Energiemarkt:  Strom & Gas – Teil 7 khd
Stand:  30.1.2006   (17. Ed.)  –  File: Energie/S+G/Strom_und_Gas_07.html



I n h a l t :  [01. Teil]   [02. Teil]   [03. Teil]   [04. Teil]   [05. Teil]   [06. Teil]   [07. Teil]   [08. Teil]   [09. Teil]   [10. Teil]  
[11. Teil]   [Translation-Service]  
Zur Leitseite Made with Mac


E N E R G I E   A U S   B H K W

Mini-Kraftwerke sollen Stromkunden befreien

Die Energiepreise steigen rapide – und mit ihnen das Interesse der Verbraucher, sich von den Stromkonzernen loszusagen. Hersteller kühlschrankgroßer Kraftwerke, die Wärme und Strom im Keller von Einfamilienhäusern erzeugen sollen, sehen ihre Stunde gekommen.

Aus:
Spiegel Online – 20. Dezember 2005, 12.57 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert) von FRANK GRÜNBERG. GEFUNDEN IN: Technology Review – Das M.I.T.- Magazin für Innovation, Ausgabe Dezember 2005 (Heise Zeitschriften Verlag, Hannover). [Original]

HANNOVER (Technology Review). Uli Seitz setzt auf Öko. Der Geschäftsführer der Sunmachine Vertriebsgesellschaft in Kempten will Mikro- Blockheizkraftwerke verkaufen – betrieben nicht mit Diesel, Gas oder Sonnenenergie, sondern mit Holzpellets.

Angesichts steigender Ölpreise und hoher staatlicher Subventionen für Brennmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen eine ziemlich clevere Idee. Ab Januar 2006 will Sunmachine die Geräte über das Sanitär- und Heizungs-Handwerk vertreiben. "Im ersten Jahr wollen wir 3000 Stück verkaufen", sagt Seitz.

Die Aussicht, die effiziente Kraft-Wärme-Kopplung in Wohnhäusern zu etablieren, versetzt die Branche in Gründerstimmung. In Industrie- oder Gewerbebetrieben kommen Blockheizkraftwerke (BHKW) seit vielen Jahren zum Einsatz. Nun hoffen die Hersteller auf den Einzug ins private Eigenheim. Sieben Produkte, die diesen Massenmarkt öffnen sollen, listet der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung in seiner jüngsten Übersicht. Gut die Hälfte der Geräte kann man bereits kaufen, der Rest soll in den nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen.

Anders als Großkraftwerke, die durchschnittlich zwei Drittel der Primärenergie als Abwärme an die Umwelt verlieren, vereinen BHKW Heizkessel und Stromgenerator direkt beim Verbraucher und steigern den Wirkungsgrad auf über 90 %. Etwa drei Viertel der gewonnenen Energie stellt ein BHKW thermisch für die Heizung oder das Warmwasser bereit, den Rest als elektrischen Strom. Für Einfamilienhäuser gilt eine elektrische Leistung von fünf Kilowatt als ausreichend. Und viele so genannte "Mikro-BHKW" sind nicht größer als ein Kühlschrank.

Die Hersteller arbeiten an unterschiedlichen technologischen Konzepten. Diesel- und Ottomotoren sind als Erzeuger für Strom und Wärme schon seit langem im Einsatz. Doch geschlossene Motorenkonzepte, bei denen die Verbrennung nicht im Kolbenraum, sondern außerhalb stattfindet, sind für solche Anlagen besonders geeignet.

Etwa der Stirling-Motor, der 1816 von dem Schotten Robert Stirling erfunden wurde. Über einen Wärmetauscher wird das Gas im Kolbenraum erwärmt, sodass es sich ausdehnt und einen Kolben bewegt, der wiederum einen Generator antreibt. Sobald das Gas abkühlt, pendelt der Kolben zurück. Dann beginnt der Kreisprozess von vorn. Obwohl der Stirling-Motor sehr verschleißfrei arbeitet, konnte er sich gegen die Konkurrenz lange Zeit nicht durchsetzen. Denn dort, wo die Abwärme der Motoren ungenutzt bleibt, beispielsweise bei Kraftfahrzeugen, sind Stirling-Aggregate zu teuer.

Da bei BHKW jedoch auch die Wärmeleistung zählt, feiern die Stirling-Motoren in diesem Anwendungsfeld ihr Comeback. In den Geräten von Sunmachine werden Holzpellets auf einem Keramikgitter bei 850 Grad Celsius verbrannt und die kräftige Flamme auf den Erhitzerkopf eines Stirling-Motors gelenkt.

Dessen Robustheit kommt den kommerziellen Anforderungen sehr zugute. "80.000 Stunden läuft die Anlage störungsfrei", sagt Geschäftsführer Seitz, das entspricht mehr als neun Jahren Dauerbetrieb.

Auch die Otag GmbH aus dem sauerländischen Olsberg hat ihren Hut in den Ring geworfen. Der Hersteller drängt seit 2005 mit seinem "Lineator"-Konzept ins private Eigenheim. Das Herzstück dieses Mikro-BHKW bildet ein Kolben, der frei in einer Röhre schwingt. Um den Kolben zu bewegen, verdampft ein Gasbrenner Wasser bei 300 Grad Celsius. Der Dampf wird abwechselnd in die Kammern links und rechts des Kolbens geleitet und kühlt dort wieder ab.

Etwa 3000 Mal pro Minute zittert der Kolben aufgrund des Wechsels von Expansion und Kompression durch eine Magnetspule und induziert dort elektrischen Strom. Die überschüssige Wärme wird über einen Wärmetauscher an ein externes Rohrleitungssystem abgegeben und für die Raumheizung oder das Brauchwasser des Eigenheims nutzbar gemacht.

Das Berliner Start-up-Unternehmen Enginion wiederum will die klassische Kolben-Dampfmaschine wieder beleben, im Funktionsprinzip ähnlich den Antrieben der alten Dampf-Lokomotiven. An der Gründung des Unternehmens Ende 2000 beteiligten sich auch ehemalige Ingenieure der zum VW-Konzern gehörenden IAV GmbH, einem der weltweit größten Entwicklungsdienstleister in der Automobilbranche. In ihrer "SteamCell" wird heißer Wasserdampf zum Antrieb des Motors genutzt. 2007 soll die erste Maschine dieser Bauart auf den Markt kommen.

Neben der direkten Konkurrenz beobachtet vor allem Eon die Entwicklungen bei Enginion mit Argusaugen. Der Energiekonzern ist über eine Risikokapital-Tochter an dem Startup beteiligt und hält sich so eine Tür zum wachsenden Markt der dezentralen Energieversorgung offen.

In England ist das Unternehmen sogar angetreten, den Energieversorgungsmarkt völlig umzukrempeln. Im Oktober 2004 verkündete die Eon-Tochter Powergen, dass sie in den kommenden fünf Jahren 80.000 Mikro-BHKW der Marke "WhisperGen" auf der britischen Insel vertreiben wolle. Die Geräte kommen vom neuseeländischen Hersteller WhisperTech und arbeiten mit einem gasbeheizten Stirling-Motor. Vor gut einem Jahr stattete Eon 550 Haushalte in East Manchester mit diesen Anlagen aus.

Zwölf Monate später scheint die Begeisterung allerdings verflogen. Powergen mag sich über den Fortgang des Projekts nicht äußern. Marktbeobachter berichten von technischen Schwierigkeiten.

Offener spricht Joachim Berg, Leiter des Entwicklungsprogramms Brennstoffzelle bei Vaillant, über die Kinderkrankheiten von Kleinkraftwerken. Das Remscheider Unternehmen hat – teilweise unterstützt von der Europäischen Union – seit 2001 mehrere Feldtests mit methanolbetriebenen Brennstoffzellen- BHKW gestartet. Insgesamt 60 Geräte wurden quer durch Deutschland in Mehrfamilienhäusern, Kleingewerbeobjekten und öffentlichen Einrichtungen installiert.

Doch auch mit dieser Technik waren die Ergebnisse ernüchternd. Nach fast 1 Million Betriebsstunden zeigen sich erhebliche Probleme mit der Technik, aber auch in der Wirtschaftlichkeit.

Auch die Herstellungskosten bereiten den Entwicklern Kopfzerbrechen: Der Preis für die Prototypen entspräche dem eines "handgefertigten Ferrari", heißt es im Unternehmen. Um konkurrenzfähig zu werden, müsse man den Preis von 20.000 Euro deutlich unterschreiten. Entwicklungschef Berg hält daher eine Serienreife vor 2010 für ausgeschlossen. Aber zunächst wird wohl die Konkurrenz den wachsenden Markt unter sich aufteilen.

750.000 Heizkessel werden jährlich in Deutschland ausgetauscht. Um den Ausstoß von Klimagasen zu senken, treibt die Bundesregierung die Entwicklung und Vermarktung der Mikro-BHKW durch entsprechende Gesetze voran. Die Einspeisung von Mikro-BHKW-Strom ins Netz wird ebenso vergütet wie der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen als Brennmaterialien.

So rechnet Sunmachine potenziellen Kunden vor, dass sie für jeden Euro, den sie in Form von Holzpellets verheizen, 1,30 Euro Vergütungen vom Staat bekommen können. Eine Investitionshilfe, die eine Anschaffung solcher Maschinen trotz eines Preises von mehr als 23.000 Euro attraktiv erscheinen lässt.

Adi Golbach, Geschäftsführer des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, glaubt daher fest an eine Zeitenwende. "In vielen deutschen Kellern wird es schon in einigen Jahren ganz anders aussehen", sagt er. Mit den Mikro-BHKW-Anlagen gewinne nicht nur eine umweltfreundliche Technik an Bedeutung. "Zugleich ist das für das Handwerk ein Konjunkturprogramm, das wie gerufen kommt."

[12.11.2005: Kraftwerk im Keller – Wann sich Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für Eigenheimbesitzer lohnen]  (BERLINER ZEITUNG)



Druck auf Stromversorger steigt

Politiker fordern mehr Wettbewerb und Preissenkungen / NRW kürzt RWE-Preiserhöhung um 25 % / Die deutschen Stromkonzerne sind heftig in die Kritik geraten. "Mehr Wettbewerb" oder "Preise müssen runter", lauten die Forderungen der Politiker aller Bundesländer.

Aus:
Berliner Morgenpost, 21. Dezember 2006, Seite ?? (Wirtschaft). [Original]

BERLIN/FRANKFURT (AP/La). Nach Hessen zeigt nun auch Nordrhein-Westfalen den Stromkonzernen die rote Karte. Nach Informationen der "Rheinischen Post" wird die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) in ihrer Funktion als Energieaufseherin die Preisanträge von RWE um 25 % kürzen. Demnach dürfen die regionalen RWE-Versorger die Kunden nur mit bis zu 0,75 Cent mehr pro Kilowattstunde zur Kasse bitten.

RWE hatte Strompreiserhöhungen von etwa einem Cent pro Kilowattstunde beantragt. Die Strompreiserhöhungen, die ab dem 1. Januar für rund 2,8 Millionen Kunden in NRW gelten sollen, werden also nicht durchschnittlich knapp 6 % betragen, sondern etwa bei 4,5 % liegen.

An der Spitze des Einsatzes für die Stromkunden stand das Land Hessen, das angekündigt hatte, sämtliche Anträge der Stromkonzerne auf Preiserhöhungen abzulehnen. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist inzwischen sogar für ein Absenken der Preise, um die Verbraucher zu entlasten. Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) plädierte für mehr Wettbewerb – auch durch ausländische Anbieter.

Wulff warnte in der "Nordwest-Zeitung" vor einem weiteren Anziehen der Strompreise. "Tatsächlich müssen die Preise runter, weil viele Verbraucher die Preise einfach nicht tragen können", sagte er. Den Weg Hessens, alle beantragten Strompreiserhöhungen abzulehnen, will Wulff jedoch nicht gehen.

Austermann warf vielen Stromkonzernen unangemessene Preise vor. In diesem Zusammenhang verwies er auf die starken Belastungen der Endkunden, die dafür sorgten, daß die normalen Einkommensbezieher "überhaupt keine Luft mehr" hätten. Viele Konzerne berechneten den Kunden offenbar mehr als die reinen Zulieferkosten, kritisierte er im Deutschlandradio Kultur. Dabei machten zumindest die Großen gewaltige Gewinne, mit denen sie offensichtlich Defizite in anderen Bereichen ausglichen.

Nach Austermanns Worten prüft auch Schleswig-Holstein die Anträge der Stromanbieter. Dabei habe man festgestellt, "daß wir zum Teil die Anträge halbieren konnten, zum Teil noch weiter heruntergezwiebelt haben". In Berlin will der Senat bei der Kontrolle der Strompreise, also bei der Regulierungstätigkeit, auf die vorhandenen Kapazitäten der Bundesnetzagentur zurückgreifen. Diese sei ohnehin für Netze ab 100.000 Kunden zuständig. Für Berlin sei es günstiger, die vorhandene Bundeseinrichtung zu nutzen, sagte der Sprecher des Wirtschaftssenators.



Strom wird auch in Berlin teurer

Im Stillen arbeitet die Bewag bereits an einer Preiserhöhung. Doch erst wartet sie den Namenswechsel ab.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 22. Dezember 2005, Seite ?? (Wirtschaft) von ANSELM WALDERMANN. [Original]

BERLIN (Tsp). Die Verbraucher in Berlin müssen sich schon in wenigen Monaten auf steigende Strompreise einstellen. Nach Informationen des Tagesspiegels plant der Berliner Versorger Bewag zum 1. Mai 2006 eine Anhebung seiner Tarife. Demnach wird Strom in fast allen Produktgruppen teurer. Im Durchschnitt sollen die Preise um 6 bis 7 % steigen. Insgesamt wären knapp 1,7 Millionen Berliner Haushalte und auch gewerbliche Kunden von der Maßnahme betroffen. Bei der Bewag selbst hält man sich zu den Plänen bedeckt. „Ich kann das nicht bestätigen“, sagte ein Sprecher. Dementieren wollte er eine Preiserhöhung zum 1. Mai allerdings nicht.

Wichtige Links:
  • Bundeskartellamt (Bonn).
  • Bund der Energieverbraucher e.V.
  • StromTip (Günstige Stromanbieter).
  • Verbraucherzentrale (VZBV Berlin).
  • Musterbrief (Gas).
  • In der Öffentlichkeit hatte die Bewag ihre Preispolitik noch vor wenigen Tagen anders dargestellt. „Bis weit in das Jahr 2006 hinein“ würden die Tarife für Haushaltskunden konstant bleiben, erklärte ein Sprecher des Mutterkonzerns Vattenfall Europe. Damit hob sich das Unternehmen von den meisten anderen deutschen Stromversorgern ab, die in den vergangenen Wochen Preiserhöhungen angekündigt hatten. Bei der zuständigen Senatsverwaltung für Wirtschaft ließ sich die Bewag sogar gerade erst ihren gesetzlichen Tarif „Berlin Klassik“ ohne Preisänderungen neu genehmigen ­ und zwar bis Ende 2006.

    Doch das war womöglich nur ein Ablenkungsmanöver. Denn derzeit ist die Bewag vor allem mit einem beschäftigt: der Umbenennung zum 1. Januar. Künftig wird der Berliner Versorger wie der Rest des Konzerns „Vattenfall“ heißen. „Eigentlich wollte man die Preise schon früher anheben, aber dann kam die Namensdiskussion dazwischen“, sagte ein Bewag- Manager dieser Zeitung. „Solange die Werbekampagne für den neuen Namen läuft, braucht man Ruhe an der Preisfront. Deshalb wird man alles tun, um bis 1. Januar gutes Wetter zu machen.“

    Nach außen hält sich das Unternehmen daher zurück. Wer die Infohotline der Bewag anruft, erfährt dort, dass sich unter Vattenfall an den Preisen nichts ändern werde. Zwar könne man nicht für das ganze Jahr 2006 eine Garantie geben. „Aber ich persönlich glaube nicht, dass im nächsten Jahr etwas kommt“, sagt eine freundliche Stimme.

    Intern hingegen laufen bereits die Vorbereitungen für die Zeit nach dem 1. Januar. So wird derzeit an einem neuen Antrag zur Tarifanpassung gearbeitet, der in Kürze dem Senat zur Genehmigung vorgelegt werden soll. Damit will die Bewag offenbar auf Nummer sicher gehen: Denn in der Vergangenheit musste sie bis zu drei Monate warten, bis die Senatsverwaltung den Antrag geprüft hatte.

    Vor allem die Bewag-Abteilung „Produktmanagement“ ist in die Planung involviert. Hier werden bereits Briefe formuliert, die die Kunden über die bevorstehende Preiserhöhung informieren sollen. Ab Februar sollen die Schreiben verschickt werden. Auch ein Callcenter ist bereits gefunden, das Anfragen und Beschwerden von Kunden entgegennehmen soll. Insidern zufolge handelt es sich um den Dienstleister ADM, was das Unternehmen selbst aber zurückweist.

    Zurückhaltend äußerte man sich auch beim Bewag- Mutterkonzern Vattenfall. Allerdings räumte hier ein Sprecher ein, dass man sehen müsse, wie sich die Marktbedingungen im kommenden Jahr entwickelten. „Wenn sie sich ändern, müssen wir natürlich reagieren.“

    Im bundesweiten Vergleich wären steigende Strompreise in Berlin keine Ausnahme. Im Gegenteil: Laut „Focus“ werden von den 900 deutschen Stromversorgern 700 ihre Tarife anheben. Das habe eine Umfrage bei den Genehmigungsbehörden der Bundesländer ergeben. Auch der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, befürchtet, dass die Strompreise weiter steigen. Die verschiedenen Stadtwerke hatten für 2006 Strompreiserhöhungen um bis zu 9 % beantragt. Je nach Bundesland wurden diese Steigerungsraten teilweise aber von den Genehmigungsbehörden reduziert. In Hessen untersagte das Wirtschaftsministerium die Erhöhungen sogar komplett.



    E N E R G I E K O S T E N

    NRW-Ministerin bremst Preiserhöhung von RWE

    Industrie und private Verbraucher müssen sich auf weiter steigende Preise für Strom und Gas einstellen. Trotz hoher Gewinne haben die Energiekonzerne die nächste Preisrunde schon beantragt. Die Aufsichtsbehörden in NRW versuchen den Trend zu bremsen.

    Aus:
    Spiegel Online – 27. Dezember 2006, 15.12 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

    DÜSSELDORF. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat nach eigenen Angaben die Anträge des Versorgers RWE auf höhere Strompreise nicht in dem vom Unternehmen gewünschten Umfang gebilligt. Ministerin Christa Thoben (CDU) habe die Tariferhöhungen für Privathaushalte und kleinere Betriebe um ein Viertel gekürzt und damit einer Erhöhung von 0,65 Cent pro Kilowattstunde zugestimmt, teilte das Ministerium heute in Düsseldorf mit.

    Die Genehmigung stehe aber unter einem doppelten Vorbehalt. Sollten die Regulierungsbehörden feststellen, dass die Netzkosten von den Versorgern zu hoch angesetzt worden seien, müssten die Firmen entsprechende Kürzungen umgehend an die Verbraucher zurückgeben. Auch die geltend gemachten Kosten für Emissionszertifikate stünden unter Vorbehalt einer Prüfung durch das Bundeskartellamt. Entschieden die Wettbewerbshüter, dass diese Kosten nicht in die Preisbildung einfließen dürften, seien die Tarife entsprechend nach unten anzupassen.

    Die jetzt genehmigte Erhöhung um 0,65 Cent bedeute für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr Mehrkosten von netto etwa 22,75 Euro jährlich, teilte das Ministerium weiter mit. Für RWE ist Nordrhein-Westfalen das Kernversorgungsgebiet. Die beiden Vertriebsgesellschaften RWE Westfalen-Weser-Ems und RWE Rhein-Ruhr versorgen hier knapp 4 Millionen Menschen mit Strom.

    Die deutschen Stromversorger müssen Strompreisanhebungen für Haushaltskunden mit Ausnahme von Baden-Württemberg bei den zuständigen Wirtschafts- oder Umweltministerien der Bundesländer genehmigen lassen. Der hessische Wirtschaftsminister Alois Riehl (CDU) hatte angekündigt, Preiserhöhungen der Versorger pauschal nicht zuzustimmen. Der Chef des größten Versorgers E.on, Wulf Bernotat, hatte die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Landesregierung in Wiesbanden bereits bezweifelt. "Letzten Endes werden wir auch in Hessen Preiserhöhungen erleben", hatte er daraufhin angekündigt.

    Gas in Berlin wird teurer

    Zum zweiten Mal innerhalb von 3 Monaten erhöht auch Deutschlands größter kommunaler Gasversorger Gasag seine Preise. Vom 1. Januar an müssten Privatkunden zwischen 8 und 12 % mehr zahlen, teilte das Unternehmen heute in Berlin mit. Erst Anfang Oktober hatte die Gasag ihre Privatkundenpreise um durchschnittlich 10,9 % erhöht. Als Begründung nannte das Unternehmen in beiden Fällen deutlich gestiegene Importpreise. Mit dem gleichen Argument begründet auch Erdgas Mark Brandenburg die neue Preisrunde. Vom 1. Januar an werde Gas für Haushalte und Kleingewerbekunden zwischen 8 und 11 % teurer.

    Vor allem energieintensive Bereiche wie die Aluminiumbranche und Teile der Stahlindustrie leiden unter den hohen Energiekosten. Laut Aussagen des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft sind die Preise ohne staatliche Belastungen binnen eines Jahres um rund 35 % gestiegen.

    Energieversorger sind die Stars der Börse

    Umgekehrt hat der Preisanstieg den Energieversorgern zusätzliche Erlöse beschert – allen voran die Großen der Branche berichten über glänzende Geschäfte. Bis Ende September erwirtschafteten die 4 Branchenführer gemeinsam einen operativen Gewinn aus dem Strom- und Gasgeschäft von rund 12 Milliarden Euro. Darin enthalten sind allerdings auch die Erträge aus den Auslandsgeschäften. Ganz vorn stehen die Riesen E.on und RWE mit 5,5 Milliarden beziehungsweise 4,6 Milliarden Euro.

    An der Börse gehören die Energieunternehmen zu den klaren Gewinnern des Jahres. Aktien von E.on und RWE, beides Schwergewichte im Dax, legten um 25 % beziehungsweise 50 % zu.

    Orientierungspunkt für die Unternehmen bei der Preisgestaltung ist unter anderem die Leipziger Strombörse EEX. Seit Jahresanfang kletterte dort die Notierung um 45 %. Und beim Gas stiegen die Grenzübergangspreise zwischen Juni 2004 und September 2005 um 43 %. "Die Erdgaspreise werden von der hohen Nachfrage an den internationalen Energiemärkten getrieben", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Gas und Wasserwirtschaft, Michael Feist, unlängst. Nach Ansicht von Experten drückt sich in den Preisen auch eine zunehmende Knappheit aus – fossile Energien sind endliche Energien.



    Gasag erhöht im Januar erneut Preise

    Privatkunden müssen bis zu 12 % mehr zahlen

    Aus:
    Berliner Zeitung, 28. Dezember 2005, Seite ?? (Berlin) von RUPRECHT HAMMERSCHMIDT. [Original]

    BERLIN. Zum 1. Januar steigen in Berlin und Brandenburg erneut die Gaspreise. Deutschlands größter kommunaler Gasversorger Gasag teilte gestern mit, dass Privatkunden zwischen 8 und 12 % mehr für Gas zahlen müssen. Für einen durchschnittlichen Haushalt ergebe sich daraus eine Mehrbelastung von rund 10 Euro im Monat, hieß es. Der Brandenburger Versorger Erdgas Mark Brandenburg (EMB) kündigte ebenfalls an, die Preise für Haushalte und Kleingewerbekunden vom neuen Jahr an um 8 bis 11 % zu erhöhen.

    Die Unternehmen hatten bereits im Oktober ihre Gaspreise heraufgesetzt. Grund für die erneute Verteuerung seien gestiegene Importpreise, hieß es. Die Verträge mit den Lieferanten sind so gestaltet, das die Gaspreise an die Ölpreisentwicklung gekoppelt sind. Die Anpassungen erfolgen mit einer Verzögerung von sechs Monaten. "Es war bereits im September absehbar, dass wir die Gaspreise weiter anheben müssen", sagte Gasag-Sprecher Klaus Haschker der Berliner Zeitung. Durch den Hurrikan Katrina war der Ölpreis Ende August auf die Rekordmarke von 68 Dollar (57 Euro) für ein Fass (159 Liter) Rohöl gestiegen. Inzwischen ist er wieder auf 56 Dollar gesunken. "Wenn sich der Ölpreis auf dem niedrigeren Niveau stabilisiert, wird die Gasag den Gaspreis wieder nach unten anpassen", sagte Haschker. Dies werde aber nicht vor Mitte 2006 geschehen.

    Kritik an der Verteuerung übte der Bund der Energieverbraucher. "Die Preise sind insgesamt überhöht", sagte der Vorsitzende der Organisation Aribert Peters. Er forderte Belege von den Versorgern, um die Höhe der Gaspreise nachvollziehen zu können. Eine Auskunft von Wirtschaftsprüfern, wie sie etwa die Gasag anbiete, reiche nicht, betonte er. Kunden könnten die Erhöhung als unbillig zurückweisen und sie lediglich unter Vorbehalt zahlen. [Gaspreis-Propaganda der GASAG]



    T E U R E S   G A S   F Ü R   P R I V A T K U N D E N

    Kartellamt droht mit Missbrauchsverfahren

    Im nächsten Jahr stehen vielen Haushalten wieder kräftig steigende Gaskosten ins Haus. Doch die Kunden sind den Forderungen der Versorger nicht schutzlos ausgeliefert. Kartellamtschef Böge droht mit zahlreichen Missbrauchsverfahren. Die Vorbereitungen sind schon in vollem Gange.

    Aus:
    Spiegel Online – 28. Dezember 2006, 19.23 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

    DÜSSELDORF. Preisunterschiede von 30 bis 40 % ließen sich "in einem wettbewerblichen System so nicht erklären", sagte Kartellamtschef Ulf Böge im NDR. "Hier werden wir also prüfen, inwieweit wir Missbrauchsverfahren einleiten können gegen diejenigen, die sich am oberen Rand mit der Preisgestaltung bewegen."

    Die Bundesbehörde habe bereits Vorermittlungen gegen rund 30 Versorger eingeleitet, fügte eine Sprecherin hinzu. Mitte Januar rechne man mit Ergebnissen. Der Ausgang sei zwar noch offen, im vergangenen Jahr habe das Bundeskartellamt aber wegen identischer Vorwürfe schon 7 Missbrauchsverfahren eingeleitet.

    Die Erhöhung der Gaspreise für die Endverbraucher in Deutschland habe nur zum Teil mit höheren Bezugskosten zu tun, die sich aus Preiserhöhungen in den Förderländern ergäben, erklärte Böge. "Das ist aus unserer Sicht zum Teil ein Missbrauch."

    Die Gas-Unternehmen rechtfertigen die erhöhten Preise unter anderem mit dem hohen Ölpreis, an den die Gaspreise gekoppelt sind. Diese Verbindung sei jedoch für private Verbraucher nicht vertraglich geregelt, erklärte Böge. "Einen Automatismus gibt es eigentlich nicht." Die Versorger benutzten die Kopplung als Argument gegenüber den Kunden, inzwischen habe Gas aber einen eigenen Markt erreicht.

    Dabei sei die Bindung von Gas- und Ölpreis nicht erforderlich und volkswirtschaftlich völlig falsch. Seine Behörde wolle diese Praxis deshalb abschaffen, kündigte der Kartellamtschef an. Dazu diene auch das Vorgehen gegen die Langfristverträge. Anfang Dezember hatte das Bundeskartellamt im Streit um langfristige Gas-Lieferverträge dem Energieversorger E.on Ruhrgas eine Abmahnung geschickt.

    10 % mehr ab Januar

    Das Bundeskartellamt überprüft von den rund 700 Versorgern in Deutschland nur rund 30. Eine weit größere Zahl von Anbietern wird von den Landeskartellämtern kontrolliert, die jedoch ebenfalls bereits zum Kampf gegen überhöhte Energiekosten geblasen haben. So hat etwa das zuständige hessische Wirtschaftsministerium bereits 19 regionale Versorger aufgefordert, ihre Preise bis Mitte März zu senken. Die Landeskartellbehörde in Niedersachsen ermittelt gegen fünf Gasversorger wegen des Verdachts auf zu hohe Gaspreise.

    Die Gasversorger zeigen sich von diesem Vorgehen jedoch unbeeindruckt. Mehrere Unternehmen haben für den 1. Januar ihre Tarife erhöht oder dies für die nächste Zeit in Aussicht gestellt. Erst heute kündigten mehrere regionale Vertriebstöchter von E.on an, im nächsten Jahr rund 10 % mehr von ihren Gas-Kunden zu verlangen. Damit gebe man lediglich die höheren Beschaffungskosten weiter, erklärten die Unternehmen.

    E.on schloss außerdem eine weitere Erhöhung der Gaspreise im April nicht aus. "Ein dauerhaftes Sinken der Preise ist derzeit leider nicht in Sicht", sagte Vertriebsvorstand Bernhard Reutersberg. Der Ölpreis-Rückgang sei zwar ein Hoffnungsschimmer, es bleibe aber abzuwarten, ob der Trend im kommenden Jahr anhalte.

    Verbraucherschützer hatten zuvor gerichtlich durchgesetzt, dass E.on Hanse seine Gas-Preiskalkulation offen legen musste. Weitere Vertriebstöchter wie E.on Bayern zogen nun nach, bis Ende Januar soll noch E.on Thüringer Energie dem Beispiel der anderen Konzerntöchter folgen.



    S T R O M   U N D   G A S

    Auch 2006 und 2007 drohen deftige Preiserhöhungen

    Eine aktuelle Umfrage unter Energiekonzernen zeigt: Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Wie zur Bestätigung erhöhten heute gleich mehrere Versorger die Gaspreise.

    Aus:
    Spiegel Online – 29. Dezember 2006, 19.42 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

    HAMBURG. Die deutschen Strom- und Gasversorger erwarten für die kommenden 2 Jahre weiter steigende Preise für alle Energiearten. Das geht aus einer Umfrage der internationalen Beratungsfirma Russell Reynolds Associates für die Financial Times Deutschland hervor. "Mittel- und längerfristig muss man sich auf ein hohes Preisniveau mit weiter steigender Tendenz einrichten", erklärte ein führender Versorger.

    An der Umfrage nahmen unter anderem Tochterunternehmen der vier führenden deutschen Versorgungskonzerne E.on, RWE, Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall Europe teil. Beteiligt waren auch kleine und mittelgroße Versorger sowie ausländische Unternehmen.

    Schon heute kündigte eine Reihe von Energieunternehmen neue Preisrunden an. So wird die EnBW Gas GmbH zum 15. Januar die Gaspreise im Großraum Stuttgart erhöhen. Wie EnBW heute mitteilte, werde der Arbeitspreis von Mitte Januar an um 0,56 Cent je Kilowattstunde brutto steigen. Dies bedeute eine Preiserhöhung von knapp 9 %. EnBW begründete den Anstieg mit den erhöhten Weltmarktpreisen. Diese hätten zu höheren Vorlieferantenpreisen für Erdgas geführt. Schon zum 1. November waren die EnBW-Gaspreise um rund 10 % gestiegen.

    Zum zweiten Mal innerhalb von 3 Monaten erhöhen auch die beiden südhessischen Energieversorger Entega und Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße (GGEW) die Gaspreise. Beide Unternehmen kündigten heute eine Anhebung um 0,49 Cent brutto pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel an.

    Die immer neuen Preisrunden der Energiebranche hatten zuletzt für erheblichen Unmut auf politischer Ebene gesorgt. Mehrere Bundesländer hatten die Erhöhungsanträge für Strom abgelehnt. Zudem kündigte gestern das Bundeskartellamt an, gegen anziehende Gaspreise vorzugehen. Die Bundesbehörde habe bereits Vorermittlungen gegen rund 30 Versorger eingeleitet, sagte eine Sprecherin. Mitte Januar rechne man mit Ergebnissen. Der Ausgang sei zwar noch offen, im vergangenen Jahr habe das Bundeskartellamt aber wegen identischer Vorwürfe schon sieben Missbrauchsverfahren eingeleitet.



    R U S S I S C H - U K R A I N I S C H E R   K O N F L I K T

    Gas-Boykott trifft deutsche Energiekonzerne

    Zunächst hieß es, der Streit zwischen Russland und der Ukraine betreffe die europäischen Gaskunden nicht. Irrtum: In zahlreichen Ländern ist teils beträchtlich weniger Erdgas angekommen. Auch die deutschen Energie-Konzerne haben mit Lieferausfällen zu kämpfen.

    Aus:
    Spiegel Online – 2. Januar 2006, 15.54 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

    WIEN/BERLIN. In Österreich fiel der Druck in den Pipelines um rund ein Drittel ab, wie der Energiekonzern OMV in einer Erklärung mitteilte. Gestern hatte der Ausfall noch bei 18 % gelegen. In Ungarn fiel der Druck nach Angaben des Energiekonzerns Mol heute um 40 % ab. In der Slowakei wurde laut dem Gaskonzern SPP ein Rückgang der Gaslieferungen um 30 % registriert, in Kroatien meldete der Energiekonzern Ina ein Absinken des Gas-Volumens um 18 %.

    Mit dem Rückgang der von Russland nach Österreich angelieferten Gasmenge wird aus der Alpenrepublik auch entsprechend weniger Gas nach Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien und Kroatien weitergeleitet.

    Die Österreicher geben aber nicht einfach den Schwarzen Peter an die Nachbarländer weiter. Die Liefermengen für die einzelnen Länder würden am Übergabepunkt Baumgarten von den Russen selbst festgelegt, erklärte der Chef von OMV Gas, Werner Auli. Die Weiterlieferung an andere Länder erfolge über eine Quotenregelung. Über das OMV-Pipeline-Netz wickelt Russland ein Drittel seines Gasexports nach West- und Südeuropa ab.

    E.on und Wingas betroffen

    Betroffen von den Lieferausfällen ist auch der Essener Gas-Importeur E.on Ruhrgas. "Wir bekommen eindeutig weniger als vertraglich vorgesehen, aber wir können das noch nicht genau beziffern", sagte Ruhrgas-Sprecherin Tatjana Dreyer. Bislang könne das Defizit problemlos ausgeglichen werden. Sollten die Störungen beim russischen Gas länger andauern, will Ruhrgas mehr Gas aus anderen Ländern importieren. Auch Wingas meldete reduzierte beziehungsweise schwankende Liefermengen von russischem Gas.

    Seit der vergangenen Nacht kommt auch in Frankreich 25 bis 30 % weniger russisches Gas an als vereinbart. "Wir hoffen, dass die Verringerung der Lieferungen vorübergehend ist, denn sie erfolgt mitten im Winter", erklärte der Chef des Versorgerkonzerns Gaz de France, Jean-François Cirelli, in Paris. Trotz vorbeugender Maßnahmen bereite ihm die Möglichkeit eines längeren Ausfalls Sorge. Zuvor hatten bereits zahlreiche ost- und mitteleuropäische Gasunternehmen einen Rückgang der russischen Lieferungen gemeldet.

    Die Konzerne betonten, es bestehe keine Gefahr für Groß- oder Privatkunden, da die Lieferungen aus anderen Quellen ausgeglichen werden könnten. Der Chef der österreichischen OMV, Werner Auli, warnte aber, bei einem weiteren Abfall der Lieferungen könne ein begrenzter Engpass im Bereich der Größtverbraucher nicht ganz ausgeschlossen werden.

    Bedarf – noch – vollständig gedeckt

    Der Präsident des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Michael Feist, äußerte sich gegenüber dem Fernsehsender N24 nicht zu einem möglichen Absinken des Gasvolumens in Deutschland. Zugleich betonte er, es gebe keine Lieferengpässe. "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt den Bedarf im Gasmarkt vollständig decken." Feist sagte weiter, dass es kein Risiko für steigende Gaspreise gebe, da sie an den Ölpreis gekoppelt seien. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftministeriums sagte, ein möglicher Abfall der Lieferungen könne aus Norwegen und den Niederlanden ausgeglichen werden. Außerdem könnten Speicherkapazitäten in Anspruch genommen werden. Noch habe die Bundesregierung keine Informationen über einen möglichen Druckabfall erhalten.

    Gasprom hatte gestern die Lieferungen eingestellt, nachdem sich die Ukraine geweigert hatte, ab dem Jahreswechsel statt bisher geltender subventionierter Niedrigpreise den fast fünfmal höheren Weltmarktpreis für das Erdgas zu zahlen. Gegenüber den europäischen Abnehmerländern beharrt Russland allerdings darauf, die vertraglich vereinbarte Gasmenge geliefert zu haben und beschuldigt die Ukraine, für Westeuropa bestimmtes Gas für sich abgezweigt zu haben. Die Ukraine wiederum bestreitet das. Für die Bezieher stellt sich die Frage, wer nun die Kosten für die fehlende Gasmenge trägt.



    Abkehr von fossilen Brennstoffen gefordert

    Experten für Ausbau von erneuerbaren Energiequellen / Heftige Kritik an Atomplänen von Glos

    Aus:
    Berliner Zeitung, 4. Januar 2006, Seite ?? (Wirtschaft) von J. MICHEL und T. WENDEL. [Original]

    BERLIN. Namhafte Energieexperten haben unter dem Eindruck der Folgen des russisch-ukrainischen Gasstreits die Bundesregierung dazu aufgefordert, verstärkt auf den Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu setzen. "Wir müssen uns schneller unabhängiger machen von fossilen Brennstoffen", forderte der Wissenschaftler Klaus Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Die Lieferschwierigkeiten bei russischem Gas hätten gezeigt, dass "Rohstoffe als Waffe zunehmend eingesetzt" werden, warnte der Leiter Energiepolitik bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Stefan Bundscherer. Deutschland müsse deshalb massiv in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren.

    Sparen durch Energiesparen

    Heftige Kritik äußerten die Experten an Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), die Atomkraft erneut auszubauen. "Kernenergie ist nicht die Lösung", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, der Berliner Zeitung. Man dürfe die Debatte nicht auf die Frage verengen, woher die Energie komme. Vielmehr müsse man die vorhandene Energie besser nutzen. "Nicht noch mehr sondern weniger Megawatt ohne nennenswerte Wohlstandseinbußen: Das ist die Antwort auf steigende Energiepreise und knappere Energierohstoffe", sagte Troge. Als "Milchmädchenrechnung eines Ideologen" bezeichnete Bundscherer den Vorstoß des CSU-Politikers. Glos offenbare wenig Sachkenntnis, wenn er die für Stromerzeugung eingesetzte Atomkraft nun als Heizenergielieferant ins Gespräch bringen wolle.

    Einhellig sprachen sich die Experten dafür aus, mehr als bisher fürs Energiesparen zu tun. "Der schnellstmögliche Weg dahin ist es, Energie teurer zu machen", sagte HWWA-Experte Matthies. Das müsse jedoch keinesfalls immer bedeuten, die hiesigen Energiesteuern anzuheben. Es sollte hingegen vor allem mit den Regierungen anderer Brennstoff-Import-Länder geredet werden. So könnte eine höhere Besteuerung fossiler Kraftstoffe etwa in den USA den weltweiten Energieverbrauch deutlich senken. "Die Amerikaner haben vergleichsweise niedrige Energiesteuersätze", erklärte Matthies. Würden sie steigen, würde das die Brennstoffmärkte spürbar entlasten. Umweltbundesamt-Präsident Troge machte sich für Investitionen in Gebäude stark. So ließen sich beispielsweise durch energetische Gebäudesanierungen knapp 60 % des derzeitigen Raumwärmebedarfs einsparen. Auch der Stromverbrauch in privaten Gebäuden lasse sich um rund 15 % reduzieren. Eine solche Investition rechne sich schon nach fünf Jahren, sagte Troge.

    HWWA-Wissenschaftler Matthies und DUH-Experte Bundscherer forderten zudem Bundesregierung und Wirtschaft dazu auf, auch den Gasmarkt umzugestalten. Statt alleine auf neue Erdgas-Pipeline-Projekte zu setzen, sollten Kapazitäten für Flüssiggas-Lieferungen aus aller Welt ausgebaut werden. "Wenn sich Deutschland von großen Lieferanten wie Russland unabhängiger machen will, müssen wir große Seeterminals für Flüssiggas-Tanker bauen", sagte Bundscherer. Nur so könne auf mittlere Sicht ein Markt für Erdgas entstehen. Bundscherer stellte dabei klar, dass es auch aus Sicht der Umweltschützer zu Erdgas-Lieferungen mittelfristig keine Alternative gebe. "Gas ist der umweltfreundlichste fossile Brennstoff. Solange wir mit erneuerbaren Energien unseren Strom- und Wärmebedarf nicht komplett decken können, benötigen wir Gaskraftwerke", sagte der DUH-Experte.

    Parallel dazu sollte aber die Bundesregierung alles tun, um neue regenerative Energiequellen nutzbar zu machen. Bundscherer forderte das Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, das geplante "Erneuerbare Wärmegesetz" umgehend umzusetzen. Zudem sollte der Bund die Erforschung innovativer Technologien wie Gezeiten- und Wellenkraftwerke verstärken.



    G A S S T R E I T   B E I G E L E G T

    EU erwägt Neuausrichtung der Energiepolitik

    Erleichterung herrscht in der EU nachdem der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt ist – aber auch Besorgnis. Nach einem Treffen von Energieexperten aller EU-Länder kündigten die Teilnehmer deshalb an, in Energiefragen künftig enger zusammenarbeiten zu wollen.

    Aus:
    Spiegel Online – 4. Januar 2006, 16.04 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

    BRÜSSEL/BERLIN. "Die EU braucht eine klare und gemeinsame Politik für die Energieversorgung", erklärte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs nach einem Treffen von Energieexperten aus den 25 Mitgliedstaaten der Gemeinschaft. Mehrere EU-Länder hätten sich für eine bessere Abstimmung in dieser Frage ausgesprochen.

    "Europa müsse mehr erneuerbare Energien nutzen, seine Quellen und Lieferwege für Gas und Öl aus Drittstaaten vervielfältigen und die teure Energie effizienter nutzen. Piebalgs sprach sich auch vorsichtig für eine Neubewertung der Atomkraft aus, ohne dabei eine genaue Richtung vorzugeben.

    Im EU-Vertrag sei eigentlich keine gemeinsame Energiepolitik vorgesehen, erklärte Piebalgs weiter. Bereits bei ihrem Treffen in Hampton Court bei London hätten sich die Staats- und Regierungschefs der EU im Oktober jedoch für mehr Gemeinsamkeiten auf diesem Gebiet ausgesprochen. Seine Beamten würden dazu in den kommenden Wochen einen Fragenkatalog, ein so genanntes Grünbuch, erarbeiten.

    Beim Gas und allen anderen Energieträgern müsse die Versorgungssicherheit künftig eine größere Rolle spielen, erklärte auch der österreichische Wirtschaftsminister Martin Bartenstein für die EU-Ratspräsidentschaft. Beim nächsten EU-Gipfel in März werde die Energieversorgung ein zentrales Thema sein. Wegen der Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine seien die Lieferungen in einigen EU-Ländern bis zu 50 % gekürzt worden.

    "Russland bleibt verlässlicher Lieferant"

    Gleichzeitig begrüßte die EU-Spitze die Einigung zu russischen Gaslieferungen an die Ukraine, die nach Druck aus Brüssel und Wien in der Nacht zu heute zustandegekommen war. "Das ist für uns ein gutes Ergebnis, mit dem wir in die Zukunft gehen können", erklärte Bartenstein. Unser Appell war offensichtlich erfolgreich."

    Russland sei bisher ein verlässlicher Partner gewesen. "Wir haben Anlass anzunehmen, dass dies auch in Zukunft so bleibt." Die beteiligten Gasunternehmen in Russland und Ukraine hätten gezeigt, "dass sie verlässliche Lieferanten für die EU bleiben wollen", fügte auch Energiekommissar Piebalgs hinzu. Beide Politiker betonten, dass der Streit ihrer Meinung keine politischen Hintergründe hatte. "Das war ein klarer wirtschaftlicher Streit mit politischen Folgen", sagte Piebalg.

    Glos betont Bedeutung deutscher Energiequellen

    Auch deutsche Politiker begrüßten die Einigung in dem Konflikt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich zufrieden gezeigt, dass beide Staaten ihre Zusagen über die Lieferung und Durchleitung des Erdgases nach Deutschland und Europa erfüllen wollten, sagte ein Regierungssprecher. Russland und die Ukraine hätten damit auf die Aufforderung der Bundesregierung und anderer Staaten reagiert und ihre Differenzen schnell beigelegt.

    Die Belieferung mit Erdgas bleibe eine strategischer Eckpfeiler der deutsch-russischen Beziehungen, erklärte der Sprecher. Merkel wolle das Thema auch bei ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ansprechen, das Mitte Januar stattfindet.

    Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zeigte sich erfreut über die Einigung. Der Streit sollte dennoch Anlass sein, über die langfristige Versorgung der Bundesrepublik "mit in Deutschland verfügbaren Energiequellen" grundsätzlich nachzudenken, erklärte er. "Der Energiegipfel bei Bundeskanzlerin Merkel gibt Gelegenheit, all diese Fragen sachlich und vorbehaltlos zu erörtern."

    Russland und die Ukraine hatten am Morgen den Streit um teuere Gaslieferungen beigelegt. In einem Fünf-Jahresvertrag wurde festgesetzt, dass die Ukraine offiziell ihr Gas von Gasprom ab sofort zum Weltmarktpreis von 230 Dollar pro 1000 Kubikmetern beziehen wird, sagte der Präsident des staatlich-russischen Gaskonzerns Gasprom, Alexej Miller. Durch eine Zwischenlösung liegt der tatsächliche Preis für die Ukraine jedoch lediglich bei 95 Dollar pro 1000 Kubikmeter.

    Russland und die Ukraine hatten seit Wochen im Streit über ihre Gaspreise gelegen. Die Ukraine hatte jahrelang ihr Gas aus Russland zum Vorzugspreis von nur 50 Dollar pro 1000 Kubikmeter bekommen. In diesem Winter wollte Gasprom erhöhen. Als Kiew dies ablehnte, eskalierte der Streit: Am Sonntag drehte Russland der Ukraine den Hahn ab und senkte die Liefermengen. Anfang der Woche war durch den Streit in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern die Gasversorgung um mehr als ein Drittel abgesackt. Nach massivem Druck aus der EU normalisierten sich die Lieferungen wieder.



    Strombörse will auch mit Gas handeln

    [Ed: hm, dann wird das Gas ja noch teurer...] / Bisher gibt es nicht einmal einen allgemein anerkannten Marktpreis / Dem Handelsplatz fehlt es noch an Transparenz

    Aus:
    Der Tagesspiegel, Berlin, 9. Januar 2006, Seite ?? (Wirtschaft) von ANSELM WALDERMANN. [Original]

    LEIPZIG (Tsp). Der deutsche Gasmarkt steht vor einer tiefgreifenden Änderung. So plant die deutsche Energiebörse EEX (European Energy Exchange) mittelfristig einen Einstieg in das Geschäft mit Erdgas. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der EEX, Hans-Bernd Menzel, dem Tagesspiegel. "Technisch sind wir dazu sehr schnell in der Lage." Bisher kann an der EEX nur mit Strom und Kohlendioxid-Zertifikaten gehandelt werden.

    Für den deutschen Gasmarkt wäre die Eröffnung einer allgemein zugänglichen Handelsplattform etwas völlig Neues: Bisher wird Erdgas hierzulande vor allem über langfristige Lieferverträge gehandelt; auch kurzfristige Geschäfte können nur bilateral oder über Broker (Makler) abgeschlossen werden. Einen allgemein anerkannten Marktpreis für Erdgas gibt es daher – anders als etwa in Großbritannien – nicht. Durch den Handel an der Börse könnte sich das ändern.

    Einen konkreten Zeitplan hat die EEX allerdings noch nicht ins Auge gefasst. "Das hängt maßgeblich davon ab, wie die Liberalisierung des Gasmarkts vorankommt", sagt Menzel. Im Laufe dieses Jahres will die Bundesnetzagentur die Durchleitungsgebühren der Gasnetzbetreiber und den Netzzugang für neue Anbieter kontrollieren. Dadurch könnte der Wettbewerb und damit der Gashandel an Schwung gewinnen.

    Neben Gas will die EEX künftig auch auf Steinkohle setzen. "Kohle wird mit Sicherheit eine Renaissance erleben", sagt Menzel. Schon in den kommenden Tagen werde die EEX detaillierte Pläne für diesen Markt vorstellen. Gerade nach dem russisch-ukrainischen Gas-Streit hatten sich zahlreiche Politiker und Experten für eine stärkere Nutzung des Energieträgers Kohle ausgesprochen.

    Auf dem Strommarkt, ihrem Kerngeschäft, war die EEX in den vergangenen Monaten stark in die Kritik geraten. Verbraucherverbände warfen der Energiebörse vor, dass sie Manipulationen ermögliche und damit eine Mitschuld an den steigenden Strompreisen trage. Dieser Darstellung widerspricht Menzel. "An der EEX handeln 132 Unternehmen, und fast alle sind täglich aktiv", sagt er. "Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass einzelne von ihnen Preisabsprachen treffen."

    In der Vergangenheit war dieser Verdacht immer wieder gegen die 4 großen deutschen Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW geäußert worden. "Die anderen Marktteilnehmer lassen sich von diesen vier doch nicht den Preis diktieren", erklärt Menzel. Die Handelsvolumina der 4 Großen könne die EEX allerdings nicht veröffentlichen, weil das Börsengesetz die Anonymität der Handelsteilnehmer garantiere. Daneben betont Menzel, dass die EEX von zahlreichen Aufsichtsbehörden und von einem Börsenrat kontrolliert werde, in dem auch Verbrauchervertreter säßen. "Nie mussten sie einschreiten", sagt er. Auch bei eigenen Prüfungen habe die EEX keinen Missbrauch festgestellt. Das Bundeskartellamt hatte allerdings eine Untersuchung eingeleitet, die derzeit noch läuft. Dabei prüft die Behörde, ob der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten missbraucht worden ist, um dadurch höhere Strompreise zu rechtfertigen.

    Menzel räumt jedoch ein, dass die EEX noch transparenter werden könnte. "Natürlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten", sagt er. Als Beispiel sieht er die deutlich weiter gehenden Transparenzregeln in Skandinavien. "Der deutsche Gesetzgeber sollte sich aus dieser Frage aber raushalten", fordert Menzel. "Wir brauchen eine europaweite Regelung." Ansonsten würde die deutschen Handelsteilnehmer gegenüber anderen europäischen Börsen benachteiligt.

    In Europa ist die EEX, die ihren Sitz in Leipzig hat, die größte Energiebörse vor der Powernext in Paris und der APX in Amsterdam. Im vergangenen Jahr wurden hier rund 600 Terrawattstunden Strom gehandelt, davon 86 auf dem Spotmarkt für kurzfristige Geschäfte. Der größere Rest entfiel auf Termingeschäfte für die Zukunft. Insgesamt werden damit am Spotmarkt 16 % des gesamten Stroms in Deutschland über die EEX gehandelt.

    Damit begnügen möchte sich Menzel allerdings nicht. Vielmehr plant er eine Expansion über Deutschland hinaus. "Wir würden gerne noch weitere Handelsplätze aufmachen", sagte er. "Dafür beobachten wir sehr genau die Entwicklung in allen europäischen Regionen." Technisch gesehen könnte die EEX schon in den kommenden Monaten 15 oder 20 Länder bedienen. Die Frage sei aber, ob es in diesen Ländern überhaupt einen freien Energiemarkt mit mehreren Anbietern und Abnehmern gebe.

    Bereits abgeschlossen wurde ein Vertrag mit dem niederländischen Netzbetreiber Tennet, der die physische Durchleitung von an der EEX gehandeltem Strom garantiert. An ähnlichen Verträgen werde derzeit mit Belgien und mit Dänemark gearbeitet, langfristig seien auch Spanien und Portugal möglich.

    Neue Standorte werde die EEX dafür allerdings nicht brauchen. "Das kann alles über unsere Computer in Leipzig laufen", sagt Menzel. Auch an grenzüberschreitende Fusionen denke die EEX derzeit nicht. Zwar gebe es europaweit immer mehr Energiebörsen, so dass mit Zusammenschlüssen zu rechnen sei. "Wir selbst haben aber keine derartigen Pläne", stellt Menzel klar.



    Eon-Ruhrgas wagt Kraftprobe mit Kartellamt

    Konzern bleibt im Streit um Lieferverträge hart.

    Aus:
    Berliner Zeitung, 10. Januar 2006, Seite ?? (Wirtschaft) von THORSTEN KNUF. [Original]

    BERLIN. Der Streit zwischen dem Bundeskartellamt und dem Gasimporteur Eon-Ruhrgas um lang laufende Lieferverträge mit Stadtwerken und Regionalversorgern geht in eine neue Runde. In einer Stellungnahme an das Amt weigerte sich der Essener Konzern gestern, wie gefordert seine Lieferverträge mit den Verteiler-Unternehmen zu revidieren und die Laufzeit auf wenige Jahre zu begrenzen. Eine entsprechende Verfügung sei nach Auffassung des Konzerns weder angemessen noch rechtlich begründet, teilte eine Sprecherin mit. "Wenn eine Verfügung gegen uns erlassen wird, werden wir diese daher den zuständigen Gerichten zur Überprüfung vorlegen."

    Hoffen auf mehr Wettbewerb

    Das Bundeskartellamt hatte Eon-Ruhrgas wegen seiner Lieferverträge vor einem Monat abgemahnt und kürzere Laufzeiten eingefordert. Behördenchef Ulf Böge ist der Auffassung, dass Vertragslaufzeiten von 15 Jahren oder länger den Wettbewerb auf dem Gasmarkt einschränken. Mit einer Begrenzung auf zwei oder vier Jahre will er neuen Anbietern den Zutritt zum Markt ermöglichen. Das soll zu mehr Wettbewerb und mittelfristig zu niedrigeren Preisen führen.

    Der Streit um die Vertragslaufzeiten schwelt bereits seit geraumer Zeit. Verhandlungen zwischen Bundeskartellamt und der Gaswirtschaft waren im September gescheitert. Marktführer Eon-Ruhrgas verpflichtete sich daraufhin freiwillig, den Kunden künftig kurz laufende Verträge anzubieten. Böge reicht das nicht aus, da sich das Angebot nicht auf bestehende Kunden, sondern nur auf Neukunden erstreckt.



    Abteilungen und Rubriken des „khd-research.net“
  • Bahn – Probleme mit der Bahn
  • BGB – Berlins Banken-Skandal
  • Bln – Reports aus Berlin
  • BSE – Zum Rinderwahnsinn
  • CJD – BSE beim Menschen
  • Computer – Welt der Computer
  • Energie – Energie-Probleme
  • EUR – Infos zum Euro (Teuro)
  • Food – Nahrungs-Probleme
  • Heimat – Impressionen
  • khd – Homepage von khd
  • khd-research – Homepage
  • Klima – Zum Klimawandel
  • LifeSci – Life Sciences
  • Math – Mathemat. Werkzeuge
  • Med – Medizin kontrovers
  • Media – Medien-Links (Europa)
  • My_Lisa – Link-Sammlungen
  • Nat – Das ist Natur/Nature!
  • NT-Abk – Nachrichten-Technik
  • PBug – Infos zum Pentium-Bug
  • Politik – Unlautere Politik
  • Site-map – Alle Seiten
  • Technik – Einiges zur Technik
  • ThS – Thermometer-Siedlung
  • TK – TK-Themen
  • t-off – Archiv-Magazin der TK
  • Wnotes – Publiz. „wdv-notes“
  • Die "BSE-Page" und "t-off" sind viel beachtete Publikationen des „khd-research.net

      Zum Teil 8

    © 2005-2007 – Dipl.-Ing. Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 09.04.2007 22.07 Uhr