BankGesellschaft Berlin – Die Skandal-Chronik – Teil 3 khd
Stand:  18.4.2008   (248. Ed.)  –  File: Politik/BankGesBerlin_3.html




Die Basis für die folgende Chronik des Berliner Banken- Skandals lieferte die Aufstellung "Anatomie einer Milliardenpleite", wie sie das Hamburger Manager- Magazin (MM) am 9. April 2002 publizierte. Die knappe MM- Chronologie wurde hier allerdings um neuere Erkenntnisse umfangreich ergänzt sowie um aktuelle Fakten fortgeschrieben, Links hinzugefügt und in eine Web- gerechte tabellarische Form gebracht. Alle Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. [Aktuelles]

Worum geht es eigentlich beim Berliner Banken-Skandal?

Kreuz der BGB    
Im Januar 1994 wird in Berlin von der Großen Koalition aus CDU/SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) die „BankGesellschaft Berlin“ (BGB) als Aktiengesellschaft gegründet. Sie besteht aus dem Zusammenschluß der LandesBank (LBB) mit Sparkasse, der Berliner Bank (BB) und der Berliner Hypotheken- und Pfandbriefbank – der BerlinHyp.

Nachdem Berlin Sitz der Bundesregierung geworden ist, will Berlins Landesregierung die Stadt auch zur Finanz- Metropole machen. Und sie will durch die zu erwartenden Gewinne dieser Superbank ihre immer größeren Haushaltslöcher stopfen. Dabei soll das (spekulative) Immobiliengeschäft zur besonders kräftig sprudelnden Geldquelle werden.

Nach fast 10 Jahren stellt sich aber heraus: Die BankGesellschaft ist tatsächlich zu einer sprudelnden Geldquelle geworden – für die Manager der Bank, für befreundete Politiker und Unternehmer. Und keiner der vielen Aufsichtsräte will davon je etwas bemerkt haben. Zugleich hinterläßt die BGB Verluste von voraussichtlich 20 bis 30 Mrd. Euro – vielleicht aber auch noch mehr. Diese soll die Berliner Bevölkerung bezahlen. So braucht sich die Bank in den nächsten 30 Jahren über den Schuldenberg keine Sorgen zu machen, denn Berlins Regierung hat ihr 2002 eine „Risiko- Abschirmung“ von 21,6 Mrd. Euro zugesagt...

Im Herbst 2006 trennt sich die BankGesellschaft von ihrem skandalbelasteten Namen und nennt sich nunmehr „Landesbank Berlin Holding AG“ (LBB). Im August 2007 wird diese LBB an den Deutschen Sparkassen- und Giro-Verband (DSGV) für 5,3 Mrd. Euro verkauft. Das Land Berlin bleibt auf den BGB-Altlasten und den Schrott-Immobilien sitzen.

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BankGesellschaft Berlin AG   (BEBG)
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Mit der 102. Edition wurde die Chronik am 16.2.2004 wg. des auf 152 kByte gewachsenen Umfangs auf zwei Webseiten verteilt (Teil 1: bis 2002, Teil 2: ab 2002). Ab 26.5.2005 gibt es einen Teil 3 (ab 2005). Mit * sind meist externe, weiterführende Links angegeben. Für den Inhalt von externen Webseiten (Links) wird keine Verantwortung übernommen. Lücken in den Tabellen beruhen meist darauf, daß die entsprechenden Fakten bislang nicht recherchierbar waren. (xxx = Text folgt demnächst).

I n d e x :  
| Vor 1990 |
| 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 |
| 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 |     | 2025 |
| Anmerkungen |
    [ Manager des BGB-Konzerns ]
[ Berlin zahlte an den BGB-Konzern ]
[ Wirtschaftsprüfer des BGB-Konzerns ]
[ Kritische Immobilien-Fonds der BGB ]




Chronik des Berliner Banken-Skandals
 
Wie uns skrupellose Politiker, Bankmanager und Wirtschaftsprüfer eine Milliardenpleite bescherten
und damit eine Weltstadt total ruinierten.

Recherchiert im Internet und zusammengestellt
von
Karl-Heinz Dittberner – Berlin


2005

Januar/Februar 2005: In öffentlichen Finanz-Foren wie Wallstreet-online (Thread-Nr.: 815054) und Webseiten wie Fondszeichner.de und ZZZLBB.de tauschen vor allem getäuschte Anleger der IBV- bzw. LBB- Immobilienfonds Informationen und Erfahrungen aus.


7. Februar 2005: Die LBB-Chefs Jochem Zeelen und Ulf-Wilhelm Decken werden wg. Bilanzfälschung zu Geldstrafen verurteilt. Sie kündigen dagegen Rechtsmittel an, womit sich der Bundesgerichtshof befassen muß. Dieser verwarf die Revision im März 2006 als unbegründet.
22. März 2005: Ex-BerlinHyp-Chef Klaus Landowsky muß endgültig keinen Schadensersatz wg. seiner Fehlentscheidungen als Manager bezahlen. Das entschied heute das Berliner Kammergericht. Geklagt hatte die BerlinHyp.
25. April 2005: Nach einem Bericht des Tagesspiegel gibt es jetzt reichlich Kaufinteressenten für die Bankgesellschaft Berlin und deren Sparkasse. So sollen interessiert sein: Commerzbank, Deutsche Bank, WestLB, Landesbank Baden- Württemberg sowie die „Heuschrecken“ BGB Capital Partners (Flowers und Bonderman) und Lone Star.
10. Mai 2005: Eine Einigung zwischen den Immobilienfonds- Anlegern der Bankgesellschaft und dem Geldinstitut auf eine vorzeitige Beendigung der Fonds kommt nicht zustande. Die Vorstellungen über die Höhe der Entschädigung liegen weit auseinander. Die Vertreter der Fondseigner haben eine Entschädigung von rund 2,33 Milliarden Euro vorgeschlagen. Außerdem sollte das Land die Anwaltskosten übernehmen. Die Bankseite bot nur 1,8 Milliarden Euro. *
19. Mai 2005: Die WestLB übernimmt den größten Teil (Privatkundenbereich) der Weberbank. Damit ist ein erster Teil der BGB veräußert. Bis September 2005 soll der von der EU erzwungene Verkauf abgewickelt werden.
25. Mai 2005: Die BankGesellschaft verplempert schon wieder Geld. Nach einem Bericht des RBB- Magazins „Klartext“ hat die BGB mindestens 150 Bankmitarbeitern branchenunübliche „Halteprämien“ gezahlt. Die nicht im Geschäftsbericht ausgewiesenen Zusatzvergütungen hätten sich 2004 auf rund 20 Mio. Euro belaufen.
7. Juni 2005: Berlins Senat beschließt die Risikovorsorge für die problematischen Immobiliengeschäfte der BGB (jährlich 300 Mio. Euro) wird für 2006 auf 75 Mio. Euro gekürzt und ab 2007 aus dem Haushalt gestrichen. Stattdessen soll aus dem zu erwartenden Verkaufserlös für die noch überwiegend landeseigene BGB ein „Sondervermögen“ gebildet werden. Daraus sollen dann künftig die Risikovorsorge und der Rückkauf von Fonds-Anteilen finanziert werden. Ende 2005 will der Senat den unzufriedenen Zeichnern der BGB/LBB-Fonds ein entsprechendes Angebot machen. Für 2007 wird entsprechend den Vorgaben der EU vom Februar 2004 der Verkauf der BankGesellschaft Berlin (BGB) erwartet.
13. Juni 2005: Um für das Land Berlin das übernommene Finanzrisiko zu verringern, will der Senat von Berlin etwa 60.000 Zeichnern von 15 BGB-Fonds anbieten, ihre Anteile ab Herbst 2005 zurückzukaufen. Dabei sollen den Anlegern durchschnittlich 72 % ihres eingesetzten Kapitals, inklusive einer 5-prozentigen Verzinsung, zurückerstattet werden. Die Steuerabschreibungen, von denen die Zeichner profitierten, werden dabei angerechnet. Die 15 Fonds werden bei der Höhe der Abfindung unterschiedlich bewertet. Die Quoten liegen bei 52 bis 80 % des verzinsten Eigenkapitals. Im September 2005 sollen die Fondszeichner informiert werden. *
14. Juni 2005: Die Bürgerinitiative Banken-Skandal lehnt jegliches Angebot durch den Senat an die Anleger der geschlossenen Immobilien- Fonds ab. Auch für die organisierten Fonds- Anleger (AAA) ist das Abfindungsangebot des Senats – wenn auch aus anderen Gründen – „inakzeptabel“. Es wird eine Prozeßlawine erwartet.
19. Juni 2005: Die Berliner SPD hat am Wochenende ihre Direktkandidaten in zahlreichen Wahlkreisen zur evtl. Bundestagswahl im Herbst 2005 nominiert. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Bauherr der BGB, Ditmar Staffelt (SPD), tritt erneut im Bezirk Neukölln an. Dort geht auch der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Bauherr der BGB ins Rennen. Einmal mehr wird deutlich, daß die Parteien nicht sensibel bei der Auswahl ihrer Kandidaten sind. * *
13. Juli 2005: Ein New Yorker Gericht verurteilt den Ex-Chef von WorldCom Inc., den 63-jährigen Bernard Ebbers, wegen Bilanzbetrugs in Höhe von 11 Mrd. US-Dollar zu 25 Jahre Haft. Der WorldCom- Skandal hatte vor 3 Jahren ein Erdbeben in der Finanzwelt ausgelöst. Im Juni 2002 mußte der Konzern einräumen, über eineinhalb Jahre hinweg 3,85 Milliarden Dollar an Ausgaben für gemietete Telefonleitungen als Investitionen statt als laufende Kosten verbucht zu haben. Daraufhin stürzte die Aktie um mehr als 90 % ab. Anleger verloren Milliarden und 20.000 Beschäftigte ihre Jobs. Ähnliche hohe Strafen haben BGB- Manager oder ihre hilfreichen Politiker nicht zu erwarten, da Bilanzfälschung hierzulande noch immer als ein Kavaliersdelikt gilt. *
25. Juli 2005: Berlins Senat will 2006 einen 2-Milliarden-Euro-Kredit aufnehmen, um die Fonds der Bankgesellschaft zurückzukaufen. Diese „Zwischenfinanzierung“ sei notwendig, weil der landeseigene Bankenkonzern erst 2007 verkauft wird, geht aus dem Entwurf für das neue Haushaltsgesetz 2006/07 hervor. Mit dieser Aktion könnte der Senat die Finanzrisiken aus den zweifelhaften Immobiliengeschäften der BankGesellschaft in den 90er Jahren dramatisch verringern. Ob die Fonds- Zeichner mitmachen, ist aber unklar. *
27. Juli 2005: Während sich sein Freund Landowsky auf die Anklagebank in Moabit vorbereitet, plant der 63-jährige Ex-Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) sein politisches Comeback als Bundestagsabgeordneter in den vorgezogenen Bundestagswahlen. Der Skandal um die Bankgesellschaft, der Diepgen im Juni 2001 das Amt gekostet hatte, „macht in Summe nur 2 Milliarden Euro aus“, sagte Diepgen heute auf einer Pressekonferenz. Die Affäre um riskante Immobiliengeschäfte sei in der Öffentlichkeit überbewertet worden *. [Ed: Diepgen erhielt von den Berlinern bei der Wahl am 18.9.2005 kein Mandat für den Bundestag].
29. Juli 2005: Berlins größter Wirtschaftsprozeß gegen Landowsky & Co. (13 weitere Ex-Bankmanager) beginnt vor dem Landgericht Berlin. Terminiert ist der Prozeß zunächst bis Mitte Februar 2006. Die Anklageschrift zum Verdacht der Untreue im besonders schweren Fall umfaßt 750 Seiten. Alle Angeklagten rechnen mit einem Freispruch.
3. August 2005: Der Landowsky & Co-Prozeß könnte platzen, bevor er recht begonnen hat. Denn es stellt sich heraus, daß im letzten Jahr seitens der Berliner Justizbehörden gezielt darauf hingearbeitet worden ist, die eigentlich für die Verhandlung zuständige managerfreundliche 19. Strafkammer zu umgehen. Der Prozeß läuft jetzt vor der von Richter Joseph Hoch geführten 36. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Berlin. *  *
29. August 2005: Berlin hat einen neuen Banken-Skandal. Das meldet heute der Tagesspiegel. Betroffen ist diesmal die Allgemeine Hypotheken-Bank (AHB) mit Sitz in Frankfurt am Main, die heute als Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) firmiert und die zu 50 % den Gewerkschaften sowie dem BHW zu 39,8 % gehört. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren AHB-Vorsitzenden, zwei weiteren Ex-Vorständen sowie deren Niederlassungsleiter in Berlin Untreue und Betrug bei der Vergabe von Krediten vor. Dem Unternehmer, der von den umstrittenen Manövern in den 90er Jahren profitiert haben soll, wird außerdem Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben vorgeworfen. Das Landgericht Berlin hat jetzt das Hauptverfahren eröffnet, so Justizsprecherin Michaela Blume. *
1. September 2005: Die Risiken aus den Immobiliengeschäften der BGB sind offenbar größer als bislang angenommen. Das geht aus einem vertraulichen Papier der Finanzverwaltung hervor, über das heute der Tagesspiegel berichtet. Bei optimistischer Schätzung wird das Land Berlin mit 4,85 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Es können aber auch 7,26 Milliarden Euro werden, die in den nächsten 25 Jahren aus dem öffentlichen Haushalt gezahlt werden müssen. *
29. September 2005: Nach wochenlangen Beratungen im Vermögensausschuß hat heute das Berliner Abgeordnetenhaus den vom rot-roten Senat im Juni vorgeschlagenen Rückkauf von BGB-Fondsanteilen beschlossen. Dafür stimmten die SPD, Linke.PDS und CDU. Dagegen waren die Grünen, denen das Senats- Angebot an die Immobilienfonds-Eigner zu üppig ausgefallen ist. Die FDP konnte sich nicht entscheiden und enthielt sich. Berlin muß für die Transaktion, die im Frühjahr 2006 beginnen soll, zunächst 2 Mrd. Euro Kredit aufnehmen. Diese Schulden sollen dann 2008 aus dem Verkaufserlös der sanierten BGB refinanziert werden. Die Fonds-Zeichner sollen Ende Oktober das Angebot zum Rückkauf der Fondsanteile erhalten. *
24. Oktober 2005: Nach 54 Verhandlungstagen ist heute ein weiteres Urteil im Berliner Bankenskandal ergangen: Das ehemalige Vorstandsmitglied der Landesbank Berlin (LBB), Jochem Zeelen, wurde wegen „fremdnütziger Untreue“ im Zusammenhang mit der Rückabwicklung des Promi-Fonds GEHAG-12 zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 220 Euro (= 52.800 Euro) verurteilt. Das Landgericht Berlin machte den 64-Jährigen für einen Schaden für die LBB von 49.000 Euro mitverantwortlich. Die Anklage hatte eine einjährige Bewährungsstrafe beantragt. *
26. Oktober 2005: Vor dem Berliner Landesverfassungs-Gerichtshof findet die mündliche Verhandlung zur Nichtzulassung des Volksbegehrens durch den Berliner Senat statt. Die Verkündung des Urteils erfolgt am 22.11.2005 um 15 Uhr.
11. November 2005: Die BankGesellschaft Berlin (BGB) hat die Berliner Bank (BB) zum Verkauf ausgeschrieben. Interessenten können bis zum 9.12.2005 ihre Gebote einreichen. Eine Entscheidung über den Käufer wird bis zum Herbst 2006 erwartet.
14. November 2005: Bei der BankGesellschaft Berlin (BGB) ist nach 4 Jahren die Sanierung abgeschlossen. Die BGB hat in den ersten 9 Monaten besser verdient als gedacht. Für das gesamte Jahr 2005 wird jetzt ein Plus von 200 Mio. Euro erwartet (Vorjahr 107 Mio. Euro). *
16. November 2005: Im Strafprozeß vor dem Landgericht Berlin gegen Klaus Landowsky und weitere Ex-Manager der BGB wg. der unzureichend gesicherter Kredite an die Immobilienfirma Aubis ist nach 15 Verhandlungstagen Halbzeit. *
22. November 2005: Der Berliner Landesverfassungs-Gerichtshof hat entschieden, daß es zum Banken-Skandal kein Volksbegehren geben wird. Die Klage der Bürgerinitiative wurde abgewiesen, da das beabsichtigte Begehren in den Landeshaushalt eingreifen würde. Berlins Senat begrüßte die Entscheidung. Für die Bürgerinitiative ist das Urteil „verheerend für die politische und demokratische Kultur Berlins“.
28. November 2005: Der Abschlussbericht des parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Bankenskandal wird erst Anfang 2006 vorgelegt. Dies teilte jetzt der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Frank Zimmermann (SPD) mit. Denn mit der BankGesellschaft gebe es noch Streit um Material, das in den Bericht einfließen soll.
November 2005: Von der BGB wird den rund 47.000 Zeichnern der 15 wichtigsten Immobilienfonds – entsprechend den Senatsvorgaben – ein Angebot gemacht, ihre Anteile an die Bank zurückzuverkaufen.
6. Dezember 2005: Das Land Berlin hat jetzt wg. der miserablen Erfahrungen im Zusammenhang mit der millionenschweren Pleite des Tempodroms mit dem privaten Wirtschaftsprüfer PriceWaterhouseCoopers (PWC) sein gesamtes Bürgschaftsverfahren geändert. Vom 1. Januar 2006 an wird zunächst die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB) alle Bürgschaftsanträge begutachten. Am weiteren Verfahren wird auch das Abgeordnetenhaus von Berlin (Parlament) beteiligt. Die IBB war 2004 aus der Landesbank Berlin gelöst worden und agiert seither als selbstständige Investitionsbank. *
7. Dezember 2005: Nach Agentur-Infos (rtr) interessiert sich 2 1/2 Jahr nach dem gescheiterten Kauf der BankGesellschaft Berlin (BGB) der US-Finanzinvestor Christopher Flowers erneut für Teile des BGB-Konzerns. Über die niederländische Bank NIB Capital will sich Flowers am Bieterwettbewerb beteiligen.
8. Dezember 2005: Durch einen Bericht des Tagesspiegel wird bekannt, daß auch der Spiritus rector des riesigen Fonds- Falschspiels, Dr. Manfred Schoeps, finanziell ungeschoren aus dem Banken-Skandal hervorgehen wird. Immerhin war Schoeps „der Motor und das Hirn“ hinter allen Immobilien- Fonds der BGB. Aufgrund eines gerichtlichen Vergleichs wird er sogar noch (bzw. seine Firma GBI) mit einer BGB-Zahlung von 3,5 Millionen Euro ‚belohnt‘. Der Ex-Chef der skandalösen Immobilien- und Fonds- Gesellschaften der BGB muß nicht länger befürchten, in Klageverfahren von der BGB belangt zu werden. Berlins Ex-Justizsenator Wolfgang Wieland (Grüne) kommentierte: Mit dem gerichtlichen Vergleich zeige sich erneut, daß die „für das Desaster Verantwortlichen offenbar nicht persönlich zur Rechenschaft gezogen werden sollen“ [Ed: hm, aber wer hat das so (in welchem Deal wann) bestimmt...]. *
9. Dezember 2005: Die Bieterfrist für den Verkauf der Berliner Bank (BB) läuft ab.
Ende Dezember 2005: Die Ermittlungen der Sonderermittlungsgruppe Banken-Skandal der Berliner Staatsanwaltschaft sind abgeschlossen. Die Gruppe mit 11 Staatsanwälten wird Ende 2005 aufgelöst. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft 147 Verfahren zum Bankenskandal eingeleitet, wovon 132 wieder eingestellt wurden. In 15 Komplexen wurde Anklage erhoben. In davon 7 Fällen kam es bisher zu Prozessen. Es gibt 3 rechtskräftige Urteile, darunter eines gegen den früheren Aubis-Manager Klaus Wienhold, der wegen Betruges an Mietern 50.000 Euro Strafe zahlen mußte. Noch nicht rechtskräftig sind dagegen die Urteile (hohe Geldstrafen wg. wegen unvollständiger Bilanzen oder Untreue) gegen die ehemaligen Top-Manager Ulf Decken und Jochem Zeelen. *
Ende 2005: Das Land Berlin erreicht mit rund 58.600.000.000 Euro = 58,6 Mrd. Euro einen neuen Rekordstand der Verschuldung. Im Jahr 2005 wurden xx,x Mrd. Euro an Zinszahlungen fällig. *

2006


13. Januar 2006: Die Frist endet, innerhalb der Bewerber für die noch zur BGB gehörenden Berliner Bank ein konkretes Angebot abgeben mußten. Aus Marktkreisen heißt es, daß die Commerzbank, die HSH Nordbank, die Mittelbrandenburgische Sparkasse (Potsdam) und wohl auch die UniCredit bzw. ihre HypoVereinsbank (HVB) ein Gebot abgegeben haben. Die Postbank hat sich dagegen nach eigenen Angaben zurückgezogen. Die Gebote sollen zwischen 300 und 400 Millionen Euro liegen. In den BGB-Büchern steht die Berliner Bank mit einem Wert von 1 Euro.
Mitte Januar 2006: Das Rückkauf-Angebot von Immobilienfonds-Anteilen wurde bislang von rund 4.800 Anlegern akzeptiert, was etwa 10 % sind. Das Volumen beträgt rund 175 Mio. Euro. Diese Anleger hätten bereits Rechtssicherheit und das Land die Risiken mit den Miet- und Gewinngarantien minimiert, heißt es in der Finanzverwaltung des Senats. Insgesamt geht es um ein Volumen von 2 Mrd. Euro. *
19. Januar 2006: Es wird bekannt, daß das Land Berlin im Jahr 2004 nur 46 Mio. Euro zur Absicherung der Immobilien- Risiken ausgeben mußte – gerechnet worden war mit 150 Mio. Euro *. [Abschätzung der bisherigen Aufwendungen]
1. Februar 2006: Die Privatisierung der Berliner Bank geht in die heiße Phase. Von den 22 Interessenten für die Berliner Bank werden jetzt 2/3 gestrichen und eine Shortlist mit höchstens 7 Namen erstellt. Von diesen muß dann ein verbindliches Angebot bis Ende April abgegeben werden. Der Verkauf dieses BGB-Teils muß bis Ende 2006 erfolgt sein.
7. Februar 2006: Bei der Abwicklung der "Rundum-sorglos-Fonds" der BGB scheint sich das Abfindungsangebot des Senats allmählich durchzusetzen. Die Verwaltungsräte von 13 der 15 wichtigsten Fonds haben tausenden Anlegern jetzt brieflich empfohlen, die Offerte anzunehmen und sich die Fondsanteile auszahlen zu lassen. Voraussetzung dafür ist aber der Verzicht auf Einklagung der einst versprochenen Höchstgarantien bis Ende März 2006. Der Berliner Senat hat auf Initiative von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) für den Rückkauf 1,8 Milliarden Euro bereitgestellt, die später durch den BGB-Verkauf abgedeckt werden sollen. *
8. Februar 2006: Die BGB hat im Jahr 2005 einen Gewinn vor Steuern von rund 250 Mio. Euro erzielt, was eine gute Ausgangsposition für die anstehende Privatisierung sei, heißt es. Diese muß entsprechend den EU-Auflagen wg. der Milliardenhilfen des Landes Berlin bis Ende 2007 abgeschlossen sein. * [BGB-Ergebnisse seit 1999]
15. Februar 2006: Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Berliner Bezirks Steglitz- Zehlendorf beschließt auf Antrag der SPD, die Ausstellung „Der Bankenskandal und die Jahrhundertschuldenflut Berlins“ der Initiative Bankenskandal wird demnächst auch im Rathaus von Zehlendorf gezeigt. Die CDU enthielt sich der Stimme.
3. März 2006: Bereits von 11.270 Anlegern (von rund 50.000) der umstrittenen geschlossenen BGB- Immobilienfonds konnte Berlins Senat die Anteile zurückkaufen. Damit wurden bis zum 3.3.2006 Verträge mit einem Zeichnungskapital von 495 Mio. Euro rückabgewickelt. „Die Aktion läuft gut“, sagte der Sprecher der Finanzverwaltung dem Berliner Tagesspiegel. Der Rückkauf erfolgt, um die finanziellen Risiken des Berliner Bankenskandals für den Landeshaushalt niedrig zu halten. *
16. März 2006: Das Straf-Verfahren gegen den Aubis-Manager Klaus Wienhold ist jetzt abgetrennt und eingestellt worden, da der 56-Jährige auf absehbare Zeit nicht verhandlungsfähig sein werde. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm, mit seinem Partner Christian Neuling und 2 weiteren Angeklagten vor, Fernwärme- Abrechnungen für Plattenbau- Wohnungen in Leipzig manipuliert zu haben. Der Prozeß begann im Frühjahr 2004.
17. März 2006: Das Urteil zur Bilanzfälschung der Ex-Vorstände der Landesbank Berlin (LBB), Ulf-Wilhelm Decken und Jochem Zeelen, ist rechtskräftig geworden. Der Bundesgerichtshof hat die Revisionen als ungerechtfertigt verworfen. Decken und Zeelen müssen die am 7.2.2005 verhängten Geldstrafen in Höhe von 90.000 Euro beziehungsweise 59.400 Euro zahlen. Sie hatten in den Jahresabschlüssen 1997 bis 1999 Haftungsrisiken über 7,7 Milliarden Euro aus Freistellungen für persönlich haftende Gesellschafter von Immobilienfonds und der Tochter Weberbank in den Bilanzen der Landesbank bewußt verheimlicht. *
28. März 2006: Berlins Senat konnte inzwischen via BGB die Anteile von 13.500 Anlegern (von rund 53.000) der umstrittenen geschlossenen BGB- Immobilienfonds zurückkaufen. Damit wurden bislang Verträge mit einem Zeichnungskapital von 610 Mio. Euro rückabgewickelt. Ein (kleiner) Teil von Fonds- Zeichnern besteht aber auf den einst gegebenen Zusagen und hofft auf eine positive Gerichtsentscheidung, die von Experten als eher unwahrscheinlich gehalten wird.
3. April 2006: In Buchhandlungen ist das Buch „Invasion der Heuschrecken“ des Ex-Chefs der Deutschen Börse, Werner G. Seifert, erhältlich. Der Autor berichtet darin vom für die deutsche Volkswirtschaft unheilvollen Wirken ausländischer Hedge- Fonds. Solche schicken sich auch an, demnächst die Teile der BGB zu erobern.
18. April 2006: Die Börsen-Zeitung berichtet, daß es beim Senat von Berlin Überlegungen gibt, neben dem geplanten Privatisierungs- Bieterverfahren auch einen direkten Verkauf der BGB-Anteile des Landes über die Börse ins Auge zu fassen. Dies könnte über ein ‚Secondary Placement‘ geschehen, mit dem durchaus ein besseres Ergebnis als im Bieterverfahren vorstellbar ist. „Wir machen auf jeden Fall das Bieterverfahren. Wir sind hier in der Vorbereitung“, sagte heute ein Sprecher von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Ob es Alternativen wie den Verkauf der landeseigenen Anteile von rund 81 Prozent über die Börse geben werde, sei noch nicht entschieden. „Das wird geprüft werden.“ Bis Ende 2007 muß sich Berlin von seinen Anteilen an der BankGesellschaft Berlin getrennt haben.
26. April 2006: Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe findet die mündliche Verhandlung zur Klage Berlins gegen den Bund und die Länder wg. des Haushaltsnotstandes in der Hauptstadt statt. Das Urteil wird im Herbst erwartet.
27. April 2006: Woran keiner mehr so recht glauben mochte, trat heute doch noch ein. Nach Informationen des Info-Radios Berlin hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen mehrere Ex-Manager des BGB- Konzerns wg. Untreue in einem besonders schweren Fall erhoben. Dabei geht es um den Kern des BGB- Skandals – den mit üppigen Garantien ausgestatteten ‚Rund-um-sorglos‘- Immobilien-Fonds (u. a. IBV Deutschland 1). Die Anklagen sind den Beschuldigten – darunter Dr. Wolfgang Rupf (Ex-BGB-Chef), Klaus-Rüdiger Landowsky (Ex-BerlinHyp-Chef) und Dr. Manfred Schoeps (Erfinder dieser BGB- Immobilien-Fonds) – bereits zugestellt worden. Nach Eingang der Einlassungen wird das Berliner Landgericht über die Aufnahme des Hauptverfahrens entscheiden. *
5. Mai 2006: Während die juristische BGB-Aufarbeitung andauert, gilt die politische Aufklärung einer der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte als beendet. Der Untersuchungsausschuß BankGesellschaft im Berliner Abgeordnetenhaus hat heute den Abschlußbericht verabschiedet. Der Bericht wurde mit den Stimmen von SPD, Linkspartei/PDS, Grünen und FDP verabschiedet. Die CDU enthielt sich. Im Juni 2006 soll der Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt und im Parlament diskutiert werden. Weite Bereiche konnten nur sehr oberflächlich untersucht werden, weil u. a. der Ausschuß viele Bankunterlagen nicht einsehen konnte. *
Mai 2006: Nach Klaus Wienhold ist nun auch der Mitangeklagte Christian Neuling nicht mehr verhandlungsfähig. Damit ist der Aubis-Prozeß quasi geplatzt. Denn es ist ungewiß, ob der Betrugs-Prozeß noch einmal von vorne aufgerollt werden kann. Bekannt wurde das alles erst im August 2006.
31. Mai 2006: Die BankGesellschaft Berlin (BGB) teilte mit, daß sie noch in diesem Jahr ihren befleckten Namen sowie das Kreuz-Symbol ablegen werde. Die BGB soll künftig „LandesBank Berlin Holding AG“ (LBB) heißen. Diese Holding soll selbst keine Bankgeschäfte mehr tätigen. BGB-Chef Hans-Jörg Vetter begründete es damit, daß „das Thema BankGesellschaft die Leute in und um Berlin zu Freudenstürmen hinreißt“. Kritiker sagen aber, daß solche ‚Tünche‘ im Internet- Zeitalter nicht weit trägt. Denn im großen Internet-Archiv (USA) seien ja sowieso alle BGB-Verfehlungen längst digital fein säuberlich für die Ewigkeit archiviert und für jedermann jederzeit nachlesbar.
1. Juni 2006: Die aufgehübschte Berliner Bank soll bis soll bis August 2006 verkauft sein. Die BGB rechnet mit einem Erlös von mindesten 400 Mio. Euro. Verhandelt wird derzeit nur noch mit der Deutschen Bank und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.
2. Juni 2006: Das Abgeordnetenhaus von Berlin publiziert den Abschlußbericht des Untersuchungsausschusses zum Skandal um die BankGesellschaft Berlin (BGB). In dem 900-seitigen Bericht (Ds. 15/4900) wird der Skandal rekonstruiert. Eine Schadensbilanz legt der Ausschuß aber nicht vor. Diese Chronik ist damit aber noch längst nicht abgeschlossen. [Download-Infos] [Kommentar]
3. Juni 2006: Der Berliner Tagesspiegel titelt seine Zusammenfassung des BGB-Skandals mit: „Missmanagement, politisches Versagen und Größenwahn“. [mehr]
4. Juni 2006: Aus dem Abschlußbericht wird auch deutlich, daß die vielen BGB-Fondszeichner kein Mitleid verdienen, denn sie sind nur auf ein Schneeballsystem hereingefallen – allerdings wurde dieses – und das ist neu – von einer halbstaatlichen Institution veranstaltet. Bislang sahnten mit solchen ‚Spielen‘ eigentlich nur kriminell agierende Betrüger bei nicht den Durchblick-Habenden ab.
20. Juni 2006: Die Würfel sind gefallen. Die Berliner Bank geht komplett an die Deutsche Bank AG, die dafür rund 680 Millionen Euro bezahlen wird. Der Name bleibt erhalten. Die Deutsche Bank darf sich damit nicht mehr am Kauf der BGB beteiligen.
7. Juli 2006: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) ist offensichtlich fest entschlossen, die restliche BGB samt Berliner Sparkasse zu kaufen. In der Berliner Morgenpost heißt es heute: „Berlin strebt klar an, die Bezeichnung Sparkasse mit zu verkaufen, in der Hoffnung, daß damit mehr zu erlösen ist“, sagte Sparkassen- Präsident Heinrich Haasis. „Wir wollen uns die wichtigste deutsche Marke aber nicht zerstören lassen.“ Bei der Auswahl des Käufers stünden letztlich aber wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. „Wir wären für Berlin ein guter Partner und ein Garant dafür, daß die Sparkasse flächendeckend erhalten bleibt.“ Die rund 460 Sparkassen in Deutschland könnten die Finanzierung schultern. Im September beginnt das Bieterverfahren um die BGB-Landesanteile Berlins. *
14. Juli 2006: Auf der BGB-Hauptversammlung werden die Weichen für eine erneute Umstrukturierung des Konzerns gestellt. „Wir sind jetzt bereit, ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Bank aufzuschlagen“, sagte BGB-Chef Hans-Jörg Vetter den Aktionären. *
29. Juli 2006: Seit einem Jahr sitzen nun 13 frühere BGB-Manager wegen Untreue auf der Anklagebank. Aber Landowsky & Co sind sich weiterhin keiner Schuld bewußt. Wirklich Neues hat der vermutlich größte Wirtschaftsprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte bislang nicht zutage gebracht. Im Spätherbst wird mit einem Urteil gerechnet. *
7. August 2006: In der Berliner Morgenpost erklärt Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), daß sich Berlin beim BGB-Verkauf neben dem Direktverkauf an einen Investor auch die Möglichkeit eines Verkaufs der Anteile über die Börse offenhält. Den derzeitigen Wert der BGB schätzte er mit mindestens 4 Mrd. Euro ab. Der BGB-Verkauf werde, wie von Brüssel gefordert, bis Ende 2007 abgeschlossen sein. *
24. September 2006: Der gesundheitlich angeschlagene Dr. Christian Neuling (63) – eine der Schlüsselfiguren des Banken- Skandals – läuft den Berlin Marathon mit, den er sogar in knapp 4 1/2 Stunden absolviert. Bekannt wird das Ende Oktober 2006. Erst im Mai 2006 war Neuling Verhandlungsunfähigkeit attestiert worden, womit der Aubis-Strafprozeß geplatzt war.
19. Oktober 2006: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verkündet das Urteil zur Klage Berlins gegen den Bund und die Länder wg. des Haushaltsnotstandes. Einstimmig wird die Klage Berlins auf Finanzhilfen abgewiesen, womit Berlin jetzt Klarheit hat. Berlin muß allein mit seinen von der Politik in den 90er-Jahren verursachten Schulden fertig werden. [mehr]
??? 2006: Die gesamte BankGesellschaft Berlin (BGB) heißt nun LandesBank Berlin (LBB). Eine weitere Namensänderung wird nach dem Kauf des Banken-Konzerns durch den neuen Investor erwartet.
Ende 2006: Das Land Berlin erreicht mit rund 60.000.000.000 Euro = 60,0 Mrd. Euro einen neuen Rekordstand der Verschuldung. Im Jahr 2006 wurden xx,x Mrd. Euro an Zinszahlungen fällig. *

2007

16. Januar 2007: Nach Mitteilung des Berliner Senats wird das Rückkauf-Angebot für Anteile der umstrittenen Immobilien- Fonds der Landesbank Berlin (früher BankGesellschaft Berlin) immer stärker angenommen. Inzwischen habe rund die Hälfte aller Fonds-Zeichner Angebote für Kauf- oder Darlehensverträge akzeptiert.
Mitte März 2007: Für den Kauf der LBB (bis 2006 BGB) haben 9 Bieter unverbindliche Angebote bei der vom Berliner Senat beauftragten Investmentbank UBS abgegeben. Es wird erwartet, daß diese Zahl im nächsten Schritt bis zum 16. April auf 6 Bieter reduziert wird. Das Land Berlin muß nach EU-Auflagen die LBB bis Ende 2007 komplett verkauft haben.
21. März 2007: Nach 20 Monaten Verhandlung werden vom Landgericht Berlin im BGB-Schlüsselstrafprozeß die Urteile gesprochen. Ex-BerlinHyp-Chef Landowsky wird wg. Untreue zu einer 16-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt, 4 weitere der 13 angeklagten Bankmanager erhalten ebenfalls Bewährungsstrafen zwischen 12 und 16 Monaten. Die übrigen 8 Angeklagte werden freigesprochen. Landowskys Anwalt kündigt Revision beim Bundesgerichtshof an. Zwei weitere Strafverfahren sind nun noch offen.
20. April 2007: Berlins Senat kündigt an, daß er im Juni entscheiden wird, ob er die LBB an einen der verbliebenen Bieter verkauft oder komplett an die Börse bringt. Entscheidend dafür wird vor allem sein, mit welcher Methode mehr Geld in die öffentliche Kasse kommt.
8. Mai 2007: Aufgrund von Informationen des Handelsblatts wird bekannt, daß alle ‚Heuschrecken‘ aus dem Bieterverfahren für den Kauf der LBB ausgeschieden sind. Zuletzt waren noch die Finanz- Investoren Lone Star und Christopher Flowers am direkten Kauf der Ex-BGB interessiert. Es sollen nunmehr keine ausländischen Bieter mehr im Bieterkampf sein und die Commerzbank der einzig verbliebene private Bieter sein. Von den ursprünglich 19 Interessenten sind nun 5 Bieter übriggeblieben. Bis Ende Mai müssen diese ein verbindliches Angebot beim Berliner Senat abgeben.
1. Juni 2007: Nach einem Bericht des Tagesspiegels sind die verbliebenen Bieter für den Kauf der Ex-BGB (BankGesellschaft Berlin), die jetzt „Landesbank Berlin Holding AG“ (LBB) heißt: Der Deutsche Sparkassenverband (DSGV), die Landesbank Baden-Württemberg, die Bayerische Landesbank und die private Commerzbank. Von einem Kaufpreis von mindestens 4,6 Mrd. Euro sei die Rede, heißt es. Bereits bis zum 6. Juni soll beim Finanzsenator eine Vorentscheidung über die eingereichten Angebote fallen.
2. Juni 2007: Nach Informationen des Tagesspiegels hat sich auch die Bayerische Landesbank aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. Damit wären nur noch 3 Bieter für den 81-Prozent-Anteil des Landes Berlins an der LBB (Ex-BGB) verblieben. Die alternative Verkaufsmöglichkeit über die Börse (Börsengang) wird inzwischen für unwahrscheinlich gehalten. Denn dabei würde die Gewährsträgerhaftung des Landes Berlin für von der LBB in der Vergangenheit ausgegebene (verbriefte) Anleihen mit einem Volumen von etwa 30 Mrd. Euro auf jeden Fall bis 2016 fortbestehen.
14. Juni 2007: Nach Insider-Informationen des InfoRadios Berlin soll die LBB alias BGB an den Deutschen Sparkassenverband (DSGV) verkauft werden. Der Verkaufspreis soll sich zwischen 4,0 und 4,5 Mrd. Euro bewegen. Berlins Senat will am 15. Juni 2007 endgültig entscheiden.
15. Juni 2007: Berlins Senat bestätigt, daß der Deutsche Sparkassenverband (DSGV) mit 5,323 Mrd. Euro das beste Gebot für die LBB (Ex-BGB) abgegeben hat und damit den Zuschlag erhält. Unterdessen wittert die EU-Kommission ‚Verrat‘: Es soll beim Bieten für die LBB Absprachen zwischen einzelnen Bietern gegeben haben. Deshalb wird in Brüssel die Einleitung eines Kartellverfahrens geprüft. Ergebnis eines solchen EU-Verfahrens könne sein, daß das von Berlin durchgeführte Bieterverfahren für ungültig erklärt wird, heißt es.
12. Juli 2007: Das Berliner Abgeordnetenhaus stimmte in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit dem Verkauf der Anteile an der Landesbank Berlin (LBB = Ex-BGB minus Risiko-Teile) an den Deutschen Sparkassen- und Giro-Verband (DSGV) zu. Dem Verkauf zustimmen müssen jetzt noch das BAFin und das Bundeskartellamt sowie die EU-Kommission.
8. August 2007: Der Verkauf der LBB ist vollzogen. Ab heute gehört die Ex-BGB den deutschen Sparkassen. Das Aufsichtsamt BAFin hatte dem Verkauf zugestimmt. Es wird nun nicht mehr erwartet, daß von der EU noch Einwendungen erhoben werden.
August 2007:
  E D I T O R - H I N W E I S:
Auch Sachsens Regierung hat nicht auf ihre Bank aufgepaßt. Und es wäre wünschenswert, wenn andere den sich abzeichnenden Skandal bei den öffentlich-rechtlichen Banken im Internet ebenso dokumentieren, wie das hier mit dem Berliner BGB-Skandal in den letzten Jahren geschehen ist.
 
Auch in Sachsen tut sich ein ‚Abgrund von Banken-Skandal‘ auf. Die sächsische Landesbank (Sachsen-LB) ist quasi pleite. Sie hat sich mit US-Immobilienfonds total verspekuliert, was jetzt angesichts der US-Hypothekenkrise rauskam. In einer Übernacht-Aktion mußten rund 18 Mrd. Euro bereitgestellt werden, um die Bank vorm Konkurs zu retten [mehr]. Und die Sachsen-LB wird nicht die einzige Bank bleiben, die angeschlagen sein wird. Denn auch bei der IKB (Deutsche Industriebank, Düsseldorf) mußten schon andere (darunter die staatliche KfW) ein Rettungspaket von 3,5Mrd. Euro rüberreichen.
22. August 2007: Das Berliner Landgericht spricht Dr. Manfred Schoeps vom Vorwurf der Steuerhinterziehung (rund 2,4 Mio. Euro Grundstückerwerbssteuer) frei. Der heute 63-jährige Manager Schoeps sei nicht verpflichtet gewesen, den Finanzämtern einen Grundstückstransfer an die IBG zu melden, heißt es im Urteil. Der mitangeklagte Neuling war bereits vorher wg. Krankheit (andauernde Depression) aus dem Verfahren ausgeschieden.
25. September 2007: Aus einem vertraulichen Bericht des Berliner Finanzsenators an das Abgeordnetenhaus wird bekannt, daß die Risiken aus den BGB-Altlasten (Immobilien-Fonds) „möglicherweise höher als erwartet“ sind. Der Senat ging zuletzt von Risiken in Höhe von 4–6 Mrd. Euro aus. Nun könnten es aber bis 2032 zwischen 4 und 8,3 Mrd. Euro sein, die das Land Berlin noch an die Fonds-Zeichner wg. großzügiger Gewinnzusagen und Garantien durch die BGB zu zahlen hätte. Ein Betrag höher als 4,6 Mrd. Euro wäre durch den BGB-Verkaufserlös nicht gedeckt, heißt es.
Oktober 2007: Die landeseigene „Berliner Immobilien Holding“ (BIH) will erste Immobilien-Pakete aus dem Fundus der BGB-Immobilien-Fonds, der aus 38.400 Mietwohnungen und 3250 Gewerbeobjekten besteht, auf einer internationalen Fachmesse in Berlin zum Verkauf anbieten, um so die bestehenden BGB-Risiken für das Land Berlin zu vermindern.
Ende November 2007: Aus dem Berliner Banken-Skandal wurde anderenorts nichts gelernt. Um die Schließung der IKB (Deutsche Industriebank, Düsseldorf) abzuwenden, muß diese mit weiteren Milliarden Euro ‚gefüttert‘ werden. Der Löwenanteil kommt wiederum von der staatlichen KfW.
Ende 2007: Das Land Berlin erreicht mit rund 60.100.000.000 Euro = 60,1 Mrd. Euro einen neuen Rekordstand der Verschuldung. Im Jahr 2007 wurden rund 2,5 Mrd. Euro an Zinszahlungen fällig. *

2008

1. Januar 2008: Es ging alles nach Plan (EU-Anordnung vom Februar 2004). Das Land Berlin besitzt nun keine BankGesellschaft Berlin (BGB) bzw. LBB mehr. Der gesunde BGB-Teil wurde im August 2007 an den Deutschen Sparkassenverband (DSGV) für 5,323 Mrd. Euro verkauft. Der (unverkäufliche) kranke Immobilien-Teil wurde bereits seit 2001 in eine gesonderte Gesellschaft ausgelagert. Und für dort noch entstehende Immobilien-Verluste der Ex-BGB darf die öffentliche Hand noch bis zum Jahr 2032 aufkommen. Mit dem Verkauf der LBB bzw. Ex-BGB ist das BGB-Problem also noch längst nicht aus der Welt.
1. Januar 2008: Stand der Aufwendungen des Landes Berlin für den BGB-Konzern:  mindestens xxx Mrd. Euro. *


13. Februar 2008: Bei der dilettantisch geführten IKB (Deutsche Industriebank, Düsseldorf) wird ein drittes Rettungspaket von 1,5 Milliarden Euro erforderlich. Der Löwenanteil kommt erneut von der staatlichen KfW, die inzwischen insgesamt rund 5 Mrd. Euro für die IKB aufbringen mußte. Und der Bund selbst steuerte 1,9 Mrd. Euro an Steuermitteln bei, um das öffentlich-rechtliche Banken/Sparkassen- System nicht zusammenbrechen zu lassen. Es ist noch unklar, wie Brüssel die Finanzspritzen bewerten wird.
14. Februar 2008: Es ist etwas sehr faul in Deutschland: Der bislang als redlich geltende Top-Manager der Deutschen Post AG sowie Aufsichtsrats-Chef der Postbank und der Deutschen Telekom AG, Dr. Klaus Zumwinkel (64), wird als Top-Steuerbetrüger entlarvt.
18. Februar 2008: Im SPIEGEL (8/2008, Seite 74f) heißt es zum Mißmanagement bei den staatlichen, halbstaatlichen und öffentlich-rechtlichen Banken wie BankGesellschaft Berlin, BayernLB, HSH Nordbank, IKB, KfW, Sachsen-LB, Sparkassen, WestLB: „Wer für das Risiko nicht einstehen muß, wird leicht zum Spieler. Doch die Einsätze sind in den vergangenen Jahren immer höher geworden, immer mehr öffentlich-rechtliche Banken sind dadurch in Schieflagen geraten. Jetzt reicht das eigene Geld nicht mehr, um den Verwerfungen der internationalen Krise zu widerstehen.“ In der vergangenen Dekade habe der Steuerzahler mit „weit über 20 Mrd. Euro“ für eklatante Fehlleistungen einspringen müssen. Das sei aber Geld, das nun beispielsweise bei der staatlichen Investition in Bildung fehle, kommentieren unabhängige Politikbeobachter diesen SPIEGEL-Bericht. Auch sei es völlig unverständlich, daß es allen Banken noch immer erlaubt sei, auf so hohem Niveau „mit dem Geld der kleinen Leute zu spekulieren“, ist zu hören.
März 2008: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wünscht sich ein „bundesweites Spitzeninstutut der Sparkassen“ (SPIEGEL–10/2008). DSGV-Präsident Heinrich Haasis strebt deshalb zunächst eine Fusion der 2007 gekauften Landesbank Berlin (LBB = Ex-BGB) mit der öffentlich- rechtlichen DekaBank an.
17. April 2008: Einer der noch beiden ausstehenden Strafprozesse im Zusammenhang mit den Vorgängen in der BankGesellschaft Berlin (BGB) ist geplatzt. Die 26. Große Strafkammer des Landgerichts Berlin lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens wg. des Vorwurfs der Bilanzfälschung gegen Klaus Landowsky und weitere 12 Ex-Bankmanager ab. Die Staatsanwaltschaft kündigt Beschwerde beim Kammergericht an. Offen ist noch das Strafverfahren wg. Untreue im Zusammenhang mit den Immobilien-Fonds (Anklage vom April 2006).
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2009

1. Januar 2009: Stand der Aufwendungen des Landes Berlin für den BGB-Konzern:  mindestens xxx Mrd. Euro. *

2025

2025 / 2032: Die Namen der Akteure aus den 90er-Jahren werden längst vergessen sein – hoffentlich aber nicht die Taten der „Technokraten der Macht“*, Seite 144) und deren „Hilfstruppen“, die so unendlich viel Unheil über die Stadt brachten. Vielleicht existiert nicht einmal mehr das Firmen- Logo „BankGesellschaft Berlin“. Dennoch wird die Stadt Berlin noch immer am Erbe – dem „Kollektiv- Wahnsinn“ (Finanzsenator Thilo Sarrazin im Jahr 2002) – einer Großen Koalition aus CDU + SPD zu knabbern haben. Denn erst im Jahr 2025 – vielleicht auch erst Ende 2032 – erlischt die Garantie des Landes Berlins vom April 2002, für Ausfälle in Höhe von bis zu 21,6 Mrd. Euro zu haften.


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Anmerkungen und wichtige Quellen: 


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  • BGB – Berlins Banken-Skandal
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  • BSE – Zum Rinderwahnsinn
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