Infos zur Veränderung des Klimas – Teil 15 khd
Stand:  14.12.2008   (6. Ed.)  –  File: Sci/Nat/K/Klima_15.html



Hier werden einige ausgewählte und besonders interessante Texte zum gefährlichen Klimawandel und dessen Folgen gespiegelt und damit auf Dauer dokumentiert, manches wird auch in [Ed: ...] kommentiert. Tipp- und Übertragungsfehler gehen zu meinen Lasten.

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U N O - K L I M A K O N F E R E N Z   I N   P O S E N

Wer soll das bezahlen?

Die Weltklimakonferenz in Posen ist in der Frage nach mehr Geld für ärmere Länder gescheitert. Die 190 Staaten konnten sich nicht einigen, ob und wie die Mittel für einen Fonds zur Anpassung an den Klimawandel aufgestockt werden.

Aus: SDA-Meldung, Schweiz, 13. Dezember 2008, 6.52 Uhr MEZ (Politik). [
Original]

POSEN (SDA/ATS). Der ehemalige amerikanische Vize-Präsident Al Gore setzte sich am Freitag [12.12.2008] in Posen einmal mehr für das Klima ein.

Die Konferenz beschloss allerdings ein grösseres Mitspracherecht der Entwicklungsländer für diesen Fonds. Nach einer nächtlichen Marathonsitzung ging das UNO-Treffen am frühen Samstagmorgen nach 2 Wochen Verhandlungen zu Ende.

Die Weltgemeinschaft stellte damit die Weichen für die Verhandlungen im kommenden Jahr bis zur Klimakonferenz von Kopenhagen. Dort soll Ende 2009 ein Nachfolgevertrag für das Kyoto- Abkommen unter Dach und Fach kommen.

Als einen Kernpunkt von Posen (Posnan) vereinbarten die Staaten einen Zeit- und Arbeitsplan auf dem Weg dorthin. "Von jetzt an wird es ernst", sagte der Chef des UNO-Klimasekretariats, Yvo de Boer.

Entwicklungsländer reagieren empört

Mehrere Länder wie Indien, Gabun und die Malediven zeigten sich empört, dass der so genannte Anpassungsfonds zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels in der Dritten Welt nicht aufgestockt wurde. Der Vertreter Indiens sprach von Gleichgültigkeit und kritisierte, dass sich einige Länder geweigert hätten.

Damit bleibt es dabei, dass der Fonds mit 80 Mio. Dollar jährlich ausgestattet werden soll; diese Zahl soll bis 2012 auf 300 Mio. Dollar steigen.

Die UNO hatte bereits früher von einem Mindestbedarf von 500 Mio. Dollar jährlich gesprochen. Umweltschützer halten auch diesen Betrag für viel zu niedrig.

In einer anderen Frage gaben die Industriestaaten in Posen jedoch nach und standen den ärmeren Staaten eine grössere Mitsprache bei der Geldverteilung für den Fonds zu.

Beim Kampf gegen die Zerstörung der Wälder gab es keine Fortschritte. Die EU machte deutlich, dass sie den Waldschutz vorantreiben will.

Schweiz zufrieden

An der Konferenz hatte auch die Schweiz teilgenommen. Zuletzt hatte Umweltminister Moritz Leuenberger die Delegation geleitet.

Das Bundesamt für Umwelt bezeichnete bereits am Freitag die Konferenz in Posen als "wichtigen Schritt". Das BAFU zeigte sich befriedigt, dass Leuenbergers Vorschlag für eine weltweite CO2- Abgabe in das Paket für das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls aufgenommen wurde.

Greenpeace: "Nicht mal ein Fortschrittchen"

Auch EU-Umweltkommissar Stavros Dimas bezeichnete Posen als Erfolg. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält das Ergebnis dagegen für bitter enttäuschend. "Das war nicht einmal ein Fortschrittchen für den Klimaschutz", sagte Greenpeace-Klimaexperte Tobias Münchmeyer. Die Organisation Oxfam warnte: "Verzögerung tötet."

Der Friedensnobelpreisträger Al Gore mahnte zum Handeln. "Wir müssen die Lähmung überwinden", sagte der ehemalige US- Vizepräsident. Angesichts schmelzender Gletscher, von Dürren, Stürmen und sich ausbreitenden Wüsten dürfe man keine Zeit mehr verlieren.



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