief an GSW 2.2.2005.
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Brief an GSW 13.2.2005.
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Brief an GSW 28.8.2005. Es war als wenn man mit Analphabeten sprach. Die neue, angeblich besser gemanagte GSW brauchte doch tatsächlich über 1 1/2 Jahre, um ein eigentlich banales Problem mit unberechtigten Mahnungen, das sie sich noch dazu selbst durch eigene Murks-Arbeit eingebrockt hatte, zu klären. Wenn es nach der arroganten GSW gegangen wäre, hätte für etwas bezahlt werden müssen, von dem die GSW selbst nicht wußte, welchem Zweck die Zahlung dienen sollte. Wie oft mag so etwas schon vorgekommen sein... Und wie mag nur deren Steuererklärung aussehen?
Es ist schlichtweg eine Zumutung, daß zur Abwehr des 6-fachen GSW-Ansinnens 3 Postbriefe, 3 schriftliche Hinweise, etliche E-Mails, ungezählte Telefonate und ein erheblicher Zeitaufwand des Mieters notwendig waren, und dann die GSW noch nicht einmal auf die vorgetragenen knallharten Fakten einging, geschweige denn selbst den Grund für ihre Umstrukturierungs-Fehlleistung in 20 Monaten herausfand.
Diesen Artikel
gibt es auch inWürden Sie von solchen Geschäftsleuten eine Eigentumswohnung kaufen... ?
Durch Klicken auf die Briefe werden diese layoutgetreu in einem extra Fenster vergrößert angezeigt, wo dann die Texte gut lesbar sind. (Repros: 2005 khd)
Mehr zu diesem Thema:
[ab 05.2000: Vom Chaos der Wohnungs-Privatisierungen und deren Folgen] (Dokumentation khd-research)
[07.06.2004: Darf man die GSW verkaufen? Eine erste Analyse mit Fragen] (H.-G. LORENZ)
[18.06.2004: Gut und sicher wohnen? GSW verkauft] (khd-Page) [In PDF]
[02.01.2005: GSW-Mieter mußten tagelang frieren] (khd-research)
[30.04.2007: Hier spricht der Aushilfshausmeister! ] (taz-Blog zur Heuschrecken-Situation)
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