LICHTERFELDE-SÜD ab 9.1.2006 (pep). Das gesamte Projekt setzte zusammen mit der
PLUS- Großfiliale gegenüber ganz
offensichtlich auf den schnellen Autofahrer, der aus Teltow und Umgebung in Brandenburg
‚anreist‘, was auch Verkehrsprobleme hervorrufen wird. Für die örtliche Versorgung
wird der ‚Kaufland- Tempel‘ nicht gebraucht. Aber die sozialen Folgen für Giesensdorf,
die Thermometer- Siedlung und die Woltmann- Siedlung sind fatal wg. des weiteren Zusammenbruchs des
dortigen Rest-Einzelhandels und damit der Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs für
rund 10.000 Menschen. Hinzukommt, daß sich die
eigennützige Cerberus-GSW in
fast 4 Jahren als absolut unfähig erwiesen hat, dem Ladensterben in ihren Siedlungen wirksam zu
begegnen zum Beispiel durch Null- oder sogar negativen Gewerbe-Mieten.
Denn in Lichterfelde- Süd wurde inzwischen das Gerücht laut, daß der Supermarkt von
KAISER's an der Osdorfer Straße 98 von der GSW extra gebaut in den 1980er- Jahren im Rahmen
der Sanierung des Gebietes nach dem Städtebauförderungsgesetz dichtmachen würde,
sobald der Discounter Kaufland sich etabliert habe. Damit wäre dann die
Thermometer- Siedlung und die
Woltmann- Siedlung ohne wohnortnahe
Lebensmittelversorgung. Denn der ‚Türken- Laden‘ (unterm Dach der REWE) an der
Ecke Osdorfer Straße /
Celsiusstraße bot kein ausreichendes Sortiment an Waren und ist vermutlich auch deswegen
inzwischen aufgegeben worden. Der unglaubliche Schildbürger-Streich von Landes- und Bezirks-
Politikern wäre mit einem Schließen von KAISER's perfekt. Sie haben mit ihrem Handeln ganz
sicher nicht dem Gemeinwohl gedient, sondern nur die Partikularinteressen der Lobbyisten bedient.
Und die amtlichen Planer, Genehmigungsbeamte und Politiker haben damit der
Ghettoisierung von Lichterfelde- Süd Vorschub geleistet. Sie
werden es alle sehr teuer bezahlen müssen, wie bereits anderenorts in Berlin der
Offenbarungseid Rütli-Schule usw. zeigt. So
wundert es auch nicht, daß der Volksmund vor Ort insbesondere angesichts des massiven
Dummschwatzes der in den letzten Jahren verbreitet wurde sehr genau weiß: Die
Politik hat die Thermometer-Siedlung längst abgeschrieben. [Stichworte: soziale
Entmischung, Ladensterben, sozialer Brennpunkt, mangelhafte Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendgewalt,
Polizei-Revier geklaut, Buslinien durch die Siedlung geklaut, Arbeitsplätze verhindert,
Grünanlage verweigert, kein Lärmschutz bei Anhalter Bahn, kein Bücherbus mehr,
keine Post-Filiale, ...]
Sonst hätten sie in den letzten Jahren sehr energisch gegengesteuert und beispielsweise die
Thermometer- und Woltmann-Siedlung (inklusive der zugehörigen Gewerbeteile) vom Verkauf an das
Cerberus-Konsortium
ausgenommen. Kommunal verantwortlich ist für die Entwicklung auch der nunmehr aus 2 Bezirken
bestehende Verwaltungsbezirk Steglitz- Zehlendorf. Und darin gibt es außerdem noch
Zehlendorf- Süd, das ähnlich stiefmütterlich von der Politik behandelt wird. Es wird
allerhöchste Zeit, das endlich zu ändern und wieder Politik für die hier lebenden Menschen
zu machen.
| |
|
|
|
Am 30. November 2006 war dann die Eröffnung des Kaufland-Markts am Ostpreußendamm 60. Blick
auf die Front am Ostpreußendamm. Mit prächtiger Wegwerf-Architektur des beginnenden 21.
Jahrhunderts darf sich hier nun Giesensdorf präsentieren prägt das Gesicht unseres
Bezirks, wie Baustadtrat und Stadtplanungs-‚Fachmann‘
Stäglin zu sagen pflegt.
(Foto: 30.11.2006 khd-1153) |