Thermometer-Siedlung in Berlin-Lichterfelde – Teil 5 khd
Stand:  16.12.2007   (88. Ed.)  –  File: ThS/Thermometer-Siedlung_05.html




Auf diesen Seiten soll im Internet von mir nach und nach ausgewähltes Archiv- Material zu Problemen in und um die Thermometer- Siedlung in Lichterfelde-Süd – einer Anfang der 70er-Jahre gebauten Hochhaussiedlung am südlichen Stadtrand Berlins – dokumentiert werden. [Intro]

Die vor allem in den Tabellen angegebenen „???“ bzw. „xxx“ bedeuten, daß die Fakten derzeit nicht recherchierbar waren. Hier sind zunächst dokumentiert und manches auch kommentiert [Ed:...]:

I n h a l t :             Aug/Sep. 2004           [ Übersicht 1970–2004 ]

Zur Leitseite khd-Page


Dispens-Planung in Lichterfelde

Berlins Schildbürgereien – Part 2 / Ortskern von Giesensdorf zerstört / Thermometer-Siedlung muß die Folgen tragen

Aus: khd-Page – Nr. 344, Berlin, 1. August 2004 (News). [Original] [Hinweis: Part 1 behandelt den Flughafen Tempelhof]

BERLIN – 1.8.2004 (khd/welt). Berlins Politik ist ganz flott damit, im Zentrum der Hauptstadt Sperrzonen für Händler mit Bauchläden, die lediglich Brezeln oder Würstchen verkaufen, auszuweisen. Geht es aber um Wichtigeres wie die ganz reale Kiez- Zerstörung durch den Wildwuchs von Discountern in der Stadt, dann sind Berlins Politiker mit einem Mal

„Wir können nichts unternehmen.“


Sagte Anfang 2004 ein Mitarbeiter des
Bezirksamts Steglitz- Zehlendorf der Steglitzer Stadtteilzeitung. Und Baustadtrat Stäglin (SPD) bestätigte im Juli 2004 diese auferlegte Ohnmacht.

ratlos
und verkünden vorschnell, da könne man nichts tun. Ein Paradebeispiel für eine solche stadtplanerische Fehlentwicklung lieferten in den letzten Jahren das höchst merkwürdige Handeln von Senat und Bezirk Steglitz bei der Neuansiedlung von Geschäften im alten Ortskern von Giesensdorf in Lichterfelde.

Kaufland Was an der Goerzalle mit der Ansiedlung von OBI und eines Möbel- markts noch klappte, geriet für den Dispens- freundlichen Baustadtrat Kopp (CDU) bei der Ansiedlung von Einzelhandel an der Curtiusstraße zum Desaster. Am 16. Mai 2000 stoppte das Oberverwaltungsgericht (Az: OVG 2 S 1.00) endgültig den von Steglitz mit reichlich Dispens genehmigten Bau eines großflächigen Einkaufszentrums in
Gefunden im Baunetz.de am 2. August 2004
Neu im Baunetz:  13.05.2004

12207 Berlin
Neubau eines Einkaufszentrums (Kaufland) mit Parkdeck

Lage der Baustelle:  Ostpreußendamm 60 / Lichterfelde
Kosten/Größe:  Nutzfläche: ca. 2.700 qm
Geplanter Baubeginn:  vorauss. erst 2005
Ausschreibungsart:  beschränkt/freihändige Vergabe nach Einzelgewerken
Planung:  noch nicht vergeben
Details:  Kaufland-Geschäft, 4–5 Läden und 3 Parkdecks, Büro-, Sozial-, Lager- und Nebenräume, Kühlraum, RWA-, Sprinkler- und Brandmeldeanlage, Brandschutztüren, Beleuchtung, automatische Türsysteme, Schließanlage, EDV- u. Telekommunikationsanlage.
Technische Details:  Alarmanlage, Be- u. Entlüftungsanlage, abgehängte Decken, Doppelboden, Bodenbelag: Textil, Bodenbelag: Kunststoff, Bodenbelag: Keramik, konventionelle Bauart, Stahlbetonkonstruktion, 1-geschossig, Putzfassade, Flachdach, Erdgas-/ Zentralheizung, Warmluft, Kunststofffenster, Außen- parkplatz, Außenanlagen, Außenmöblierung, Pflasterarbeiten, Betonsteinpflaster.

Lichterfelde- West, nachdem bereits die Vorinstanz im September 1999 einen Baustop auf Antrag von betroffenen Bürgern verfügt hatte.

Da traf es sich gut, noch ein anderes Eisen im Feuer zu haben. Der klamme Senat braucht Geld – komme was da wolle. Und so plante er ab 1997/98 den Verkauf des großen Grundstücks am Ostpreußen- damm 60 vor dem Bewag- Kraftwerk Barnackufer, das einst für ein Kombibad für Lichterfelde vorgesehen war. Plus Dazu mußte der gültige Flächennutzungsplan geändert werden (FNP 18/98) und ein neuer Bebauungsplan her. Denn das Grundstück sollte so richtig Geld bringen... [mehr]. In den letzten Wochen wurden dort Gehölze gerodet und demnächst wird hier ein KAUFLAND- Markt der Schwarz- Gruppe stehen, obwohl ein moderner Bebauungsplan offensichtlich noch nicht vorliegt. Und gleich gegenüber eröffnete bereits am 15. Juli der Tengelmann- Discounter PLUS eine Filiale, nachdem dort ein modernes, solides Firmengebäude abgerissen worden war.

Abgerissen wurde vor einiger Zeit auch die große Halle des zentralen Auslieferungslagers der Firma ALDI. Diese lag in Giesensdorf längs der Osdorfer Straße – versteckt hinter Wohnhäusern – zwischen Ostpreußendamm und dem Bahndamm der Anhalter Bahn (S-Bahnhof Osdorfer Straße). Und weil die Stadtentwicklungspolitik es verschlief, konnte sich dort seit 2000/01 ein großflächiges Einkaufszentrum mit Aldi, McDonald's, Reichelt u. a. ansiedeln – alles brav genehmigt von der Steglitz- Zehlendorfer Baubehörde. Denn dummerweise hatte der Bezirk Steglitz das – auch für eine Neuordnung des Areals – vorgesehene Bebauungsplan- Verfahren XII-177b bereits 1997 unter der Ägide des Baustadtrats Kopp eingestellt, womit dort nun (einfaches) Gewerbegebiet zur Verwertung stand. Daß sich diese „Verplaner“ nicht auch des Filet- Eckgrundstücks Osdorfer Straße / Ostpreußendamm – bebaut mit einer mittelalterlichen Dorfkirche – „bemächtigten“, grenze „fast schon an ein Wunder“, sagen Alteinwohner Giesensdorfs. Schließlich wollten sie schon mal vom kleinen Dorffriedhof ein großes Stück zwecks Straßenbau „rauben“. Auch daß die Behörden direkt neben der Giesensdorfer Grundschule eine Filiale des Junk-food- Bruzzlers »Burger-King« genehmigten, bleibt für die Anwohner total unverständlich.

Neues Einkaufszentrum Osdorfer Straße
^   Blick vom S-Bahnhof Osdorfer Straße auf das neue autofreundliche Einkaufszentrum Giesensdorf. Hier sollen nun (auch) die Bewohner der Thermometer-Siedlung einkaufen. Denn die meisten Geschäfte in der Hochhaussiedlung sind bereits verschwunden [khd-Page berichtete]. Aber – vom Zentrum der Thermometer- Siedlung sind es bis hierher rund 1500 Meter Fußweg...

Angesiedelt wurden im Einkaufszentrum Giesensdorf bislang: Aldi, Fristo (Getränke- Discounter), Reichelt, Empire (Videothek mit Drive-in), McDonald's (mit Drive-in) und Thürmann (Backwaren). An einem Komplex mit mehreren Läden für das Dänische Bettenlager, KiK (Tengelmann- Gruppe), K+K (Schuhe), Rossmann (Drogeriemarkt) und (...?) wird derzeit hinter dem Empire- Laden gebaut. Im Hintergrund das Bewag- Heizkraftwerk Lichterfelde. Zwischen diesem und dem Einkaufszentrum haben Burger- King und Plus direkt am Ostpreußendamm neu gebaut. Dort wird demnächst der Platz für das einst versprochene Hallenbad mit einer Kaufland- Mall der Schwarz- Gruppe zugebaut. Gefragt wurden die betroffenen Bürger nicht.
(Foto: 3.8.2004 – khd)

   
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Das Grundstücksgeschäft Ostpreußen-
damm 60 im Berliner Parlament

Aus: AH-Protokoll Nr. 14/28 – 14.6.2001, Seite 1598 + 1607.
Lfd. Nr. 15 B – Drucksache 14/1302:

Beschlussempfehlung des Hauptausschusses vom 13. Juni 2001 zur Vorlage – zur Beschlussfassung – gemäß § 38 der Geschäftsordnung des Abgeordneten- hauses von Berlin (Nr. 4/2001 des Verzeichnisses über Vermögensgeschäfte):

Dem Verkauf einer ca. 18.495 m2 großen Teilfläche des Grundstücks Ostpreußendamm 60 in Berlin- Steglitz wird zu den Bedingungen des am 18. Juli 2000 beurkundeten, unter Vorbehalt geschlossenen Vertrages mit der Maßgabe, dass die Bodenverun- reinigungsklausel nachbeurkundet wird, zugestimmt.

Aus dem Wortprotokoll:
Der Dringlichkeit wird ersichtlich nicht widersprochen. Der Hauptausschuss empfiehlt einstimmig die Annahme dieses Vermögensgeschäfts, worüber ich ohne Aussprache sofort abstimmen lasse. Wer dem Vermögensgeschäft Nr. 4/2001 mit der Drucksachennummer 14/1302 zustimmen möchte, den bitte ich um das Handzeichen! – Gegenprobe! – Enthaltungen? – Bei einigen Enthaltungen der CDU-Fraktion und der PDS-Fraktion ist das so beschlossen.

Mit all diesen Planungen à la Schilda mit Dispensen und vermeintlichen Planreifen wurde der Kern des über 700 Jahr alten Giesensdorf (der runde Geburtstag war 1999) unwiederbringlich kaputtgemacht. Aber das ist noch nicht alles: Dieser aus „Geldgeilheit staatlich geförderte Wildwuchs“ (Ureinwohner Giesensdorfs) bedroht jetzt auch die Existenz der benachbarten
Thermometer- Siedlung. Denn deren Supermärkte wurden durch diese falsche Stadtplanung regelrecht abgesaugt – da half auch kein 2 Mio. Euro teures Lifting des Einkaufszentrums Celsiusstraße mehr. Dort sind bereits Reichelt und Plus verschwunden (khd-Page berichtete). Und sobald die Kaufland- Mall am Ostpreußendamm eröffnet ist, seien auch die Tage von Kaiser's und Rewe an der Osdorfer Straße gezählt, vermuten Ureinwohner der Stadtrandsiedlung.

[12.01.2000: Möbelmarkt an der Goerzallee genehmigt]  (Berliner Zeitung)
[16.05.2000: OVG-Urteil zum Fall Curtiusstraße]  (Senator für Justiz)
[12.04.2002: Flächennutzungsplan-Änderung 18/98 für Giesensdorf]  (Senator für Stadtentwicklung) *
[25.02.2004: Händler verärgert über Center-Pläne in Lichterfelde]  (Die Welt) *
[00.03.2004: Boomtown Lichterfelde]  (Stadtteilzeitung Steglitz)
[30.07.2004: Sperrzonen für Brezel- und Bratwursthändler]  (Die Welt)

Karte von Giesensdorf um 1850
^   Ausschnitt aus der »Karte Steglitz und Umgebung um 1850« mit Giesensdorf – einem Reihendorf im sumpfigen Bäketal. Zu erkennen ist die gesamte Bebauung des Dorfes sowie die breite Dorfstraße mit Dorfaue und Kirche an der Einmündung der heutigen Osdorfer Straße. Auch der inzwischen zugeschüttete Teltow See ist noch am linken Bildrand zu erkennen. Denn der Teltow- Kanal war noch nicht gebaut, aber die »Anhaltische Eisenbahn« fuhr seit 1841. (Quelle: 29.5.1981 – Steglitzer Lokal-Anzeiger)

Bebauungsplan — Nr. XII-254
Ostpreußendamm 58–60 (Bad)

Quelle: Senat von Berlin – 24.8.2004
Aufstellungsbeschluß 22.01.1979
[Plan-Skizze]   (die folgt)
Vorgezogene Bürgerbeteiligung
sowie anläßlich 19. FNP-Änderung
12.03. – 12.04.1979
1.06. – 01.07.1981
Beteiligung der TÖB ???
Öffentliche Auslegung Nicht erfolgt
Festsetzung durch den Bezirk
Zustimmung der BVV
Bekanntmachung im Gesetz-
und Verordnungsblatt
Nr. — vom —
Seite —
Letzter Stand: Beim Senat sagt man auf Anfrage, daß es diesen B-Plan garnicht gebe. Denn es erfolgte ein...
Einstellungsbeschluß BezAmt Steglitz 24.11.1997
Fazit: Es gilt wieder der uralte Baunutzungsplan von 1960. Damit kann sich in Giesensdorf an der Hauptverkehrsstraße Ostpreußen- damm ein 3. großflächiges Einkaufszentrum verkehrsbehindernd etablieren, ohne daß je die Bürger an dieser Planung beteiligt wurden. Dennoch: Der eingestellte Bebauungsplan XII-254 ist in der Datenbank "FIS-Broker" des Senats nicht enthalten. Warum ist das so? Was hat man zu verbergen?   [Es gibt Fragen über Fragen]

Gesetzgeber gefragt?

2.8.2004 (khd). Auch wenn Berlin arm wie eine Kirchenmaus ist, darf es sich nicht von Bauherren an der Nase herumführen lassen – was heißt, sich baurechtliche Dispense in Klüngelrunden um jeden Preis abringen lassen. Die Zerstörung des Stadtbilds Giesensdorfs ist eine „unentschuldbare stadtplanerische Fehlleistung“ – genauso eine wie damals die überwiegend ungenehmigte Ansiedlung von belastenden Betrieben südlich der Thermometer- Siedlung, die dann ab 1978 massiven Bürgerprotest hervorrief und zu den großen – noch immer nicht abgeschlossenen – Planverfahren XII-252 und XII-L2 führte.

Und läge Giesensdorf im Grunewald (da, wo in der Bismarckallee die Grunewald- Kirche steht), dann hätten sich Politiker & Planer (P&P) von vornherein nicht getraut, solch unsinnigen Dispens- Planungen ins Auge zu fassen. Den P&P wäre hier sehr wohl etwas eingefallen, um dem Druck bauwilliger Discounter adäquat zu begegnen. Denn das deutsche Städtebaurecht ist eigentlich flexibel genug, um solchen Herausforderungen im Sinne der Menschen handhaben zu können. Aber mit „Jeti und Pleti“ in Lichterfelde- Süd glaubte man es ja erneut machen zu können...

Wenn aber nun in der Tat das vorhandene Baurecht nicht mehr reichen sollte, dann ist eben der Bundesgesetzgeber gefragt. Aber die Kommunen müssen dieses schon kundtun, wovon bislang nichts aufgefallen ist. Auch in einer freien (globalen) Marktwirtschaft bedarf es sehr wohl der Regulierung der Nutzung von Grundstücken. Es kann nicht sein, daß allein das Geld sagt, was hier und da und wie gebaut wird.

[Entwicklung der Thermometer-Siedlung ab 2001]  (khd-Page)
[Grundlagen des Städtebaurechts]  (Prof. Dr. jur. David, Dortmund)

Fragen über Fragen

2.–24.8.2004 (khd). Natürlich ergeben sich nun viele Fragen, die sich nicht alle durch geschicktes Recherchieren im Internet beantworten lassen:  [Zu den Fragen 1–12]

Baugrund am Ostpreußendamm 60               Baugrund am Ostpreußendamm 60
^   Blick auf den bereits von Gehölzen abgeräumten Baugrund der autogerechten Kaufland- Mall am Ostpreußendamm 60. Dieses 3. Giesensdorfer Einkaufszentrum liegt vis-à-vis des neuen PLUS- Ladens. Mit dem Bau soll 2005 begonnen werden, zunächst ist Marzahn dran.

^   Im Hintergrund das Bewag- Heizkraftwerk Lichterfelde mit REA. Der blaue Pfeiler (links mit Schatten im Bild) gehört zum Drive-in- Wegweiser des bereits geöffneten »Burger King«. (Fotos: 14.9.2004 – khd)

Noch mehr Fragen

Ab 25.8.2004 (
khd). Es ergeben sich weitere Fragen zum Bauskandal in Giesensdorf:  [Zu den Fragen 13–24]



Wenn Schildbürger für Autofahrer planen...

Bahnhofsschild „Osdorfer Straße“
20.8.2004 (pep). Selbst wenn man die Giesendorfer Stadtverplanung als zeitgemäß ansehen sollte, fallen doch schwere handwerkliche Planungsfehler im Detail auf. So ist das Einkaufszentrum am S-Bahnhof Osdorfer Straße mit seinen großen Flächen zum Parken ausschließlich autofreundlich konstruiert. Sonst würden die Fußwege zu den nächsten Bus-Haltestellen (Linie 186) an der Osdorfer Straße nicht so weit sein. Außerdem ist ein direkter, verbindender Fußweg zum neuen Einkaufszentrum am Ostpreußendamm (Plus, Kaufland- Mall usw.) offensichtlich nicht vorgesehen.

Pflasterung Hildburghauser Straße    
^   Gehwegpflasterung mit tragfähigen Beton- Verbundsteinen an der Hildburghauser Straße (Zufahrt zum Einkaufszentrum Osdorfer Straße). Im Hintergrund die Einmündung in die Osdorfer Straße.   (Foto: 30.10.2003 – khd-457)
In Berlin werden Stadtplanungen eigentlich sorgfältig mit den „Trägern öffentlicher Belange“ (TÖB) abgestimmt [Ed: manche sagen auch „ausgemauschelt“]. Dazu gehört die BVG, aber auch die Deutsche Bahn. Dennoch hat die Bahn bei der bis 1998 erfolgten Revitalisierung der S-Bahn bis Lichterfelde- Süd (Linie S 25) nicht realisiert, daß am neu gebauten S-Bahnhof Osdorfer Straße ein größereres Einkaufzentrum entstehen wird. Sonst hätte die Bahn nicht nur an der Osdorfer Straße sondern auch am Bahnhofszugang Hildburghauser Straße einen Fahrstuhl vorgesehen. Denn dieser würde Alten und Behinderten das Einkaufen fernab von zu Hause erheblich erleichtern. Platz und Geld dafür wären da gewesen. —
Das Fazit: ...bleiben Fußgänger auf der Strecke.

20.10.2004 (khd). An der Einmündung des westlichen Stummels der Hildburghauser Straße in die Osdorfer Straße – also der Zufahrt zum Einkaufszentrum Osdorfer Straße (EKZ) – kam es seit der EKZ-Eröffnung immer häufiger zu gefährlichen Situationen (Unfälle?). Um nun die Autofahrer zu zähmen, wird dort jetzt ganz schnell eine aufwendige Verkehrsampel- Anlage gebaut. Als aber in den 70er-Jahren besorgte Eltern einige Hundert Meter südlich an der Einmündung des Mercatorwegs eine Ampel zur Sicherung des Schulwegs zur Mercator- Grundschuile verlangten, dauerte es jahrelang, bis das von Berlins Bürokraten überhaupt akzeptiert war und dann noch ‚ewig‘, bis die Ampel stand...

Ganze Arbeit leistete auch das Steglitzer Tiefbauamt bei der Pflasterung des Gehwegs an der südlichen Seite des Stummels der Hildburghauser Straße zwischen S-Bahnhof und Osdorfer Straße. Hier wurde von vornherein eine tragfähige Pflasterung mit Beton- Verbundsteinen gewählt, um das Abstellen von Pkws auf dem Gehweg zu fördern. Die Folge: Fußgehende Einkäufer mit Einkaufswagen müssen auf dem Rückweg vom EKZ zum S-Bahnhofseingang an der Osdorfer Straße (nur dort
    (Foto folgt)
^   Vereister und ungestreuter Gehweg im EKZ Osdorfer Straße. (Foto: 7.1.2006 – 11.56 – khd-988)
gibt es einen Fahrstuhl) allzuoft auf der Fahrbahn laufen. Denn die Autos parken bis fast an die Grundstücksgrenzen heran, so daß ein Durchkommen mit einem Einkaufswägelchen unmöglich ist.

20.11.2004 (khd). In dieser Woche wurde bereits die Ampelanlage in der Osdorfer Straße an der Zufahrt zum Einkaufszentrum in Betrieb genommen. Und die Bürger können nur noch staunen, wie schnell unsere Ämter arbeiten können. Bleibt zu hoffen, daß Berlin auch die Rechnungen der Handwerker rechtzeitig bezahlen kann...

15.1.2006 (khd). Ein sehr schlimmer Mißstand ist auch, daß der Eigentümer des Grundstücks des Einkaufszentrums (EKZ) nicht seiner Schneeräum- und Streupflicht auf dem Gelände ausreichend nachkommt. Das fiel schon im Winter 2004/05 auf. Zwar werden die Auto- Parkplätze geräumt und gestreut, nie aber der Gehweg längs der privaten (?) von der Hildburghauser Straße abzweigenden Stichstraße bis zur Reichelt-Filiale. Dieser war Anfang Januar 2006 durch das Eis so glatt, daß Fußgänger nur auf der Fahrbahn laufen konnten, was ja auch nicht ganz ungefährlich ist. Fußgehende Kunden werten das: Hier sind wir unerwünscht, da wir höhere Streu-Kosten verursachen.

23.6.2006 (khd). Auf der hinteren EKZ-Fläche, wo bislang hin und wieder zur Freude der Kinder kleine Zirkusse gastierten, sind nun die Bauarbeiter angerückt. Hier baut jetzt die M.C.E. Motor Company ein neues Toyota- Autohaus. Offensichtlich müssen sie ihre bisherige Filiale am Ostpreußen- damm 139 aufgeben, da dort vermutlich andere bauen wollen. [Foto]



Bezirksstadtrat Laschinsky zur Fehlentwicklung beim Einkaufen

Betr.: Einkaufssituation in der Thermometer-Siedlung / [Ed: sind nun die Verbraucher selbst schuld?]

Aus: Antwort des
Steglitzer Stadtrats für Finanzen, Wirtschaft und Wohnen (SPD), 5. August 2004 (Eingang am 7.8.2004).

In dem mit „khd“ – wohl Ihrem eigenen Kürzel – gekennzeichneten Artikel beklagen Sie, dass „stadtplanerische Vorgaben und wenig durchdachte Baugenehmigungen“ zum Verlust von Einkaufsmöglichkeiten in der Thermometer- Siedlung geführt hätten. Als langjährigem Beobachter der Siedlung unterliegen Sie hier einer Fehleinschätzung.

Bebauungsplan Ostpreußendamm,
Osdorfer Straße — Nr. XII-177a

Quelle: Senat von Berlin – 3.8.2004
Aufstellungsbeschluß 23.10.1967
[Plan-Skizze]
Vorgezogene Bürgerbeteiligung
Beteiligung der TÖB ???
Öffentliche Auslegung 23.04.1974 – 24.05.1974
Festsetzung durch den Senat (!) 22.02.1977
Zustimmung der BVV ???
Bekanntmachung im Gesetz-
und Verordnungsblatt
Nr. 23 vom 31.03.1977
Seite 642
Letzter Stand: Der Bebauungsplan ist rechtskräftig. Der ergänzende XII-177b wurde 1997 eingestellt.
Fazit: Damit konnte sich in Giesensdorf auf dem Gelände nordwestlich des S-Bahnhofs Osdorfer Straße ein großflächiges Einkaufszentrum etablieren (siehe Foto).
Stadtplanung als Teil der Raumplanung hat für eine ausgewogene Verteilung der Daseinsfunktionen Wohnen, Arbeiten und Erholen Sorge zu tragen und stellt dadurch eine wesentliche Grundlage für das Zusammenleben dar. Wirtschaftspolitische und Verbraucher- Interessen können damit nicht durchgesetzt werden.

In dem seit Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesenen Gelände [Ed: XII-177a] sind nach der Baunutzungsverordnung auch Geschäfts- und Büroräume zulässig. Diesbezügliche Bauwünsche kann das Bezirksamt daher nicht ablehnen.

Als Ursache für die Konzentration von Einzelhandelsflächen an (auto-)verkehrsgünstig gelegenen Standorten und dem damit verbunden Rückzug aus der Fläche ist vor allem die ambivalente Haltung der Verbraucher anzusehen. Kunden äußern in Umfragen von Konsumforschern immer wieder den Wunsch nach fachkundiger Beratung, Service und ansprechender Einkaufsatmosphäre – ihren Einkauf erledigen sie dennoch bei uniformen Discountern und großen Verbrauchermärkten, die mit einer aggressiven Preispolitik Kunden anziehen und ursprüngliche Bedingungen dann doch in den Hintergrund treten lassen.

Kommunale Politik kann diesen Sachverhalt artikulieren und die Bewohner bitten, – wie ich es bei vielen Gelegenheiten tue –, getreu dem Motto „Wer wird in die Ferne schweifen – sieh' das Gute liegt so nah“ für den „Einkauf um die Ecke“ oder, wie Sie es nennen „Haustür- Shopping“, zu werben. Entscheiden muss und tut der Verbraucher.

An dieser Stelle darf ich anmerken, dass der Einzelhandel in den Subzentren – auch mit der Unterstützung des bezirklichen Wirtschaftsamtes – durch Rabattaktionen, Straßenfeste oder gemeinsame Werbemaßnahmen Kundenbindung unterstützt und trotz aller Zurückhaltung der Konsumenten auch seinen Anteil am Erhalt eines funktionierenden Wohnumfeldes leistet.



Vom Geschäftesterben in der Thermometer-Siedlung

Aus: Archiv der
khd-Page, Berlin, 12. August 2004 (Notizen). Zusammengestellt von KARL-HEINZ DITTBERNER.

Chronik des Geschäftesterbens in der Thermometer-Siedlung
Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Stand: 14.9.2004 + 10.1.2006 + 16.12.2007 (Update)
  In der Thermometer-Siedlung selbst
Nr. Geschäft / Firma
Nf = Nachfolger
Ort   1) Vermieter Schloß am Nachfolge Fehlt Anm.
Sep.
2004
Okt.
2007
1. Bolle O 26 ??? ? 1985 Nach Leerstand Edeka. (14)  
2. Gebr. Manns EKZ – F 30-34 ??? 24.12.1986 Nach kurzem Leerstand Reichelt. (12)  
3. Butter-Beck EKZ – C 66a GSW 31.12.1986 Plus. (15)  
4. Berliner Disconto Bank EKZ – C 57 ??? ? 1990 Langer Leerstand, später Schlecker. 24
5. Bäckerei + Konditorei EKZ – C 66 GSW ? 1992 Nach Leerstand Elektrogeräte. (13)  
6. Videothek EKZ – F 28 ??? ? 1993 Nach Leerstand Tierbedarfs-Laden. (10)  
7. Drogerie EKZ – F 28 ??? ? 1994 Heute eine Auf-Bäckerei.  
8. Haushaltswaren EKZ – C 56 GSW ? 1998 Leerstand, dann China-Imbiß. JA JA  
9. Blumenladen EKZ – C 56 GSW ? 1999 Leerstand, danach Fremdnutzung. JA JA 12
10. Tierbedarf
[Nf von Nr. 6]
EKZ – F 28 ??? ? 2000 Heute ein 2. Zeitungsladen. JA  
11. Schreib- und Spielwaren EKZ – C 66 GSW ? 2000 Leerstand, danach Fremdnutzung. JA JA 10
12. Reichelt
[Nf von Nr. 2]
EKZ – F 30-34 ??? 24.12.2001 Leerstand.   9) JA JA 5
13. Elektrogeräte
[Nf von Nr. 5]
EKZ – C 66 GSW ? 2002 Nach Leerstand türkisches Café Thermik.
Wieder Leerstand, danach ein Nagelstudio.
JA JA 7
11
14. Edeka
[Nf von Nr. 1]
O 26 ??? Zu Pfingsten
2003
Nach Leerstand Rewe mit mehr türkisch orientiertem Lebensmittel-Angebot. Kein VOLL-SORTIMENTER!  
15. Plus
[Nf von Nr. 3]
EKZ – C 66a GSW 14.07.2004 Leerstand. JA JA 3
16. Zeitungen u. Tabakwaren EKZ – C 56 GSW 24.12.2005 Leerstand. JA  
17. Café und
Eis-Diele
EKZ – C 62 GSW 2006 Leerstand. JA  
18. Rewe
[Nf von Nr. 14]
O 26 ??? 2006/07 Leerstand. JA  
19. Nahkauf
[Nf von Nr. 15]
EKZ – C 66a GSW Eröffnete am 19.12.2007.  
  In der benachbarten Woltmann-Siedlung
Nr. Geschäft / Firma Ort   1) Vermieter Schloß am Nachfolge Fehlt Anm.
Sep.
2004
Jan.
2006
1. Berliner Bank Sch 140 GSW ? Leerstand, derzeit Medi Home Pflegedienst. JA JA 46
2. ??? O 93c GSW ? 2003 Leerstand. JA JA  
3. Elektroladen O 93g GSW ? 2003 Leerstand. JA JA  
4. Kaiser's O 98 GSW Noch in Betrieb, aber gegenüber vollsortierten Filialen (z. B. in Lichterfelde-Ost, Ferdinandstraße 35) gibt's hier nur ein reduziertes Warenangebot.  8) 13
Fazit (Sep. 2004):  10 Läden werden derzeit nicht mehr für den Einzelhandel genutzt.
Fazit (Jan. 2006):  Die Zahl nicht adäquat genutzter Läden ist auf 11 angestiegen.
Fazit (Okt. 2007):  Die Zahl nicht adäquat genutzter Läden ist auf 12 angestiegen.
  1)  EKZ = Einkaufszentrum an der Ecke Celsiusstraße (C) und Fahrenheitstraße (F). O = Osdorfer Straße, Sch = Scheelestraße.
  2)  Die Bank zog in große Neubauräume im Ortskern von Giesensdorf, gab aber dort auch auf.  4)
  3)  Der Vertrag mit Plus lief noch bis Januar 2005.
  4)  Auch die Berliner Bank in der Woltmann-Siedlung ist längst verschwunden. Die Folge: Kein Geldautomat in Lichterfelde-Süd!
  5)  Mit Reichelt hat der einzige VOLL-SORTIMENTER die Siedlung verlassen!
  6)  Zunächst war die Bank um die Kunden so bemüht, daß sie sogar am 1.10.1984 vorab in einem Container an der Osdorfer Straße 48 eröffnete.
  7)  Der Betrieb des Café Thermik wurde im August 2004 eingestellt, nun Leerstand.
  8)  Kaiser's Osdorfer Straße 98 ist daher KEIN VOLL-SORTIMENTER!
  9)  Am 27.11.2004 eröffnete hier die "Markthalle Lichterfelde", die aber bereits am 28.2.2005 wieder schloß.
10)  Am 30.8.2004 ist hier vorläufig die Trödelstube des GSW-Mieterbeirats eingezogen.
11)  Angesicht fehlender Lebensmittelversorgung wird ein neues Nagelstudio als Leerstand gewertet.
12)  Wird seit etwa 2001 als Treffpunkt der russischen ‚Community‘ genutzt.
13)  KAISER's will offensichtlich den Laden am 31. März 2008 aufgeben.



Wer investiert in Lichterfelde-Süd?

Bau von großflächigem Einzelhandel sowie Wohnbebauung ab 1990

Aus: Internet-Recherchen ab 15. August 2004 (Notizen). Zusammengestellt von KARL-HEINZ DITTBERNER.

Bau-Investoren in Lichterfelde-Süd
Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Stand: 20.8.2004
Nr. Areal / Grundstück Größe Investor Anschrift Anm.
1. Südlich der Réaumurstraße bis zur Stadtgrenze (Planungsgebiet des XII-L2 und XII-252) 115 ha VIVICO Real Estate
Management GmbH  1)
Hallesches Ufer 74–76,
10963 Berlin,
Tel: (030) 261 01-490
 5)
2. Ostpreußendamm 85 (Möbelhof)   Möbelhof ?    4)
3. 1. Einkaufszentrum: Ostpreußendamm 67   ???    11)
4. 2. Einkaufszentrum: Zwischen S-Bahnhof Osdorfer Straße und Ostpreußendamm
(Aldi + Dän. Bettenlager + Empire + Fristo + McDonald's + K+K + KiK + Reichelt + Rossmann + Thürmann + ???)
  ???    
5. 3. Einkaufszentrum: Ostpreußendamm 60
(Burger-King + Kaufland + ???)
18.495 m2 HAPAG Grundbesitz- und
Bauträgergesellschaft mbH
Danckelmannstr. 9c,
14059 Berlin   9)
 3)   6)
6. 3. Einkaufszentrum: Ostpreußendamm 137–138
(PLUS + Getränke-Land + Baker’s Family)   [Foto]
  ???    7)   8)
 12)
  1)  Bis 2001 die Eisenbahn Immobilien Management GmbH (EIM).   2)
  2)  Vormals die Behörde VdeR = Verwaltung des ehemaligen Reichsbahnvermögens in Berlin (West).
  3)  In Halensee mobilisierte die "BI Verkehrschaos Halensee" gegen das HAPAG-Projekt "Heilbronner Straße 26" (Aldi, Lidl u. a.).
  4)  Wurde aus Zentral-Steglitz vertrieben, um am alten Rathaus Steglitz die „Schloßgalerie“ – den „Stolz von Steglitz’“ – zu ermöglichen.  10)
  5)  Die hochgelobten Bauvorhaben wurden inzwischen zurückgestellt. Auch waren sehr viele Fragen noch nicht geklärt.
  6)  Die Zustimmung des Abgeordnetenhauses von Berlin zum Verkauf des landeseigenen Grundstücks erfolgte am 14.6.2001 – ohne Gegenstimmen!
  7)  Die Läden wurden am 15.7.2004 eröffnet. Dafür wurde die PLUS-Filiale in der Thermometer-Siedlung aufgegeben.
  8)  Der massive Bau der Firma Riccius & Stroschen (R+S) mußte der PLUS-Ansiedlung mit großem Parkplatz weichen – er wurde abgerissen.
  9)  Vermutlich umgezogen.
10)  „Stolz“-Grundsteinlegung am 24.9.2004. Möbelhof ging bereits im August 2003 in die Insolvenz, konnte aber offensichtlich saniert werden.
11)  Dabei handelt es sich um das Gelände des früheren Reisebus-Unternehmens „Berolina“.
12)  Im November 2004 wurde bereits „Getränke-Land“ durch „Getränke Hoffmann“ ersetzt.

Der neue PLUS-Laden am Ostpreußendamm 137–138
^   Der neue – am 15. Juli 2004 eröffnete – PLUS-Laden mit großem Parkplatz und Getränke- Discounter am Ostpreußendamm 137–138 in Giesensdorf. Man beachte die ‚herausragende‘ Architek- tur des Flachbaus von der Stange. An dieser Stelle stand einst das mehrgeschossige, ortsbildprägende Gebäude der Elektronik- Firma Riccius & Stroschen (R+S).

Gleich gegenüber am Ostpreußendamm 60 wird 2005/06 die Kaufland-Mall entstehen. Aber eine intelligente Fußverbindung zwischen diesem Einkaufszentrum und dem am S-Bahnhof Osdorfer Straße ist den amtlichen Planer auch nicht in den Sinn gekommen – sie hatten offensichtlich nur Autofahrer im Kopf. Fußgänger müssen nun den riesigen Umweg über die Osdorfer Straße nehmen, um von Reichelt zu Plus zu kommen. Im Einkaufszentrum der Thermometer-Siedlung waren es nur wenige Schritte. (Foto: 14.9.2004 um 11.04 Uhr – khd)




Jetzt wird es richtig laut — Tag und Nacht

Aufruf der Umweltschutzinitiative Lichterfelde-Süd (ULS) zum Ausbau der Anhalter Fernbahn

Aus:
Stadtteilzeitung – Nr. 80 – September 2004, Seite 3 (Regional).

Aus der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur Klage wg. Lärmschutzes für Hochhäuser* in Lankwitz und der Lindenhof-Siedlung
Quelle: BVerwG 9 A 69.02 – 24. September 2003.
Leitsätze:

1. Bei der Wiederertüchtigung der Anhalter Bahn in Berlin als Hauptverbindung im transeuropäischen Eisenbahn- netz ist der Bahn auf dem vorhandenen Bahndamm eine Flächenbewirtschaftung zuzugestehen, die dem im öffentlichen Interesse liegenden Ziel Rechnung trägt, das Streckennetz nach Bedarf zukünftigen Entwicklungen anzupassen.

2. Auch bei mit Schienenverkehrslärm vorbelasteten Hochhäusern darf nicht davon ausgegangen werden, dass der für die niedrigere Umgebungsbebauung angestrebte Schutzstandard ausreicht, um dem von § 41 Abs. 2 BImSchG geforderten Vorrang des aktiven Lärmschutzes Rechnung zu tragen. Das mit einer Hoch- hausbebauung einhergehende Lärmschutzproblem ist vielmehr auf der Grundlage einer differenzierten Kosten- Nutzen-Analyse einer ausgewogenen Lösung zuzuführen.

*)   Charlottenstraße 25 + Röblingstraße 31–33.

[ Kompletter Urteils-Text im PDF-Format ]

Die Bahn kommt unaufhaltsam. Die Bauarbeiten an der
Anhalter Fernbahn sind fast abgeschlossen. Die Erweiterung der S-Bahngleise bis Teltow ist in vollem Gange. Nur ein Teil der Anwohner erhält eine aktive Schallschutzwand. Für den größeren Teil der Anlieger in der Thermometer- Siedlung und auf der westlichen Seite der Bahnstrecke wird es keinen Schallschutz geben.

Nach dem für die Anlieger negativen Ausgang des Gerichtsverfahrens [Ed: BVerwG 9 A 22.01 vom 23.10.2002 + BVerwG 9 A 12.02 vom 23.10.2002] hat die DB AG [Deutsche Bahn AG] nunmehr die Katze aus dem Sack gelassen: Neben Fernbahn, S-Bahn und Regionalbahn soll auch das Flughafen- Shuttle auf der Trasse der Anhalter Bahn durch Steglitz nach Schönefeld geführt werden. [mehr]

Die Umweltschutzinitiative Lichterfelde-Süd hat sich deswegen mit der Aufforderung zur Unterstützung bereits an die politischen Vertreter gewandt. Der SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter sowie der Berliner Abgeordnete Herr Dr. Arndt haben die Unterstützung unseres Anliegens zugesagt.

Sie können sich bei der Umweltschutzinitiative Lichterfelde- Süd (ULS) engagieren. Kommen Sie zu unseren Treffen. Die Termine erfahren Sie unter 712 25 60 (Frick) oder 712 37 58 (Matil). Nächstes Treffen voraussichtlich am 2.9.2004 um 19.00 Uhr im „Kieztreff“ (ehemals „Altes Waschhaus“) in der Celsiusstraße 60 [Ed: eine E-Mail-Adresse der ULS ist leider nicht angegeben]. 
[Bürger-Protest bei der Dresdner Bahn]

[24.10.1995: Lärmschutzmaßnahmen beim Wiederaufbau der Anhalter Bahn in Berlin]   (Anfrage der GRÜNEN)
[24.09.2003: Entscheidung des BVerwG 9 A 69.02 zur Klage wg. Lärmschutz für Lankwitz + Lindenhof-Siedlung]   (wurde teilweise gewonnen)
[25.12.2003: Das Pilzkonzept der Bahn – Berlins Senat und Bahn wollten Teures]   (khd-Page)
[26.12.2003: Nach 51 Jahren Dornröschenschlaf – Berlins Anhalter Bahn wird revitalisiert]   (khd-Page)
[24.02.2004: Im Express-Tempo an Schönefeld vorbei]   (DER TAGESSPIEGEL)



Zum Laden-Leerstand im Ortskern von Giesensdorf

Quelle: Beobachtungen ab Frühjahr 2002 (Notizen). Zusammengestellt von KARL-HEINZ DITTBERNER.

Die 3 neuen Einkaufszentren im Ortskern von Giesensdorf:

  1. Ostpreußendamm 67:  Auf dem Gelände des früheren Reisebusunternehmens „Berolina“ haben sich inzwischen u. a. angesiedelt: Fliesenland, Fressnapf (Tierbedarf), Getränke Hoffmann, Penny-Markt, Teppich-Boden, Thürmann (Backwaren).

  2. Nordwestlich des S-Bahnhofs Osdorfer Straße (Foto):  Auf dem Gelände des früheren Aldi-Zentrallagers an der Hildburghauser Straße (Postanschrift) befinden sich mit großzügigen Parkplätzen: Eine Aldi-Filiale, Fristo (Getränke- Discounter), Reichelt-Filiale, Empire (Videothek mit Drive-in), McDonald's (Fastfood-Kette mit Drive-in) und Thürmann (Backwaren). Ein Komplex mit weiteren Läden fürs Dänisches Bettenlager (Betten-Discounter der Jysk-Gruppe, Eröffnung am 2.12.2004), KiK (Textil- Discounter der Tengelmann- Gruppe, Eröffnung am 1.12.2004), K+K (Schuh-Discounter, Eröffnung am 2.12.2004) und Rossmann (Drogerie-Markt, Eröffnung am 2.12.2004) wurde ab Sommer 2004 im Schnellbau auf die Wiese gestellt. Später kam noch das Toyota- Autohaus der M.C.E. Motor Company hinzu.

  3. Ostpreußendamm 60 + Ostpreußendamm 137–138:  Auf diesen gegenüberliegenden Grundstücken sind bereits angesiedelt: Burger King (Fastfood-Kette mit Drive-in), PLUS-Filiale der Tengelmann- Gruppe, Baker’s Family (Discount- Aufbäcker) und Getränke-Land (Getränke-Discounter). Eine Kaufland-Mall wird ab 2005 am Ostpreußendamm 60 auf dem Sport- und Hallenbad- Gelände gebaut. Ein direkter Verbindungsweg zum Einkaufszentrum am S-Bahnhof Osdorfer Straße existiert bislang nicht.

Laden-Leerstand im Ortskern von Giesensdorf
Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Stand: 14.9.2004 + 15.1.2006 (Update)
Nr. Bisheriges Geschäft / Firma Ort   1) Vermieter Schloß am Nachfolge Leerstand Anm.
Sep.
2004
Jan.
2006
  Osdorfer Straße (Osd)
1. ??? Osd 1 ??? ??? Eine Schlecker-Filiale.    
2. ??? (kleiner Laden) Osd 1a ? ??? ??? Leerstand. JA    
3. Raumausstatter (Tapeten etc.) Osd 2 ??? ??? Autoteile-Handel, danach Leerstand. JA    
4. ??? Osd 2a (re) ??? ??? Second-hand Boutique.    
5. Bäckerei Osd 2a (li) ??? ??? Krankengymnastik.    
6. Chart News Osd 124 ??? ??? Leerstand. JA JA  
7. Km-Check.de Osd 124 ??? ??? Leerstand. JA JA  
8. ??? (Geschäftsräume im 1. Stock) Osd 125 ??? ???   JA    
9. Aldi-Filiale   Osd 129 ??? ??? Zeitweise Aktions-Handel. JA JA 2)   5
10. Drospa-Markt Osd 130 ??? ??? Leerstand. JA JA  
  Ostpreußendamm (Opd)
11. Moltke-Apotheke Opd 65 ??? ??? Blumenladen.  
12. Postamt 417 Opd 70 ? ??? ??? Noch eine Schlecker-Filiale.    
13. ??? Opd 128 ??? ??? HZ-Service-Center.    
14. ??? Opd 131   4) ??? ??? Leerstand. JA   6
15. ??? Opd 131   4) ??? ??? Leerstand. JA   6
16. Berliner Disconto Bank Opd 131   4) ??? April 2001 Leerstand. JA JA 3
17. ??? (Fahrräder?) Opd 139a (re) ??? ??? Leerstand. JA    
18. ??? Opd 139a (li) ??? ??? Leerstand. JA JA  
Fazit:  Reichlich Leerstand. Dennoch wurden vom Bezirksamt für gleich
3 neue Einkaufszentren in Giesensdorf Baugenehmigungen erteilt !
 7)
  1)  Osd = Osdorfer Straße, Opd = Ostpreußendamm. Jeweils mit Hausnummer.
  2)  Zog in das neue Einkaufszentrum Giesensdorf am S-Bhf. Osdorfer Straße. CS-Immobilien im Schaufenster: „Immobilie sucht Nutzer!
  3)  Zog aus der Thermometer-Siedlung in diesen Neubau. Firmierte später als „Deutsche Bank (24)“. Die Bank zog am 17.4.2001 nach Lankwitz.
  4)  Ostpreußendamm 131 ist das Eckhaus an der Einmündung der Osdorfer Straße.
 
5)  Bei der Baugenehmigung hatte das Steglitzer Bauamt noch auf die ortstypische Wirkung des Gebäudes geachtet, aber später... [mehr]
  6)  Zander-Immobilien wartet auf neue Gewerbe-Mieter.
 
7)  Aber, vielleicht ist das ja auch eine Verwechselung von Ursache und Wirkung.



Bauskandal in Giesensdorf

Sachverstand der Bürger nicht gefragt / Wie Politik an den Menschen vorbeigeht / Soziale Folgen des Discounter-Wildwuchses nicht bedacht

Hinweis auf:
khd-Page – Nr. 364, Berlin, 15. September 2004 (News). [Zum Original-Artikel]

BERLIN-LICHTERFELDE – 15.9.2004 (khd/pep). „Ostpreußendamm 60“ ist das Synonym für den Steglitzer Bauskandal, der wg. des Absaugeffekts von Geschäften erhebliche Auswirkungen auf das soziale Gefüge in Lichterfelde-Süd hat — dank Dispens-Planung. Das Grundstück Ostpreußendamm 60 in Giesensdorf (Berlin-Lichterfelde) wurde von Berlins Senat 2001 für angeblich viel Geld mit „viel Ärger“ an einen Investor verscherbelt. Eigentlich sollte hier am Rande des Bäketals ein vom benachbarten Bewag- Kraftwerk beheiztes Kombi- Schwimmbad für die Lichterfelder Bürger entstehen. Dazu gab es zweimal (!) eine Beteiligung der Bürger an der Planung. Aber nun soll dort im nächsten Jahr ein 3. (sic!) Einkaufszentrum im kleinen Giesensdorf gebaut werden – von der ominösen Schwarz- Gruppe aus Neckarsulm (Kaufland, Lidl, ...).

   
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Und daß dabei die Berliner Verwaltungen geschickt die an sich nach dem Bundesbaugesetz erforderliche Bürgerbeteiligung (§ 2a BBauG bzw. § 3 BauGB) vermied, ist der eigentliche Skandal. Dazu stellte man 1997 das laufende Bebauungsplanverfahren XII-254 einfach ein und begann kein neues. Damit fiel das Areal planungsrechtlich auf einen uralten – noch ohne Bürgerbeteiligung zustande gekommenen – West-Berliner Baunutzungsplan von 1960 (sic!) zurück, der auch ein großflächiges Einkaufszentrum zuläßt. Dadurch wurde den Bürgern das im Gesetz seit 1976 verbriefte Mitsprache- und Klagerecht schlichtweg abgeschnitten. Das ist Politik live am Beginn des 21. Jahrhunderts!   [Zum Artikel]

1.8.2005 (pep). Anfang Juli 2005 wurde mit der Einrichtung der Baustelle am Ostpreußendamm 60 begonnen. Offensichtlich sind nun Baugenehmigung und Finanzierung für dieses Projekt gesichert. Gleichzeitig wurde das Gerücht laut, daß der Supermarkt von KAISER's an der Osdorfer Straße 98 dicht machen würde sobald der Discounter Kaufland eröffnet. Damit wäre dann die Thermometer- Siedlung und die Woltmann- Siedlung ohne wohnortnahe Lebensmittelversorgung, so daß die Spatzen bereits pfeifen: „Und schuld daran ist nur die SPD...“. [Fotos vom Bau]



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      Zum Teil 6

    © 2004-2007 – Dipl.-Ing. Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 16.12.2007 16.55 Uhr